Schon gestreamt? Better Things

„Better Things“ ist eine sowohl lustige als auch bewegende Dramedy-Serie über eine alleinerziehende Schauspielerin, die größtenteils ohne gängige Klischees auskommt.

(© nerdist.com)

In den letzten Jahren haben zahlreiche von Frauen kreeierte Dramedy-Serien, mit weiblichen Protagonistinnen das Tageslicht gesehen. So zum Beispiel „Girls” (2012-2017), „Broad City” (2014- ), „One Mississippi” (2015- ), „Lady Dynamite” (2016- ) und „Fleabag” (2016- ). Gemeinsam ist diesen Serien zudem, dass die Hauptrollen jeweils von den Schöpferinnen gespielt wird.

Bei  „Better Things” heißt diese Frau Pamela Adlon. Vielen wohl aus „Californication“ (2007-2014) und einigen aus „Lucky Louie“ (2006-2007) oder „Louie“ (2010- ) bekannt, zeigt sich Adlon in dieser FX-Serie als vielseitiges Talent.

Sie spielt Sam Fox, Schauspielerin und alleinerziehende Mutter dreier Mädchen: Max (Mikey Madison), Frankie (Hannah Alligood) und Duke (Olivia Edward). „Better Things“ wirft zwar einen erbarmungslosen Blick auf die Anstregungen von Elternschaft: eingeschränkte Privatsphäre und Freizeit, ständige Konflikte; doch auch die Momente inniger Zuneigung und Unterstützung werden nicht ausgelassen.

In Serien werden Mütter häufig auf diesen Teil ihres Lebens reduziert. Nicht so aber in „Better Things“. Immer wieder wird Sam bei der Arbeit gezeigt: als Sprecherin von Zeichentrickserien und Filmschauspielerin. Auch die Frustrationen, die sie bei Vorsprechen erlebt, werden auf humorvolle Weise aufgegriffen. Sie sind nur eins von vielen Beispielen dafür, wie in „Better Things“ mit wenigen Worten und Gesten, die Essenz von Situationen auf den Punkt gebracht wird. Als arbeitende Mutter wird Sam jedoch keineswegs glorifiziert. Zwar ist sie mehr oder weniger gut in allem, was sie anpackt, doch auch sie macht Fehler und hat ihre Macken. Herausgekommen ist mit „Better Things“ eine Serie mit Figuren und Handlungssträngen, wie man sie so nicht oft zu sehen bekommt.

Als Zuschauer*in kommt man nicht umhin, über die Mitarbeit von Komiker Louis C.K. nachzudenken. Immerhin hat dieser das Drebuch jeder einzelnen Folge entweder geschrieben oder mitgeschrieben. Bereits seit Jahren waren dessen sexuelle Belästigungen ein offenes Geheimnis in der amerikanischen Comedyszene. Vor wenigen Wochen bekannte er sich endlich zu seinen Taten, woraufhin Adlon die gemeinsame Zusammenarbeit beendete. Bei zukünftigen Staffeln ist das Publikum somit nicht mehr mit der Entscheidung konfrontiert, sich eine von einem Sexualverbrecher mitproduzierte Serie ansehen zu müssen.


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