Schon Gestreamt? The Deuce

(© IGN.com)

Eine feministische Serie über die Anfänge der Pornoindustrie im New York der 1970er-Jahre – die Idee klingt an und für sich schon recht vielversprechend. Hinzu kommt noch ein beeindruckender Cast, mit, unter andere, Maggie Gyllenhaal und James Franco, beide auch ProduzentInnen der Serie. Wer noch einen weiteren Grund braucht, um sich „The Deuce” anzusehen, dem seien noch zwei weitere Namen genannt: David Simon, Macher von „The Wire” und „Treme”, steckt zusammen mit Schriftsteller und Drehbuchautor George Pelecanos dahinter.

Natürlich hätte dennoch einiges schieflaufen können. Auch die HBO-Serie „Vinyl” hatte ein ähnlich vielversprechendes Konzept, floppte trotzdem bei den ZuschauerInnen und wurde nach nur einer Staffel abgesetzt. Bei „The Deuce” ging die Rechnung aber zum Glück auf, alleine schon weil die Serie weit mehr als nur die Summe ihrer Teile ist.

„The Deuce” erzählt die Geschichten zahlreicher Figuren mit unterschiedlichsten Hintergründen: sich prostituierende Frauen, ihre Zuhälter, PolizistInnen, KellnerInnen und JournalistInnen. James Franco spielt sowohl einen freundlichen Barbetreiber als auch dessen nichtsnutzigen Zwillingsbruder, und weiß in beiden Rollen zu überzeugen. Der Rest des Casts steht seiner Leistung in nichts nach. Besonders beeindruckend: Maggie Gyllenhaal in ihrer Rolle als unabhängige Prostituierte, die als Produzentin ins Pornogeschäft einsteigen will.

„The Deuce” ist kein Plädoyer für oder gegen das Verbot von Prostitution. Stattdessen taucht die Serie mit dokumentarisch anmutendem Blick in diese Welt ein; allen Figuren gilt das Interesse der SerienmacherInnen. „The Deuce” will hinter die Fassade blicken: Wer sind diese Menschen, wo kommen sie her, warum tun sie das, was sie tun?

Ohne je glorifizierend zu werden, spürt „The Deuce” immer wieder Augenblicke der Wärme und Zuneigung auf. Doch auch der harten, gewaltvollen Realität dieser Szene wird ausreichend Raum geboten.

„The Deuce” dürfte nicht nur Fans von „The Wire” gefallen. Auch die körnige Ästhetik von „Taxi Driver” lässt sich in der Serie wiederfinden. Sie kann auf HBO und Sky gestreamt werden.


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