Presserat: Welchen Stellenwert hat die Pressefreiheit in Luxemburg?

Auch der Luxemburger Presserat zeigt sich mit Blick auf die am heutigen Dienstag stattgefundene Hausdurchsuchung beim öffentlich-rechtlichen Radiosender 100,7 im Rahmen der “Chamberleaks-Affäre” bestürzt über die Vorgehensweise der Ermittler.

Der Presserat präzisiert in diesem Zusammenhang an die im Ethikkodex der Luxemburger Presse sowie im Gesetz über die Meinungsäußerungsfreiheit in den Medien festgehaltenen Regeln: “Art.7 a) La presse s’engage à observer le secret professionnel qui implique le droit de taire ses sources d’information, tel que défini dans la loi. Elle a le droit de refuser de divulguer dans le cadre d’une procédure administrative ou judiciaire des informations identifiant une source. En cas de perquisition dans une entreprise de presse ou audiovisuelle faisant suite à une commission rogatoire ou d’enquête, le président du Conseil, ou en l’absence de celui-ci un des vice-présidents ou son représentant dûment mandaté, assistera à la perquisition avec mission de veiller à ce que les dispositions assurant la liberté d’expression dans les médias soient respectées. mehr lesen / lire plus

Hausdurchsuchung bei Radio 100,7 – die ALJP reagiert

Illustration: 100,7

Nachdem heute gegen Mittag die Hausdurchsuchung der Police judiciaire beim Radio 100,7 bekannt wurde, ließ sich die Journalist*innen Gerwerkschaft ALJP (Association luxembourgeoise des journalistes professionnels) nicht viel Zeit um zu reagieren.

In einer Pressemitteilung verurteilt die ALJP „mit Nachdruck“ die Hausdurchsuchung im öffentlich-rechtlichen Sender. In der Folge der „Chamberleak“-Affäre hatte Chamber-Präsident Mars di Bartolomeo am 12. März Anzeige erstattet. Diese führte schließlich dazu, dass der Untersuchungsrichter Ernest Nilles eine entsprechende Untersuchung durch die Police judiciaire auslöste.

Die jetzt durchgeführte Hausdurchsuchung kam dennoch, über zwei Monate nach der eigentlichen Affäre, vollkommen überraschend. Anders als dies bei Durchsuchungen im Zusammenhang anderer „Leak“-Affären zuvor, hatte es diesmal keinerlei Vorwarnung gegeben. mehr lesen / lire plus