Dem Dialog verpflichtet

Camille Gira 1958-2018 (Foto: Wikimedia)

Camille Gira ist tot. Mitten in seiner Rede zum Naturschutzgesetz ist er zusammengebrochen – umgefallen wie eine Eiche im Sturm, wie der grüne Ko-Präsident Christian Kmiotek twitterte. Er ist plötzlich nicht mehr da – und vielen, die persönlich mit ihm zu tun hatten, kommt die Frage in den Sinn, wann sie diesem Menschen eigentlich zum ersten Mal begegnet sind.

Beim Autor dieser Zeilen war das im April 1990. Als blutjunger GréngeSpoun-Redakteur suchte er den nicht einmal zwei Jahre älteren angehenden „ersten grünen Bürgermeister“ Luxemburgs in dessen Heimatort Beckerich auf. Das Interview dauerte am Ende so lange, dass es gleich auf zwei GréngeSpoun-Ausgaben verteilt werden musste. mehr lesen / lire plus

Autofahrend das Klima retten

Das Nachhaltigkeitsministerium präsentierte am heutigen Dienstag, den 8. Mai, das Projekt „CoPilote“, das Mitfahrgelegenheiten fördern soll.

Wer in die Autos auf Luxemburgs Straßen schaut, wird feststellen, dass oft nur eine einzige Person drin sitzt. Tatsächlich kam die Mobilitätserhebung Luxmobil zu dem Schluss, dass der Besetzungsgrad bei 1,16 Personen pro Auto bei Luxemburger*innen liegt. Bei den Grenzgänger*innen sind es immerhin 1,24 Personen pro Fahrzeug. „Das entspricht etwa 250.000 leeren Sitzen, die jeden Tag in das Einzugsgebiet von Luxemburg-Stadt fahren“, erklärte Minister François Bausch.

Das soll sich nun ändern: Auf der Website bzw. der App CoPilote können sowohl Fahrer*innen als auch Passagiere ihre gewünschte Route eingeben und so Fahrgemeinschaften bilden. mehr lesen / lire plus

Tanken bleibt in Luxemburg billig

Über eine Sache muss man sich auch 2018 beim Autokauf keine Sorgen machen: Die Spritpreise.

„Nur fünf Prozent regelrechter Tanktourismus“ oder …? Auch das fünfte Autofestival mit grüner Regierungsbeteiligung ist verstrichen, ohne dass für Autofahrer*innen eine ernsthafte Anwendung des Verursacherprinzips in Aussicht gestellt worden wäre. Immerhin, die Regierung hat eine Studie zum Tanktourismus in Auftrag gegeben und Anfang letzten Jahres endlich veröffentlicht. Dringenden Handlungsbedarf bei den Spritpreisen sieht Umweltstaatssekretär Camille Gira allerdings nicht. Bei einer Pressekonferenz zur Klimapolitik am 26. Januar verwies er darauf, dass der Tanktourismus eben nur fünf Prozent des Verbrauchs ausmache.

3,7 Prozent Tanktourismus, das ist dieZahl, auf die Gira anspielt.Sie war bei der Vorstellung der Studie von der Regierung in die Welt gesetzt und von den Medien völlig unkritisch übernommen worden. mehr lesen / lire plus

Wahlkampf in Suessem und Käerjeng:
 Lokal denken


Unkonventionelle Koalitionsmodelle, überraschende Parteiwechsel und eine umstrittene Umgehungsstraße. Die benachbarten Gemeinden Suessem und Käerjeng liefern viel Stoff für allgemeinere politische Betrachtungen.

Grün in Suessem – welche Zukunft? Als Naturdenkmal eingestufte Kopfweiden in Uerschterhaff. (Foto: Wikimedia / MMFE / CC BY-SA 3.0)

„Wir sind seit über 20 Jahren im Schöffenrat. Zuerst mit der CSV und seit 2005 mit der LSAP. Wir waren immer der Juniorpartner, aber immer zuverlässig.“ Das erzählt Alain Cornély, Spitzenkandidat der Suessemer Grünen, der schon bei deren Gründung vor 26 Jahren dabei war. Im Gespräch mit der woxx bewertet er die Bilanz der Koalition mit den Sozialisten positiv. „In den wichtigen Bereichen Wohnungsbau und Mobilität haben wir schon viel erreicht. mehr lesen / lire plus

Autokauf oder -nichtkauf
: Entdieselt und verwirrt


An der Schädlichkeit der Diesel-Abgase gibt es nichts zu deuteln. Doch was sind die Alternativen? Gehört die Zukunft wirklich dem Elektroauto?

Autofestival? Feinstaub-Alarm! Wenige Tage vor Beginn eines der wichtigsten Verkaufs-Events der Binnenwirtschaft scheint der Wettergott den LuxemburgerInnen ihre Fahrspaß-Träume vergällen zu wollen. Die Wetterlage machte, dass zum ersten Mal hierzulande der Grenzwert für Feinstaub überschritten wurde – Verursacher sind Industrie, Heizungen … und Dieselautos. Diese Antriebsart ist bekanntlich im Zuge des VW-Abgasskandals stark kritisiert worden. Die Verbrauchs- und Abgaswerte der meisten Diesel-PKW – aber auch vieler Benziner – erwiesen sich als gefälscht, insbesondere beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx). mehr lesen / lire plus

Tanktourismus-Studie: Späte Einsicht

Nur vier Prozent Tanktouristen? Falsch, das profitable Geschäft ist alles andere als ein Mythos. Was wirklich in der Studie steht – und was man daraus schließen kann.

Tanktourismus mal anders. Postkarte von einer „gas pump“ in Belvidere, South Dakota. (Quelle: Boston Public Library, Tichnor Brothers collection / PD)

Tanktourismus mal anders. Postkarte von einer „gas pump“ in Belvidere, South Dakota. (Quelle: Boston Public Library, Tichnor Brothers collection / PD)

Ob man auf der Regierungs- oder aber der Oppositionsbank sitzt, macht einen Riesenunterschied. Nichts verdeutlicht dies besser, als die am 25. November vorgestellte Studie zum Tanktourismus. Man kann mitentscheiden. Über zehn Jahre hatten die Grünen auf eine sachliche Diskussionsgrundlage für einen Ausstieg aus dieser Nischenpolitik gewartet. Bereits 2005 hatte Camille Gira, seinerzeit das ökologische Gewissen seiner Partei, eine Motion einstimmig von der Chamber verabschieden lassen, die eine Studie zum Tanktourismus forderte. mehr lesen / lire plus

Pollution ou imagination ? Crains les chemtrails !


Pour mobiliser contre l’épandage chimique par voie aérienne, une pétition a été déposée à la Chambre. Qui sont les militants contre cette « pollution » un peu particulière ?

(Photo : flickr/iwishmynamewasmarsha)

(Photo : flickr/iwishmynamewasmarsha)

« C’est depuis le 18 janvier 2016 que les programmes d’intervention climatique et atmosphérique me préoccupent. Ce matin-là, à huit heures – il avait neigé et le ciel était clair – j’ai regardé par la fenêtre, et j’ai vu des traînées blanches », raconte d´une voix calme la femme impeccablement coiffée et maquillée, assise devant moi. Agnès d’Aboville, la cinquantaine, est l’initiatrice de la pétition 626 « contre les épandages aériens ». mehr lesen / lire plus

GEMEINWOHL-ÖKONOMIE: Der Lohn des Guten

Unternehmen als Wegbereiter einer besseren Welt … Propaganda-Trash? Keineswegs, denn Christian Felbers Theorie der Gemeinwohl-Ökonomie setzt zwar auf die Freiheit, vergisst dabei aber nicht die Gleichheit und die Brüderlichkeit.

Wer knutscht den Elch? Mit der Kombination von Eigeninitiative und Kooperation kommt man am schnellsten ans Gemeinwohl-Ziel. (Foto: Doug Smith / PD)

„In der kapitalistischen Marktwirtschaft werden die Mächtigeren geradewegs dazu ermutigt, ihren Vorsprung, das Machtgefälle, auszunützen, denn daraus – aus dem Streben nach dem eigenen Vorteil und der daraus resultierenden Konkurrenz – ergibt sich erst die ganz besondere ‚Effizienz` des freien Marktes.“ Diese trockene Beschreibung des herrschenden Wirtschaftssystems stammt von dem politischen Autor Christian Felber. mehr lesen / lire plus