TRIPARTITE: Kein Lotse mehr an Bord

Jean-Claude Juncker hat das Vertrauen der Gewerkschaften längst eingebüßt. Ist jetzt der Koalitionspartner LSAP als nächstes dran?

Es gab Zeiten in denen Jean-Claude Juncker sich einen Spaß daraus machte, internationale Kritiken am Luxemburger Index-Modell – wie sie etwa gebetsmühlenartig jedes Jahr von der OECD vorgetragen wurden – mit dem Hinweis auf den Erfolg dieses Modells unter den Tisch zu reden. Spätestens seitdem er Vorsitzender der Euro-Gruppe wurde, hat sich seine Position in diesem Punkt gewandelt.

Als 2006 zum ersten Mal seit Jahrzehnten am Index-Mechanismus gedreht wurde, war es ihm noch gelungen, die Gewerkschaften einzuschwören in ein Verfahren, das an ihr Allerheiligstes rührte. mehr lesen / lire plus

FOTOGRAFIE: Überall und nirgendwo

Das CNA zeigt mit „I Was Here“ private Urlaubsfotos aus vergangenen Tagen. Die Aufbereitung dieser Aufnahmen wurde drei Künstlern anvertraut.

Von japanischen Touristen heißt es, sie würden ihren Urlaub erst in dem Moment richtig genießen, wenn sie – wieder zu Hause angekommen – ihre Erinnerungsfotos betrachten und präsentieren. Man mag diesen Erklärungsversuch für wahr halten oder als Unsinn abtun, aber man kann darüber schmunzeln. Wohl auch deshalb, weil kaum einer sehr weit zurück denken muss, um nicht selbst auf ähnliche Phänomene zu stoßen. Sei es das Notebook, um das man sich schart, dicht gedrängt um ein Fotoalbum oder der Dia-Abend beim Großvater oder dem Nachbarn, der so noch einmal einen vergangenen Urlaub Revue passieren lässt. mehr lesen / lire plus

MARC DUGAIN: Un Staline ordinaire

En mettant en scène son propre roman « Une exécution ordinaire », Marc Dugain tombe dans le piège le plus voyant de l’adaptation littéraire : personnages vidés de toute substance et scénario boîtant derrière l’univers romanesque.

La Belle et la Bête, version 1953…

La vie au cours des derniers mois du règne de Joseph Staline n’a sûrement pas été de tout repos. Si les grandes purges d’avant-guerre n’étaient plus d’actualité, le régime totalitaire et voué à la personnalité de Staline avait repris de plus belle après la victoire des Alliés et la terreur dans l’entourage du leader soviétique atteignait son apogée. Soumis à un dictateur paranoïaque et confus, les proches de Staline ainsi que les membres de l’appareil ont dû se faire à l’idée d’une vie en permanence sur la sellette. mehr lesen / lire plus

UNI LËTZEBUERG: Umzugstermin unbekannt

Auf Belval wird eine neue Uni gebaut, doch wann genau die akademische Gemeinde dort einziehen wird, ist ungewiss. Der zuständige Minister prophezeit einen Großteil der Umzugsaktionen weiterhin für 2013. An der Uni selbst werden auch spätere Termine genannt.

An der Uni sind die Umzugskisten noch nicht gepackt. Das hat auch noch gut vier Jahre Zeit. Eine Arbeitsgruppe soll nun ermitteln, wie die Gebäude, die gerade auf Belval entstehen, innen ausgestattet werden müssen.

„Wir bleiben im Zeitplan.“ Auf das Thema Umzug ging der Hochschulminister nur auf Nachfrage ein, als er im Januar zusammen mit dem Rektor den neuen „Plan quadriennal“ vorstellte. „Im Zeitplan“ hieße „Ende 2013/Anfang 2014“, so Francois Biltgen. mehr lesen / lire plus

THEATER: Transkribierter Tinnitus

Wunderbare Wortspiele und krankhafte Klangwelten erwarten den Zuschauer in „Tinnitustranskription“. Das Stück bewegt sich zwischen Sprechtheater und Klanginstallation.

Ein Mann ist auf der Suche nach seiner Identität und fügt sie nach und nach aus bruchstückhaften Erinnerungen zu einer neuen zusammen. Es entsteht ein buntes Mosaik. Der Zuschauer hat teil am Bau der Figur aus den einzelnen Fragmenten und ist zugleich als kreativer Akteur gefordert, muss er sich doch selbst die Bausteine zusammenlegen, damit ein schlüssiges Bild entsteht.

Die Situation ist die nach einem Bombenattentat auf einem Bahnhof. Komponiert als Zusammenspiel von Musik, Klängen und Rauschen. „Es lärmt noch in mir in den Synapsen – Geräusche, ein Ticken, Surren, Morgentöne, Klänge, morbide Greueltöne“. mehr lesen / lire plus

SHANGHAI EXPO 2010: Le nouveau milieu

L’importance de la Chine dans le monde d’aujourd’hui souligne l’intérêt de l’Expo 2010. Au-delà du grand show, établira-t-on des pistes pour un avenir meilleur de l’humanité ?

Piétons, vélos, transports publics – Shanghai rêve d’une « better city ».

Montrer au monde ce dont la Chine est capable, voilà l’objectif implicite de l’Expo 2010 à Shanghai. Il est vrai qu’en passant sur le tout nouveau pont du Chang Jiang (Yangtsé), après avoir quitté le périphérique extérieur de Shanghai, on risque de ne pas voir grand chose tant le smog est épais. Il s’agit d’un des plus grands ponts à haubans du monde, mais on en aperçoit à peine les pylones ainsi qu’une frange d’eau des deux côtés de la route. mehr lesen / lire plus

PAVILLON LUXEMBOURGEOIS: Vaste programme

La mise en place du pavillon est l’oeuvre de nombreuses personnes. Nous nous sommes entretenus avec trois d’entre elles.

Attendre plus de trois heures sous la pluie, lors de la pré-ouverture du 20 avril. Décidément, le pavillon luxembourgeois a du succès auprès des Chinois-es.

Les Chinois et les Chinoises aiment voir la nature, ils et elles aiment regarder la télé – on va les satisfaire. Au pavillon luxembourgeois, une fois passée la zone d’entrée avec des plantes vertes et un bassin d’eau, on rentre dans un tunnel, parsemé de troncs… Il ne s’agit pas d’arbres mais de supports dans lesquels ont été installés des écrans de télé diffusant des images du « coeur vert de l’Europe ». mehr lesen / lire plus

LANDESPLANUNG: Not in my backyard

Die Reform des Gesetzes zur kommunalen Flächennutzung soll im August dieses Jahres in Kraft treten. Der Mouvement Écologique ist mit der aktuellen Fassung nicht ganz einverstanden.

Der spröde Bürokratenausdruck „Kommunale Flächennutzung“ verbirgt welche Dynamik und Lebensnähe die urbanistische Entwicklung von Gemeinden auszeichnet. Ebenso die komplizierten Prozeduren, die für die allgemeine Flächennutzungsplanung (Plan d’aménagement général, PAG) und Teilbebauungsprojekte (Projet d’aménagement Particulier, PAP) anfallen. Kürzer, schneller, einfacher soll der Planungsprozess daher in Zukunft sein und eine Reform der Gesetzesgrundlage steht an.

Dabei ist das momentan geltende Gesetz erst vor knapp sechs Jahren erneuert worden. Der Staatsrat hatte bereits damals gefordert, ein rundweg neues Gesetz zu erlassen und die drei geltenden Gesetze zur Landesplanung in einem einzelnen Text zu bündeln. mehr lesen / lire plus

GEFÄNGNIS: Menschenrechtskontrolleur

Luxemburgs Ombudsmann Marc Fischbach hat ab sofort ein zweites Amt: Er kontrolliert die staatlichen Zwangseinrichtungen. Werden die Rechte von Gefängnisinsassen jetzt besser durchgesetzt?

Sich Klagen anzuhören ist sein Job. Künftig wird Marc Fischbach davon noch mehr abbekommen: In seinem neuen Amt, das formal getrennt von dem des Ombudsmanns bleibt, soll er regelmäßig die Einhaltung der Menschenrechte in Gefängnissen, den Jugendstrafanstalten, dem Abschiebegefängnis auf Findel, sowie in den psychiatrischen Einrichtungen und den Polizeikommissariaten überprüfen und so als „externer Kontrolleur“ über die Rechte von Menschen in Zwangseinrichtungen wachen. Fischbach, ehemals Richter am EU-Gerichtshof für Menschenrechte, übt seit 2004 das Amt des Ombudsmannes aus. mehr lesen / lire plus

NEWS: Perspectives flexibles

Par le biais d’une conférence de presse, la société Agora – en charge de la construction des édifices privés du nouveau quartier de Belval – relativise les impacts de la crise sur le site.

En écoutant les propos enthousiastes de Vincent Delwiche, le « general manager » d’Agora, on pourrait carrément oublier la crise financière, le fiasco de la tripartite et même tous les problèmes qu’a connus cette société avec quelques investisseurs ces dernières années. Selon lui, Belval reste le pays de Cocagne, où dans quelques années le lait et le miel couleront à flots.

En effet, point de vue bonnes nouvelles, il y a des informations vraiment alléchantes, comme l’étude de cabinet Property Partners qui concède à Belval la plus forte « take up by district » de surfaces de bureaux pour l’année 2009. mehr lesen / lire plus

Alternative Anlaufstelle für Missbrauchsopfer

Am Mittwoch hat sich in Luxemburg ein neu gegründeter Verein vorgestellt: die unabhängige Anlaufstelle von Missbrauchsopfern der Katholischen Kirche „Association de défense des intérêts des victimes dabus sexuels et/ou physiques de la part de l‘Eglise catholique“ vorgestellt. Der Verein geht zurück auf eine Initiative des 52jährigen Romain Heusburg und etwa einem Dutzend Betroffener. Heusburg selbst ist nach eigenen Worten viele Jahre in verschiedenen Heimen Luxemburgs missbraucht worden. Der Präsident des Vereins übte deutliche Kritik an der von der katholischen Kirche eingerichteten Stelle. So monierte er etwa die langen Wartezeiten bei der Hotline.
Als Betroffener, der lange geschwiegen habe, wolle er mit allen Kräften versuchen die Taten aufzudecken und den Opfern Gehör verschaffen. mehr lesen / lire plus

Deuxième round

Après avoir déposé cette semaine les 9.46 signatures réclamant la tenue d’un référendum local sur la privatisation des réseaux d’énergie (voir woxx 1055), auprès du bourgmestre de la capitale Paul Helminger (DP), les syndicats et délégations du personnel de la ville ont reçu une douche froide. Car la ville fait savoir que d’après le décompte des signatures, effectué par ses services, le quorum d’un cinquième des citoyens, soit 6.185, n’aurait pas été atteint. Seules 5.351 signatures seraient valables. La réponse des instigateurs de l’initiative référendaire ne s’est pas fait attendre. Ils soulignent que toutes les signatures récoltées sont authentiques et qu’ils étaient conscients que 1.981 signatures émanaient de citoyen-ne-s étranger-ères non encore inscrit-e-s sur les listes électorales. mehr lesen / lire plus

„Tragikkomödie“ und „Tinitus“

Bisweilen schleichen sich gewissermaßen durch die Hintertür Rechtschreibfehler ein. Die woxx bemüht sich zwar darum, jeden umfangreicheren Text mehreren Korrekturen zu unterziehen, doch hin und wieder passiert es dann doch: grobe Rechtschreibfehler, manchmal sogar im Titel, die der woxx-Redaktion erst freitags bei ihrer Heftkritik ins Auge springen. Die JournalistInnen raufen sich dann die Haare und versuchen zu rekonstruieren, wie so etwas passieren konnte. Mal fällt die Schuld zurück auf die KorrektorInnen, die schon mal Texte „verschlimmbessern“, bisweilen auf die AutorInnen selbst, sowie letzte Woche im Falle der „Tragikkomödie“, die natürlich eine „Tragikomödie“ ist. Nicht weiter tragisch, aber doch ärgerlich. Um Fehler dieser Art zu vermeiden, waren wir in dieser woxx-Ausgabe besonders wachsam. mehr lesen / lire plus

POLITIQUE CULTURELLE: Les enfants-loups

En créant le « Kulturpass », le Luxembourg a enfin compris que les sphères culturelles et sociales n’étaient pas séparables.

Un premier pas vers
une meilleure prise en compte des réalités
socio-culturelles vient d’être franchi.

Ce fut une des grandes avancées que promettait la ministre de la culture Octavie Modert après les dernières élections : la création d’un « Kulturpass », une sorte de carte d’accès aux musées, aux théâtres et autres institutions culturelles subventionnées au profit de personnes qui de par leur budget devraient considérer la culture comme un luxe qu’ils ne peuvent pas se permettre. Or, l’accès à la culture est tout sauf un luxe – c’est un droit fondamental. mehr lesen / lire plus

MENSCHENRECHTE: Ist Universalismus allgemein gültig?

Die Kulturwissenschaftlerin Imke Leicht setzt sich mit der Frage auseinander: Muss es universelle, für die gesamte Menschheit geltende Normen geben oder sind jeweils spezifische Kulturen die einzige Legitimationsquelle für rechtliche und moralische Prinzipien?

Das Kopftuch: Repressionsinstrument, schützenswertes Kulturgut oder Ausdruck von Individualität?

Es hätte wohl kaum des Minarettverbots in der Schweiz, der Verschleierungsdebatte in Frankreich oder des Anschlags auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard gebraucht, um zu bestätigen: Multikulti steckt in der Krise. Einst von Linken gehätschelt und von Rechten zum Feindbild erkoren, sind die Koordinaten des Konzepts vom gleichberechtigten Zusammenleben verschiedener Kulturkreise in Europa gehörig durcheinander gekommen. Begriffe wie Respekt und Toleranz haben scheinbar ihre Bedeutung verloren. mehr lesen / lire plus