AUSSENPOLITIK: Endstation Luxemburg

Ein arabischer Nachrichtensender machte die Absicht Luxemburgs publik, demnächst einen Guantanamo-Häftling aufzunehmen. Die Meinungen dazu gehen hierzulande deutlich auseinander.

Am Montag letzter Woche besuchte eine Luxemburger Delegation das amerikanische Gefangenenlager Guantanamo und erklärte die Bereitschaft der Regierung, mindestens einen der Häftlinge aufzunehmen. Allerdings erfuhr man in Luxemburg von dieser Absicht erst durch die Berichterstattung des arabischsprachigen Fernsehsenders Al Arabiya. Letzten Donnerstag schließlich bestätigte Außenminister Jean Asselborn den Aufenthalt in dem Militärgefängnis auf Kuba und erklärte, dass Luxemburg schon seit längerem mit den USA Gespräche über eine eventuelle Aufnahme früherer Guantanamo-Häftlinge führe. Eine endgültige Entscheidung werde aber voraussichtlich erst in ein paar Wochen fallen. mehr lesen / lire plus

TRIPARTITE: L’index dans l’engrenage

Les riches, tout comme les auto-mobilistes, profitent de l’index. A priori, rien de plus normal. Mais en temps de crise, cela se discute.

Ecovoiture, campagne électorale 2009. Le CSV semble prêt pour la neutralisation des produits pétroliers dans l’index.

Faut-il toucher à l’index ? Lors des négociations tripartites de l’automne, cette question sera au centre des débats, avec des prises de position diamétralement opposées des deux Jean-Claude, Juncker et Reding. L’éventail des opinions est large – les Verts plaident pour un « index écologique », le patronat voudrait l’abolir tout simplement – mais les opinions sont souvent exprimées de manière polémique et superficielle. Si nous n’avons pas la prétention de traiter de manière exhaustive ce vaste sujet, nous tenterons au moins d’aller au fond des choses. mehr lesen / lire plus

ABTREIBUNG: Von lebenslänglich zur Fristenregelung

Die zweihundertjährige Geschichte der Abtreibungsgesetzgebung in Luxemburg ist die einer ideologischen Konfrontation. Religiöse, demographische und soziale Argumente verdecken das Selbstbestimmungsrecht der Frau.

Venant Hildgen von der Arbeiterpartei, der sich 1933 als erster für eine gesetzliche Fristenlösung einsetzt.

„Quiconque sera convaincu d’avoir par breuvage, par violence ou par tout autre moyen, procuré l’avortement d’une femme enceinte, sera puni de vingt années de fers. » so heißt es im « Code des délits et des peines“ vom 3. Brumaire des Jahres 4 (1795). Das erste revolutionäre Strafgesetzbuch von 1791 dagegen hatte die Abtreibung noch nicht in die Liste der strafbaren Handlungen aufgenommen. Auch im 1795 von den französischen Revolutionären besetzten Luxemburg gelten die neuen Bestimmungen nur wenige Jahre. mehr lesen / lire plus

ELECTRO-POP: De l’or en barre

Alors que quasiment toutes les salles ont fermé leurs portes pour la trêve estivale, l’Atelier propose encore une programmation des plus musclées. Après être venu deux fois au Luxembourg, le duo Goldfrapp revient hanter le dancefloor luxembourgeois avec son mélange de pop et d’electro.

Alison Goldfrapp, chanteuse du duo qui porte son nom et qui revient pour la troisième fois au Luxembourg.

Aaaah, le début des années 90 et son renouveau du rock rageur et ses chemises à carreaux ayant trouvé en deux temps trois mouvements une nouvelle icône en la personne d’un américain moyen, Kurt Cobain. Après la naissance d’un concept marketing imparable nommé « Grunge », la deuxième partie de la décennie a fait revivre les joies de la musique électronique et des raves avec une nouvelle scène menée par les Chemical Brothers et autres Prodigy. mehr lesen / lire plus

RICHARD EYRE: The Other Man

Richard Eyres („Notes on a Scandal“, „Iris“) Verfilmung von Bernhard Schlinks Kurzgeschichte „Der Andere“ will gleichzeitig Beziehungsdrama und Thriller sein, kann aber trotz Starbesetzung nicht ganz überzeugen.

Liebhaber und Ehemann begegnen sich auf dem Schachbrett. Antonio Banderas und Liam Neeson.

Die erfolgreiche Schuhdesignerin Lisa (Laura Linney) ist weg. Ihr Ehemann Peter (Liam Neeson), ein britischer Software-Designer und ihre Tochter Abigail (Romola Garai) sind gefangen zwischen dem Bedürfnis weiter zu leben und der unbefriedigten Suche nach Antworten. Eines Abends entdeckt Peter auf dem Handy seiner Frau eine eindeutige Nachricht von einem anderen Mann. Die Frau, die er seit 25 Jahren liebt, und die er zu kennen glaubt, scheint ihn betrogen zu haben. mehr lesen / lire plus

INSTALLATION: Das Schaf in der Sackgasse

Was hat ein ausgestopftes Schaf auf Rollen und mit einer goldenen Krone auf dem Kopf in einer Ausstellung von Kunstobjekten verloren? Sein Leben hat es verloren. Und seine übergeordnete Stellung als Leitschaf ist auf die Person übergegangen, die es in seinen jetzigen leblosen Zustand versetzt hat. Ein Versuch unsere Gesellschaft darzulegen, die aus hierarchischen Strukturen, Machtgewinn und Machtverlust besteht.

So etwa erklärt der Berliner Künstler Martin Werthmann die Objekte seiner Kunstausstellung „Scenery“, die derzeit in der Galerie Lucien Schweitzer zu sehen ist. 1982 in Gießen geboren, absolvierte Werthmann eine Ausbildung zum Industriemechaniker, bevor er sich dem Studium der freien Kunst an der Akademie für bildende Künste in Hamburg zuwandte. mehr lesen / lire plus

PRIX DE L’EAU: Communisme sélectif

Le gouvernement n’apprécie guère l’idée d’un prix identique de l’eau dans toutes les communes. Mais ce qu’il refuse aux ménages, il pourrait l’accorder aux exploitations agricoles.

La décision du Luxembourg de s’abstenir lors du vote à l’Onu reconnaissant l’accès à l’eau comme un droit universel est regrettable, mais non dépourvue de logique. En effet, notre pays, comme l’ensemble des membres de l’UE, a adopté une politique de gestion de l’eau qui la considère plutôt comme une marchandise que comme un bien public. Cette orientation européenne a une fois de plus montré son incohérence lors du débat récent sur le régime de faveur dont doivent bénéficier les agriculteurs luxembourgeois. mehr lesen / lire plus

Radfahren mit Hindernissen

Sie ist in aller Munde, die „mobilité douce“. Doch ganz ohne besondere Infrastrukturen kommt das Zufußgehen, das Radfahren oder das Skaten nicht aus. Wie schlechte Radwege einem den Spaß vermiesen können, musste unlängst der CSV-Abgeordnete Marcel Oberweis feststellen: Der Radweg PC3 zwischen Echternach und Vianden weist an verschiedenen Stellen Mängel auf und zwingt die RadtouristInnen stellenweise zum Ausweichen auf die normale Fahrbahn. In einer parlamentarischen Anfrage an den Minister für Infrastrukturen und die Ministerin für Tourismus (beide ebenfalls CSV) will er jetzt erfahren, ob zumindest in Sachen PC3 Remedur geschaffen wird. Doch die Probleme bei den „pistes cyclables“ sind nicht neu. mehr lesen / lire plus

UE : Que les banquiers régulent les banquiers !

Un des principes qui gouvernent nos mécanismes démocratiques est celui qu’on ne peut pas être à la fois juge et partie. Cela ne vaut pas pour tout le monde, comme le montre la mise en place récente au niveau européen d’un « Group of Experts in Bank Issues » (Gebi). Ce groupe, qui doit conseiller la Commission européenne en matière de réglementation bancaire, est composé presque exclusivement de banquiers. Dans une question parlementaire, François Bausch, pourtant réputé « pro-banques », s’inquiète de ce « lobbying inégal ». La réponse du premier ministre renvoie à l’expérience des consultations de la Commission, ouvertes au public : seuls les professionnels financiers « disposent des connaissances et de l‘expertise nécessaires pour répondre aux questions souvent complexes et techniques ». mehr lesen / lire plus

Die Gefahr ist nuklear

Die seit Wochen andauernden Waldbrände in Russland haben bereits zahlreiche Todesopfer gefordert. Doch nicht nur das. Am Mittwoch bestätigte die Waldschutzbehörde, dass das Feuer bereits bis in diejenigen Gebiete eingedrungen ist, die noch von der nuklearen Katastrophe 1986 in Tschernobyl kontanimiert sind. Experten zufolge besteht die Gefahr, dass durch die Brände radioaktive Partikel aufsteigen und durch Wind und Wasser in kilometerweit entfernte Gebiete sowie in die Nahrungskette transportiert werden könnten. Auch befinden sich einige russische Atomanlagen in der Gefahrenzone. Die dortigen Berhörden erklärten allerdings, dass bislang noch keine überhöhten Strahlenwerte gemessen wurden. Dennoch ist das Risiko nicht zu unterschätzen. Die Bundestagsfraktion der Grünen warnte: „Die Brände zeigen erneut, dass die Verantwortlichen auf Notfälle mit Radioaktivität nicht richtig vorbereitet sind und die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen wird. mehr lesen / lire plus

INTERVIEW: To do is to be

Die Forschungseinheit IPSE (Identités, Politiques, Sociétés, Espaces) beschreitet mit der im Juli erschienenen Publikation „Doing Identity in Luxemburg“ das wissenschaftlich fast unüberschaubare Feld der Identitätskonstruktion. Projektleiter Christian Schulz und Koordinatorin Rachel Reckinger gaben der woxx nähere Einblicke in die Ergebnisse ihrer Forschung.

Ein Name, viele Gesichter? die Forschungseinheit IPSE der Universität Luxemburg setzt auf Interdisziplinarität um die luxemburgische Gesellschaft zu erforschen.

woxx: Wie kam es zu der Idee des Identitäts-Projektes?

Christian Schulz: Primärer Anlass war die Beobachtung, dass die Identitäts-Debatte in den Medien und der breiten Öffentlichkeit in Luxemburg meistens im Singular statt im Plural geführt wird. Der sich ergebende Diskurs ist mitunter sehr eindimensional oder sogar verfälscht. mehr lesen / lire plus

REZENSION: Identität als Paradigma

„Subjektive Aneignungen – institutionelle Zuschreibungen – sozio-kulturelle Milieus“ lautet der Untertitel des in der Reihe „Kultur und soziale Praxis“ erschienen Bandes „Doing Identity“, das ausdrücklich nicht „die“ luxemburgische Identität beschreiben will.

„Wer ?Identität` sagen kann, darf immer mitreden.“ Mit diesen Worten wandte sich in den 90er Jahren der Soziologe Detlev Claussen polemisch gegen den zunehmenden Trend zur Priviliegierung der Identitätsthematik in Wissenschaft und Öffentlichkeit. Mit der Rede von der Identität, von der niemand so genau sagen kann, was sie ist, und mit der trotzdem jeder diffuse Emotionen verbindet, werde „ein Schleier vor die individuelle Erfahrung wie die gesellschaftliche Realität“ gezogen. Dass mit „Doing Identity in Luxemburg“ nun eine weitere Publikation zur Identitätsproblematik im Großherzogtum erschienen ist, mutet vor diesem Hintergrund als ein etwas zwiespältiges Verdienst an. mehr lesen / lire plus

ITALIEN: Ein Postfaschist will die Zukunft gestalten

Die italienische Regierungskrise ist vertagt. Ministerpräsident Silvio Berlusconi bereitet sich auf vorgezogene Neuwahlen im Herbst vor, während die Oppositionsparteien die Möglichkeiten ausloten, sich zu einer „Übergangsregierung? zusammenzuschließen.

Seine neofaschistische Vergangenheit gerät immer mehr in Vergessenheit: Parlamentspräsident Gianfranco Fini.

Die erste Machtprobe im Parlament hat die Regierung von Silvio Berlusconi vergangene Woche bestanden. In der letzten Parlamentssitzung vor der Sommerpause gelang es ihr, die Abwahl des unter Korruptionsverdacht stehenden Justizstaatssekretärs Giacomo Caliendo zu verhindern. Der Misstrauensantrag der Opposition gegen Caliendo scheiterte allerdings nur deshalb, weil sich die neu konstituierte Fraktion „Zukunft und Freiheit? des jüngst aus Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) ausgeschlossenen Gianfranco Fini bei der Abstimmung enthielt. mehr lesen / lire plus