US-PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN: „Whaddaya gonna do?“

Die republikanischen Kandidaten machen in den Vorwahldebatten wenig Hoffnung auf eine Kursänderung in der Klimapolitik. Aber auch wenn Obama wiedergewählt wird, sind die Aussichten alles andere als rosig.

Schluss mit Obamas Entschuldigungen für vergangene US-amerikanische Fehltritte: Mitt Romney möchte das nationale Selbstbewusstsein wieder stärken. Eine klare Position zum Klimawandel brächte ihn dabei in Verlegenheit.

Es gibt gute Nachrichten für’s kommende Jahr: Der nächste US-Präsident wird nicht Herman Cain heißen. Der ehemalige Firmenchef der Restaurantkette „Godfather’s Pizza“, der eine einheitliche Einkommens-, Unternehmens- und Umsatzsteuer von neun Prozent einführen wollte, hat Anfang Dezember das Handtuch geworfen. Auch der texanische Gouverneur Rick Perry wird die „Primaries“ kaum mehr für sich entscheiden können, nachdem er sich vor laufenden Kameras nicht mehr daran erinnern konnte, welche die dritte Regierungsbehörde war, die er als Präsident abschaffen wollte („Oops“). mehr lesen / lire plus

EUROKRISE: Auch Mister Euro kennt Europas Grenzen

Jean-Claude Juncker ist ein beliebter Interviewpartner bei ARD und ZDF. Dort schlägt der Chef der Eurogruppe europäischere Töne an als manch anderer Regierungschef. Doch dies entspricht nicht immer der Politik, die der Premierminister in EU-Gremien vertritt. Auf der europäischen Tribüne bahnt sich für die Luxemburger Polit-Nummer Eins der Abschied an.

Die Kommission an der Spitze einer europäischen Wirtschaftsregierung?
Jean-Claude Juncker hat seine Zweifel: „Brüssel hat der Chamber nichts zu sagen.“

Ob im Interview im Heute-Journal oder in der Debatte mit Europa-Parlamentariern: Jean-Claude Juncker ist der etwas „andere“ EU-Politiker. Das liegt nicht nur an seiner unkonventionellen und zuweilen schnoddrigen Ausdrucksweise, die sich vom gestelzten und geglätteten Politikersprech manch anderer Regierungschefs abhebt. mehr lesen / lire plus

TUNISIE ET RÉVOLUTION: La lutte continue

Il y a un peu plus d’un an, le 17 décembre 2011, un jeune vendeur de légumes ambulant tunisien, Mohamed Bouazizi, s’immola à Sidi Bouzid. Malgré lui, le jeune homme donna le coup de départ des révolutions arabes. Mais la transition démocratique tunisienne n’est pas totalement achevée. Pour en discuter, le woxx a participé à une rencontre avec des journalistes tunisiens.

Les visages du nouveau pouvoir tunisien. Le président de la République Moncef Marzouki (à gauche) et son « allié », Rached Ghannouchi, secrétaire général d’Ennahda.

Tiens ? Viennent-ils de Kabul ? La question est légitime, car ces hommes aux barbes hirsutes et ces femmes recouvertes de la tête aux pieds détonnent dans le hall de l’aéroport de Carthage en Tunisie. mehr lesen / lire plus

PORTRAIT: La longue marche

Roger Hamen, l’ancien chef du centre de ressources de la Rockhal, a pris sa retraite cette année. Celui que beaucoup estiment être à l’origine même de l’institutionnalisation du rock luxembourgeois s’est ouvert au woxx pour une soirée.

Celui qui marie rock’n’roll et bureaucratie: Roger Hamen.

Peu importe où l’on fixe un rendez-vous avec Roger Hamen, une chose est sûre : qu’il vous racontera une, voire plusieurs anecdotes sur le lieu où vous vous retrouvez. C’est à cela qu’on reconnaît quelqu’un dont la vie a été tellement plus que le train-train du métro-boulot-dodo, quand chaque lieu visité correspond à une mémoire précise et reflète en même temps autant l’histoire du sujet que celle de son entourage. mehr lesen / lire plus

PHOTOGRAPHIE: Corp-oralité

Qui aurait pensé qu’il était encore possible de faire parler le corps humain en art, de façon originale, cela s’entend ? En tout cas, celles et ceux qui, blasé-e-s, diraient qu’ils ont tout vu de cette perspective feraient mieux de faire un tour à la galerie Covart, qui expose en ce moment les photographies du jeune Bagrad Badalian. D’origine arménienne, un pays qu’il a pourtant quitté à l’âge de neuf ans, il s’est vite orienté vers l’art, ce qui, avec deux parents peintres, ne devrait guère étonner. Ce dernier détail est important si on veut contempler ses photographies sous le bon angle. mehr lesen / lire plus

VOKALENSEMBLE: A capella der Krise

In schwarzem Frack, mit gescheiteltem Haar und viel Schmalz in der Stimme, gelingt es den „Berlin Comedian Harmonists“ noch heute an den Erfolg ihrer Vorgänger anzuknüpfen. Und das obwohl das Repertoire größtenteils aus schnulzigen Schlagern besteht.

Das beste Krisenprodukt seit über 80 Jahren: Die „Berlin Comedian Harmonists“.

Schon vor rund achtzig Jahren sorgten die „Comedian Harmonists“ mit Liedern voller spießbürgerlicher Sorglosigkeit vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise mit ihrer Massenarbeitslosigkeit und der Verelendung breiter Schichten für gute Laune. Mit Pomade im Haar und viel Schmalz in der Stimme, rhythmisch präzise und mit parodistischem Witz unterlegt, besangen sie den Lenz, den kleinen grünen Cactus, Wochenend und Sonnenschein oder stimmten das bekannte „Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn“ an. mehr lesen / lire plus

KLASSIK: Orgelpunkte

Kein Neujahrskonzert, dafür aber eine Hommage an ein außergewöhnliches Instrument: Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern wird am 9. Januar vor allem der Orgel huldigen.

Spielen Liszt und Jongen: Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern.

Erstmalig wird die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Martin Haselböck am Montag, dem 9. Januar in der Philharmonie mit Orgel zu erleben sein. Der 1976 im Saarland geborene Konzertorganist Christian Schmitt, der sowohl in Deutschland, als auch in Boston studierte war bereits bei über zehn nationalen und internationalen Orgel- und Musikwettbewerben erfolgreich. Christian Schmitt gibt nicht nur regelmäßig Konzerte in Kirchen und Konzertsälen auf der ganzen Welt, sondern ebenfalls Soloauftritte im Wiener Musikverein und dem Berliner Konzerthaus, nebst Auftritten mit Ensembles wie den Rundfunksinfonieorchestern des RBB, SWR, SR und NDR. mehr lesen / lire plus

EUROPA: Die Nation ist der Freiheit Feind

Er war der Vordenker der europäischen Einheit: der italienische Intellektuelle und einstige Kommunist Altiero Spinelli. Mit der politisch-ökonomischen Realität der EU haben seine Ideen, die aus einer radikal antinationalen Perspektive resultierten, indes nicht viel gemein.

Denker der europäischen Einheit: Altiero Spinelli.

Der Beschluss der europäischen Staats- und Regierungschefs auf dem Brüsseler Gipfeltreffen Anfang Dezember, zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise einen neuen zwischenstaatlichen Vertrag über eine strengere europäische Haushaltsaufsicht abzuschließen, hätte Altiero Spinelli nicht überzeugt: „Die europäischen Angelegenheiten, die doch nur noch gemeinsam, mittels gemeinsamer Gesetze und einer gemeinsamen Regierung geregelt werden können, bleiben trotz aller europäischen ?Verträge` in den Händen der Nationalstaaten. mehr lesen / lire plus

MARTIN SCORSESE: Grüße von Jules Verne

Mal was Neues: „Hugo“ ist ein Kinderfilm von Martin Scorsese. Leider scheitert er an einem überfrachteten Storyboard und an schleht eingesetzter 3D-Technik.

Auch Automaten müssen am Leben erhalten werden.

Die Kinoindustrie wirbt zurzeit immer häufiger mit 3D-Produktionen. Besonders „Hugo“ wird als eine brillante Umsetzung dieser Technik vermarktet. Jedoch sollte man sich nicht zu sehr davon beeinflussen lassen. Dasselbe gilt für den Namen des Regisseurs, denn dieser produziert anscheinend nicht nur düstere Meisterwerke.

Martin Scorsese wird meistens mit düsteren Filmen in Verbindung gebracht, in denen innerlich gebrochene Charaktere nach einem Gleichgewicht im Leben suchen. Beklemmende Bilder eruptiver Gewalt sind dabei keine Seltenheit, werden jedoch besonders in seinen Mafia- und Gangsterfilmen, wie etwa in „Casino“ und „The Departed“, hervorgehoben. mehr lesen / lire plus

BENNETT MILLER: Das Team der letzten Chance

„Moneyball“ ist ein schrulliger Sportfilm, der ohne Klischees und sogar fast ganz ohne Sportszenen auskommt.

Baseball ausrechnen statt zu spielen, das ganze Konzept der ungleichen Spielemacher.

Wir schreiben das Jahr 2001. Es steht schlecht um Bill Beanes (Brad Pitt) Club, den Oakland Athletics. Gerade haben sie gegen die New York Yankees verloren, und gegnerische Clubs kaufen ihm gerade seine besten Spieler weg. Das Team, das er sich für die nächste Saison zusammenstellen will, kann er nicht bezahlen, die Finanzen des Clubs sind zu mager. Doch nachdem er auf einem Besuch bei den Cleveland Indians auf den unscheinbaren Peter Brand (Jonah Hill) trifft, glaubt Beane, eine Lösung gefunden zu haben. mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Symphonie in Rost

Verfall als Marktlücke: Ein Künstler führt Touristen durch die Industriebrachen von Charleroi. Die woxx war dabei.

Ambiente für eine Safari der etwas anderen Art: Die Industriebrachen von Charleroi.

Haben Sie schon einmal auf einer Kohlehalde gepicknickt? Es ist nicht so übel, wie Sie denken. Man schlägt sich durch kniehohe Gewächse, geht an Beeren und Apfelbäumen vorbei, fast ist es schwierig, den Anblick nicht pittoresk zu finden. Dann der Aufstieg, steil und anstrengend, man muss aufs Gelände achten. Also sieht man Blumen, lila, gelb, weiß, und schwarzes Geröll, das unter dem Gras durchschimmert. Und wie Touristen so zu sagen pflegen, der Ausblick entschädigt für alle Mühe: linkerhand der Fluss, träge in seinem künstlichen Bett. mehr lesen / lire plus

KOLONIALISMUS: Einsamkeit eines Kritikers

Wo liegt das Herz der Finsternis? Nicht in Afrika, wie seit Joseph Conrad so mancher glauben mag. Mario Vargas Llosa zeigt in seinem neuen Roman, dass selbst in tiefster Dämmerung genügend Licht für schillernde Figuren bleibt.

Als Éamon de Valera Anfang Mai 1945 vom Selbstmord Adolf Hitlers erfuhr, ließ er seinen Wagen vorfahren, um den deutschen Botschafter in Dublin aufzusuchen und ihm zu kondolieren. Der Premierminister des im Zweiten Weltkrieg ?neutral‘ gebliebenen Irland sollte als der einzige Regierungschef in die Geschichte eingehen, der dem ?Protokoll‘ auf so kompromisslose Weise treu geblieben ist. De Valera, der als einer der militärischen Kommandanten am Osteraufstand von 1916 teilgenommen hatte, dürfte jedoch viel eher als durch diplomatische Gepflogenheiten von seiner Abneigung gegen Großbritannien zu dieser Beileidsbekundung motiviert worden sein. mehr lesen / lire plus

HISTOIRE NATIONALE: La riposte des Anciens

Un cadeau de Noël empoisonné : le beau livre de l’historien Emile Haag offre une vue conservatrice non seulement du Luxembourg, mais également de l’historiographie en soi.

Sympathique et bon vivant ? Ici en compagnie du chancelier allemand, Konrad Adenauer, le politicien conservateur Joseph Bech fut l’instigateur du projet anti-démocratique de la « loi muselière ».

« The history of the world is but the biography of great men ». Emile Haag, ancien enseignant d’histoire et directeur de l’Athénée a suivi à la lettre la citation de Thomas Carlyle qui précède les 46 chapitres de son livre expliquant l’existence actuelle du grand-duché par l’engagement de grands hommes. mehr lesen / lire plus

LÄNDERGESCHICHTE: Raum statt Nation

Ein kurzes Buch zur langen Geschichte: Michel Pauly wählt mit seiner kürzlich erschienene „Geschichte Luxemburgs“ einen metanationalen Ansatz, der das Luxemburger nation building im Rah-men der Großregion darstellen will.

Wie schreibt man eine Ländergeschichte? Was Luxemburg betrifft, haben sich seit Ende des Krieges mit dieser Frage noch nicht allzu viele Luxemburger AutorInnen auseinandergesetzt. Zwar gibt es bereits eine Handvoll solch epochenübergreifender Darstellungen, von einem ausländischen Verlag mit einer solchen Aufgabe betraut wurden aber nur wenige Historiker: Gilbert Trauschs „Histoire du Luxembourg“ erschien 1992 erstmals bei Hatier die Veröffentlichung gleichen Namens von Jean-Marie Kreins 1996 in der „Que sais-je“-Reihe von P.U.F.

Im deutschsprachigen Raum scheint bis vor kurzem überhaupt kein Verlag einen Bedarf für ein solches Vorhaben gesehen zu haben. mehr lesen / lire plus

HISTORIOGRAPHIE: Geschichte(n) erzählen

Die historische Darstellung eines Landes ist der Spiegel der Gesellschaft, in der sie produziert wird. Ein Blick auf die zeitgenössische Geschichtsdarstellung.

Während für den älteren Autor Arthur Herchen die mittelalterliche Geschichte im Vordergrund steht, decken bei Gilbert Trausch und Emile Haag das 19. und 20. Jh. über die Hälfte der Darstellung ab. Bei Jean-Marie Kreins und Michel Pauly deutet sich ein stärkeres Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Epochen an.

Laut Klappentext ist die „Geschichte Luxemburgs“ von Michel Pauly (siehe nebenstehende Kritik) ein „Überblick über die Entwicklung Luxemburgs von den frühesten Anfängen bis zur Gegenwart“. Diese epochenübergreifende Darstellung ist nicht selbstverständlich, wie ein Blick auf andere Bände aus derselben Reihe zeigt. mehr lesen / lire plus