BENNETT MILLER: Das Team der letzten Chance

„Moneyball“ ist ein schrulliger Sportfilm, der ohne Klischees und sogar fast ganz ohne Sportszenen auskommt.

Baseball ausrechnen statt zu spielen, das ganze Konzept der ungleichen Spielemacher.

Wir schreiben das Jahr 2001. Es steht schlecht um Bill Beanes (Brad Pitt) Club, den Oakland Athletics. Gerade haben sie gegen die New York Yankees verloren, und gegnerische Clubs kaufen ihm gerade seine besten Spieler weg. Das Team, das er sich für die nächste Saison zusammenstellen will, kann er nicht bezahlen, die Finanzen des Clubs sind zu mager. Doch nachdem er auf einem Besuch bei den Cleveland Indians auf den unscheinbaren Peter Brand (Jonah Hill) trifft, glaubt Beane, eine Lösung gefunden zu haben. mehr lesen / lire plus

PRISON: Le dernier rapport

En compagnie de l’Ombudsmann Marc Fischbach, le ministre de la justice François Biltgen a présenté la réforme du système pénitentier luxembourgeois – critiqué par la Ligue des droits de l’Homme.

Ce fut une conférence de presse titanesque, « la plus longue de toute ma carrière », a confié François Biltgen vers la fin, et surtout une conférence où chaque mot était bien soupesé et pendant laquelle la phrase « Cela me tient particulièrement à coeur » est revenue souvent dans la bouche du ministre. Et il y avait de quoi, car le projet de loi portant réforme de l’exécution des peines était attendu depuis bien longtemps, car le système carcéral luxembourgeois n’est tout simplement pas à la hauteur, ni des ambitions du gouvernement, ni même dans la perspective des droits de l’Homme. mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Symphonie in Rost

Verfall als Marktlücke: Ein Künstler führt Touristen durch die Industriebrachen von Charleroi. Die woxx war dabei.

Ambiente für eine Safari der etwas anderen Art: Die Industriebrachen von Charleroi.

Haben Sie schon einmal auf einer Kohlehalde gepicknickt? Es ist nicht so übel, wie Sie denken. Man schlägt sich durch kniehohe Gewächse, geht an Beeren und Apfelbäumen vorbei, fast ist es schwierig, den Anblick nicht pittoresk zu finden. Dann der Aufstieg, steil und anstrengend, man muss aufs Gelände achten. Also sieht man Blumen, lila, gelb, weiß, und schwarzes Geröll, das unter dem Gras durchschimmert. Und wie Touristen so zu sagen pflegen, der Ausblick entschädigt für alle Mühe: linkerhand der Fluss, träge in seinem künstlichen Bett. mehr lesen / lire plus

KOLONIALISMUS: Einsamkeit eines Kritikers

Wo liegt das Herz der Finsternis? Nicht in Afrika, wie seit Joseph Conrad so mancher glauben mag. Mario Vargas Llosa zeigt in seinem neuen Roman, dass selbst in tiefster Dämmerung genügend Licht für schillernde Figuren bleibt.

Als Éamon de Valera Anfang Mai 1945 vom Selbstmord Adolf Hitlers erfuhr, ließ er seinen Wagen vorfahren, um den deutschen Botschafter in Dublin aufzusuchen und ihm zu kondolieren. Der Premierminister des im Zweiten Weltkrieg ?neutral‘ gebliebenen Irland sollte als der einzige Regierungschef in die Geschichte eingehen, der dem ?Protokoll‘ auf so kompromisslose Weise treu geblieben ist. De Valera, der als einer der militärischen Kommandanten am Osteraufstand von 1916 teilgenommen hatte, dürfte jedoch viel eher als durch diplomatische Gepflogenheiten von seiner Abneigung gegen Großbritannien zu dieser Beileidsbekundung motiviert worden sein. mehr lesen / lire plus

HISTOIRE NATIONALE: La riposte des Anciens

Un cadeau de Noël empoisonné : le beau livre de l’historien Emile Haag offre une vue conservatrice non seulement du Luxembourg, mais également de l’historiographie en soi.

Sympathique et bon vivant ? Ici en compagnie du chancelier allemand, Konrad Adenauer, le politicien conservateur Joseph Bech fut l’instigateur du projet anti-démocratique de la « loi muselière ».

« The history of the world is but the biography of great men ». Emile Haag, ancien enseignant d’histoire et directeur de l’Athénée a suivi à la lettre la citation de Thomas Carlyle qui précède les 46 chapitres de son livre expliquant l’existence actuelle du grand-duché par l’engagement de grands hommes. mehr lesen / lire plus

LÄNDERGESCHICHTE: Raum statt Nation

Ein kurzes Buch zur langen Geschichte: Michel Pauly wählt mit seiner kürzlich erschienene „Geschichte Luxemburgs“ einen metanationalen Ansatz, der das Luxemburger nation building im Rah-men der Großregion darstellen will.

Wie schreibt man eine Ländergeschichte? Was Luxemburg betrifft, haben sich seit Ende des Krieges mit dieser Frage noch nicht allzu viele Luxemburger AutorInnen auseinandergesetzt. Zwar gibt es bereits eine Handvoll solch epochenübergreifender Darstellungen, von einem ausländischen Verlag mit einer solchen Aufgabe betraut wurden aber nur wenige Historiker: Gilbert Trauschs „Histoire du Luxembourg“ erschien 1992 erstmals bei Hatier die Veröffentlichung gleichen Namens von Jean-Marie Kreins 1996 in der „Que sais-je“-Reihe von P.U.F.

Im deutschsprachigen Raum scheint bis vor kurzem überhaupt kein Verlag einen Bedarf für ein solches Vorhaben gesehen zu haben. mehr lesen / lire plus

HISTORIOGRAPHIE: Geschichte(n) erzählen

Die historische Darstellung eines Landes ist der Spiegel der Gesellschaft, in der sie produziert wird. Ein Blick auf die zeitgenössische Geschichtsdarstellung.

Während für den älteren Autor Arthur Herchen die mittelalterliche Geschichte im Vordergrund steht, decken bei Gilbert Trausch und Emile Haag das 19. und 20. Jh. über die Hälfte der Darstellung ab. Bei Jean-Marie Kreins und Michel Pauly deutet sich ein stärkeres Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Epochen an.

Laut Klappentext ist die „Geschichte Luxemburgs“ von Michel Pauly (siehe nebenstehende Kritik) ein „Überblick über die Entwicklung Luxemburgs von den frühesten Anfängen bis zur Gegenwart“. Diese epochenübergreifende Darstellung ist nicht selbstverständlich, wie ein Blick auf andere Bände aus derselben Reihe zeigt. mehr lesen / lire plus

AUSWANDERN: Wie entkommen wir der Krise?

Pandora: Auf ins Paradies?
(cat) – Auswandern bevor auch noch der letzte Rest vom kleinen finanziellen Polster endgültig der Inflation zum Opfer fällt. Bloß wohin? Die Idee vom Rückzug in eine Jurte irgendwo in den Ausläufern der verlassenen Cevennen ist seit den Diskussionen zur Förderung des dort reichlich vorhandenen Schiefergases nicht mehr wirklich eine Alternative. Neuseeland, von Erdbeben und Überschwemmungen bedroht, entspricht auch nicht mehr meinen nostalgischen Vorstellungen von einer schöneren und besseren Welt. Ach, könnte man doch schon interstellar reisen! Schockgefroren oder tiefschlafend die lange Reise überstehend, verschlüge mich diese Fahrt ins Blaue nach Pandora. Die von kolonialistischen Amerikanern befreiten Na’vi nähmen mich sicher gerne in ihrer Mitte auf. mehr lesen / lire plus

US-PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN: „Whaddaya gonna do?“

Die republikanischen Kandidaten machen in den Vorwahldebatten wenig Hoffnung auf eine Kursänderung in der Klimapolitik. Aber auch wenn Obama wiedergewählt wird, sind die Aussichten alles andere als rosig.

Schluss mit Obamas Entschuldigungen für vergangene US-amerikanische Fehltritte: Mitt Romney möchte das nationale Selbstbewusstsein wieder stärken. Eine klare Position zum Klimawandel brächte ihn dabei in Verlegenheit.

Es gibt gute Nachrichten für’s kommende Jahr: Der nächste US-Präsident wird nicht Herman Cain heißen. Der ehemalige Firmenchef der Restaurantkette „Godfather’s Pizza“, der eine einheitliche Einkommens-, Unternehmens- und Umsatzsteuer von neun Prozent einführen wollte, hat Anfang Dezember das Handtuch geworfen. Auch der texanische Gouverneur Rick Perry wird die „Primaries“ kaum mehr für sich entscheiden können, nachdem er sich vor laufenden Kameras nicht mehr daran erinnern konnte, welche die dritte Regierungsbehörde war, die er als Präsident abschaffen wollte („Oops“). mehr lesen / lire plus

IL Y A 20 ANS, LA GUERRE FROIDE: Jouer les rouges

Se plonger dans l’ambiance d’un monde bipolaire à travers un jeu de plateau… A l’époque, le socialisme avait certes une « patrie », mais être de gauche n’était pas forcément plus facile.

1956 : l’Union soviétique s’implante en Asie du Sud-Est. Les Etats-Unis devront réagir, sinon le domino vietnamien entraînera d’autres pièces dans sa chute.

1982 : des gouvernements socialistes sont au pouvoir en France, en Grèce et en Espagne. J’enlève un point d’influence américain dans chacun de ces pays. Cela me donne un peu d’air après l’élection récente du pape Jean Paul II, qui m’a fait perdre le contrôle de la Pologne. mehr lesen / lire plus

EUROKRISE: Auch Mister Euro kennt Europas Grenzen

Jean-Claude Juncker ist ein beliebter Interviewpartner bei ARD und ZDF. Dort schlägt der Chef der Eurogruppe europäischere Töne an als manch anderer Regierungschef. Doch dies entspricht nicht immer der Politik, die der Premierminister in EU-Gremien vertritt. Auf der europäischen Tribüne bahnt sich für die Luxemburger Polit-Nummer Eins der Abschied an.

Die Kommission an der Spitze einer europäischen Wirtschaftsregierung?
Jean-Claude Juncker hat seine Zweifel: „Brüssel hat der Chamber nichts zu sagen.“

Ob im Interview im Heute-Journal oder in der Debatte mit Europa-Parlamentariern: Jean-Claude Juncker ist der etwas „andere“ EU-Politiker. Das liegt nicht nur an seiner unkonventionellen und zuweilen schnoddrigen Ausdrucksweise, die sich vom gestelzten und geglätteten Politikersprech manch anderer Regierungschefs abhebt. mehr lesen / lire plus

ALTKLEIDER: Für alle Modebewussten

Die Verwertung gespendeter Altkleidung ist vielfach intransparent. In einigen Entwicklungsländern hat der Verkauf von Altkleidern aus Europa einschneidend zur Veränderung der lokalen Märkte beigetragen – längst nicht immer zu deren Segen. Auch der einzelne Konsument scheint das Gefühl für den Wert der Kleidung verloren zu haben.

Viele Textil- und Bekleidungsfabriken in den Entwicklungsländern mussten schließen, da die gespendeten Kleidungsstücke zu Preisen angeboten werden, mit denen die lokalen Industrien nicht mithalten können.

Zu bunt, zu kurz, nicht mehr modern: Den Wechsel der Jahreszeiten nehmen viele zum Anlass, ihren Kleiderschrank auszumisten. Und indem sie die abgelegten Sachen in den Kleidercontainern deponieren, tun sie noch was Gutes, oder nicht? mehr lesen / lire plus

TUNISIE ET RÉVOLUTION: La lutte continue

Il y a un peu plus d’un an, le 17 décembre 2011, un jeune vendeur de légumes ambulant tunisien, Mohamed Bouazizi, s’immola à Sidi Bouzid. Malgré lui, le jeune homme donna le coup de départ des révolutions arabes. Mais la transition démocratique tunisienne n’est pas totalement achevée. Pour en discuter, le woxx a participé à une rencontre avec des journalistes tunisiens.

Les visages du nouveau pouvoir tunisien. Le président de la République Moncef Marzouki (à gauche) et son « allié », Rached Ghannouchi, secrétaire général d’Ennahda.

Tiens ? Viennent-ils de Kabul ? La question est légitime, car ces hommes aux barbes hirsutes et ces femmes recouvertes de la tête aux pieds détonnent dans le hall de l’aéroport de Carthage en Tunisie. mehr lesen / lire plus

MODÈLE LUXEMBOURGEOIS: Tournant dangereux

Les contours des décisions gouvernementales sont comme estompés par une enveloppe de neige… Le printemps révélera la nature des pavés lancés contre le modèle social.

Suite à la non-tripartite de vendredi dernier, y a-t-il menace sur le modèle social luxembourgeois ? Pas du tout, assure le gouvernement, qui n’en a pas moins choisi de substituer une monopartite aux traditionnelles négociations à trois. Les syndicats retrouvent un ton conciliant, alors que c’est leur ultimatum qui a conduit à l’annulation de la tripartite. Le patronat enfin regrette le « rendez-vous manqué » et plaide pour la « recherche du consensus ». Visiblement, les querelleurs de la tripartite sont d’accord sur un point : le modèle luxembourgeois se porte à merveille. mehr lesen / lire plus

PORTRAIT: La longue marche

Roger Hamen, l’ancien chef du centre de ressources de la Rockhal, a pris sa retraite cette année. Celui que beaucoup estiment être à l’origine même de l’institutionnalisation du rock luxembourgeois s’est ouvert au woxx pour une soirée.

Celui qui marie rock’n’roll et bureaucratie: Roger Hamen.

Peu importe où l’on fixe un rendez-vous avec Roger Hamen, une chose est sûre : qu’il vous racontera une, voire plusieurs anecdotes sur le lieu où vous vous retrouvez. C’est à cela qu’on reconnaît quelqu’un dont la vie a été tellement plus que le train-train du métro-boulot-dodo, quand chaque lieu visité correspond à une mémoire précise et reflète en même temps autant l’histoire du sujet que celle de son entourage. mehr lesen / lire plus

BRASILIEN: Befristete Befriedung

Die Besetzung strategisch wichtiger Favelas in Rio de Janeiro durch „friedensstiftende Polizeieinheiten“ soll die Sicherheit erhöhen und die informellen Siedlungen legalisieren.

Brasilien, nicht der Irak: Polizeistreife in Rocinha, der größten Favela Rio de Janeiros.

Aus dem Haus treten zu können, ohne befürchten zu müssen, gleich eine Kugel in den Kopf zu bekommen, mag bereits eine nicht zu unterschätzende Verbesserung der Lebensqualität bedeuten. Aber kann von Frieden gesprochen werden, nur weil die regelmäßigen Schießereien aufgehört haben? Die Zahl der Mordopfer von derzeit 34 weiter auf 22 pro 100.000 Einwohner zu senken, ist ein Ziel von José Mariano Beltrame, dem Sicherheitssekretär des brasilianischen Bundesstaats Rio de Janeiro. mehr lesen / lire plus

PHOTOGRAPHIE: Corp-oralité

Qui aurait pensé qu’il était encore possible de faire parler le corps humain en art, de façon originale, cela s’entend ? En tout cas, celles et ceux qui, blasé-e-s, diraient qu’ils ont tout vu de cette perspective feraient mieux de faire un tour à la galerie Covart, qui expose en ce moment les photographies du jeune Bagrad Badalian. D’origine arménienne, un pays qu’il a pourtant quitté à l’âge de neuf ans, il s’est vite orienté vers l’art, ce qui, avec deux parents peintres, ne devrait guère étonner. Ce dernier détail est important si on veut contempler ses photographies sous le bon angle. mehr lesen / lire plus

Angewandte Kasuistik

Es klang alles so wundervoll: Die Allianz der Atheisten und Agnostiker (AHA) traf diesen Montag auf den neuen Erzbischof Hollerich und wollte dem heiligen Herrn mal klar die Meinung geigen. Herausgekommen ist aber eher das Gegenteil. Denn der Jesuit ist mit den Nichtgläubigen Schlittschuh gefahren und hat sie so ausgetrickst, dass sie es nicht einmal sofort bemerkt haben. Waren die Ansichten über die Begegnung am Anfang noch durchaus positiv – man war sich näher gekommen in Sachen Katechismus und auch eine finanzielle Trennung von Kirche und Staat wurde kurz angesprochen, dann aber zügig auf Sankt-Nimmerleinstag verschoben – so stieß Hollerich der AHA auf seiner Pressekonferenz, die er nach der Begegnung anberaumt hatte, das Messer in den Rücken. mehr lesen / lire plus

VOKALENSEMBLE: A capella der Krise

In schwarzem Frack, mit gescheiteltem Haar und viel Schmalz in der Stimme, gelingt es den „Berlin Comedian Harmonists“ noch heute an den Erfolg ihrer Vorgänger anzuknüpfen. Und das obwohl das Repertoire größtenteils aus schnulzigen Schlagern besteht.

Das beste Krisenprodukt seit über 80 Jahren: Die „Berlin Comedian Harmonists“.

Schon vor rund achtzig Jahren sorgten die „Comedian Harmonists“ mit Liedern voller spießbürgerlicher Sorglosigkeit vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise mit ihrer Massenarbeitslosigkeit und der Verelendung breiter Schichten für gute Laune. Mit Pomade im Haar und viel Schmalz in der Stimme, rhythmisch präzise und mit parodistischem Witz unterlegt, besangen sie den Lenz, den kleinen grünen Cactus, Wochenend und Sonnenschein oder stimmten das bekannte „Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn“ an. mehr lesen / lire plus

Transparence floue

En matière d’accès aux informations détenues par les administrations publiques, le Luxembourg n’est pas un très bon élève. Parmi les Etats membres de l’Union européenne, il se retrouve avant-dernier, juste devant Malte. Par ailleurs, sur initiative du Syndicat des journalistes du Luxembourg (SJL), l’une des trois associations de la profession, le Conseil de presse devrait prochainement intervenir à nouveau auprès du premier ministre en vue de l’amélioration de la loi sur la presse. Actuellement celle-ci ne garantit pas aux journalistes l’accès aux informations auprès des administrations, comme cela est le cas en Allemagne ou en Grande-Bretagne. Quant aux citoyens, ils ne sont pas mieux servis. mehr lesen / lire plus