INSTALLATION: Zeitweberei

Webstuhl und Spinnmaschine waren im 18. Jahrhundert der Startschuss für das industrielle Zeitalter in Europa. Anfangs noch betrieben mit Wasserkraft, später von der den Fortschritt noch weiter vorantreibenden Dampfmaschine, rotierten sie bereits mit enormen Geschwindigkeiten. Bis heute hat die damals begonnene Beschleunigung kaum inne gehalten und eigentlich mit jedem Schritt in die Zukunft zugenommen. Alles um den Menschen das Leben zu erleichtern, in der Hoffnung auf unbegrenztes Wachstum in einer endlichen Welt.

Zu diesen Errungenschaften gehört auch die Flechtmaschine mit der Schnüre und Litzen hergestellt werden, die später auch zu Seilen geschlagen werden können. Diese Maschinen wurden ebenfalls bereits im 18. mehr lesen / lire plus

STEVEN SPIELBERG: Pferdekram

Steven Spielbergs neuestes Epos „War Horse“ verfehlt sein Ziel wegen eines kitschüberfrachteten Drehbuchs und einem Mangel an Vertrauen in den Zuschauer.

Ich glaub mich tritt ein Pferd

Langsam schweift die Kamera über die pittoresken Hügel des englischen Devonshire und kündigt an: Wir werden jetzt großes, episches Kino sehen. Steven Spielberg lässt die Zuschauer, wie gewohnt, in ein farblich übersaturiertes Schmachtfest eintauchen, eine irreale Mischung aus künstlich-idyllischen Bildern, die von einer Ästhetik zeugen, welche durchaus an die Landschaftsbilder des Magiers von Oz erinnern, mit einer Prise von Stanley Kubricks Barry Lyndon. Des Weiteren untermalt John Williams melodramatische Musik diese visuelle Gemütssaga mit orchestralem Pomp, lässt wenig Freiraum für Fantasie. mehr lesen / lire plus

POP: Tendresse infinie

Héros des années 1990, les Tindersticks n’ont – presque – jamais cessé d’explorer les terrains noirs de la mélancolie. Ce dimanche, ils présenteront leur dernier album à la Rockhal.

Toujours là pour
vous tirer vers le bas : Tindersticks.

Honnêtement, qui n’en a pas? Empoussiéré sur les étagères basses de la collection de CD, perdu au fin fond de la caisse à cassettes que l’on n’a plus ressorti depuis des années ou simplement quelque part au fin fond de la mémoire sonore individuelle: une chanson des Tindersticks est toujours en train de résonner quelque part. Depuis 1992, et la naissance de la formation sur les cendres du groupe underground « Asphalt Ribbons », les Tindersticks sont connus pour l’élaboration de bandes-son pour la déprime parfaite. mehr lesen / lire plus

ITALIEN: Der Pressefreiheit den Saft abgedreht

Wie in Luxemburg können auch in Italien viele Zeitungen nur dank staatlicher Pressehilfe überleben. Die wurde nun jedoch ausgesetzt. Nicht nur für die linke Tageszeitung „il manifesto“ bedeutet dies wohl das Aus.

Trotz berühmter Leser ist ihr weiteres Erscheinen fraglich: Der Schauspieler Dustin Hoffmann, vertieft in die Lektüre der italienischen Tageszeitung „il manifesto“.

Eigentlich wollte das Kollektiv der linken Tageszeitung „il manifesto“ auf der Pressekonferenz Anfang Februar Stärke demonstrieren und den Kampfgeist der Leserschaft beschwören. Doch die Veranstaltung erweckte eher den Eindruck einer vorweggenommenen Gedenkfeier.

Eingerahmt von Papptafeln, auf denen die Geschichte der 1971 gegründeten kommunistischen Tageszeitung museal präsentiert wurde, erklärte das Direktorium der Zeitungsgenossenschaft, dass infolge der anhaltenden finanziellen Misere ein Verfahren zur Zwangsliquidation eingeleitet worden sei. mehr lesen / lire plus

INTERVIEW: „Wir hätten von der Krise profitieren können“

Auch die Krise bei „il manifesto“ währt schon länger. Über die Ursachen sprach die woxx mit Ida Dominijanni. Sie gehört seit 1982 dem Zeitungskollektiv an. Mit ihren politischen Kolumnen zählt sie zu den originellsten Stimmen des italienischen Journalismus. Dominijanni lehrte mehrere Jahre Sozialphilosophie an der Universität RomaTre.

woxx: „il manifesto“ erlebt die schwerste Krise seiner vierzigjährigen Geschichte. Wird die Zeitung heute nicht mehr gebraucht?

Ida Dominijanni: Es wäre ein historisches Paradox, wenn „il manifesto“ ausgerechnet jetzt zumachen müsste, da das neoliberale Gesellschaftsmodell in die Krise geraten ist und sich in Italien und auf internationaler Ebene Widerstand organisiert. Die aktuellen Diskussionen um anti-kapitalistische Gegenentwürfe verweisen zurück auf unsere Anfangsjahre: „il manifesto“ entstand als kommunistische, anti-kapitalistische Tageszeitung. mehr lesen / lire plus

DISCOVERY ZONE: « Vill a gutt »

Après des débuts chancelants, le festival cinématographique Discovery Zone remet le couvert pour toute une semaine. Entre terroir local et programmation cosmopolite, la sélection semble se bonifier d’année en année.

La société civile a également mis son grain de sable au festival, notamment l’Association des Egyptiens du Luxembourg, qui propose « Les femmes du bus 678 ».

Le moins que l’on puisse dire, c’est qu’il ne cache pas son enthousiasme. Alexis Juncosa, membre de la petite équipe de « Discoveryzone » qui a débuté cette semaine, défend bien le projet. Il faut dire que la tâche n’est pas si ardue, étant donné que le festival s’annonce vraiment prometteur. mehr lesen / lire plus

PERSÖNCHLICHE ASSISTENZ: Alternative zum Fürsorgedenken

„Nëmme Mat Eis!“ stellt das Jahr 2012 unter das Motto der „persönlichen Assistenz“, die im Gegensatz zur fremdbestimmten Behindertenhilfe mehr Selbstständigkeit ermöglicht.

Schon bei der letzten Demonstration am europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, dem 5. Mai plädierten Betroffene für mehr Rechte.

„Bei dem vom Familienministerium initiierten Arbeitsgruppen, die sich mit Themen der UN-Behindertenrechtskonvention befasst haben, wurden manche Themen, wie das Recht auf Familie, einfach ignoriert“, kritisierte Patrick Hurst, Vorsitzender der Selbstvertretungs-Organisation von Menschen mit Behinderung „Nëmme Mat Eis!“ kürzlich bei deren erster regulären Vollversammlung. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, die als Leitfaden für einen Aktionsplan zur Umsetzung der ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention dienen sollen, seien im Bereich der Bildung, der Autonomie und Inklusion vom Familienministerium stark verwässert worden, so die Kritik. mehr lesen / lire plus

SANTE: Concentration sur l’alcool

Alors qu’il tire une partie de ses profits de la vente transfrontalière d’alcool, le Luxembourg est toujours à la traîne en ce qui concerne la prévention et le traitement des maladies liées à l’alcool.

Dans la ligne de mire du « Plan National Alcool » : les excès des plus jeunes.

Décidément, Mars Di Bartolomeo n’est pas un vrai hédoniste. Du moins en tant que ministre de la santé : alors qu’il se heurte à l’opposition de ses coalitionnaires conservateurs dans le dossier de l’interdiction du tabac, il essaie du moins de démarrer son action sur l’alcool sous de meilleures auspices. Certes, interdire l’alcool tout simplement provoquerait un tollé auquel aucune carrière politique ne survivrait – et ne fonctionnerait pas, comme l’expérience américaine dans les années 1920 l’a démontrée. mehr lesen / lire plus

TRANSGENDER: Irgendwie „anders“

Während in Luxemburg die Situation von Intersexuellen von Politik und Medien noch immer ausgeblendet wird, hat der Deutsche Ethikrat vergangene Woche eine umfassende Stellungnahme vorgelegt. Ein Meilenstein mit Pilotcharakter für Luxemburg?

Entweder Frau oder Mann ? ein Dazwischen gibt es nicht. Zumindest in der Wahrnehmung der Luxemburger Regierenden. Anders kann man die Antwort vom Justizminister auf die parlamentarische Anfrage des ADR-Abgeordneten Jean Colombera nicht verstehen. „In Bezug auf die Geschlechter gibt es in Luxemburg zurzeit weder auf verfassungsrechtlicher noch auf gesetzlicher Ebene zwingenden Handlungsbedarf“, heißt es lapidar. Doch verfolge die Regierung weiterhin alle Diskussionen und Entwicklungen, die die konkrete Situation der Trans- und Intersexpersonen betreffen, vor allem auf europäischer und internationaler Ebene. mehr lesen / lire plus

INDEX, SALAIRES, RETRAITES: Pas touche !

Radical, l’OGBL ? Dans le détail, les positions sont plus nuancées qu’il n’y paraît. Mais le ton est virulent, adapté au nouveau style de « dialogue social ».

« L’indexation serait un fardeau trop lourd pour les entreprises. Presque tous les partis partagent ce point de vue. Pour nous, cela constitue un défi. » Jean-Claude Reding n’a pas froid aux yeux. Déçu par l’attitude de l’allié traditionnel socialiste comme par celle des Verts, le président de l’OGBL considère que les faits lui donnent raison : ainsi, une étude de l’Observatoire des prix montrerait que l’inflation proviendrait moins des augmentations de salaire que de la hausse des prix administrés. mehr lesen / lire plus

ÉCOLE: L’éternel combat

L’école est un enjeu philosophique et politique. Il est normal qu’il déchaîne les passions. Au-delà des questions techniques et des procès d’intention, le woxx propose de débattre des questions de fond.

Nous n’étions pas de ceux qui furent immédiatement emballés par l’idée que le woxx organise une conférence publique au sujet de l’éducation. « Encore une », pensions-nous, estimant que le sujet était usé jusqu’à la corde. Mais finalement, nous avons bien changé d’avis. Certes, plus d’une conférence a été dédiée à ce sujet. Ce qui est normal, vu le nombre de personnes impliquées. D’une certaine manière, nous le sommes tous directement ou indirectement et l’avons tous été. mehr lesen / lire plus

NATIONALSOZIALISMUS: Orgie der Zerstörung

Christian Goeschel hat den „Selbstmord im Dritten Reich“ studiert und dabei auch die unterschiedlichen Motive der Menschen in den Blick zu rücken versucht. Sein an sich spannendes Thema hat der Historiker leider nicht befriedigend umgesetzt.

Eine Untersuchung über „Selbstmord im Dritten Reich“ scheint ein etwas irritierendes Unternehmen zu sein. Zunächst fallen einem all die Menschen ein, die, verfolgt von der bestialischen Mordmaschinerie der Deutschen, weit Schlimmeres zu befürchten hatten als den Tod. Hat man diesem Gedanken die nötige Zeit gelassen, stellt sich vielleicht die Frage, warum nicht unzählige glühende Anhänger des Nationalsozialismus nach dessen militärischer Niederlage, um den Sinn ihres Lebens gekommen, sich dasselbe genommen haben. mehr lesen / lire plus

Avortement : deux pas en avant, un pas en arrière

A une semaine de la Journée internationale des femmes, la commission parlementaire de la santé a débattu du texte de compromis entre les deux partenaires de coalition relatif au projet de loi concernant l’IVG. « C’est un mélange entre la législation belge et allemande », explique Alex Bodry, président du LSAP. Les socialistes et les chrétiens-sociaux auraient donc trouvé un accord : alors que les premiers doivent accepter le principe de deux consultations obligatoires (l’une médicale, l’autre sociale), les seconds doivent accepter qu’elles se dérouleront au même moment au sein d’un hôpital ou d’une institution pratiquant l’IVG. Une mesure qui permettrait, selon les dires de Bodry, d’assurer que les consultations se déroulent dans une environnement « libre de toute ingérence idéologique ». mehr lesen / lire plus

Schwerdeutbare CSV Rauchzeichen

Als CSV-Präsident Michel Wolter am vergangenen Dienstag zusammen mit seinem Kollegen Marc Spautz, seines Zeichens CSV-Fraktionschef, die Presse einlud um über „certains points de l’actualité politique“ zu diskutieren, stellte sich schnell heraus, dass es nur darum ging, den Koalitionsstreit in Sachen absolutem Rauchverbot zu erörtern. Wolter hatte sich in den Medien gegen ein solches ausgesprochen und dem Gesundheitsminister vorgeworfen, durch die Vorlage des Gesetzesentwurfes mit dem „Brecheisen“ am Koalitionspartner vorbei zu agieren. Die Pressekonferenz ließ die anwesenden JournalistInnen allerdings etwas benebelt hinsichtlich der Frage, was die CSV eigentlich will. Auf Nachfrage dementierte Wolter, sich für den „libre choix“ der Kneipenbesitzer ausgesprochen zu haben, um dann ausführlich genau diesen Vorschlag als den seiner Partei darzulegen. mehr lesen / lire plus

Sparen in Krisenzeiten

Wie überall, so auch im Europaparlament: Wenn es darum geht, beim CO2-Ausstoß statt bei den Staatsausgaben zu sparen, ist es die Linke, die Forderungen aufstellt, und die Rechte, die bremst. Am vergangenen Dienstag hatten die Bremser erst einmal das Nachsehen: Der Berichterstatter zur Energieeffizienzdirektive Claude Turmes erreichte, dass der Industrieausschuss eine recht ambitionierte Position zur Direktive annahm. Zwar hatte die EU vor fünf Jahren beschlossen, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu verbessern, doch viele nationale Regierungen möchten dies als frommen Wunsch verstanden wissen. Der im Parlament verabschiedete Text würde sowohl diese Zielvorgabe als auch diverse Maßnahmenprogramme verbindlich machen. Außerdem wurde beschlossen, die Verhandlungen mit dem EU-Ministerrat, also den Vertretern der Mitgliedstaaten, sofort aufzunehmen, obwohl das Plenarvotum noch aussteht. mehr lesen / lire plus