NACHHALTIGKEIT: Rio-Rituale

Zu Recht hält sich das Interesse der Öffentlichkeit am Nachhaltigkeitsgipfel in Rio in Grenzen. Doch an den Problemen, die dieser Gipfel eigentlich hätte angehen müssen, wird sich die Welt nicht vorbeimogeln können – und auch Luxemburg nicht.

Vorbild für die Befreiung vom Überfluss:
Der griechische Philosoph Diogenes.

Dennis Meadows hat`s aufgegeben. Der amerikanische Forscher war 1972 berühmt geworden als Ko-Autor des Buches „The Limits to Growth“ und hatte noch vor zehn Jahren ein hoffnungsvolles „Update“ veröffentlicht (woxx 775). Mittlerweile verschwende er keine Zeit mehr damit, die Menschheit von den Grenzen des Wachstums überzeugen zu wollen, berichtet das Magazin „Scientific American“, vielmehr halte er eine „harte Landung“ für unvermeidlich: „Ich versuche zu verstehen, wie Gemeinschaften und Städte den Schock abpuffern können.“

Passend zur Rio-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (ab dem 20. mehr lesen / lire plus

PROSTITUTION: Schlecht beleumdet und abgeschoben

Um 1900 bekämpften Regierung, Justizbehörden und Polizei gemeinsam die Prostitution, ein „Übel“, das fast ausschließlich in der immigrierten Bevölkerung verortet wurde. Ab 1913 wurde Prostitution zu einem Ausweisungsgrund – waren Frauen mit Geschlechtskrankheiten infiziert, wurden sie inhaftiert. Die woxx sprach mit Heike Mauer, die zum Thema Migration und Prostitution forscht.

Prominente Frauen darunter Aline Mayrisch, deren Tante, Madame Xavier de Saint-Hubert und die Tochter des ehemaligen Staatspräsidenten Thilges, Madame Joseph Thilges haben die Unterschriftenliste der Petition
des katholischen Frauenbundes unterzeichnet.

woxx: Großstadt, Bevölkerungswachstum, industrielle Revolution, Existenznot der Arbeiter, aufkommende Konsummärkte – das alles sind Faktoren, die eine Zunahme der Prostitution im 19. mehr lesen / lire plus

THEATRE: Entre nous

Pour prouver que les préjugés peuvent sont trompeurs, la Kulturfabrik a initié en novembre dernier le projet « Regards – Eng richteg Geschicht ?», un projet de théâtre intergénérationnel et interethnique.

Quand plusieurs générations se rencontrent, la créativité est programmée.

C’est un grand et joli chaos qui règne dans la salle dite « jaune » de la Kulturfabrik, une salle qui d’habitude reste cachée aux regards des spectateurs, puisque c’est là que se déroulent généralement les répétitions des pièces produites par l’institution culturelle sise dans l’ancien abattoir d’Esch. Certes, cette grande pièce sous les toits a déjà dû en avoir vu d’autres, mais pourtant la troupe qui y répète en ce moment la pièce « Regards – Eng richteg Geschicht ? » est exceptionnelle à plus d’un titre. mehr lesen / lire plus

Deolinda

 „Ich verdiene zwar nichts, aber das finde ich ganz normal – wie blöd bin ich eigentlich? Besonders toll fühle ich mich, wenn ich einen Praktikumsplatz finde. Wie blöd bin ich eigentlich? Und wie blöd muss diese Welt sein, in der man, um zum Sklaven zu werden, einen Uni-Abschluss braucht?“, heißt es in „Parva que Sou“, einem Lied, das im Januar 2011 bei Konzerten in Lissabon und Porto erstmals gespielt wurde und sofort zur Hymne einer ganzen Generation wurde. Ana Bacalhau heißt die junge Frau anschaulich – wie Portugals Nationalgericht -, die als Sängerin von Deolinda kein Blatt vor den Mund nimmt. mehr lesen / lire plus

Nneka

„You? A power hungry class of army arrangements, stealing money in my country‘s plight, A soldier pretending to be a politician, you teacher who know nothing do not teach me lies“, so die Lyrics der in Hamburg lebenden nigerianischen Hip-Hop/Soul-Sängerin und Songwriterin Nneka. In ihren Texten geht die junge, zierliche Sängerin auf Missstände in ihrer Heimat Nigeria ein, Gewalt und politische Korruption, Unterdrückung durch bewaffnete Räuber, Ausbeutung der Bodenschätze durch internationale Ölkonzerne, Einmischungen des Westens und ausgerottete Traditionen sind Themen ihrer Songs. Dabei verschmelzen politische und individuelle Erfahrungen – über ihre Kindheit in Nigeria und ihrem heutigen Leben in Deutschland – in einem soulig-gehaltenen Mix aus Hip-Hop mit Anleihen aus Dub, Reggae und Afrobeat. mehr lesen / lire plus

SPANIEN: Strauchelnder Musterschüler

Nach langem Zögern nimmt die spanische Regierung den europäischen „Rettungsschirm“ in Anspruch. Doch gerettet ist das Land damit nicht.

Sie haben allen Grund, sauer zu sein:
Unter Spaniens Jugendlichen liegt die Arbeitslosenquote bei 50 Prozent.

Auch in schwerer Not weiß der Staatsmann die Contenance zu wahren. Die Lage sei „sehr heikel“, sagte Spaniens konservativer Ministerpräsident Mariano Rajoy Ende vergangener Woche – und umschrieb damit diplomatisch die ausweglose Situation, in der sich das Land seit geraumer Zeit befindet. Seit acht Monaten geht die Industrieproduktion kontinuierlich zurück, im April lag sie um über acht Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 25, unter Jugendlichen sogar über 50 Prozent. mehr lesen / lire plus

FÊTE DE LA MUSIQUE: Back to the Roots

Elle devient toujours plus grande, se modernise et tente en même temps de renouer avec ses racines : la Fête de la Musique qui sera célébrée entre le 15 et le 21 juin.

Réputée pour ses performances plein d’énergie: l’Irlandaise Wallis Bird, qui se produira à Dudelange.

Beaucoup a changé depuis qu’elle fut célébrée pour la première fois à Paris en 1982. Installée à l’époque par le ministre de la culture Jack Lang, sa vocation était avant tout de donner la possibilité aux musiciens locaux de monter sur scène et de présenter leur musique, quel qu’en soit le genre, à un public plus large. mehr lesen / lire plus

WALTER SALLES: Drang nach Westen

Auch „On the Road“ kann die üblichen Probleme von Roman-verfilmungen nicht überwinden: Gute Schauspieler, spannende Erzählung und trotzdem meilenweit entfernt von der literarischen Vorlage.

Die Abenteuer von Dean, Sal und Marylou inspirierten Tausende von Jugendlichen und waren sicher auch für die eine oder andere Vermisstenmeldung verantwortlich.

Nur drei Wochen brauchte Jack Kerouac im April 1951 um sein Meister-werk „On the Road“ zu Papier zu bringen. Das legendäre, 36 Meter lange Manuskript kann derzeit und noch bis zum 19. August im Pariser „Musée des Lettres et Manuscrits“ besichtigt werden. Über sechzig Jahre später hat der Stoff um Dean Moriarty und Sal Paradise es nun auch auf die Leinwand geschafft. mehr lesen / lire plus

EXPOSITION DE GROUPE: Entre intimisme et provocation

Connue pour exposer des artistes émergents, souvent afro-américains, la galerie Zidoun expose en ce moment quatre artistes aux univers bien différents. On se balade ainsi entre sensibilité féminine, références au monde fictif des BD et des mangas, sensibilité masculine, fascination et malaise.

En effet, Wangechi Mutu, KAWS, Jeff Sonhouse et Wim Delvoye n’investissent pas les mêmes terrains. Les unit néanmoins un sens de la précision du travail pour le moins surprenant. Pour voir la précision et l’élaboration des détails des figures féminines de Wangechi Mutu, il ne faut pas hésiter à frôler les oeuvres de près. On découvre alors dans les collages des morceaux de tissus, des motos, des bijoux et des sculptures coupées dans des magazines ainsi que des nombreuses techniques à l’acrylique. mehr lesen / lire plus

HISTOIRE: Mémoire volatile

On ne parle plus guère du « Maulkuerf-Referendum » d’il y a 75 ans. Pendant longtemps pourtant, il donna la possibilité aux éditorialistes progressistes de vanter la supposée clairvoyance du peuple luxembourgeois.

Selon Wikipédia, on distingue, en informatique, entre une mémoire où les informations sont gardées lors de la mise hors tension de l’appareil, et celle où elles sont perdues. On peut penser que le concept est transposable sur la mémoire humaine, en se rappelant que nous avons vécu, le 6 juin dernier, le 75e anniversaire du référendum contre la « loi-muselière ». Le seul à l’avoir véritablement commémoré semble avoir été Déi Lénk avec une conférence-débat lundi dernier. mehr lesen / lire plus

AGRARPOLITIK: Der Kampf um die Subventionen

Bio-Landwirtschaftsbetriebe erhalten keine anderen Subventionen als konventionelle Betriebe. Warum eigentlich?

Am Donnerstag lud der neue Fusionsverein Bio-Lëtzebuerg ins Oikopolis in Munsbach zum Workshop „Eine effiziente Agrarpolitik in Luxemburg“. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten Steffi Zimmer und Raymond Aendekerk vom „Institut fier Biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Lëtzebuerg“ (Ibla) eine kürzlich erschienene, in Kooperation mit einigen Partnerorganisationen erarbeitete Studie vor, in der biologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe miteinander verglichen werden.

Aus den Vergleichen geht klar hervor, dass Biobetriebe wesentlich ökonomischer wirtschaften als konventionelle: Bei Umweltfaktoren, wie Stickstoff-Saldo, Energieeffizienz und Treibhausgasbilanz schneiden sie durchweg erheblich besser ab als ihre Konkurrenten. Allerdings besteht, laut Ibla, auch bei ihnen noch ein großes Potenzial an Einsparungen. mehr lesen / lire plus

Nuit des longs couteaux chez l’ADR

Fernand Kartheiser a, semble-t-il, tenu parole. Après avoir répété dans plusieurs médias qu’il ne tolérerait pas de membres d’extrême droite, ou même de simples sympathisants de populistes de droite dans son parti, on vient d’apprendre qu’au moins deux membres du comité national de l’Adrenalin, l’organisation de jeunesse de son parti, viennent d’être mis à la porte. Vu la jeunesse de ces deux individus, on s’abstiendra de donner leurs noms à cet endroit. Toujours est-il que ces deux désormais ex-membres de l’ADR ont beaucoup fait jaser à cause de leurs sympathies exprimées pour des partis populistes européens, dont le Pro-NRW allemand qui est en train de mettre en scène des batailles de rue dignes des années 1930 avec les salafistes. mehr lesen / lire plus

Juncker spielt den Rücktrittsjoker

Er habe eine hohe Meinung von François Bausch und Claude Meisch gehabt, so Jean-Claude Juncker anlässlich der Debatte zur „Affäre Wickringen/Liwingen“ am vergangenen Mittwoch. Die Betonung lag auf „gehabt“. Spätestens seit der gemeinsamen Pressekonferenz der Gerügten in der vergangenen Woche ist es mit Liebesbekundungen seitens des Premiers vorbei. Weil dort Worte wie Korruption und Erpressung gefallen sind, schmollt der Premier und mit ihm die (Ex-)Minister Halsdorf und Krecké. Die Forderung nach einer „commission d’enquête“, wie sie Bausch und Meisch am Mittwoch im Parlament erhoben, wollte Juncker nicht kommentieren, erklärte aber seine Entschlossenheit, als Premier zurückzutreten, sollte das Parlament zu der Auffassung gelangen, dass Minister seiner Regierung sich der Korruption oder der Erpressung schuldig gemacht haben. mehr lesen / lire plus

Nicaragua, c’est fini

Les combattants et combattantes de jadis n’étaient pas au rendez-vous. Pourtant, l’Association Solidarité Luxembourg-Nicaragua avait invité à une manifestation intéressante : la présentation du mémoire de Charles Roemer sur les comités de solidarité politique belges et luxembourgeois avec la révolution sandiniste de 1979. L’étudiant à l’ULB a analysé le rôle de ces comités qui s’intégraient dans un mouvement international de soutien à cette dernière révolution ayant trouvé l’appui actif de la gauche. Au Luxembourg comme dans d’autres pays, des brigades de solidarité partaient vers le Nicaragua, non pour se joindre – à l’image de la guerre d’Espagne – à la lutte armée contre la Contra soutenue par les Etats-Unis, mais pour participer à la cueillette du café ou d’autres produits agricoles. mehr lesen / lire plus

Fährt Obama zweite Klasse?

„Die Unsichtbarkeit der Migration“, unter diesem Titel veranstaltete das Institut Pierre Werner gemeinsam mit der Uni und dem Fonds National de la Recherche am vergangenen Mittwoch ein Rundtischgespräch. Dabei ging es um die Unsichtbarkeit in politischen Diskursen und ästhetischen Werken. Der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch plädierte vor allem für die mediale Etablierung von Rollenmodellen, an denen sich Menschen mit Migrationshintergrund orientieren könnten. Barak Obama zum Beispiel könne als Vorbild für Migranten fungieren. Der Politiker Claude Adam hingegen betonte, dass der soziale und ökonomische Hintergrund Migrationsprozesse zentral mitprägt: „Ich treffe Ausländer in der Bahn und ich treffe Ausländer auf Konzerten in der Philharmonie. mehr lesen / lire plus