BONNES FEUILLES (1/6): La naissance d’un contre-gouvernement 

Dans le premier chapitre de son mémoire de thèse, l’historien revient sur la naïveté dangereuse du gouvernement, qui n’avait rien préparé pour le cas de l’invasion. Laissée seule avec les problèmes du pays, la Commission administrative accepta la coopération avec les Allemands.

Avec le début de l’occupation allemande au Luxembourg commença d’abord et surtout une épisode de doutes où rien n’était clair.

A la veille de l’invasion, l’éventualité d’un départ du gouvernement avait à peine été évoquée. Albert Wehrer indique que ce n’est qu’à la fin du mois de janvier 1940 que Joseph Bech, ministre des Affaires étrangères, lui fit savoir, sans plus de précision, qu’en cas d’invasion, le gouvernement envisagerait de se retirer « à la frontière opposée à celle par laquelle l’invasion se ferait et de quitter éventuellement le pays si l’intégralité du territoire était occupée ». mehr lesen / lire plus

IN FINSTEREN ZEITEN: Der Geist der Zigarre

Robert Seethaler hat mit „Der Trafikant“ einen Bildungsroman geschrieben, dessen Handlung sich vor dem Hintergrund des österreichischen Anschlusses an Nazi-Deutschland entspinnt. Er erzählt auch von der widerständigen Kraft des Denkens.

„An einem Sonntag im Spätsommer des Jahres 1937 zog ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über das Salzkammergut, das dem bislang eher ereignislos vor sich hin tröpfelnden Leben Franz Huchels eine ebenso jähe wie folgenschwere Wendung geben sollte.“ Ein Blitz erschlägt den im See badenden Alois Preininger, der in der oberösterreichischen Provinz zu den reichsten Männern zählte und die regelmäßigen Liebesdienste von Franz` Mutter pünktlich zu jedem Monatsende mit einem schönen Geldbetrag quittierte. mehr lesen / lire plus

GEWERKSCHAFTEN UND KRISE: Die ungehemmte Liberalisierung stoppen

Wenig streitsüchtig, aber vielschichtig in der Analyse: Die Gewerkschaftsvertreter und der Arbeitsminister, die am Dienstag an der woxx-Debatte teilnahmen, sehen die Daseinsberechtigung der organisierten Arbeitnehmerschaft alles andere als in Frage gestellt.

Teilnehmer am woxx-Streigespräch: Patrick Dury, LCGB-Präsident, Nicoals Schmit, Arbeitsminister (LSAP), Claude Thümmel, Generalsekretär FNCTTFEL und Jean-Claude Reding, Präsident des OGBL. Moderation: Danièle Weber und David Wagner.

Auf dem Papier ist der Grad der Syndikalisierung in Luxemburg recht beachtlich, doch wie sieht es mit der aktiven Beteiligung am Gewerkschaftsleben aus? Jean-Claude Reding, Präsident des OGBL, ist eher zuversichtlich: Die Alterspyramide der Mitgliedschaft seiner Gewerkschaft ist am breitesten in der Kategorie der 30- bis 50-Jährigen, während die 20- bis 30-Jährigen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung unterrepräsentiert sind. mehr lesen / lire plus

TUNESIEN: Suche nach den Hintermännern

Knapp einen Monat nach der Ermordung des tunesischen Oppositionspolitikers Chokri Belaid verdichten sich die Hinweise, dass die Täter aus den weiteren Kreisen der regierenden Ennahda stammen. Doch die Aufklärung des Falles wird eher zaghaft betrieben – dabei geht es nicht allein um einen politischen Mord, sondern um die künftige Verfasstheit der Gesellschaft.

Hassfigur der tunesischen Regierung: Der Anwalt und Oppositionspolitiker Chokri Belaid. Am 6. Februar dieses Jahres wurde er unter bislang ungeklärten Umständen ermordet.

Wer hat Chokri Belaid getötet? Das war die Frage, die am vergangenen Samstag auf einer lautstarken Demonstration in Tunis gestellt wurde. Etwa 3.000 Menschen hatten sich versammelt, um die Aufklärung des Mordes an dem Oppositionspolitiker zu fordern. mehr lesen / lire plus

WASSER: Ware oder Grundrecht?

Eine neue EU-Konzessionsrichtlinie sorgt für Aufregung. In naher Zukunft könnte die Wasserversorgung nicht mehr allein in öffentlicher Hand liegen.

Bald nicht mehr in öffentlicher Hand?

Beim Wasser hört der Spaß auf. Denn Wasser, da scheinen sich auch hierzulande alle einig zu sein, ist Allgemeinbesitz und damit ein nicht-kommerzielles Gut. Kein Wunder also, dass das europäische Bürgerbegehren „right2water“ schon von weit über einer Million Menschen unterschrieben worden ist ? ein einmaliger Erfolg für ein europäisches Bürgerbegehren. Schon jetzt scheint garantiert, dass die europäische Kommission ihre Liberalisierungspläne bei der Wasserversorgung nicht unverändert wird durchsetzen können. Luxemburg muss zwar bis November dieses Jahres noch 4 500 Unterschriften zusammenbekommen, um als Land bei der EU-Bürgerinitiative teilnehmen zu können, doch auch das dürfte klappen, rufen doch Politiker aller Couleur – von Déi Lénk bis in die Reihen der DP – in ihren Gemeinden und über Social-Media-Kanäle dazu auf, die Petition zu unterschreiben. mehr lesen / lire plus

THEATER: Verwundbare Existenz

Mit einer schrillen, geistreichen Inszenierung von Will Enos „Oh the Humanity and Other Good Intentions“ lädt das Kasemattentheater in seine frisch renovierten Räumlichkeiten.

Zorniges „Enfant terrible“ der Theaterszene: Will Eno.

Zumindest die Sehnsucht ist echt. In jedem Moment scheint sie die drei Luxemburger Schauspieler Marc Limpach, Leila Anaïs Schaus und Jules Werner – ein jeder von ihnen gefangen in seiner schizophrenen Persönlichkeit – anzutreiben. In Anne Simons Bühnenadaptation von Will Enos „Oh, the Humanity and Other Good Intentions“ geht es in fünf kleinen Episoden um die ewigen Themen des Theaters und die Dilemmata des modernen Menschen: Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit. Mit ihrer schrillen, unkonventionellen Inszenierung wählt die junge Luxemburger Regisseurin, die zuletzt „De Rénert“ mit Steve Karier im Kapuzinertheater auf die Bühne brachte, ein modernes gesellschaftskritisches Stück in englischer Sprache. mehr lesen / lire plus

ÉRIC ROCHANT: Les poupées russes

Dans « Möbius », Eric Rochant portraite les bas-fonds de la finance internationale et des services secrets. Le tout avec une certaine classe qui le distingue d’autres films du genre.

Leur petite amourette va avoir des conséquences désastreuses…

Alice est une experte en finances, une tradeuse si l’on veut, mais pas n’importe laquelle. Car c’est elle qui, par ses investissements à haut risque sur des produits dérivés, a entraîné la chute de son ex-patron, la banque Lehman Brothers, et a aussi déchaîné la crise financière dont le monde souffre encore aujourd’hui. Pour la mettre à l’abri, la CIA lui a trouvé un boulot à Monaco, où, à côté de son vrai job, elle reçoit de temps en temps quelques missions à accomplir. mehr lesen / lire plus

INSTALLATIONEN: Metaphysik leicht gemacht

Schon zum zweiten Mal wütet der Ausnahmekünstler Marco Godinho in den Räumlichkeiten des Casinos – diesmal geht es um Zeit und Raum.

Will man sich den Arbeiten Marco Godinhos nähern, hilft vielleicht ein Blick in das Labo, die Werkstatt für Kinder und Jugendliche im Casino in Luxemburg. Die koreanische Künstlerin und Illustratorin Keong-A Song hat hier einige neue Abenteuer ihres „Mr. Godinho“ erzählt und gewährt damit einen ganz eigenen, ironischen Einblick in die Arbeitsweise und den Schaffensprozess Marco Godinhos.

In den surreal fließend miteinander verknüpften Cartoons, die sie auf den vier Wänden ausgebreitet hat, erinnert „Mr. Godinho“ nicht nur wegen der großen Nase stark an den inzwischen zum Klassiker des Zeichentricks avancierten Herrn Rossi auf der Suche nach dem Glück, der mittels einer magischen Trillerpfeife zusammen mit seinem Hund Gastone durch die Zeit reist und so seinem Alltag in einer Fischkonservenfabrik zu entfliehen sucht. mehr lesen / lire plus

FISKALPAKT: Blauäugig

Das Parlament tritt Souveränitätsrechte ab, obwohl es dafür eigentlich keine qualifizierte Mehrheit gibt.

Die Analyse des unter „deutschem Diktat“ beschlossenen Fiskalpakts lautet bei den vier Oppositionsparteien im Parlament recht ähnlich: Eine verfehlte Maßnahme, die, sollte sie angewandt werden, genau das Gegenteil von dem bewirken wird, was sie bezweckt. Die Mitgliedsstaaten werden gezwungen, eine strikte Schuldenobergrenze einzuhalten. Wer die seit den Maastrichter Abkommen geltende Linie – 60 Prozent Gesamtverschuldung gemessen am BIP – schon jetzt überschreitet, verpflichtet sich, jedes Jahr jeweils fünf Prozent des über der Norm liegenden Schuldenstandes abzubauen. Der liberale Fraktionschef rechnet vor: Ein Land wie Belgien müsste demnach jedes Jahr einen Budgetüberschuss von plus (!) zwei Prozent erwirtschaften, um sein derzeitiges Gesamtdefizit von rund 100 Prozent des BIP entsprechend den Fiskalpakt-Vorgaben zurückzufahren. mehr lesen / lire plus

25 JAHRE BIOLANDBAU: Druck vom Handel

Nicht nur konventionelle Lebensmittel standen in den vergangenen Tagen in der Kritik, auch bei Bio gab es Probleme. Ein Grund mehr, Fragen zu stellen – auch anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der organisierten Biolandwirtschaft in Luxemburg.

Woxx: Nach dem Pferdefleisch-Skandal gibt es jetzt auch Täuschungen bei der Etikettierung von Bio-Eiern. Wie steht es um die Landwirtschaft?

Daniela Noesen: Nach dem Krieg bestand die Notwendigkeit, billige Lebensmittel zu produzieren, und nach diesem Prinzip sollten sich die Betriebe aufstellen. Im Laufe dieses Prozesses haben wir jedoch immer mehr den Bezug zur Landwirtschaft verloren. Die Landwirtschaft hat eine Wendung zur Industrialisierung genommen – auch durch die unumgängliche Technisierung. mehr lesen / lire plus

Chômage : Schmit temporise

Alors que le taux de chômage continue d’aller de pic en pic – 6,4 pour cent fin janvier – les mesures étatiques pour contrer ce phénomène se font toujours attendre. L’Adem, qui vient pourtant de se doter d’une toute nouvelle direction, ne communique guère sur le sujet. Et pour cause, comme nos confrères de « L’essentiel » l’ont écrit cette semaine : leurs services sont complètement débordés. En moyenne, il y n’aurait qu’un conseiller professionnel, appelés « placeurs » auparavant, sur 285 chômeurs. Or, selon des études, une limite d’une centaine de dossiers par conseiller serait le maximum souhaitable pour garantir une certaine efficacité. Mais en temps de crise, il n’est pas sûr que l’Etat soit prêt à embaucher le personnel suffisant pour pallier à ce manque. mehr lesen / lire plus

Landesplanung im Schnellverfahren

Nach massiven Einsprüchen gegen den
„plan d’aménagement général“ (PAG), der vom Mamer Schöffenrat im Herbst
letzten Jahres ein erstes Mal gestimmt worden war (woxx 1186), soll am
kommenden Dienstag das zweite definitive Votum erfolgen. Aus
ursprünglich 85,73 neu zur Bebauung ausgeschriebenen Hektar Land wurden
aufgrund der Einwendungen 18,84 herausgelöst. Von den verbleibenden
66,89 ha werden zudem 22,69 ha bis ins Jahr 2017 zurückgestellt. Wie
schon beim ersten Votum, geschieht alles unter extremen Zeitdruck. Die
für die Abstimmung am 4. März benötigten Dokumente und Gutachten wurden
den Gemeinderäten teilweise erst am Dienstagabend, per Bote, zugestellt.
Zwischendurch war es sogar noch einmal zu Umänderungen gekommen. mehr lesen / lire plus

30 Jahre grüne Politik

„Trau
keinem über 30!“- Ein Spruch, der bei der Gründung der „Gréng
Alternativ“ im Jahre 1983 vor allem den (damals) jungen politischen
ErsteinsteigerInnen im Mund führten, wenn sie so manchen Streit der
alteingesessenen Politprofis der 68er-Generation nicht mehr so recht
nachvollziehen konnten. Die seitdem gespaltene und schließlich
wiedervereinigte Partei ist nun selbst in einem Alter, wo „Seriösitéit“
nicht mehr unbedingt als Schimpfwort empfunden wird. Dafür gibt sich die
Partei eine neue Grundsatzerklärung, deren abstrakter Charakter,
zumindest bei einer Gründungsgrünen, den Verdacht aufkommen ließ, sie
wäre so auch auf andere Parteien anwendbar. Sichtbarste Veränderung:
Christian Kmiotek löst Christian Goebel als Parteivorsitzender ab. mehr lesen / lire plus

RÉGULARISATIONS: La récré est terminée

Ce jeudi 28 février marquait la fin de la période de clémence accordée par le ministre Nicolas Schmit aux travailleurs sans papiers et à leurs patrons. Les bilans provisoires sont plutôt mitigés.

Quand Nicolas Schmit annonçait début janvier qu’il allait entamer une mesure de régularisation pour les travailleurs sans papiers, tous les espoirs étaient permis. Pourtant, les critères donnés par son ministère pour accéder à une légalisation assombrissaient déjà l’horizon : la personne à régulariser devait avoir travaillé au moins neuf mois sur le territoire et le patron devait l’embaucher en CDI avec un contrat de 40 heures par semaine au salaire social minimum. mehr lesen / lire plus