PEINTURES: Le sacré dénudé

Qui l’eût cru ? Au 21e siècle, qui semble marqué par un retour en force de la pudibonderie et du fait religieux dans la vie publique, un curé luxembourgeois ose prendre le chemin inverse en peignant des nus.

Elle est bien cachée, la petite galerie « Espace 1900 », dans le quartier de la gare de Luxembourg. Située dans la rue 1900, il faut d’abord trouver l’enseigne qui pend sous celle d’un bureau d’assurances et ensuite il faut comprendre que, oui, le bureau et la salle d’exposition ne font qu’un. Quant au charme inouï que peut avoir une visite d’exposition avec en arrière-fond les conversations des agents d’assurances, on ne dira que cela : dans un autre contexte, au Mudam par exemple, une telle constellation s’appellerait « installation artistique avec performances permanentes », ou quelque chose dans le même genre…

A priori, les tableaux de François Felten n’ont rien de vraiment extraordinaire. mehr lesen / lire plus

JULIAN PÖLSLER: Robinsonade mit Hund

Eine Literaturverfilmung ist immer eine heikle Sache. Zumal, wenn es sich bei ihrem Objekt um einen ziemlich verkopften Roman handelt, wie „Die Wand“ nun einmal einer ist. Regisseur Pölsler blieb nahe am Original – zu nahe, um der Geschichte ein kinematografisches Drehmoment zu geben.

Auch hinter der Wand bleiben die ehernen Gesetze der Natur in Kraft.

Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ erschien bereits 1963, doch dauerte es ein paar Jahrzehnte, bis dieses Werk den literarischen Widerhall fand, den es eigentlich verdient hätte. Denn dieses ungewöhnliche, und von einer Kinderbuchautorin durchaus unerwartete, Buch ist beklemmend, spannend und irreführend zugleich. Bei der Lektüre mag man sich nicht so recht entscheiden, auf welches Element man sich konzentrieren sollte: auf die mysteriöse Wand, die die Protagonistin von der Welt abschneidet, den Überlebenskampf mit der Natur, den sie tagtäglich zu bestehen hat, oder den Bezug zu den Tieren und sich selbst, der zu ihrem Überlebensmantra wird? mehr lesen / lire plus

JAZZ: Mal anders

Randi Tytingvåg platzierte sich mit einigen Alben auf Anhieb in der europäischen Jazz-Crossover-Szene im oberen Drittel. Gerade weil ihre Musik nicht wirklich in eine Schublade passt.

Ein Lachen, rote Lippen, blondes Haar. Das verschmitzte Gesicht von Randi Tytingvåg erinnert an die lebendigen Geschichten aus dem „Büllerbu“ der schwedischen Autorin Astrid Lindgren. Und ihr Vorname „Randi“, ein alter Wikingername, der so viel wie „Die Entschlossene“ bedeutet, passt offenbar zu ihr: Entschlossenheit bewies die junge Jazzmusikerin Randi Tytingvåg aus Norwegen die ganzen letzten zehn Jahre über, in denen sie nicht weniger als vier Alben veröffentlichte. Von „Heavenly Attack“ über „Let Go“, „Red“ hin zum neuen Werk „Grounding“ verstand jedes Album auf seine Art, die Zuhörer zu begeistern. mehr lesen / lire plus

CHINA: Reform und Machterhalt

Wie erwartet, wurde der Führungswechsel in China auf dem Volkskongress erfolgreich vollzogen. Fraglich ist, ob es deswegen zu einem Richtungswechsel kommen wird. Allenfalls zaghaft scheint man sich etwa um Korruption, Ernährungssicherheit und die Zukunft der Geburtenpolitik zu kümmern.

Parlament für 1,34 Milliarden Menschen: Die „Große Halle des Volkes“ am Tian‘anmen-Platz in Peking, wo der Volkskongress Chinas tagt.

Es lief alles wie erwartet: Auf dem 12. Volkskongress Chinas wählten die fast 3.000 Delegierten Xi Jinping zum neuen Staatspräsidenten und Li Keqiang zum Premierminister der Volksrepublik. Xi steht nun Staat, Partei und Armee vor.

Der Volkskongress wird im Ausland oft als „Durchwink“-Parlament bezeichnet. mehr lesen / lire plus

ÜBERLEBENDE DES HOLOCAUST: Flucht war die einzige Möglichkeit

Auch in Argentinien waren Juden zur Zeit des „Dritten Reiches“ unerwünscht. Einige gelangten dennoch ins Land. In „Die versteckten Kinder“ erzählt Diana Wang von jüdischen Kindern, die dem Holocaust entkamen und dort Zuflucht fanden.

Kati ist privilegiert. „Und zwar deshalb, weil meine Cousinen und Cousins bereits 1938 nach Argentinien gingen, so dass ich nicht nur Einzelkind, sondern von da an auch die einzig verbliebene Enkelin war.“ Kati wird 1933 in Budapest geboren. Wie viele ungarische Juden in den Dreißigerjahren lassen sie ihre Eltern taufen. Die Familie legt den Nachnamen Hartenstein ab und nennt sich Hantos. Obwohl sie nicht reich ist, wird Kati verwöhnt. mehr lesen / lire plus

AUSSTELLUNG: Kunstware Marx

Längst ist er zum Kunstobjekt geworden, sein Konterfei wird für Werbung aller Art genutzt. Eine Schau in Trier ist nun seiner Ikonographie auf der Spur. Marxfans bekommen viele Bilder zu sehen. Der politische Blick gehorcht dem Mainstream.

Auch kopflos wirken ihre Ideen nach. Bedarf es linker Ikonen?
Das Marx-Engels-Denkmal (für Berlin-Mitte) vor der Werkstatt des Bildhauers Ludwig Engelhardt. (Fotografie von Sibylle Bergemann, Mai 1984 © Agentur Ostkreuz / Nachlass Sibylle Bergemann)

Lang ist es her, dass ein Gespenst in Europa umging … Wer heute an den Kommunismus denkt, hat unwillkürlich bestimmte Bilder im Kopf. Es sind die linker Ikonen, die nahezu Heilige geworden sind. mehr lesen / lire plus

LOBBYPLAG: Ausweitung der Interessen-Kampfzone

Die Website „LobbyPlag“ entlarvt Abgeordnete als Abschreiber. Am Beispiel der EU-Datenschutz-Richtlinie wird aufgezeigt, dass Änderungsanträge absatzweise von Lobbyisten übernommen werden. Doch ist diese Praxis per se verwerflich? Nicht unbedingt, meinen die Luxemburger EU-Abgeordneten.

Finde das Plagiat: Auf der Website „LobbyPlag“ kann jeder per Mausklick auf die Suche gehen.

Kein Zweifel: Ein Gesetz ist keine Doktorarbeit. Die Urheber von „LobbyPlag“ knüpfen dennoch ganz bewusst an die jüngsten Plagiat-Skandale in Deutschland an. „Was sind schon zusammenkopierte Dissertationen verglichen mit ganzen Gesetzestexten, die nicht aus der Feder von gewählten Volksvertretern stammen??, fragt einer von ihnen, der Journalist Richard Gutjahr in seinem Blog. Jene Paragrafen würden „zu großen Teilen von Multi-Milliarden-Dollar-Konzernen formuliert“. mehr lesen / lire plus

UNIVERSITÄT LUXEMBURG: Gute Bilanz mit Schatten

Die positive Evaluierung zehn Jahre nach der Gründung kaschiert das Unbehagen an dem immer wieder hinausgezögerten Umzug nach Belval und den Defiziten im strukturellen Aufbau nur oberflächlich.

Hochschulminister François Biltgen, der Vorsitzende der Evaluierungskommission Páll Skúlason und der amtierende Rektor Rolf Tarrach zogen am Montag eine durchaus positive Bilanz nach zehn Jahren Uni Luxemburg. Reformen im Bereich der zentralen Verwaltung und der internen Demokratie sind dennoch notwendig. (Foto: Jeannot Berg MESR)

„Das wird dann alle Probleme lösen.“ Als Rektor Rolf Tarrach bei der Vorstellung der zweiten externen Evaluierung der Luxemburger Universität am vergangenen Montag Minister François Biltgen (CSV) ins Wort fiel, weil dieser gerade eine der anstehenden Reformen in die Vitrine stellte, wurde deutlich, dass die Nach-Tarrach-Ära eingeläutet ist. mehr lesen / lire plus

DROITS DES FEMMES: Loin du compte

Le Conseil national des femmes du Luxembourg est revenu sur un grand nombre de chantiers destinés à améliorer la condition féminine. Et accuse les ratés et les retards.

C’est ce qu’on appelle du travail de presse : un beau classeur distribué aux journalistes, compartimentant proprement les divers sujets abordés, y compris des détails qui n’ont pas pu être évoqués lors de la prise de parole en conférence. Un travail utile au vu du nombre de sujets mentionnés lors de la conférence de presse du Conseil national des femmes du Luxembourg (CNFL). En substance, le CNFL a établi la liste des thématiques en suspens, des réformes législatives promises de longue date, mais qui ne font qu’empoussiérer les tiroirs ministériels, sans oublier les ratés et les occasions manquées. mehr lesen / lire plus

HISTORIOGRAPHIE: À retardement

Alors que les témoins – juifs et non juifs – de la Seconde Guerre mondiale commencent à se faire rares, le gouvernement se montre prêt à financer des recherches sur le rôle de l’Etat dans la persécution des juifs.

L’initiative prise par l’historien Serge Hoffmann en automne dernier, pour demander au premier ministre s’il n’était pas grand temps de présenter des excuses à la communauté juive à cause de la collaboration de la Commission administrative en 1940 porte enfin – et après maints détours – ses fruits, puisque le jeune chercheur Vincent Artuso, bien connu par nos lectrices et lecteurs, vient de se faire engager par le gouvernement pour lever le voile sur cet épisode sombre. mehr lesen / lire plus

POLICE: Deux classes ?

La réunion annuelle du syndicat de la police grand-ducale (SNPGL) est l’occasion de tâter le pouls des forces de l’ordre. L’avant-projet de loi sur la réforme de la police est connu, et le moral n’est pas au beau fixe.

Comme tous les ans, la grande salle du centre civique de Hesperange était pleine à craquer, les derniers arrivants devaient même se contenter de rester debout pendant toute la réunion. Mais cela ne semblait pas gêner les affiliés au SNPGL, qui revendique la majeure partie des forces de l’ordre. Enfin celles qui sont sur le terrain, car la direction de la police grand-ducale, tout comme leur chef politique, le ministre de l’Intérieur Jean-Marie Halsdorf, ne figurent pas vraiment au palmarès des personnes les plus appréciées du syndicat. mehr lesen / lire plus

Un acte de guerre contre la Chypre

Pour l’économiste français Jacques Sapir, le « blocus monétaire » qui vient d’être décrété par le chef de la Banque centrale européenne (BCE) constitue un blocus économique, c’est-à-dire, en termes de droit international, un véritable acte de guerre. Si le gouvernement chypriote ne présente pas au début de la semaine prochaine une alternative « valable » au plan de sauvetage refusé quasi unanimement par le parlement élu, les transactions, notamment entre les banques chypriotes et celles des autres pays de la zone euro, seront interrompues. Ce qui équivaudrait, selon Jacques Sapir, à une condamnation à court terme de ces banques avec toutes les conséquences que cela pourrait avoir pour le pays tout entier. mehr lesen / lire plus

Erster Bericht der Ombudsfrau

Zwei Missstände hob Lydie Err am vergangenen Donnerstag anlässlich der Präsentation ihres Tätigkeitsberichts (Oktober 2011 bis Ende 2012) hervor: die Situation minderjähriger Straffälliger und deren mangelhafte Unterbringung in den Haftanstalten Schrassig und Dreiborn, sowie die Praxis psychiatrischer Zwangseinweisungen. Hier sieht die Ombudsfrau dringenden Handlungsbedarf. Vor allem was die Infrastruktur in den Haftanstalten betrifft, seien die Zustände unzumutbar; die Zellen häufig zu klein und nicht auf die Bedürfnisse der Insassen ausgerichtet. Auch Einzelhaft von Minderjährigen findet noch statt. „Die Internierung von Kindern in Schrassig ist etwas, das absolut inakzeptabel ist“ meint Err. Selbst wenn es noch keinen konkreten Plan gebe, wie mit den internierten Jugendlichen zu verfahren sei, dürften Minderjährige zukünftig nicht mehr mit Erwachsenen zusammengesperrt werden. mehr lesen / lire plus

Nationalité: le débat est clos

Après avoir lancé un débat public et parlementaire, le ministre de la Justice François Biltgen a fait ses choix et a présenté son projet de loi relatif à la nationalité luxembourgeoise. D’abord au conseil des ministres, où il a été adopté le 13 mars, puis à la presse jeudi dernier. Le bilan est toutefois plutôt maigre et ne comporte en somme que les compromis que Biltgen avait déjà annoncés lors des débats : la durée de résidence est ramenée de sept à cinq ans et la nouvelle loi permet désormais la possibilité d’une interruption de résidence. C’est moins une avancée qu’une stricte nécessité, car beaucoup d’étrangers nés sur le territoire ayant étudié ou travaillé quelques années à l’étranger se retrouvaient bloqués à cause de cette disposition. mehr lesen / lire plus

Ein Deckel für unangenehme Fragen

Weil er es leid ist, dass die Medien ausschließlich über Spitzeldienst und Bommeleeër berichten, hat Premier Juncker den letzten CSV-Kongress dazu genutzt, die altbekannte Indexdiskussion erneut anzuheizen. Für einige Tage war die Verwirrung denn auch gelungen, der Koalitionspartner, der sich ähnlich wie die Grünen, anlässlich der letzten Indexmanipulation vor zwei Jahren hatte in die Pflicht nehmen lassen, um etwas Ruhe in die Diskussion zu bringen, musste notgedrungen zu Junckers gedeckelten Index Stellung beziehen. Die Grünen rechnen vor, dass die im Raum stehende Obergrenze von zwei Mindestlöhnen bei den Sektoren, die geringere Löhne auszahlen, keine Abhilfe schaffen werde. Sie plädieren, seit jeher für eine Steuerreform, bei der höhere Einkommen und vor allem Kapitaleinkommen stärker belastet werden können, was ungleich gerechter wäre, als den Mittelverdienern den Inflationsausgleich zu verweigern. mehr lesen / lire plus