DEUTSCHLAND: Ungeliebte Koalition

Am Wochenende verkündet die SPD das Resultat des Mitgliedervotums über die große Koalition. Die woxx hat sich vorab bei einem SPD-Ortsverband umgehört, der von einem Genossen mit Luxemburger Migrationshintergrund geführt
wird.

Findet die große Koalition keine gute Idee:
Serge Embacher, Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe Berlin-Friedenau.

Der Weg zur Friedenauer SPD führt ausgerechnet durch die Sarrazinstraße. Benannt ist die Straße aber nicht nach dem ehemaligen Finanzsenator und Hobbygenetiker, sondern nach dem Urgroßonkel von Thilo Sarrazin, dem Ingenieur Otto Sarrazin.

Auf Mitgliederversammlungen lässt sich das Enfant Terrible der Berliner Sozialdemokraten schon lange nicht mehr blicken. So ist auch nicht überliefert, wie Sarrazin zum Koalitionsvertrag steht, den seine Partei in den vergangenen Wochen mit der CDU und der CSU ausgehandelt hat. mehr lesen / lire plus

ÉTATS D’AME DE L’OPPOSITION: Superflu, le CSV ?

Jean-Claude Juncker approuve la politique, notamment sociétale, annoncée par le nouveau gouver-nement, mais insiste lourdement sur le péché originel de la triple coalition, celui d’avoir exclu le CSV.

« Ça aussi, ça se trouve dans le programme électoral du CSV. » La phrase est revenue sans cesse dans le discours de Jean-Claude Juncker, comme un refrain. Pour sa première intervention en tant que leader de l’opposition mardi dernier, l’ex-
premier ministre avait choisi non pas de critiquer le « renouveau » annoncé par la triple coalition, mais de con-
tester qu’il y ait renouveau. Il a constaté une « continuité surprenante » dans le programme du nouveau gouvernement et a demandé pourquoi le CSV avait été écarté pour finir par appliquer son projet. mehr lesen / lire plus

PORTRÄT: Aus dem Schuhkarton

Die neue Familienministerin ist wandlungsfähig. Corinne Cahen war Journalistin, Schuhverkäuferin, Unternehmerin und Präsidentin des Geschäftsverbandes. Was sie anpackt, nimmt sie ernst.

Übergabe der Amtsgeschäfte:
Neben dem Familienminsterium
ist Corinne Cahen auch für die Großregion zuständig. Hier mit dem ehemaligen Minister Jean-Marie Halsdorf.

Die frischgebackene Familienministerin empfängt in ihrem neuen Büro im obersten Stockwerk der Avenue Emile Reuter. Ein Raum, der noch nicht so richtig „ihrer“ ist. Denn am Ende war dann doch alles recht schnell gegangen. Verschmitzt lächelnd wie ein junges Mädchen und zugleich staatstragend in ihrem königsblauem Jackett. Obwohl ihr die Müdigkeit und Aufregung der letzten Wochen doch ein wenig anzusehen ist, strahlt Corinne Cahen und macht einen energischen Eindruck. mehr lesen / lire plus

SHARING ECONOMY: Teile und tausche!

Besitz anhäufen, das war einmal. Dinge zu verleihen und auszuleihen, ermöglicht ein Mehr an kollektivem Konsum. Die Sharing Economy ist meistens gut für die Umwelt und immer ein Gewinn für das soziale Leben.

Vom Reiskocher bis zum Fahrrad: Diese Aufkleber bringen die Leih- und Tauschwirtschaft unter Nachbarn auf Trab.

Tauschen kann Wunder bewirken. Ein 18-Jähriger aus Flensburg hat es bewiesen. Er startete mit einem Luftballon. Den tauschte er gegen ein Werkzeug ein. Für dieses bekam er dann Computersoftware. Irgendwann folgte ein Gebrauchtwagen. Und nun hat der Tauscher eine maßgefertigte Luxusuhr anzubieten (tausch-wunder.de). Er will noch höher hinaus: Vielleicht steht am Ende ja ein Haus. mehr lesen / lire plus

NELSON MANDELA: Was bleibt?

Der Südafrikaner war zeitlebens ein Symbol für die Veränderbarkeit politischen Unrechts. Seine eigenen politischen Widersprüche und die des ANC gerieten dabei meist in den Hintergrund.

De Klerk und Mandela: zur Zusammenarbeit verurteilt. Hier 1992 beim World Economic Forum.

Menschen vom Schlag Nelson Mandelas scheint es nicht mehr zu geben. Jedenfalls wird die Halbwertszeit, die Politstars als Ikonen von Neuerung und Demokratie zukommt, immer kürzer: Der große Hoffnungsträger Barack Obama schafft es nicht mal ein halbes Jahrzehnt lang, das Vertrauen zu halten, das die Menschen in ihn gesetzt hatten. Europäische Größen werden noch viel schneller von ihren Sockeln gestoßen. Anders dagegen Mandela: Längst von der politischen Bühne Südafrikas zurückgetreten, steht er immer noch ganz oben in der Beliebtheitsskala, und das auch in seinem eigenen Land. mehr lesen / lire plus

THEATER: Ein Kleinbürger wie jeder andere

Nikolaus Haenel spielt im Kasemattentheater „Herr Karl“, ein Satirestück über einen Wendehals.

Biedermännischer Brandstifter: Herr Karl

1961 kreierten Carl Merz und der Schauspieler Helmut Qualtinger mit ihrem „Herr Karl“ ein satirisches Stück über den Archetypus des österreichischen Kleinbürgers. Die Figur sei frei erfunden, hieß es damals; und doch hat er gelebt, der Herr Karl, und ist noch immer unter uns.

Herr Karl erzählt im Stück einem „jungen Menschen“, dem Zuschauer, seine Lebensgeschichte, während er bei der Arbeit im Lager eines Feinkostgeschäftes sitzt. Doch die Bühne im Kasemattentheater ist nicht opulent, sondern spärlich ausgestattet. Lediglich ein schraddeliger Tisch bildet das Bühnenbild, an dem Nikolaus Haenel als Herr Karl Platz vor einem allerdings wenig jungen Publikum nimmt und einen etwa einstündigen Monolog hält, in dem er sein Leben Revue passieren lässt. mehr lesen / lire plus

CÉDRIC KLAPISCH: Casse-couille new-yorkais

« Casse-tête chinois », le troisième volet de la saga autour du jeune Xavier, que le public connaît depuis « L’auberge espagnole », déçoit par un scénario forcé et une histoire de moins en moins crédible.

Même à l’âge d’adulte, la vie de Xavier est semée d’embûches.

La vie de Xavier est compliquée, ça on l’avait compris dès « L’auberge espagnole ». Alors jeune étudiant Erasmus à Barcelone, un peu coincé, il doit intégrer une colocation internationale, réussir son année pour pouvoir entrer au ministère des Finances de Bercy et de surcroît gérer une vie sentimentale de plus en plus compliquée. Dans le second épisode, « Les poupées russes », Xavier a quitté Bercy, est devenu écrivain, mais n’a toujours pas trouvé l’amour de sa vie. mehr lesen / lire plus

VIDEOKUNST: „Made in Taiwan“

In vier Videoarbeiten greift Chen Chieh-Jen die soziale und politische Situation Taiwans auf und will so an vermeintlich verdrängte Aspekte seines Landes erinnern.

„Die Gesellschaft Taiwans wurde wiederholt zur Geschichtsvergessenheit gezwungen und hat so die Fähigkeit verloren, sich Gedanken um die Zukunft zu machen (…)“, schreibt Chieh-Jen. Sein Werk begreift der 1960 geborene Video-Künstler als Widerstand gegen dieses Vergessen. Seit den 1980er Jahren thematisieren seine Arbeiten Identität und Geschichte seines Landes, verstehen sich als politische Kunst, mit der er die Strukturen von Macht, „offizieller“ Geschichtsschreibung und „kollektivem“ Gedächtnis einer Gesellschaft hinterfragt. Ausgangspunkt Chieh-Jens ist dabei, dass Taiwan seiner Auffassung nach während der Alleinherrschaft der nationalchinesischen Kuomintang „jegliche Form von Identität verloren“ hat. mehr lesen / lire plus

FEMINISMUS 2.0: Ins Netz gegangen

Am Montagabend fand im Exit07 ein Rundtischgespräch zum Thema Feminismus im Internet statt. Die Runde offenbarte Einblicke in die neue Praxis für die Bewegung.

Die Teilnehmerinnen des Rundtischgesprächs: Katrin Rönicke, Caja Thimm, Anina Valle Thiele (Moderation), Tréis Gorza und Gina Arvai.

Schuld mag das kalte Wetter gewesen sein: Jedenfalls hatten an diesem Dezemberabend nicht allzu viele Interessierte ins Exit07 gefunden; anders als bei der Versammlung im letzten Jahr. Damals war allerdings auch eine sehr grundsätzliche Frage gestellt worden: „Warum Feminismus?“.

Die paar leer gebliebenen Reihen jedoch beeinträchtigten die interessante – vom Cid-Femmes und der Stadt organisierte und von der woxx moderierte – Diskussionsrunde keineswegs. mehr lesen / lire plus

POLITIQUE D’IMMIGRATION: La roue n’est pas réinventée

Un peu délaissée dans l’actualité politico-politicienne, le chapitre sur l’immigration dans le programme gouvernemental comporte des pistes intéressantes, mais ne change rien à la logique de l’immigration pratiquée jusqu’ici.

Il faut vraiment feuilleter longtemps le programme gouvernemental pour tomber sur le chapitre dédié à l’immigration. En effet, l’immigration est le dernier sujet abordé dans ce document censé expliquer les grandes lignes du renouveau que veulent incarner les coalitionnaires. Sur les deux pages dédiées à cette politique, on retrouve quelques-unes des vieilles revendications du secteur associatif, notamment de l’Asti. Par exemple pour les quotas communaux, le gouvernement « étudiera la possibilité d’instaurer un système de quotas obligeant les communes à participer de manière équitable à l’accueil des demandeurs de protection internationale sur notre territoire ». mehr lesen / lire plus

Alle lieben Mandela

(rg) – Auch wenn die woxx das politische Erbe von Nelson Mandela durchaus kritisch durchleuchtet (siehe S. 10), bedeutet das nicht, dass wir uns nicht von Anfang an mit den Zielen des Anti-Apartheid-Kampfes identifizierten. Dass es bei der offiziellen Gedenkveranstaltung für Nelson Mandela am vergangenen Dienstag wie aus Eimern gegossen hat, ist wohl vor allem den nicht enden wollenden Krokodilstränen geschuldet, die seit Bekanntwerden seines Todes vergossen worden sind. Als der GréngeSpoun Ende der 1980er auf die vielfache Unterstützung des Apartheidregimes durch Luxemburg hinweisen musste, galt Mandela im „Wort“ noch als „Terrorist“, dessen Gefängnisaufenthalt selbstverschuldet war. Luxemburg bot dem rassistischen Regime eine Plattform, um die zaghaften Boykottversuche der internationalen Gemeinschaft zu unterlaufen. mehr lesen / lire plus

Socialistes européens et travailleurs détachés

(lm) – Comment combattre le « dumping social » opéré sous couvert de détachement de travailleurs d’un pays à l’autre de l’UE ? Et que faire quand une entreprise frauduleuse cesse d’exister, comme cela arrive souvent ? Il faut autoriser des contrôles efficaces et introduire une responsabilité en chaîne, qui permettrait de sanctionner les grandes entreprises quand un sous-traitant disparaît, répond la Confédération européenne des syndicats (Etuc). Les institutions européennes, notamment la Cour de justice, avaient jusqu’ici interprété la directive sur le détachement des travailleurs de manière libérale, interdisant par exemple au Luxembourg le recours à certains types de contrôle (woxx 1237). Plusieurs conseils des ministres du Travail ont été nécessaires pour aboutir à un compromis, qui devra encore passer par le Parlement. mehr lesen / lire plus

La sécurité en toute subjectivité

(lc) – Lundi dernier, le Statec,
l’Université du Luxembourg et la police grand-ducale avaient convoqué la
presse pour présenter les premiers résultats d’une « enquête de
victimation ». Dépassant par son approche les statistiques de la police,
qui ne recueillent que les cas de criminalité dénoncés aux autorités,
cette enquête, réalisée pour le Statec par une entreprise allemande, se
concentre sur les délits et infractions subis par les personnes
interrogées, comment elles les ont vécus et leur attitude face aux
autorités. Disons-le d’emblée, le fait qu’une majorité de personnes
affirme se sentir en sécurité et faire confiance à la police ne doit pas
cacher d’autres chiffres plus alarmants. mehr lesen / lire plus