Zur schönen Aussicht

(avt) – Wer in den letzten Wochen dem Weihnachtsrummel entfliehen wollte und Lust auf Unterhaltung mit Niveau hatte, sollte Sabine Mittereckers Inszenierung von Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“ im Grand Théâtre nicht verpasst haben. Der aussichtslose Kampf des Individuums gegen eine Gesellschaft von Spießbürgern und Opportunisten wird in Horváths Komödie auf die Spitze getrieben. So abgehalftert das Bühnenbild, so trostlos und prollig die Figuren, die die Bühne bespielen. Heruntergekommene Gestalten mit schizophrenen Dialogen tragen das zweistündige Stück, in dem die Männer samt und sonders verkommen sind. Sie saufen sich die Hucke voll und frotzeln. Es lebe der Hosenstallhumor! Germain Wagner schlurft als vertrottelter Kellner über die Bühne. mehr lesen / lire plus

BEST WISHES: Alte Sparpolitik oder neue Nischen?

Auch die woxx-Redaktion beteiligt sich am Ideen-Wettbewerb, um Luxemburg wieder möglichst fit zu machen für eine Lebenserwartung von 120 Jahren und einen RentnerInnen-Anteil von mindestens fünf Sechstel.

Back to the Roots

(avt) – Der ganze Wirbel um die Rulings ist – wir ahnen es – doch nur der Anfang vom Ende. Nachdem der Finanzplatz implodiert ist und Bettel und seine Mannschaft nach Brüssel betteln gehen, gibt es nur einen, der als Sieger in die Geschichte eingehen wird: Jean-Claude Juncker. Nach dem Kollaps des Bankensystems macht Gramegnas Laden dicht, und Umwelt- und Agrarministerien steigen zu den wichtigsten Institutionen des Landes auf, denn Luxemburg ist wieder – wie in den Anfängen – ein Agrarland. mehr lesen / lire plus

BÖSER ONLINE-HANDEL: Amazon kommt bald!

Bestellt haben wir bei Amazon, bei Amazon wird gestreikt. Geliefert wird zum Glück doch noch pünktlich – trotzdem eine Gelegenheit, über Nebeneffekte der Internet-Revolution nachzudenken.

Amazon verwandelt nicht nur die Art, wie wir Bücher aussuchen und sie lesen. Nicht zuletzt verändert er das weihnachtliche Schenken. Vorbei der Einkaufsstress in überfüllten Läden. Falls gewünscht, wird das Päckchen für die Schwiegereltern ihnen sogar nach Hause geliefert – der Höflichkeitsbesuch entfällt. Amazon, Geschenk des Himmels!

Doch im Himmel wird gestreikt. Genauer gesagt, in mehreren Versandzentren in Deutschland – wo auch der größte Teil der nach Luxemburg gelieferten Waren herkommen dürfte. Glaubt man den Klagen der Gewerkschaftler und den Undercover-Berichten, so sind dort die Verhältnisse alles andere als himmlisch: Überstunden, Nachtarbeit, Stress, Überwachung. mehr lesen / lire plus

Hollywood contre Kim : pas de quartier !

(lm) – Halte à la censure ! Hollywood, les Etats-Unis, oui, l’ensemble de la civilisation occidentale s’insurge contre l’infâme tentative de censurer la liberté de l’art ! Le film « The Interview », comédie parodiant le leader nord-coréen Kim Jong-un, ne sortira pas pour Noël. C’est la décision prise par le groupe Sony Pictures, après avoir fait l’objet de cyberattaques et de menaces, probablement venues de Corée du Nord. Bien évidemment, faire pression contre la sortie d’un film, fût-il politiquement incorrect ou même de mauvais goût, met en danger le principe de la liberté d’expression. De là à faire de la fabrique à blockbusters politiquement corrects qu’est Hollywood la figure de proue de cette liberté, il y a un grand pas – qu’un nombre impressionnant de médias occidentaux franchissent sans sourciller. mehr lesen / lire plus

Menschenhandel: „Luxembourg is doing very little“

(avt) – Es ist schon bizarr, dass eine Anfrage zu Sklaverei und Menschenhandel ausgerechnet von Fernand Kartheiser gestellt wird. Der wollte, Bezug nehmend auf den „Global-Slavery-Index-Report“ (2014), von der Regierung wissen, was sie konkret unternehme, um Menschenhandel zu verhindern. Zwar ist Luxemburg laut Index nicht unter den Ländern, in denen die Situation am ärgsten ist, doch bekommt es mit einem „ccc“ die schlechteste Benotung, was Regierungsmaßnahmen betrifft. Laut dem Bericht leben auch hier knapp 100 Menschen in Verhältnissen, die an Sklaverei grenzen. Die Antwort der Minister Schneider und Braz fällt defensiv und lapidar aus. Man bedauere das schlechte Abschneiden in dem Ranking, habe aber in den letzten zwei bis drei Jahren diverse Initiativen gegen Menschenhandel ins Leben gerufen. mehr lesen / lire plus

Ein verlorenes Jahr

Wie jedes Jahr eine Doppel-woxx zum Jahresende. Wir verabschieden uns bis zum 9. Januar mit einer eher besinnlichen Ausgabe, die auch ein bisschen die Stimmung in der Redaktion widerspiegelt. 2014 kündigte sich als spannendes Jahr an. Politisch sowieso, weil Blau-Rot-Grün antrat alles anders, nämlich besser, zu machen. Und auch die woxx hatte sich einiges vorgenommen. Es gab personelle Veränderungen, die sich bei einer Zeitung immer auch auf das Gesamtprodukt auswirken. Vor allem aber sollte 2014 eine stärkere Einbindung der gedruckten woxx ins Internet vorgenommen werden. Während jedoch der frühere Medienminister ein „haptisches Verhältnis“ zur Presse – mithin der gedruckten – hatte, ist Xavier Bettel ein erklärter Fan der online-Medien. mehr lesen / lire plus