Rekord-Petition: Fünf Urlaubstage mehr

Fast hätte man den Eindruck gewinnen können, die einst als Instrument partizipativer Demokratie eingeführten Online-Petitionen auf chd.lu seien vor allem ein Medium für Identitäts- und Sprachendebatten. So war die Petition zur Forderung nach Luxemburgisch als Amtssprache hinsichtlich der Zahl der Unterzeichnenden und des Tempos, mit dem das Quorum erreicht wurde, bisher Rekordhalterin. Doch die Petition 762, die am 17. Januar online ging, hat ihr den Rang abgelaufen. In kürzester Zeit hat sie die 4.500-Unterschriftenmarke, die für ein Hearing im Parlament erforderlich sind, überschritten. Ihre Forderung: 30, statt wie bisher 25 Urlaubstage im Jahr für Lohnabhängige in der Privatwirtschaft. Déi Lénk zeigen sich erfreut, hatten sie doch vor einem Monat im Zuge der Diskussionen um das PAN-Gesetz – wie auch der OGBL – einen in dieselbe Richtung gehenden Vorschlag eingebracht. mehr lesen / lire plus

Mecoskop: ein paar grüne Männchen mehr

Was die Regierung aus umweltpolitischer Sicht geleistet hat, das überprüft der Mouvement écologique in regelmäßigen Abständen. Bei der jüngsten Bewertung sind im „Mecoskop“ (http://mecoskop.lu) ein paar grüne und gelbe Silhouetten von Straßenarbeitern hinzugekommen – sie stehen für die Umsetzung von im Regierungsprogramm vorgesehenen Maßnahmen. Dennoch ist – wie bereits vor sechs Monaten (woxx 1379) – die Gesamtbilanz eher durchwachsen. „Die durchgeführte Steuerreform entspricht absolut nicht den Erwartungen“, hält der Mouvement fest. Die großen Veranstaltungen zu Landesplanung und Rifkin-Bericht im Herbst werden zwar als „wichtige neue Akzente“ gewürdigt, doch wird weiterhin das Fehlen einer grundlegenden Strategie im Bereich Energie und Klima bemängelt. mehr lesen / lire plus

Europaparlament: Das Ende der großen Koalition

Nachdem Christ- und Sozialdemokraten ihre Koalition im Europaparlament aufgelöst haben, versuchten beide Seiten das in dieser Woche als gute Nachricht für Europa zu verkaufen. Es sei nichts Besonderes, das Parlament habe lange Zeit ohne Koalitionen funktioniert, sagte der Chef der Sozialdemokraten (S&D), Gianni Pittella. Am Dienstag hatte Pittella die Wahl zum Parlaments-Präsidenten gegen den Vertreter der Europäischen Volkspartei (EVP) Antonio Tajani verloren. Seine Fraktion werde nun eine linksgerichtete Koalition anstreben, so Pittella. Immerhin könne man künftig Beschlüsse fassen, „ohne in einer großen Festung gefangen zu sein“. Allerdings wird sowohl seine Fraktion als auch jene, die sich mitte-rechts gebildet hat, Schwierigkeiten haben, Mehrheiten zu bilden. mehr lesen / lire plus

Kantinen-Petition in der Chamber: Esst luxemburgisch!

Wie man in den Kantinen mehr luxemburgische Produkte verarbeiten könnte, darüber wurde in der Chamber debattiert. Sinn und Unsinn einer solchen Initiative wurden allerdings kaum erwogen.

100 Prozent Luxemburg? Das Gras ist national, doch woher kommt das Kraftfutter für diese Rinder? (Wikimedia / PlayMistyForMe / CC BY-SA 1.0)

Luxemburger Produkte für Luxemburger Kantinen – wer könnte dagegen sein? 8.000 Unterschriften kamen für eine Petition zusammen, die ihre vermehrte Verwendung in öffentlichen Kantinen fordert. Und beim Chamber-Hearing gab es am vergangenen Freitag auch fast nur Zustimmung für sie.

Nicht einmal Déi Lénk, oft die einzige Partei, die im Parlament fortschrittlich-kritische Positionen vertritt, hatte etwas zu bemängeln. mehr lesen / lire plus

Finnland: Grundeinkommen als Falle


Nicht nur in Luxemburg soll der Bezug von Sozialleistungen terminologisch aufgehübscht werden. Ein Experiment in Finnland erprobt die staatliche Zahlung eines Grundeinkommens in Höhe von 560 Euro. Der Zwang zur Arbeit gehört auch hier zum ideologischen Kern.

Künftige Bezieher des „Grundein-
kommens“? Finnische Farmer 
protestieren gegen fallende Lebensmittelpreise und die Auswirkungen der gegen Russland gerichteten 
Sanktionspolitik. Das Foto wurde im März 2016 in Helsinki aufgenommen. (Foto: Imgur)

Der „Revenu minimum garanti“ (RMG) in Luxemburg ist bald Geschichte; er wird durch den „Revenu d’inclusion sociale“ (Revis) ersetzt. „Wir wollen der bisherigen Prämie für Inaktivität ein Ende setzen, aber auch die Behördenwege vereinfachen“, lautet einer der von Familienministerin Corinne Cahen genannten Gründe für das von ihr am Montag vorgestellte Gesetzesprojekt. mehr lesen / lire plus

Freud und der Faschismus: Mit ergebenem Gruß


Der Titel reißerisch, die Ausführung anekdotisch: Ein Band über die vermeintliche Beziehung zwischen „Freud und Mussolini“ hält nicht, was er dem Anschein nach verspricht. Die Darstellung des katholisch-faschistischen Schulterschlusses gegen die italienische Psychoanalyse macht die Lektüre dennoch lesenswert.

Roberto Zapperis schmale Studie „Freud und Mussolini“ provoziert mit der Andeutung, es habe eine Verbindung zwischen dem Begründer der Psychoanalyse und dem italienischen Diktator gegeben. Motiviert wird der Titel durch eine Widmung Freuds an Mussolini, deren Entstehung nach Einschätzung des Autors nie hinreichend erklärt wurde. Zapperi gesteht, selbst regelrecht geschockt gewesen zu sein, als er den Text erstmals zu lesen bekam: „Benito Mussolini mit dem ergebenen Gruß eines alten Mannes der im Machthaber den Kultur-Heros erkennt. mehr lesen / lire plus

Droits fondamentaux : La peur paie

Le risque d’attentats a conduit à une réaction disproportionnée de la part des gouvernements européens, a constaté Amnesty International cette semaine. Au-delà des droits de l’homme bafoués, c’est toute une industrie de la peur qui se gave.

(Photo: wikimedia_commons)

Vous rappelez-vous le temps d’après les attentats contre Charlie Hebdo et l’Hyper Cacher ? Pas la traque aux terroristes, mais la multiplication des mises en examen pour « apologie du terrorisme » ? Souvent appliquées à des mineurs – qui ne savaient pas forcément le poids de leurs paroles et qui voulaient probablement plutôt tester leurs limites, voire provoquer -, les condamnations plutôt sévères (385 en 2015 seulement) ne concernent pourtant pas des jeunes en partance pour la Syrie ou préparant un attentat. mehr lesen / lire plus

Journée migrations et changement climatique

À l’heure où, à travers le monde, le nombre de réfugiés, déplacés internes et migrants « économiques » atteint des sommets inégalés, une « catégorie » de réfugiés est souvent omise dans le débat public : les réfugiés climatiques et environnementaux. Pourtant ils existent, et le réchauffement climatique laisse présager que leur nombre pourrait fortement augmenter dans les prochaines années. « Le changement climatique, moteur des migrations », voilà le titre de toute une journée d’information autour du sujet, le mercredi 25 janvier, proposée par une douzaine d’organisations dont le Cercle des ONG, l’Asti ou encore Attac. Après un « déjeuner de présentation » à 12h15 au centre culturel Altrimenti en présence de Dina Ionesco, coauteure de l’« Atlas des migrations environnementales », un séminaire sur le même sujet aura lieu de 16h à 18h à Neimënster. mehr lesen / lire plus

Oekotopten-Entdieselung: Späte Einsicht

Im Vorfeld des Autofestivals 2017 zieht die Beratungsstelle Oekotopten Konsequenzen aus dem Skandal um gefälschte Diesel-Abgaswerte. Ein richtiger Schritt, auch wenn manche Empfehlungen Ratlosigkeit hervorrufen.

Tesla Model S – wirklich umweltverträglich. (Wikimedia / Jeremy / CC BY 2.0)

„Entdieselung für bessere Luft“, so ist das Kommuniqué der Beratungsstelle Oekotopten.lu zum Autofestival 2017 überschrieben. „15 Monate nach den ersten Meldungen des Abgasskandals bei VW reißt die Serie neuer Enthüllungen nicht ab. (…) Die Verunsicherungen bei den Konsumenten bleibt.“ Deshalb hat sich Oekotopten entschlossen, auch ihre nach Fahrzeugtyp unterteilten Listen empfohlener Automodelle zu „entdieseln“.

Endlich, werden die woxx-LeserInnen denken, denn seit vielen Jahren warnen wir vor den Gefahren der Dieselabgase. mehr lesen / lire plus

Prostitutionsgesetz
: Zu viele Kompromisse

Am gegenwärtigen Gesetzesentwurf zur Prostitution wird vieles bemängelt. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Regierung der Kritik gerecht werden kann, ohne sich klar für ein Modell zu entscheiden.

Das „Luxemburgische Modell“: ein Kompromiss zwischem „nordischem“ und „deutschem Modell“. (Foto: ©Wikipedia)

Dass Luxemburg immer den „goldenen Mittelweg“ sucht, ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Auch im Umgang mit dem Problem der Prostitution besteht auf Seiten der Regierung das Bedürfnis, ein landeseigenes Modell von ebendieser Art durchzusetzen. Nur damit, so offenbar die Überzegung, könne der spezifischen Situation des Großherzogtums Rechnung getragen werden. Diese Haltung stößt jedoch auf Kritik.

Auf den Entwurf zum neuen Prostitutionsgesetz, der im Juni 2016 vorgestellt wurde, reagierten zahlreiche Organisationen mit Gutachten. mehr lesen / lire plus

Russland unter Putin
: Die Souveränität der Seilschaften

Als „Vertikale der Macht“ bezeichnet Wladimir Putin das von ihm geschaffene und auf Klientelwirtschaft basierende Herrschaftssystem. Doch er jongliert mit Loyalitäten – und muss aufpassen, dass er dabei nicht die Kontrolle verliert.

Komfortabler als an Bord der Kursk: Der russische Staatspräsident im August 2105 als Teilnehmer einer Expedition der Russischen Geographischen Gesellschaft nahe der im Jahr zuvor annektierten Krim. (Foto: Website des russischen Staatspräsidenten)

„Wenn Demokratie Staatszerfall bedeutet“ sagte Wladimir Putin im September 2003 im Gespräch mit der „Washington Post“, „dann brauchen wir keine solche Demokratie“. Seit er sein Amt als russischer Staatspräsident im Jahr 2000 zum ersten Mal angetreten hat, inszeniert sich Putin als Verkörperung eines starken Staats. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2017

Fado lebt

Sogar als konserviertes Museumsobjekt aus einer vergangenen Epoche würde Fado dauerhaft im musikalischen Gedächtnis präsent bleiben, tatsächlich aber ist er lebendiger denn je. Es ist erstaunlich, wie viele jüngere portugiesische MusikerInnen sich auf ihn beziehen. Die 33-jährige Gisela João stammt aus Barcelos im Norden, begann ihre Karriere in Porto und ist schließlich nach Lissabon gekommen. Ihr erstes Album erschien 2013, erreichte Platz eins der portugiesischen Charts und war auch in der Weltmusikszene sehr erfolgreich. Jetzt ist gerade ihre zweite Studioplatte „Nua“ herausgekommen. Die meisten der 13 Stücke unterwerfen sich nicht einem strengen, klassischen Schema, aber ihre beeindruckende Alt-Stimme und die instrumentelle Begleitung sind immer intensiv vom Fadostil durchtränkt. mehr lesen / lire plus

Primaire de la gauche
 : Rien n’est écrit


Le Parti socialiste et ses alliés tiennent, ce dimanche, leur primaire pour désigner le candidat de la gauche. Dans cette campagne électorale hautement imprévisible, tout semble toujours possible.

Ils comptent bien bousculer une élection présidentielle d’ores et déjà imprévisible : Jean-Luc Mélenchon et Emmanuel Macron.(Photos : Wikimedia ; Official Leweb Photos/flickr)

Sa campagne ne se passe pas tout à fait comme il l’aurait souhaité : mardi, Manuel Valls, en déplacement à Lamballe en Bretagne, s’est fait gifler par un jeune homme proche des mouvements nationalistes bretons. Un acte qui fait écho à l’« enfarinade » qu’il a subie le 22 septembre à Strasbourg, par un adversaire de la loi travail cette fois. mehr lesen / lire plus

Avant-Garde: Hau drauf!

Endlich ist die Winterpause vorbei, und auch die Rotondes begrüßen wieder MusikliebhaberInnen in ihrer guten Stube – an diesem Freitag mit KrausFrink & Conrad und Monophona.

KrausFrink & Conrad:
Die bösen Buben der Perkussion-Szene.

Das Duo Victor Kraus und Martin Frink braucht man in Luxemburg fast nicht mehr vorzustellen. Die beiden Vollblutmusiker, die sich ganz den Perkussionsinstrumenten verschrieben haben, waren nicht nur bei Konzerten auf diversen Bühnen des Großherzogtums zu erleben, sondern haben auch öfters bei Theaterproduktionen – wie zum Beispiel im TNL oder im Casino – mitgewirkt.

Wer bei Perkussion nur an Schlagzeug denkt, liegt aber grundfalsch. Die Welt der Perkussionsinstrumente ist weit größer und umfasst neben den Schlaginstrumenten aller Sorten auch Melodie-Instrumente wie Xylophon, Vibraphon, Marimbaphon oder das Glockenspiel. mehr lesen / lire plus

Peintures : Devant la loi

« The Crushing Force of the Unappeasable Law », la deuxième exposition personnelle du peintre David Russon à la galerie Nosbaum & Reding, est d’une noirceur contemporaine qui interpelle.

Qu’elles soient kafkaïennes ou simplement liées à la gravité, transgressées ou respectées, notre univers comme nos sociétés sont régis par des lois. Parfois des garde-fous nécessaires, parfois fondamentalement injustes ; toujours est-il qu’elles reflètent aussi la relation qu’entretient la société avec les individus qui la composent. Et ce sont ces reflets qui se retrouvent sur les toiles de David Russon.

Tenues dans des couleurs sombres – souvent même carrément en noir et blanc -, celles-ci se distinguent par un hyperréalisme qui confirme la maîtrise technique du peintre. mehr lesen / lire plus