Annes Weltreise (5/6)
: Armenien. 
Kein Sommermärchen


Anne Schaaf hat Armenien mit einem Rucksack voller Puzzlestücke verlassen. Diesen schüttet sie nun aus und fügt die unterschiedlichen Eindrücke in mühevoller Kleinstarbeit zusammen, damit sich ein Gesamtbild von ihrer Reisestation im Kaukasus ergibt.


Die Erinnerung an bessere Zeiten: Für viele junge Armenier ist sie ein Trümmerfeld. Fotos: Anne Schaaf)

Die Töne, die in meinen Überlegungen zu Armenien mitschwingen, sind so unverwechselbar wie das Land selbst. Der Soundtrack zum Film in meinem Kopf wurde von System of a Down komponiert. Einer aus Armenien stammenden, aber in den USA lebenden Band, die meine Jugend geprägt hat. Mich hat schon immer beeindruckt, dass Serj Tankians Stimme trotz des Geschosshagels aus musikalischen Maschinengewehren stets unversehrt bleibt und das Gesamtgebilde in seiner subversiven Machart wie eine extrem energische, nicht abklingen wollende Kampfansage klingt. mehr lesen / lire plus

USA
: Kürzen mit Herz

Zu wenige republikanische Senatoren in den USA stimmen bislang der Gesundheitsreform zu, die nach offiziellen Schätzungen 22 Millionen Menschen die Krankenversicherung kosten würde. Doch der Druck steigt, endlich ein Gesetz zu beschließen.

Kämpfen um Obamacare: Proteste für die Beibehaltung der aktuellen Krankenversicherung 
in den USA. (Foto: Flickr)

Donald Trump sorgt zuverlässig für Skandale. Seit er am Sonntag auf Twitter eine Videomontage veröffentlichte, die ihn zeigt, wie er einen Mann, dessen Kopf mit dem CNN-Logo überblendet ist, angreift und schlägt, wird einmal mehr vor allem über ihn debattiert – und weniger über die Unfähigkeit des US-Präsidenten und der Republikaner im Kongress, eine Gesundheitsreform zustande zu bringen. mehr lesen / lire plus

Fünf Fragen an: Christa Brömmel

Im Vorfeld der Gemeindewahlen interviewt die woxx jede Woche einen Kandidaten oder eine Kandidatin: Dieses Mal haben wir mit Christa Brömmel gesprochen, die für déi Gréng in Luxemburg-Stadt antritt.

(Foto: déi gréng)

woxx: Sie kandidieren zum ersten Mal für den Gemeinderat – hat Sie die Kampagne des Chancengleichheitsministeriums überzeugt?

Christa Brömmel: Nein (lacht) – aber abgeschreckt hat sie mich auch nicht, auch wenn mich der visuelle Auftritt nicht überzeugt. Mir gefällt die Politik, die die Grünen über die vergangenen beiden Legislaturperioden gemacht haben. Ich hätte gerne, dass das noch weitergeht und möchte mich persönlich dafür einsetzen.

Bislang waren Sie ausschließlich im NGO-Bereich, also quasi in der außerparlamentarischen Opposition aktiv. mehr lesen / lire plus

Sekundarschule: Reform kommt

Mit der „Lycéesreforme“ hofft das Bildungsministerium, der großen Heterogenität der SchülerInnen besser gerecht werden zu können. Doch stößt das Gesetz weiterhin auf Kritik.

(Bildquelle: Ministère de l’éducation)

Die Reform zum Sekundarschulunterricht wird im kommenden Herbst in Kraft treten. Fünf Jahre wurde an der Reform gearbeitet. Zeitweilig habe es so ausgesehen, als könne und wolle das Lyzeum nicht reformiert werden, so Claude Meisch auf einer Pressekonferenz. Im Laufe dieses Prozesses habe der Minister mit allen SchülerInnen- und LeherInnenvertretungen, Direktionen und Elternvereinigungen und Services de psychologie et d’orientation scolaires (Spos) gesprochen. Das nun erreichte Resultat sei eine „große Reform“, die, wie das Bildungsministerium erklärt, zwölf Antworten auf bestehende Herausforderungen liefert. mehr lesen / lire plus

Berliner Polizei räumt für Luxemburger Miethai

Bereits im Mai berichtete die woxx über das Kiezprojekt „Friedel 54“ in der deutschen Hauptstadt. Seit Mai war dem Sozialen Zentrum, das im Viertel Neukölln liegt, gekündigt worden – die AktivistInnen hatten die Immobilie darauf hin besetzt. Der Besitzer, eine Immobilienfirma namens „Pinehill“, eingetragen auf einen gewissen Frédéric Gautier-Winther mit Briefkasten auf Limpertsberg, wollte auf keinen der Vermittlungsvorschläge der Mieter eingehen. Am vergangenen Donnerstag, dem 29. Juni, bereiteten 500 Einsatzkräfte der Berliner Polizei der Besetzung ein Ende. Mit dabei ausgerechnet jene PolizistInnen, die vorher vom G-20 Gipfel wegen alkoholisierter Sexparties abgezogen worden waren. In dem Kiez war ihnen jedoch nicht zum Feiern zumute, denn die Räumung ging äußerst gewaltsam vonstatten, auch MedienvertreterInnen wurden teils brutalisiert. mehr lesen / lire plus

LSAP-Entrismus beim Landesverband?

Nachdem der Präsident des FNCTTFEL, Jean-Claude Thümmel, letzten Freitag auf der Generalversammlung der Eisenbahnersektion bei der Wahl zum Verbandsvorstand durchfiel – Generalsekretär Franky Gilbertz ereilte das gleiche Schicksal –, war im Tagblatt von einem Paukenschlag die Rede. Dass hier ein Bestreben wirksam ist, die derzeitige Leitung zu desavouieren, war allerdings schon früher deutlich geworden. Zum Beispiel Anfang März, als im Vorstand beschlossen wurde, den ordentlichen Kongress um ein Jahr auf Oktober 2017 vorzuziehen. Die Führung, die sich gegen dieses Vorhaben aussprach, zog mit 8 gegen 24 Stimmen den Kürzeren. Der starke Mann bei dieser Attacke war Nico Wennmacher, Thümmels Vorgänger im Amt und Vorsitzender der mächtigen Pensionärsabteilung. mehr lesen / lire plus

Fuchs geschützt, Gans vogelfrei?

Ob es eine Hierarchie der schützenswerten Tiere gebe, wollte in einer parlamentarischen Anfrage Sylvie Andrich-Duval wissen. Weil Füchse zunehmend in Kleintier-Zuchtanlagen eindringen, gehe, so die CSV-Abgeordnete, „wertvolles Zuchtmaterial“, insbesondere bei seltenen Geflügelrassen, verloren. Sie schlägt implizit vor, das Fuchsjagdverbot aus diesem Grunde kurzfristig wieder aufzuheben. In ihrer gemeinsamen Antwort erklären Umweltministerin und Landwirtschaftsminister, alle Tiere seien gleichermaßen schützenswert und man nehme die Probleme der Kleintierzüchter sehr ernst. Allerdings seien der Regierung keine „wissenschaftlichen Daten“ bekannt, denen zufolge die durch Füchse verursachten Schäden zugenommen hätten. Eine von den Züchtern erhobene Statistik wird von den Ministerien als unbrauchbar eingestuft, da die Schäden auch auf andere Prädatoren zurückgehen könnten. mehr lesen / lire plus

e-Laksembörg

Die woxx verfügt zwar über eine noble Adresse in der „Avenue de Liberté“, doch der Ausbau des Glasfaserkabels macht bislang einen großen Bogen um die Redaktionsbüros. Daran soll sich bis April 2021 auch nichts ändern – sagt die Post und bietet lediglich eine Kupfer-Verbindung an. Bleibt als Alternative der lokale Fernsehdistributor, der einen fünfmal schnelleren Internet-Zugang über Koaxialkabel bereithält. Fixer als diese Verbindung sind allerdings die Geldeintreiber, die kurz nachdem sie vermeintlich ausstehende Gelder angemahnt hatten, die Leitung auf 300 Kb pro Sekunde herabsetzten. Dies hätte fast zum Totalausfall der letzten woxx-Ausgabe geführt. Zwar ist die woxx keine säumige Zahlerin, sondern verfügt eigentlich noch über eine komfortable Gutschrift, doch dauerte es gut 24 Stunden, bis der Anbieter seinen Irrtum er- und anerkannte. mehr lesen / lire plus

Eis Epicerie : lauréate à l’avenir incertain

Le jury du Bio-Agrar-Präis 2017 vient de décerner son prix au projet Eis Epicerie (« Notre épicerie ») de Sanem, « première épicerie solidaire du Luxembourg où plus de 1.500 produits issus de productions locales, biologiques ou durables sont proposés, à un prix solidaire et pour tout le monde ». Le prix du public a été remporté par le label Bio-Lëtzebuerg mis en place pour des produits biologiques d’origine luxembourgeoise. Que le jury couronne Eis Epicerie n’est pas anodin dans le contexte de la politique locale sanemoise. En effet, les deux personnes qui ont lancé et animé le projet depuis deux ans sont l’échevine Myriam Cecchetti et le conseiller communal Jos Piscitelli. mehr lesen / lire plus

Nation: Was ist das Problem?

Seit jeher wird das Konzept der „Nation“ kontrovers diskutiert. Eine hierzulande in den sozialen Netzwerken kürzlich entstandene Polemik zeigt, dass es zwar viele Meinungen gibt, aber vor allem unbeantwortete Fragen.

Das „Antinationale Fest“ in der „Gantenbeensmillen“ der Jonk Lénk war als Safe Space und Gegenverantstaltung zum traditionellen Nationalfeiertag angelegt. (Foto: Jonk Lénk)

Manchmal kommt das Festhalten an bestimmten Werten und Traditionen erst dann besonders zum Vorschein, wenn diese als bedroht wahrgenommen werden. Beim Luxemburger Nationalstolz wird dies immer wieder sichtbar, wenn es darum geht, ein wenig von „luxemburgischen Traditionen“ abzurücken: beim Referendum zum EinwohnerInnenwahlrecht, bei Diskussionen rund um den jeweiligen Stellenwert der offiziellen Landessprachen, oder auch, wie zuletzt, als die Jonk Lénk die Daseinsberechtigung des Nationalfeiertags öffentlich in Frage stellten. mehr lesen / lire plus

Politique culturelle
 : Tous assis 
sur la culture

Les fameuses assises culturelles en sont à leur première mi-temps – et le bilan, volontairement flou, témoigne surtout de la méfiance persistante entre artistes et ministère.

Guy Arendt et Jo Kox lors de la présentation à la presse du bilan intermédiaire. (Photo : © Ministère de la Culture)

Curieux quand même, ce contraste : quand, il y a plus ou moins exactement un an, les assises culturelles furent enfin annoncées et concrètement organisées, rares étaient celles et ceux qui donnaient cher de leur peau. On parlait alors volontairement d’un événement « alibi », censé faire diversion pour ne pas évoquer les vrais problèmes. mehr lesen / lire plus

Rifkin-Studie: Kein Allheilmittel

Ist die Studie nur ein Alibi, um an der Wachstumsspirale weiterdrehen zu können? Gefahren und Chancen des Rifkin-Prozesses in den Augen des Mouvement écologique.

Zukunftsentscheidungen: Mensch oder Technik?

„Aus der Wachstumsfalle eine Wachstumsopportunität machen!“ Das, wozu die Rifkin-Studie laut Étienne Schneider dienen kann, passt dem Mouvement écologique überhaupt nicht. Und war deshalb einer der Punkte der Kritik, die die NGO an dem vom Wirtschaftsministerium im vergangenen Herbst eingeleiteten Prozess anbrachte (woxx 1398). „Wir wollen wissen, was wachsen soll“, so die Vizepräsidentin Béatrice Kieffer bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Die Politik solle das Wachstum im Sinne der nachhaltigen Entwicklung steuern. Der Mouvement befürchtet, dass ohne politische Richtungsentscheidungen die Rifkin-Studie nur ein Alibi ist für ein „Weiter wie bisher“. mehr lesen / lire plus

Communes et logement social
 : Peu d’ambitions

Les communes pourraient jouer un rôle important dans la solution au problème du logement. Pourtant elles n’affichent guère de volonté en ce sens.

En 2011, 32 pour cent des habitations à Vienne (Autriche) étaient dans les mains de la commune ou de sociétés coopératives sans but lucratif. Une vieille tradition, comme ci le 
Karl-Marx-Hof, inauguré en 1930. (Photo : Wikimédia)

À la fin du siècle dernier, lorsque la vague néolibérale battait son plein, on parlait beaucoup de réforme de la comptabilité des communes. Il s’agissait moins de revoir les flux de distribution des revenus publics entre les différents niveaux communaux et l’État que de trouver une parade aux problèmes auxquels étaient confrontées de nombreuses communes, suite notamment à la désindustrialisation et aux pertes en revenus fiscaux qu’elle engendrait. mehr lesen / lire plus

Body Count : Bloodlust

Il était devenu rare ces dernières années de trouver l’écoute critique d’un groupe de metal dans ces pages. Mais pour « Bloodlust », le dernier album de Body Count, une exception s’imposait. Ce groupe, fondé en 1991 par le rappeur Ice-T et son meilleur ami, le guitariste Ernie C, avait défrayé la chronique déjà à sa conception. Mélange de hip-hop et de metal, ainsi que paroles provocatrices avec en arrière-fond le combat des Afro-Américains contre la violence policière et les injustices sociales : la combinaison faisait jaser à une époque où les genres étaient encore plus cloisonnés que de nos jours. mehr lesen / lire plus

Heinz Strunk : Jürgen

Hatte sich Heinz Strunk noch letztes Jahr mit „Der Goldene Handschuh“ an dem berüchtigten Serienmörder Fritz Honka abgearbeitet und der Hamburger Unterwelt der Säufer und der Verzweifelten ein Denkmal gesetzt (das übrigens von Fatih Akin verfilmt wird), so geht es nun in „Jürgen“ doch etwas beschaulicher zu. Allerdings nur an der Oberfläche, denn die Geschichte des Jürgen Dose, der ein ganz armer Wurm ist, ist gespickt mit Alltagsbeobachtungen zwischen Hoffnung und Sarkasmus, in denen sich die Lieblosigkeit unserer Leistungsgesellschaft spiegelt. Denn die Liebe ist es, was Jürgen sucht, aber als unattraktiver Mittvierziger wohl kaum finden wird – zumal da er eine halbdemente und sehr besitzergreifende, paranoide Mutter pflegen muss und sein bester Freund ein etwas hinterhältiger Rollstuhlfahrer ist. mehr lesen / lire plus