Deutschland
: Persons of Interest

Nach den Protesten gegen den G20-Gipfel ermittelt die Hamburger Polizei mit leidenschaftlichem Eifer. Dabei greift sie im großen Stil auf die Videoüberwachung im öffentlichen Raum zurück.

United We stand“: Solidaritätsaktion mit Kriminalisierten und gegen staatliche Repression im Zusammenhang mit dem G20-Protest vor dem Hamburger Landgericht. (Foto: Gaston Kirsche)

„Die Soko Schwarzer Block macht mit ihrem Namen klar, wo die Polizei den Feind verortet“, erklärte Tina Fritsche Ende September: „Sie vermittelt Aktivität, in dem sie Ermittlungen gegen einzelne Linke verkündet“, so die Gewerkschafterin, die sich auch im Alternativen G20-Mediencenter FCMC engagiert.

Vergangenen Juli hatte der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer eine „Sonderkommission Schwarzer Block“ eingerichtet und darum viel Aufhebens gemacht. mehr lesen / lire plus

Namens- und Geschlechtsänderung

Die Menschenrechtskommission (CCDH) zeigt sich zufrieden mit dem kürzlich vorgelegten Gesetzesprojekt zur erleichterten Änderung des Namens- und Geschlechtseintrags im Personenregister. Der Entwurf sieht vor, dass es künftig ausreicht, einen Antrag beim Justizministerium zu stellen. Eine Rechtfertigung, wie beispielsweise ein medizinischer Nachweis, ist nicht mehr nötig. Das Gesetz wird für alle in Luxemburg lebenden Personen gelten, unabhängig von ihrer Nationalität. In ihrem Gutachten begrüßt die CCDH, dass die Gesetzesänderung zur Respektierung der Grundrechte und Privatsphäre von Trans*personen beitrage. Indem das Selbstbestimmungsrecht beachtet wird, finde eine Entpathologisierung und „Entverrechtlichung“ statt. Neben dem Lob weist die Kommission in ihrem Gutachten jedoch auch auf noch in Angriff zu nehmende Maßnahmen hin. mehr lesen / lire plus

Forum: Vielfalt in der Schule

Mit einer kleinen Verspätung, die dem Forum-team zufolge auf die „angespannte Personalsituation“ zurückzuführen ist, erschien am gestrigen Donnerstag eine Doppelausgabe des Magazins. Im ersten Teil des Meta-Dossiers dreht sich alles um das Thema Schule. Im Fokus steht hierbei, wie Jürgen Stoldt einleitend erklärt, nicht die von vielen als chaotisch empfundene aktuelle Schulpolitik. Vielmehr sollen allgemeinere Anforderungen an das Bildungswesen ins Auge gefasst werden. Konsens ist dabei, dass es einer möglichst breiten Diversifizierung bedarf, zu erreichen unter anderem durch die Einführung des Fachs Vie et société, ein vergrößertes sonderpädagogisches Angebot und die Integration von Geflüchteten. Aus einem übergreifenden Blickwinkel analysiert Hedwig E. mehr lesen / lire plus

Culture : la logique économique continue

Quelle agréable surprise pour les associations conventionnées dans le secteur culturel de découvrir dans leurs boîtes postales et électroniques la nouvelle initiative du ministère de la Culture ! En effet, ils y sont priés de désormais passer leurs données financières à une boîte privée du nom de dashboard.lu. Et cela non seulement pour l’année en cours, mais aussi pour les saisons depuis 2014 avec une deadline fixée au 3 novembre. Ce qui pour beaucoup d’associations s’avère être une mission impossible, surtout en pleine saison. Selon nos informations, la Theater Federatioun aurait déjà contacté le ministère pour demander un allongement du délai. mehr lesen / lire plus

hack.lu“ – Computersicherheitskonferenz in Luxemburg

Schon zum dreizehnten Mal fand diese Woche die „hack.lu“ statt. Auf der Konferenz fanden sich HackerInnen und alle, die sich mit den Themen Informationssicherheit, Privatsphäre, Kryptografie und deren Implikationen für die Gesellschaft beschäftigen, zusammen. Ein übergreifendes Thema gab es nicht, dafür waren die Themen der Vorträge und Workshops bunt gemischt: Von Geräten, mit denen Autos gehackt werden können, über die Gefahren mangelnder IT-Sicherheit in Krankenhäusern bis hin zur speziellen Bedeutung einer gesicherten Privatsphäre in der Queer Community. Dabei wurde es durchaus auch politisch. So zum Beispiel beim Thema Krypografie-Gesetze in Frankreich. Neben dem Vortragsprogramm konnten die TeilnehmerInnen sich auch bei „Powerpoint-Karaoke“ vernetzen und ihre Hacking-Fähigkeiten in einem sogenannten „Capture the Flag“-Wettbewerb testen. mehr lesen / lire plus

Zweiter Weltkrieg
: Ungefährliche Archive

Die Historikerin Inna Ganschow ist damit beauftragt die Archive der luxemburgischen Kriegsgefangenen in der ehemaligen Sowjetunion zurückzuholen. Die woxx unterhielt sich mit ihr über ihren Fund und dessen Bedeutung.

Dr. Inna Ganschow forscht seit September 2017 im Rahmen des über Lydie-Schmit-Stiftung unterstützen Projekts zur russischen Migration in Luxemburg im 20. Jahrhundert am Zentrums für Zeitgeschichte und digitale Geschichtswissenschaften C2DH 
an der Universität Luxemburg. (Foto: © LW_Joaquim Valente)

woxx: Sie sind soeben aus Moskau zurückgekehrt, wo Sie versucht haben, die Archive der luxemburgischen Kriegsgefangenen aufzuspüren. Was genau war ihre Mission?


Inna Ganschow: Eigentlich forsche ich über die russischen Kriegsgefangenen in Luxemburg – das war der Ursprung und Ausgangspunkt meiner Arbeit: die Geschichte der Russen in Luxemburg. mehr lesen / lire plus

Uni-Rektor: Schnellstart

Die schnelle Nominierung des neuen Uni-Rektors wird nicht überall als erlösend empfunden.

Wenn jemand bislang Zweifel an der Effizienz der Uni Luxemburg gehegt haben sollte, so wurde er in den letzten Wochen eines Besseren belehrt. Noch Anfang September wusste Yves Elsen, Präsident des „Conseil de gouvernance“ der Universität Luxemburg, nicht einmal andeutungsweise zu sagen, wie es mit der Ernennung des Rektors weitergehen werde. In einem Land-Interview konnte er lediglich bestätigen, dass die „Findungskommission“ damit beschäftigt sei, die Kandidaturen durchzusehen. „In den nächsten Wochen“ solle dann dem Verwaltungsrat eine Shortlist zugehen, anhand derer er eine Entscheidung treffen werde, zu der der Universitätsrat dann noch Stellung nehmen könne. mehr lesen / lire plus

Alimentation et climat : Tout faux, le filet


Manger des légumes, c’est bon pour le climat aussi, tandis que la viande de bœuf a tout faux. L’auteur Jean-Luc Fessard invite à repenser le contenu de nos assiettes.

Jean-Luc Fessard lors de la conférence « Sauver le climat, ça passe (aussi) par nos assiettes ! » organisée par Etika asbl, 
Attac et Slow Food.
 (Photo : RK)

Pour sauver le climat, je prendrais bien le tram… sauf que là où j’habite, il n’y en a pas. Je rénoverais bien ma maison… sauf qu’il est interdit d’apporter des modifications dans notre quartier. Certes, les transports et le logement sont considérés comme secteurs prioritaires en matière de lutte contre le réchauffement planétaire par les pouvoirs publics. mehr lesen / lire plus

Umwelt und Menschenrechte: Goldminen in Peru

Aus Anlass dreier Vorführungen der Dokumentation „Hija de la Laguna“ („Tochter der Lagune“) ist zurzeit die peruanische Landwirtin und Aktivistin Nélida Ayay Chilón in Luxemburg zu Gast. Sie ist die Protagonistin dieses Films, der vom Protest gegen die Bergbauarbeiten von Yanacocha, der größten Goldmine Lateinamerikas, handelt. An deren Betreiber, Newmont Mining, hält der luxemburgische Pensionsfonds Anteile.

(Foto: ASTM)

Woxx: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ernesto Cabellos Damián, dem Regisseur des Films?

Nélida Ayay Chilón: Ich hatte zuvor bereits in einem Kurzfilm über Umweltschutz mitgespielt. 2012 nahm ich an der „Marcha nacional del Agua“, einer landesweiten Demonstration zum Schutz der Wasservorkommen, teil. mehr lesen / lire plus

Mobilisation générale contre le glyphosate

Comment remettre le génie dans la bouteille… de Roundup ? C’est ce que doivent se demander ces jours-ci les conseillers en communication du géant de l’agrochimie Monsanto. En effet, l’autorisation européenne pour le glyphosate, la substance active du fameux herbicide, expire à la fin de l’année. Et la mobilisation contre une prolongation est plus forte que jamais. Même au Luxembourg, le sujet est suffisamment sensible pour que le ministre de l’Agriculture Fernand Etgen annonce sur 100,7 vouloir s’opposer à un renouvellement pour dix ans de l’autorisation, comme le propose la Commission européenne. Le ministre rappelle également que le nouveau « Plan national pesticides » prévoit de restreindre fortement l’usage du glyphosate. mehr lesen / lire plus

Social-démocratie : Et si ?

Les pertes dramatiques du LSAP lors des communales du 8 octobre dernier sont le signe que la grande crise de la social-démocratie a touché inéluctablement le grand-duché. Avec un macronisme à la luxembourgeoise comme conséquence ?

Le constat est sans appel : le LSAP est le grand perdant des communales, et la prochaine claque aux législatives dans un an se dessine déjà à l’horizon. Le cancer du désenchantement, qui a déjà ravagé ses partis frères en Allemagne, a commencé à ronger aussi les organes vitaux du parti socialiste au grand-duché. Et comme s’il portait la poisse, même dans les communes où le LSAP pourrait en théorie prendre part à des coalitions, il est vite écarté – même par les partenaires de la coalition au niveau national. mehr lesen / lire plus

Österreich: An der schönen braunen Donau

Das Resultat der österreichischen Wahlen ist bitter: Die Grünen fliegen aus dem Nationalrat, eine schwarz-blaue Regierung ist wahrscheinlicher denn je.

Sebastian Kurz, der neue Showmaster der österreichischen Politik, bedankt sich bei seinen WählerInnen. (Foto: EPA / Christian Bruna)

Das Wahlergebnis der Nationalratswahlen in Österreich am vergangenen Sonntag zeigt wie erwartet den gewaltigen Rechtsruck, der sich in der Alpenrepublik vollzogen hat. Die konservative ÖVP – angetreten als „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ – gewann ein knappes Drittel der Stimmen. SPÖ und FPÖ teilen sich den zweiten Platz: Sowohl die SozialdemokratInnen als auch die Freiheitlichen holten je ein Viertel der Stimmen, wobei die SPÖ mit 52 Mandaten einen Sitz mehr als die FPÖ erringen konnte. mehr lesen / lire plus

Marx verstehen
: Die Seele des „Kapital“


Heute vor 50 Jahren starb Roman Rosdolsky, der Begründer der „Neuen Marx-Lektüre“ und sozialistische Revolutionär. Eine materialreiche Biographie erinnert an ihn und seine Frau Emmy Rosdolsky.

Pionierarbeit für die 
Marx-Lektüre: Der Historiker und Revolutionär Roman Rosdolsky im Exil in den USA. 
(Bildquelle: Wikimedia)

Längst hat er begonnen, der Veranstaltungs- und Publikationsmarathon, mit dem an den 200. Geburtstag von Karl Marx im kommenden Jahr und an das erstmalige Erscheinen des „Kapital“ vor 150 Jahren erinnert wird. Das Gedenken ist ein bisweilen zwiespältiges Unterfangen, denn so manche der Grüppchen und Initiativen, die sich auf sein Hauptwerk berufen, würden mit dem, was sie daraus gelernt zu haben meinen, möglicherweise vor der Schärfe von Marx’ens Kritik nicht bestehen. mehr lesen / lire plus

Serie 1917 (6): Eine revolutionäre Reform


In Luxemburg bedeutete die Verfassungsreform von 1919 einen Paradigmenwechsel in der Frage der politischen Partizipation. Wie weit war diese Reform durch die Russische Revolution geprägt? Darüber diskutieren Luc Heuschling und Michel Dormal.

Brauchte es die Russische Revolution, damit sich in Luxemburg das allgemeine Wahlrecht durchsetzte? Für Politikwissenschaftler Michel Dormal … (Alle Fotos: radio 100,7)

Im Herbst 1917, gleichzeitig mit dem Ausbruch der Oktober-Revolution in Russland, begannen im Luxemburger Parlament Arbeiten für eine Verfassungsrevision. Sie waren allerdings das Resultat einer Debatte zum Wahlrecht, die lange vor dem 1. Weltkrieg begonnen hatte. Weshalb wurde das allgemeine Wahlrecht immer mehr zu einem politischen Thema?
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Willis Tipps: Oktober 2017

Venezolanisches Feuerwerk

Die Sängerin Betsayda Machado leitet seit 30 Jahren die Musikgruppe Parranda El Clavo in ihrem kleinen Dorf in der Nähe von Caracas. Die Musiker wurden erst vor kurzem „entdeckt“, gingen zum ersten Mal auf Tour und erregten sofort großes Aufsehen in Amerika. Das Ensemble, bestehend aus 18 SängerInnen und 13 Perkussionisten, hat das Album Loé Loá unter dem Mangobaum des Dorfes eingespielt. Die CD strotzt von Anfang bis Ende vor tropischer Lebensfreude, denn die Nachkommen aufständischer afrikanischer Sklaven fackeln hier im Wechselgesang ein pausenloses Feuerwerk eingängiger Melodien ab. Die instrumentelle Begleitung beschränkt sich auf den Einsatz lokaler Trommeln und Perkussionsgeräte, die aber einen so dichten und komplexen Teppich legen, dass nie das Gefühl entsteht, hier fehlten Akkord- oder Soloinstrumente. mehr lesen / lire plus