REGIERUNGSKOALITION: Ein verlorenes Jahr

Die EU-Präsidentschaft mag vieles erklären, doch die LSAP-CSV- Koalition wirkt nach einem Jahr perspektivlos.

Er sei keiner Arithmomanie – zu deutsch: Zählzwang – verfallen, meinte Premier Jean-Claude Juncker, als er während des letzten Pressebriefings vor der Sommerpause zu dementieren versuchte, Luxemburg sei in der Zeit der EU-Präsidentschaft in einen innenpolitischen Winterschlaf verfallen. Was folgte, war dennoch ein akribischer Zahlenregen, der eher auf Quantität denn auf Qualität ausgerichtet war. 21 Mal habe sich der Regierungsrat im ersten Halbjahr 2005 zusammengefunden, genauso oft wie in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Und bei der Gesetzgebung habe es mit 48 verabschiedeten „projets de loi“ geradezu geboomt. mehr lesen / lire plus

LOBBYISMUS: Kampf um Informationen

Weit über 10.000 Lobbyisten sind in Brüssel aktiv und versuchen, die EU-Politik zu beeinflussen. Nun soll ein Register für mehr Transparenz im Lobby-Dschungel sorgen.

Auf rund 15.000 wird die Zahl derer geschätzt, die in Brüssel Jobs nachgehen, die unter Begriffen wie „Consulting“, „Think Tanks“ oder schlicht Lobbying zusammengefasst werden. Immerhin 2.600 Interessensverbände aus der privaten Wirtschaft und der so genannten Zivilgesellschaft haben derzeit eine Niederlassung Brüssel, zwischen 60 und 90 Millionen Euro sollen sie jährlich in ihre Arbeit investieren. Allein 5.000 solcher Lobbyisten sind im Europäischen Parlament akkreditiert. Als „lästig“ bezeichnet sie der Luxemburger LSAP-Abgeordnete Robert Goebbels: „Manche haben es sich angewöhnt, die Abgeordneten vor wichtigen Gesetzes-Abstimmungen regelrecht mit Änderungsvorschlägen zu überschütten.“

Die Anmaßung, das Votum auf diese Weise zu beeinflussen, sei eine „Beleidigung“ für die Parlamentarier, so Goebbels, die Dauerpräsenz von 50 bis 100 Lobbyisten pro Kommissionssitzung sei zudem kontraproduktiv. mehr lesen / lire plus

LUXEMBURGENSIA: Vum Blat op den Ecran

Perl oder Pica? Dat wäerte sech d’Lëtzebuerger Kinosgänger geschwë froen, wann d’Verfilmung vum Jhemp Hoscheit sengem Roman op eis Ecranë kënnt.

Am richtege Film: de Jhemp Hoscheit um Tournage
vu „Perl oder Pica“. (Foto: Christian Mosar)

Et muss een oppassen, wann een sech am Moment zu Esch gemittlech wëllt widdert eng Hauswand stäipen. Wann ee méi genee hikuckt, da kinnt een nämlech ënner Emstänn mierken, dass et eng falsch Fassad ass. An der Rue Origer huet eng Filmequipe hir Zelter opgeschloen. Dat ass zu Lëtzebuerg näischt Ongeweinleches méi – just dass hei matzen an engem Quartier gedréint gëtt, dee fir d’Geleeënheet ganz am Stil vun de Siechzeger „relookéiert“ gouf. mehr lesen / lire plus

KIM KI-DUK: Amour interdit et club de golf

Avec „Bin Jip“, primé à la Mostra de Venise,
le réalisateur coréen Kim Ki-duk, livre une histoire d’amour intense.

Le jeune couple (Lee Seung-yeon et Jae Hee) sur le point d’ouvrir leur nouvelle demeure nocturne.

Il était une fois, un jeune homme en partie réel, à moitié fantôme. Aussi discret et banal que les affichettes qu’il colle sur les serrures des maisons, dans lesquelles il s’installe pour la nuit. Il vérifie simplement si les propriétaires n’ont pas enlevé l’affichette, ce qui trahit leur absence. Une combine aussi simple qu’efficace. Pourtant ce n’est pas un cambrioleur, il ne vide que les frigos et dort dans des lits pas faits pour lui. mehr lesen / lire plus

WIM WENDERS: Land of Plenty

Wim Wenders neuestes Werk zeigt die USA als zutiefst erschüttertes Land. Ein kriegsversehrter und paranoider Vietnamveteran der an jeder Ecke einen Terroristen vermutet, trifft auf seine Nichte, eine christliche Pazifistin, die sich in Krisengebieten engagiert. Ihre Reise führt gleichzeitig durch ein Land, das nach dem 11. September nie mehr das Gleiche sein wird, als auch tief in die Seelen des ungleichen Paares. „Land of Plenty“ ist ein vorurteilsfreier, europäischer Blick auf die Nordamerikaner: ein allzu seltenes Spektakel.

Im Utopia im Rahmen der Summerfollies. mehr lesen / lire plus

FOND-DE-GRAS: Die 100 besten Fotos aus National Geographic

Bis zum 28. August.

Wer immer noch glaubt, National Geographic sei lediglich für erstklassige Tierfotografie da, der wird derzeit im Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras eines besseren belehrt. Seit den Anfangstagen der Fotografie dokumentieren die Mitglieder dieser amerikanischen Gesellschaft faszinierende Entdeckungen ebenso wie furchtbare Katastrophen oder Kriege – sie ermöglichen so den LeserInnen des bekannten Magazins Einblicke in eine unbekannte Welt. Die Ausstellung „Die 100 besten Fotos aus National Geographic“ zeigt eine Auswahl an Bildern, die den Zuschauer abwechselnd verstören, ja mit ihrer direkten Aussagekraft gar überrumpeln und in sprachloses Erstaunen versetzen. Die kleinen Begleittexte zu jedem Foto liefern zusätzliche Informationen und setzen die Motive in das rechtes Licht. mehr lesen / lire plus