OBDACHLOSE: Ohne Lobby

Kritisiert werden die Obdachlosen, die Bonneweg belagern. Dabei wird übersehen, dass die Betroffenen keine Alternativen haben.

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Rezession und steigender Arbeitslosigkeit könnte man erwarten, dass bei den meisten BürgerInnen eine neue Einsicht gewonnen wird: Armut wird gesellschaftlich produziert und muss gesellschaftlich gelöst werden. Auch und vor allem dem städtischen Bürgermeister sowie den sozialen Institutionen müsste das klar sein. Eigentlich. Doch in einem kürzlich erschienenen Télécran-Artikel ermuntert Paul Helminger (DP) in populistischer Manier die Bonneweger Bevölkerung und somit auch seine potenziellen WählerInnen zu, mehr Selbstbewusstsein gegenüber den Obdachlosen – sie sollen sich „behaupten und (…) die Parkbänke für sich in Anspruch nehmen.“

Schlimm ist, dass gerade jene, die über die öffentlichen Mittel verfügen soziale Hilfe richtig anzuwenden, wie die staatlichen und karitativen Institutionen und Repräsentanten, sich aktiv daran beteiligen, das Phänomen Obdachlosigkeit zu vertuschen und die eigentlichen Probleme nicht anpacken. mehr lesen / lire plus

LUTTES SOCIALES: Paix chaude

Attaqué par des politiques néolibérales, isolé face au patronat et aux partis de gouvernement, menacé par l’opposition: l’OGBL est en difficulté.
Sa fête du travail nouvelle formule symbolise la mue d’un syndicat aux prises avec un climat social glacial.

C’était sa dernière fête du travail en tant que président de l’OGBL. Le 1er mai 2004, John Castegnaro avait appelé ses troupes à Schifflange. Le beau temps n’était pas vraiment au rendez-vous, une grisaille toute printanière dominait. Pas grave, le cortège devait de toute façon se clôturer dans la salle des sports de la commune. Ainsi rassemblés, les militant-e-s syndicaux allaient assister au dernier discours de 1er mai de l’inoxydable patron. mehr lesen / lire plus

MUSIKBAR: Na, macht es klick?!

An diesem Freitag wird das Nachtleben von Luxemburg-Stadt Nachwuchs erhalten. d:qliq, nennt sich die neue Alternative zu dem schon breit gefächerten Angebot für Partygänger.

Haben noch viel herumzuschleppen: Fred und Manu
aus dem d:qliq.

Die weißen Lieferwagen stehen Schlange in der engen Heilig-Geist-Gasse, nicht weit entfernt vom nationalen Geschichtsmuseum. Jeder einzelne liefert noch mehr braune Pakete in das – von außen klein anmutende – Lokal, und hetzt schnell weiter, ehe der Nächste in der Reihe hupt. Gerade rechtzeitig zum Termin erscheint Fred Baus, einer der beiden Initiatoren des Projektes mit einer Ladung Paletten, die aus den Stocks eines bekannten Supermarkts
stammen. mehr lesen / lire plus

KINO: Rote Fadenwolle

Kritik an dubioser Behördenschlamperei oder Tribut an
clevere Gaunertricks? Inside Man ist beides, aber keines so richtig.

Die Lösung des Falls lässt noch auf sich warten.

„Ich wähle meine Worte mit Bedacht und wiederhole mich deshalb auch nicht“. Mit dieser knappen Einlage stellt sich der gewitzte Bankräuber Dalton Russel (Clive Owen), dem Zuschauer vor. Im ersten Augenblick geben diese Anfangszeilen, zusammen mit vorangehender orientalischer Musik und beeindruckenden Großstadtaufnahmen, dem Zuschauer Anlass sich auf reines Unterhaltungskino zu freuen. Manchmal kann weniger mehr sein, doch im Falle von Inside Man zieht sich die anfängliche Aussage wie ein roter, aber nicht besonders glücklich gewählter Leitfaden durch den weiteren Handlungsablauf. mehr lesen / lire plus

MICHAEL GLAWOGGER: Working Man’s Death

Die Kohle für’s eigene Überleben aus einer stillgelegten Grube scharren, unter Lebensgefahr die Stahlkolosse ausgemusterter Öltanker zerschneiden. Nüchtern, genau beobachtend, stellt «Working Man’s Death« die Arbeitswelt jener Menschen dar, die aus dem Verwertungsprozess ausgespien worden sind – oder in Regionen leben, die an diesem Prozess nie wirklich teilhaben konnten. Schwerstarbeit erscheine ihm oft als die einzig wirkliche Arbeit, meint der Regisseur; im Widerspruch dazu erzählen die eindrucksvollen Bilder von der Arbeit in der kapitalistischen Industriegesellschaft an sich, deren Barbarei hier besonders deutlich wird. mehr lesen / lire plus

PASCAL WIROTH: Le temps des amours

Le temps des amours – Pascal Wiroth
Studio Nylon / Records Luxembourg

Mit Vogelgezwitscher beginnt die neue Le temps des amours von Pascal Wiroth. Der luxemburgische Gitarrist ist kein Unbekannter mehr – durch etliche Konzerte, bei denen er Stücke von Antonio Lauro, Augustin Barrios, Bach, Ferré, Brassens oder Hector Ayala sowie eigene Kompositionen interpretierte, hat er sich bereits einen Namen gemacht. Auf dem nun erschienenen Album hat Wiroth als Autor und Interpret vierzehn recht unterschiedliche Tracks zusammengestellt, die von schwermütigen, temperamentvollen, chansonartigen Stücken bis hin zu traditionellem Tanz- und Liedgut reichen. Hauptinstrument ist die akustische Gitarre, die vor instrumentellem Klangteppich oder zu den Gesangseinlagen gespielt wird. mehr lesen / lire plus

MONGWAI: Mr. Beast

Mogwai – Mr. Beast LP/CD, Pias/Rock Action, 15,55 €

Eine Prelude von über vier Minuten leisten sich die Könige des Brachial-Gitarrensounds von Mogwai auf ihrem neuen Album, um die HörerInnen auf die nachfolgenden vierzig Minuten vorzubereiten. Mr. Beast knüpft prinzipiell da an, wo das Quintett mit seinem letzten Studioalbum „Happy Songs For Happy People“ aufgehört hat. Mit dramatischer Wucht wird alles zertrümmert und zerschreddert, was der Gitarrenwalze in den Weg kommt. Dennoch bleibt auch Platz für ruhige Zwischentöne, Orgel- und Klavierharmonien, die versöhnlich-süß das Trommelfell streicheln, bevor mit Tracks wie „We’re No Here“ wieder alles kaputt gehauen wird. „Mogwai“ soll auf chinesisch angeblich so etwas wie „Geist“ oder „böse Seele“ bedeuten – und die wird hier auch einmal mehr entfesselt. mehr lesen / lire plus

Metal Hearts: Socialize

Metal Hearts – Socialize CD, 9,05 € www.suicidesqueeze.net

Was für eine Genre-Bezeichnung: Bedroom-Rock! Auch nach vielen Jahren fällt es schwer, die Retorten-Wörter zu akzeptieren, die sich manche KollegInnen zwecks Etikettierung musikalischer Stilrichtungen aus den Fingern saugen. Doch die Metal Hearts haben diesen Job gleich selbst übernommen, wohl um den Schaden möglichst gering zu halten. Tatsächlich ist Socialize ein Album, das sich nicht zuletzt für nachdenkliche Stunden im stillen Kämmerlein eignet. Bands wie Slint haben diese melancholisch-verregnete Stimmung beeinflusst, doch statt auf ein Schlagzeug wird auf einen Drumcomputer und einen cleanen Gitarrensound zurückgegriffen. Socialize ist bereits das zweite Album dier sympathischen Jungspunde aus Baltimore. mehr lesen / lire plus

COMMUNICAUTION: This Monkey is an Artist

Winged Skull Records/Fond Of Life Records, 10 €

Akustisches Trinken

(lc) – Und noch eine akustische Gitarre und wieder ein Solo-Projekt … Aber wo andere dieses Instrument wegen des Klangs benutzen, um altes Liedgut wieder aufleben zu lassen, setzt Communicaution auf lebendiges und frisches Geschrammel, bei dem alles auf die Stimmung ankommt und man besser nicht zuviel auf die Details hören sollte. Zumindest auf die instrumentellen, denn textlich hat This Monkey is an Artist einiges zu bieten. Zum Beispiel ein paar der wenigen Drei-Akkorde-Songs über übermäßigen Alkoholgenuss, die nichts mit dem genreüblichen Prolo-Punk-Gebrüll zu tun haben. Die Einflüsse – die übrigens praktischerweise im Booklet gleich mitgeliefert werden – reichen von Dylan und Cash bis hin zu Punk- und Hardcore-Legenden wie Black Flag und Operation Ivy. mehr lesen / lire plus

PASCALE SEIL: Le souffle créateur

L’espace Muséal expose les sculptures de Pascale Seil. Le travail de cette artiste se situe entre plusieurs frontières: d’une part entre celle qui oppose tradition et modernité – le souffleur de verre appartenant plutôt au régime du nostalgique, tandis que les oeuvres en question ici tendent plutôt vers une réinterprétation moderne – et de l’autre entre celle de l’artiste et de l’artisan. Car la sculpture en verre revêt toujours un aspect pratique, et ne serait-ce que pour en faire une belle décoration dans un salon renové. D’autant plus que la création elle même introduit une dimension physique beaucoup plus importante que dans les autres disciplines des arts plastiques. mehr lesen / lire plus

www.disagreement.net: Nicht (immer) einverstanden

Schon seit 1991 sind die beiden Brüder Pascal und Lex Thiel nicht mit allem einverstanden was sich im luxemburgischen Musikunderground tut. Damals gaben sie erstmals ein Fanzine namens Disagreement heraus, das seit 1999 auch im Internet unter www.disagreement.net zu finden ist. So mancher Musiker aus der Szene klickt sich bangen Blickes durch die Konzertkritiken um herauszufinden ob die beiden ihn nun für gut befunden haben oder eben nicht. Auf der Seite finden sich nebenbei eine ganze Reihe Plattenrezensionen auch von einheimischen Bands, oft aber werden exotischere Acts besprochen die man ohne die beiden wahrscheinlich nie kennengelernt hätte. Dazu gibts noch einen sehr kompletten Konzertkalender für Luxemburg und Umgebung und eine Linkliste, die alle Bands beinhaltet die für tragbar befunden wurden. mehr lesen / lire plus