Tanken bleibt in Luxemburg billig

Über eine Sache muss man sich auch 2018 beim Autokauf keine Sorgen machen: Die Spritpreise.

„Nur fünf Prozent regelrechter Tanktourismus“ oder …? Auch das fünfte Autofestival mit grüner Regierungsbeteiligung ist verstrichen, ohne dass für Autofahrer*innen eine ernsthafte Anwendung des Verursacherprinzips in Aussicht gestellt worden wäre. Immerhin, die Regierung hat eine Studie zum Tanktourismus in Auftrag gegeben und Anfang letzten Jahres endlich veröffentlicht. Dringenden Handlungsbedarf bei den Spritpreisen sieht Umweltstaatssekretär Camille Gira allerdings nicht. Bei einer Pressekonferenz zur Klimapolitik am 26. Januar verwies er darauf, dass der Tanktourismus eben nur fünf Prozent des Verbrauchs ausmache.

3,7 Prozent Tanktourismus, das ist dieZahl, auf die Gira anspielt.Sie war bei der Vorstellung der Studie von der Regierung in die Welt gesetzt und von den Medien völlig unkritisch übernommen worden. In Wirklichkeit ist es viel mehr, das hatte die woxx damals nachgerechnet: „Betrachtet man nur die Autos, die an Luxemburgs Zapfsäulen tanken, so liegt der Anteil des reinen Tanktourismus an den [vom Spritverkauf für PKW] verursachten Schäden bei etwa einem Drittel.“

Gira war mal einer der schärfsten Kritiker des Tanktourismus – bevor er Staatssekretär wurde.Heute will er weiterhin gegen diese von ihm als „nicht nachhaltig“ bezeichnete wirtschaftliche Nische vorgehen. Doch man warte erst einmal die Verkaufszahlen von 2017 ab, bevor man über Konsequenzen aus der Studie diskutieren werde. Was den Verdacht bestätigt, dass die Regierung alles tun wird, um diese heiße Kartoffel an ihre Nachfolgerin weiterzureichen.

 

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