Tullio Forgiarini: Lizard Queen – Eine limbische Liebeschronik

Nun also auch noch auf Deutsch. Der literarische Tausendsassa Tullio Forgiarini, dem Publikum hinlänglich bekannt als Autor von „Amok“ – verfilmt unter dem Titel „Baby(A)lone“ – begibt sich in seinem neuen Werk in die Unterwelt. Denn dort ist seine Hauptfigur Mona Biblisch gerade angekommen. Mona hatte einen ziemlich schlechten Tag erwischt und ist nun tot. Auf Hölle, ewiges Leiden und so weiter hat sie natürlich – wie sollte es bei einem Teenager anders sein – keinen Bock. So verbündet sie sich mit ihren Begleitern – dem Halbengel Varak und einem geheimnisvollen Zombie namens John -, um dem Teufel Arnold zu entkommen, dessen Job es ist, sie in die Höllenqualen einzuweisen. Auf einem Streifzug durch die Welt der Lebenden versucht sie, nun eben als Geist, ihrem „Leben“ doch noch einen Sinn zu geben oder zumindest zu verstehen, wie es so weit mit ihr kommen konnte. Außerdem hat sie noch ein paar Rechnungen offenstehen, die sie jetzt begleichen kann. Es ist sicherlich der schräge Humor, der „Lizard Queen“ zu einem Erlebnis macht. Aber vermutlich hat Forgiarini auch seine Erfahrungen als Gymnasiallehrer verarbeitet – der Pädagoge scheint hier und da zwischen den Zeilen durch. Dies schadet der Erzählung aber keineswegs. „Lizard Queen“ ist ein kurzweiliger Text, hinter dessen abstruser Geschichte durchaus auch menschliche Abgründe sichtbar werden. Mit einem Wort: Guter Stoff, den man sich bedenkenlos reinziehen kann.

Erschienen bei éditions Guy Binsfeld.

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