Zack Snyder: Götterdämmerung


Der dunkle Ritter gegen den strahlenden Kryptonier – Zack Snyder inszeniert den Konflikt der beiden DC-Comics Superhelden als mythischen Kampf zwischen Mensch und Gott, greift dabei mitunter gehörig in die Pathos-Kiste, sorgt aber trotz Überlänge für kurzweilige Unterhaltung.

Superman, Batman und Wonder Woman - die Frau die allen beiden wieder gutes Benehmen beibringt.

Superman, Batman und Wonder Woman – die Frau die allen beiden wieder gutes Benehmen beibringt.

Metropolis, die legendäre Heimatstadt des Superhelden im roten Cape, hat sich noch nicht ganz erholt von Supermans (Henry Cavell) Kampf mit seinem kryptonischen Gegenspieler General Sol. Auch der Multimillionär und Nacht-Vigilante Bruce Wayne aka Batman (Ben Affleck) ist betroffen von der Verwüstung, den dieser Kampf der Giganten hinterlassen hat: Eines seiner Hochhäuser ist zerstört und hunderte seiner Angestellten haben ihr Leben verloren. Dies, sowie Supermans gefährliche Maßlosigkeit, erzeugen in Batman einen tiefem Groll auf seinen vermeintlichen Genossen im Kampf gegen das Böse. Auch in der zivilen Bevölkerung in Metropolis ist die Stimmung gespalten. Einerseits werden Superman-Monumente errichtet, andererseits wird dessen Handlungsweise kritisiert und seine Legitimation als Held öffentlich in Zweifel gezogen. So will auch die höhere Politik (Holly Hunter als Senatorin Finch) durch die Einsetzung eines Ausschusses Klarheit darüber schaffen, welche Schuld Superman an der fatalen Verwüstung der Hauptstadt trifft. Und der ahnt zudem nicht, dass auch der undurchsichtige Geschäftsmann und Wissenschaftler Lex Luthor (Jesse Eisenberg) einen finsteren Plan verfolgt.

Zack Snyder ist nicht unbedingt der beliebteste Regisseur bei DC-Comicfans, und seine Adaptionen von Superhelden (Man of Steel, Watchmen) riefen nicht selten Missfallen hervor. Tatsächlich zeigt der Amerikaner auch in dieses Mal wieder seinen unliebsamen Hang zu dramatischen Slow-Motion-Szenen und pathetischen Verbreiterungen. Die philosophischen Überlegungen zur Natur des Guten oder zur dilemmahaften Verantwortung von Helden, zu denen der Film anregen möchte, bleiben daher auf eher oberflächlichem Niveau. Auch wäre dem Film eine inhaltliche wie zeitliche Straffung zugutegekommen, denn die 151 Minuten Spielzeit sind ziemlich zu spüren. Dazu kommen gerade anfangs mitunter verwirrende Szenefolgen und bizarre Traumsequenzen, die nie aufgeklärt werden. Das erklärt vielleicht, wieso der Film bei der Kritik größtenteils durchfiel.

Es gibt jedoch auch Highlights, die diesen Actionschinken trotz seiner beträchtlichen Mängel sehenswert machen. So ist Ben Afflecks Darstellung sehr überzeugend. In dieser Version ist der Held im Fledermauskostüm noch verbissener und verbitterter als in der Nolan-Trilogie. Affleck zeigt, dass er mehr als nur das passende Kinn für die Rolle mitbringt, den dunklen Helden, den Gotham und Metropolis brauchen, gibt er durchaus gekonnt. Auch der Auftritt des weiblichen Helden des Films erfreut einen sehr: Diana Prince aka Wonder Woman 
(Gal Gadot), die – soviel Spoiler muss sein – den beiden streitenden Bengels zeigt, wo der Hammer bzw. die Peitsche hängt. Der Ausblick lässt Gutes erwarten für den Wonder-Woman-Spielfilm, der 2017 erscheinen soll.

Letztlich wird „Batman v Superman“ den genreüblichen Erwartungen gerecht, und bietet harmlosen Blockbuster-Spaß, den man nicht ernst nehmen sollte, auch wenn Zack Snyder es vielleicht gerne anders hätte.

In den meisten Kinos.

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