Alles zweigeschlechtlich oder was?

Im neuen Aktionsplan des Mega wird angedeutet, fortan die Vielfalt der Geschlechter berücksichtigen zu wollen. Leider bleibt es bei einer Andeutung.

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In den vergangenen Jahren hat die woxx immer wieder die Ausrichtung des Mega auf Zweigeschlechtlichkeit – also die Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich Männer und Frauen, gibt – kritisiert, und erläutert, inwiefern diese Schwerpunktsetzung Bemühungen bezüglich LGBTIQA-Rechten zuwiderläuft. Im neuen Aktionsplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern deutet sich jedoch ein Mentalitätswandel an. Dafür muss man aber genau hinschauen – steht der hoffnungsschürende Satz doch in einer Fußnote. „La situation des personnes inter sexes, dont les caractéristiques sexuées ne correspondent pas aux définitions binaires types des corps féminins et masculins établies par la médecine, y prend une place particulière. De par son principe inclusif, l’égalité entre les genres et les sexes ne peut que s’adresser à tous les êtres humains, dans toute leur diversité“, ist da zu lesen. Auch wenn hier einzig von intergeschlechtlichen und nicht von nicht-binären Personen die Rede ist, so zeichnet sich im zitierten Satz eindeutig ein Bewusstsein dafür ab, dass der Kampf um Geschlechtergerechtigkeit alle Geschlechter berücksichtigen muss, nicht nur Männer und Frauen.

Leider bleibt es bei dieser Fußnote. Nicht nur ist im restlichen Text nur von Männern und Frauen die Rede: Auch die neuen Plakate des Mega zelebrieren Binariät. Die darauf abgebildeten Salz- und Pfefferstreuer, Ferngläser oder Scheren sollen etwa symbolisieren, dass Männer und Frauen zwar verschieden sind, sich jedoch ergänzen. So erklärte Ministerin Taina Bofferding die Bedeutung hinter den Bildern jedenfalls der Presse gegenüber. Ganz davon abgesehen, dass diese Symbole keinen Raum für Vielfalt zulassen, reproduzieren sie Heteronormativität, das heißt die Vorstellung, dass sich Männer und Frauen auf natürliche Weise aufeinander beziehen, und Heterosexualität die Norm ist. Die Fußnote mag gut gemeint gewesen sein – wenn aber kein kohärentes Konzept damit verbunden ist, sind sie nicht viel wert.

Unseren ausführlichen Kommentar zum Aktionsplan finden Sie in der aktuellen Printausgabe und hier.


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