
(© Steidl Verlag)
Zwei Geschwister, davon eines todkrank, machen einen Roadtrip durch Nordamerika. Die Ideen, die Marina Schwabe in ihrem Romandebüt „Rift“ verwebt, sind also keineswegs neu: abenteuerliche Autoreise, tiefe Geschwisterliebe, drohender Abschied und Todesnähe. Die Literatur, die um diese Motive kreist, füllt mittlerweile Bücherregale. Dank ihrer unprätentiösen, aber auffallend plastischen Art des Erzählens ist es Schwabe jedoch gelungen, die Gefahr der Epigonalität gekonnt zu umgehen und ein Werk zu schaffen, das, obzwar zeitlos in dem, was es erzählt, hochaktuell ist. Denn Entwicklung und Evolution – und die Klimakrise als große Frage unserer Zeit – spielen in den Gesprächen zwischen den beiden Protagonist*innen Zuzanna und Janko immer wieder eine Rolle und spiegeln sich zudem auf anschauliche Weise in den Landschaftsbeschreibungen. Ein Roman, der eine Melancholie heraufbeschwört, die über das Individuelle hinausweist und doch etwas zutiefst Persönliches an sich hat.

