MeYouZik 2019: Globale Grooves

Am 14. und 15. August, also am Vorabend des Feiertags am Donnerstag nächster Woche und am Feiertag selbst, geht ab 18 beziehungsweise ab 16 Uhr das MeYouZik-Festival erneut zweitägig über die Bühne.

Ladama (Foto: Sea Robin Studios)

Das LCTO präsentiert bei freiem Eintritt Weltmusik aus Afrika, aus der Karibik, Lateinamerika und Europa an den bewährten Stellen in der Haupstadt. Bespielt werden der Knuedler, der Platz an der Rue du St-Esprit und am zweiten Tag auch die Place d’Armes. An der Place Clairefontaine findet man am Donnerstag das Me-You-Village mit Ständen von NGOs und man kann sich mit Getränken und Snacks versorgen. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2019

Jemen-Pop aus Israel

A-WA ist eine Gruppe von drei Schwestern, deren Eltern aus dem Jemen stammen. Tair, Liron und Tagel Haim verbrachten ihre Jugend im ariden Süden Israels und wuchsen mit der arabisch geprägten Musik der jemenitischen Juden auf. Die Pop-Sängerin Ofra Haza hatte die Traditionen des Jemen bereits 1984 popularisiert. A-WA geht einen Schritt weiter und mixt das mit Rock, Hip-Hop und Electronics. Diese aufregende Mischung der Gruppe hatte schon 2016 mit dem Song „Habib Galbi“ die Clubs selbst in Europa erreicht. Auf ihrem zweiten Album Bayti Fi Rasi geht es genauso rasant weiter. Dazu kommen kritische Texte, die u.a. mehr lesen / lire plus

Philharmonie: Warum in die Ferne schweifen?

Während der Saison 2019/20 werden globale Klänge in der Philharmonie Luxembourg mit der Konzertreihe „Autour du monde“ im Mittelpunkt stehen.

Oum wird die Philharmonie Ende Februar nächsten Jahres beehren. (Foto: Lamia Lahbabi)

Natürlich ist Reisen unverzichtbar, wenn man ferne Länder hautnah erkunden will. Leider verpasst man dabei allzu oft die musikalische Seite des besuchten Landes; man kennt die Künstler*innen nicht, der Veranstaltungsort ist unauffindbar, das Konzert fand bereits vor dem Urlaub oder findet kurz danach statt. Manche Länder mit beachtenswerter Musik hat man gar nicht auf seinem Reiseplan. Zum Glück kommt solche Musik manchmal dahin, wo man lebt. Das alljährliche MeYouZik-Festival in der Hauptstadt ist eine der beiden Konstanten in Luxemburg, um Weltmusik zu genießen. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2019

Das junge Argentinien

Wer bei Argentinien nur an Tango denkt, liegt falsch. Die jungen Musiker*innen dort orientieren sich längst pan-(latein)amerikanisch und auch global, vergessen dabei aber keineswegs ihre Wurzeln. La Yegros – eigentlich Mariana Yegros – stammt aus dem Norden Argentiniens, wo der volkstümliche Chamamé und auch brasilianische Rhythmen beliebt sind, und lebt heute in Buenos Aires und Frankreich. Ihren Stil bezeichnet sie als „Nu Cumbia“. Er verbindet alles, was Lateinamerika musikalisch zu bieten hat, mit Electronics und Rap, mit klarer Betonung auf akustischen Instrumenten. Auf La Yegros’ jetzt veröffentlichtem dritten Album Suelta hört man ganz oft die indianische Andenflöte und auch das Akkordeon ist stets präsent. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2019

Syrische Melancholie

Waed Bouhassoun ist eine der wenigen Frauen, die die arabische Oud-Laute spielen. Sie stammt aus dem Süden Syriens, hat in Damaskus das Konservatorium besucht und ist später nach Frankreich gegangen. Waed Bouhassoun singt auch und war bereits Mitglied im Ensemble des Experten für Alte Musik, Jordi Savall. Bouhassouns Debutalbum erschien 2009 und jetzt ist ihre vierte Platte Safar: les âmes retrouvées erhältlich. Teils handelt es sich bei den Aufnahmen um Eigenkompositionen und Traditionelles aus Syrien, teils sind es Lieder aus anderen Gegenden, wie aus der Türkei oder dem historischen Andalusien. Die Grundstimmung ist melancholisch. Bouhassoun wird von der türkischen Saz, Perkussion und der Ney-Flöte begleitet, die unter anderem vom berühmten türkischen Sufi-Spezialisten Kudsi Erguner beigesteuert wird. mehr lesen / lire plus

World-Musik: Die explosive Form bulgarischer Roots

Wenn am 3. Mai die junge bulgarische Gruppe Oratnitza in Luxemburg auftritt, kann man eine hochinteressante musikalische Mischung aus uralter Balkantradition und Moderne entdecken.

Die Kerntruppe von Oratnitza besteht aus Hristiyan Georgiev (Gesang, bulgarische Kaval-Flöte, Melodika, Keyboard), Georgi Marinov (Didgeridoos, Dudelsack), Petar Yordanov (Cajon, Tupan-Trommel) und Ivan Gospodinov (Gesang). Die Gruppe wurde 2009 als Quartett gegründet und hat nach 2012 und 2016 jetzt ihre dritte Platte „Alter Ethno“ (Fusion Embassy Label) herausgebracht, auf der sie wieder bulgarische Roots in eine zeitgemäße Form gebracht hat. Sie nennt das „Bulgarian Ethnobass“. Neben einigen Gastmusikern mit Beatboxing und Saxophon präsentieren sie auf der aktuellen CD auch ihre beiden neuen ständigen Bandmitglieder. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2019

Aufregendes Karelien

Das Quartett Suistamon Sähkö gehört in die musikalische Abteilung der finnischen Wilden und hat ein besonders prickelndes zweites Album veröffentlicht. Die Akkordeonistin und Sängerin Anne-Mari Kivimäki erforschte in ihrer Doktorarbeit die Musik Kareliens und der Region Suistamo, hat dies dann mit ihrem Duo „Puhti“ musikalisch umgesetzt und führt es nun mit dieser Band fort. An Kivimäkis Seite stehen der renommierte Elektroniker Eero Grundström, sowie eine Sängerin und ein Sänger. Der Titel des Albums Etkot pectopah ja etnoteknoa beschreibt, worum es geht: erst in die russische Kneipe und dann Ethno-Techno. Inhaltlich verarbeitet die Gruppe die Geschichte Kareliens, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Feindschaft geprägt war und das heute zu Finnland und Russland gehört. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2019

Palästinensisches im Doppelpack


Zwei ganz unterschiedliche palästinensische Platten sind jetzt erschienen. Die drei Brüder vom berühmten Trio Joubran haben acht Jahre gebraucht, um The Long March herauszubringen. Wie schon auf früheren Platten hört man die Stimme des Poeten Mahmoud Darwish und auch Pink Floyds Roger Waters ist beteiligt. Die drei Ouds der Ausnahmekünstler aus Nazareth stehen im Zentrum. Der Pariser Produzent Renaud Letang hat sie aber in elektronische Klänge gebettet, woran man sich erst einmal gewöhnen muss. Die 25 Musikstudentinnen, die sich Daughters of Jerusalem nennen, kommen aus dem arabischen Osten dieser Stadt. Auf ihrer CD findet man volkstümlich klingende, palästinensische Lieder von Größen wie Rim Banna und den Rahbani Brüdern in beeindruckendem Chorgesang mit Begleitung von Cello, Kontrabass, Perkussion und Kanun. mehr lesen / lire plus

Dimitris Mystakidis: Rebetiko ohne Kitsch und Bouzouki

Dimitris Mystakidis ist ein ausgezeichneter griechischer Rebetiko-Gitarrist und -Sänger und wird am 9.3. in Niederanven mit seinem Quartett auf der Bühne stehen.

Mystakidis kommt aus Thessaloniki und lehrt Musik an der dortigen Universität. Auf mehr als achtzig Schallplattenaufnahmen vieler großer Namen der griechischen Musik ist er als Begleiter zu hören und hat international drei eigene, hochgelobte CDs veröffentlicht: 2006 erschien „16 Rembetika tragoudia me kithara“ mit Stücken aus der Vorkriegszeit, 2015 „Esperanto“ mit Liedern aus der Nachkriegszeit und schließlich 2017 „Amerika“, auf dem Mystakidis Stücke von Emigranten verarbeitet.

Rebetiko, auch Rembetiko genannt, ist die international bekannteste Musikform aus Griechenland, die allerdings zunächst in Kleinasien entstand. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2019

Burkina-Faso-Groove

Zwischen Mali und Ghana liegt Burkina Faso, ein Land, das in der Weltmusikszene ein Schattendasein führt, obwohl es dort ganz Aufregendes zu entdecken gibt, wie die aktuelle CD von Baba Commandant & The Mandingo Band beweist. Die zweite Platte der Gruppe heißt Sira Ba Kele und enthält sechs Tracks mit ansteckenden Grooves, die sich auf die traditionelle Musik des Mandinka-Volkes stützen, aber auch nicht verleugnen, dass die Band sich mit Afrobeat auskennt. Bass und Schlagzeug bilden die polyrhythmische Basis für die kantige Stimme des „Kommandanten“ Mamadou Sanou, der auch die Kamele-Ngoni-Spießlaute spielt. Aus dem rechten Lautsprecher tönen unaufhörlich die perkussiven Klangkaskaden des Balafons und von links kommen die nervösen Funk-Sounds der elektrischen Gitarre. mehr lesen / lire plus

World Music: Der Meister der Ngoni

Mit Bassekou Kouyaté kommt einer der bekanntesten malischen Musiker nach Luxemburg – bekannt ist er vor allem für seine Verdienste um die Ngoni-Laute.

Von der begleitenden
Laute zum beachteten Solo-Instrument:
Bassekou Kouyaté und seine Ngoni. (Foto: Thomas Dorne)

Bassekou Kouyaté kommt am 5. Februar mit seiner Gruppe „Ngoni ba“ ins Kulturzentrum Opderschmelz. Er ist einer der ganz Großen im an hervorragenden Musiker*innen nicht armen Mali und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. In der Musik seiner Band kommt weder die ansonsten weitverbreitete Kora-Harfe, noch das Balafon vor und eine Gitarre wird nur gelegentlich von Gastmusikern beigesteuert.

Kouyaté spielt die uralte, 1352 zum ersten Mal in einem Reisebericht erwähnte Ngoni-Laute, die verschleppten Sklaven in Nordamerika wahrscheinlich als Vorlage für die Entwicklung des Banjos diente. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2019

Salif Keitas starkes letztes Stück

Das sei sein letztes Album, hat Salif Keita erklärt. Keita, eine der größten Stimmen Afrikas, stammt aus dem höchsten malischen Adel und hätte deshalb gar nicht Musiker werden dürfen. Trotzdem ging er Ende der 1960er Jahre als Sänger zur legendären Rail Band in Bamako und dann zu Les Ambassadeurs. Mitte der 1980er zieht es ihn nach Paris und er veröffentlicht 1987 die Meilensteinplatte „Soro“. Zeitgleich mit Mory Kanté („Yeke Yeke“) erobert er damit das neugierige Publikum Europas, indem er die traditionelle Musik Malis mit Synthesizerklängen auf den neusten Stand bringt. Später widmet er sich zeitweilig auch akustischen Klängen, nutzt dann aber weiter überwiegend elektrische Sounds. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2018

Lettische Frauenpower

Die Musik Skandinaviens hat schon seit Langem eine treue Fangemeinde. Wer solche Klänge mag, darf die Scheibe dieser baltischen Band auf keinen Fall verpassen. Tautumeitas ist eine sechsköpfige Frauenvokalgruppe aus Lettland, die sich selbst mit zwei Violinen und dem Akkordeon begleitet. Zur Verstärkung haben sie Blasmusiker, einen Bassisten und einen Schlagzeuger, der auch den Synthesizer bedient, ins Studio geholt. Die flotten Kompositionen haben einen engen Bezug zu den traditionellen Gesängen Lettlands, in denen ich Ähnlichkeiten zur finnischen Musik entdecke. Neben starken Solostimmen besticht vor allem der mächtige Chorgesang, der auf einem voluminösen instrumentalen Teppich steht und hochmodern klingt. Vor einigen Monaten hatte die Gruppe bereits ein spannendes Album gemeinsam mit einem Dudelsackensemble veröffentlicht („Auli & Tautumeitas“). mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2018

Von Neapel um die Welt


Über Floriana Cangiano, kurz FLO, die gerade ihr drittes Album herausgebracht hat, gibt es zahlreiche Artikel im Internet, aber ausschließlich in Italienisch. Sie lebt in Neapel, ist Singer-Songwriterin und Schauspielerin und in Italien sehr bekannt. Ihr Album La Mentirosa wurde von Daniele Sepe produziert, der als Musiker seit den 1990ern musikalische Grenzen überschreitet. So ist denn auch FLOs Platte ein spannendes, multikulturelles Projekt geworden, in dem traditionelle süditalienische Taranta-Musik unter anderem auf Brasilianisches von Milton Nascimento und Mexikanisches trifft. Besonders eindrucksvoll ist das Lied über die mexikanische Legende Chavela Vargas. Die Platte mit zwölf Stücken ist voller Überraschungen, sowohl was die Musik, als auch was die Instrumentierung angeht. mehr lesen / lire plus

Womex: That’s Underground!

Auf der diesjährigen Weltmusikmesse Womex brodelte es wieder im innovativen Untergrund.

Der Autor mit Moonlight Benjamin aus Haiti auf der Womex. (© Privat)

Vor 50 Jahren erschien die Kompilation „That’s Underground“ und machte zum ersten Mal aufregende Bands aus den USA, die zuvor nur kleinen Gruppen von Insidern bekannt waren, einem breiteren Publikum zugänglich. Diese Künstler*innen experimentierten, ohne die von der Musikindustrie vorgegebenen, steifen Regeln zu beachten, und pfiffen auf kommerziellen Erfolg. „The Electric Flag“, „Moby Grape“, „Big Brother & The Holding Company“ und natürlich „Mothers of Invention“, die man leider nicht mit auf die Platte genommen hatte, waren Avantgarde, Innovation, Rebellion. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2018

Endlich wieder Mariachi

Es gibt Klassiker, die pur und ohne modischen Schnick-Schnack auch heute noch begeistern. Mariachi Reyna de Los Angeles wurde 1991 gegründet und entspringt der großen Bevölkerungsgruppe in L.A., die ihre Wurzeln in Mexiko hat. Ungewöhnlicherweise ist es eine zehnköpfige reine Frauenkapelle, die sowohl in der Latino-Gemeinschaft der USA wie auch in Mexiko großes Ansehen genießt. Sie hat alles dabei, was den Mariachi ausmacht: schmachtende Geigen, überdrehte Trompeten, emotionsgeladene Stimmen und Sombreros. Dadurch, dass der Mariachi jahrzehntelang als kitschiges Soundklischee für sämtliche Hollywoodschinken mit mexikanischen Bezügen missbraucht wurde, hielten ihn viele schließlich für einen nicht ernst zu nehmenden musikalischen Witz. mehr lesen / lire plus

World Music
: Eine lusophone Kreuzfahrt


Das „atlântico“-Festival ist jedes Jahr wieder Anziehungspunkt für die portugiesisch sprechende Gemeinschaft Luxemburgs – aber das Programm verdient es, dass sich auch die anderen Communities dafür interessieren sollten.

Tito Paris bringt die Kapverden nach Luxemburg. (oto: Ministério da Cultura / Flickr)

In diesem Jahr veranstaltet die Philharmonie Luxemburg zum dritten Mal das „atlântico“-Festival, das verschiedene Facetten lusophoner Musik von beiden Seiten des Atlantiks beleuchtet. So enge musikalische Beziehungen wie zwischen Portugal und seinen ehemaligen Kolonien findet man sonst nirgends im Postkolonialismus. Der Kolonialismus und die Versklavung und Verschleppung von Millionen Afrikaner*innen gehören bekanntlich zu den grauenhaftesten Kapiteln der Geschichte. Dass daraus dennoch auch etwas Wunderbares entstanden ist, verdanken wir in erster Linie der Kraft und der Kreativität der Nachkommen der Entwurzelten, die das Elend gewendet haben und aus Elementen unterschiedlicher Kulturen eigene Musikformen entwickelten, die in diesem Fall sogar in die Heimat der Kolonialisten zurückstrahlte. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: September 2018

Brillantes indisches Debut

Anandi Bhattacharya ist eine erst 22-jährige indische Sängerin, die gerade ein bemerkenswertes Debutalbum herausgebracht hat. Über ihren Vater, den renommierten Slidegitarristen Debashish Bhattacharya, ist sie mit traditioneller indischer Musik wohlvertraut, zählt aber auch Ella Fitzgerald und Joni Mitchell zu ihren Einflüssen. Infolgedessen hat sie kein puristisches Album produziert, sondern ein Werk, das im Indischen fußt und sich doch stellenweise in andere Sphären wie den Flamenco hineinbewegt. Joys Abound belegt, dass sie den indischen Scat-Gesang, der die komplizierten Rhythmen der Tabla-Trommel imitiert, perfekt beherrscht und ihren Vortrag feindosiert mit Jazz zu würzen versteht. Diese Platte, bei der auch ihr Vater mitgewirkt hat, lässt die Hörer und Hörerinnen an der überschäumenden Freude teilhaben, die sie beim Einspielen im Studio hatte. mehr lesen / lire plus

MeYouZik: Hinter der Fassade von Weltoffenheit verbirgt sich die Provinz

Am 14. und 15.8 August fand in Luxembourg wieder das Weltmusik-Festival MeYouZik mit einem Programm statt, das erstklassige Bands nach Luxembourg holte. In einem Radius von mindestens 100 Kilometern gibt es kein Weltmusik-Festival dieses Formats.

(© LCTO)

Etliche dieser Gruppen haben in der Weltmusikszene einen hohen Bekanntheitsgrad und finden auf Festivals und Konzerten in der ganzen Welt viele Hunderte oder gar Tausende Zuschauer.Auf dem Knuedler konnte man bei allen Konzerten die Anzahl der Besucher leicht durch Zählen ermitteln. Es waren lächerlich wenig. Auch an den anderen Veranstaltungsorten blieb die Besucherzahl überschaubar. Wie ist das möglich? Am Programm hat es nicht gelegen und auch das Wetter war optimal. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2018

Hypnotische Maghreb-Grooves

Ammar 808 ist ein Sextett, das aus Marokko, Algerien und Tunesien kommt und zeigt, wie man Roots und Moderne knackig verbinden kann. Der kreative Kopf der Gruppe ist Sofyann Ben Youssef, der vorher schon mit Bargou 08 Aufmerksamkeit erregte. Sein Rezept besteht darin, überlieferten nordafrikanischen Gesang mit traditionellen Instrumenten durch dichte, treibende Arrangements aufzuheizen und einen massiven Bass-Beat unterzulegen, der dem Synthesizer-Urgestein TR-808 entlockt wird. Während der algerische Raï in seiner Blütezeit zu seichtem Pop neigte, bleibt es auf Maghreb United authentisch kratzig, geht aber doch in die Beine und erzeugt ein zwanghaftes, rhythmisches Kopfnicken beim Zuhörer. Anschließend fragt man sich, warum nicht schon vorher jemand darauf gekommen ist. mehr lesen / lire plus