Musik in Iran: Wenn Frauen singen, droht Haft

Die rezente Verhaftung des iranischen Musikers Mehdi Rajabian ist eines vieler Beispiele: Wer Frauen in Irans Musikbranche unterstützt oder als Musikerin entgegen bestehender Regeln auftritt, riskiert Repressalien, Haft, Folter und Berufsverbot.

Der iranische Musiker Mehdi Rajabian wurde verhaftet, weil in seinem neuen Album Frauengesang zu hören sein wird. (CC BY Mif.dang + Design by Rajabian.co SA 4.0)

Am 10. August 2020 wurde der iranische Musikschaffende Mehdi Rajabian, der erst kürzlich sein hochgelobtes Album „Middle Eastern“ in der Türkei veröffentlicht hat, festgenommen. Der Vorwurf des Richters: Förderung der Prostitution. Anlass war ein Interview mit der britischen BBC, in dem er sein neues Album ankündigte, auf dem Frauengesang zu hören sein wird. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2020

Lieder der jüdischen Arbeiter*innenbewegung

Isabel Frey ist eine militante Sängerin und Gitarristin und hat ein hochinteressantes Debutalbum aufgenommen. Es enthält 16 politische Lieder auf Jiddisch. Die kämpferischen Gesänge des jüdischen Teils der Arbeiter*innenbewegung sind ziemlich in Vergessenheit geraten. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass die in Wien geborene und aus einer jüdischen Familie stammende Frey dieses Erbe der europäischen Jud*innen wieder auf die Tagesordnung setzt. Der Titel des Albums Millenial Bundist bezieht sich auf die 1897 gegründete Organisation jüdischer Sozialist*innen „Der Bund“. Die Lieder hat Isabel Frey meist sparsam begleitet aufgenommen. Viele dieser Stücke sind weitgehend unbekannt, aber manche Hörer*innen werden sich noch an „Im Kamf“ erinnern, ein Streiklied, das der russische Anarchist David Edelshtat geschrieben hat und auch von den Klezmer-Innovatoren The Klezmatics aufgenommen wurde. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2020

Mit Selma nach Mosambik

Selma Uamusse ist eine junge Sängerin, die schon 2018 mit ihrem ersten Album einen starken Eindruck hinterließ. Sie lebt in Portugal, stammt aber aus Mosambik, und die dortigen musikalischen Traditionen sind die Basis für ihr aktuelles musikalisches Schaffen, obwohl sie mit Gospel, Soul und Jazz begonnen hatte. Erst spät entdeckte sie das musikalische Erbe ihres Herkunftslandes wieder. In ihrer Musik spielen die Klänge der Timbila, dem mosambikanischen Xylophon, eine wichtige Rolle und sind in ihren ganz modernen Stil harmonisch eingebettet. Die Instrumentierung und das Arrangement sind ansonsten rockig-soulig mit markantem Beat. Auf dem neuen Album Liwoningo findet sich auch ein Stück, bei dem die brasilianische Funktruppe Bixiga 70 scharfe Bläsersätze beisteuert. mehr lesen / lire plus

Geht’s wieder? Weltmusikkonzerte 
in Luxemburg


Musiker*innen und Veranstalter*innen sind seit Anfang des Jahres von der Pandemie schwer gebeutelt und das Publikum lechzt nach Livekonzerten. Die Philharmonie Luxemburg und Cube 521 in Marnach setzen alles daran, ihre Säle wieder zu füllen.

Der kurdisch-iranische Kamantsche-Virtuose Kayhan Kalhor kommt demnächst gleich zwei Mal nach Luxemburg. (Foto: Yannis Psathas)

Abos für die neue Saison sind in der Philharmonie bisher nicht vorgesehen und es bleibt natürlich auch bei einzelnen Livekonzerten ungewiss, ob sie stattfinden. Doch es macht es Hoffnung, dass die Konzerthäuser zumindest versuchen Konzerte zu veranstalten. Im – vorläufigen – Programm der Philharmonie, wie auch in dem des Cube 521 sind Auftritte ausgezeichneter Weltmusik-Künstler*innen vermerkt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2020

Amparo Sánchez – Schwere Zeiten

Amparo Sánchez ist eine der starken Frauen der spanischen Musikszene. Viele kennen die Aufnahmen ihrer Gruppe Amparanoia und ihre Soloplatten. Sie stammt eigentlich aus Grenada, hat aber lange in Barcelona gelebt. Grob gesprochen, konnte man sie in die dortige rockige Mestizo-Szene einordnen. Sie hatte aber immer ihren speziellen Sound, der sie aus der Masse heraushob. Es ist vor allem ihre ausdrucksstarke Stimme, die man sofort wiedererkennt. Auf ihren Soloalben streckte sie ihre Fühler auch nach Mexikanischem aus und arbeitete mit Calexico zusammen, der Gruppe aus Arizona. 2014 veröffentlichte sie einen autobiografischen Roman, in dem sie unter anderem ihre schlimmen Erfahrungen mit Gewalt in der Ehe verarbeitet hat. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2020

Junger Ghana-Highlife

Highlife war in den 1950/60er Jahren die angesagte Musik in Teilen Westafrikas. Der Nigerianer Fela Kuti hatte mit Highlife begonnen und ihn dann mit Soul und Jazz zum Afrobeat weiterentwickelt. Als Highlife-Hotspot gilt Ghana. Einer der dortigen Superstars war in den 1950er Jahren E.T. Mensah und auch heute noch sind alte Haudegen dieses Stils, wie Ebo Taylor und Gyedu-Blay Ambolley aktiv. Santrofi ist eine achtköpfige Truppe jüngerer Musiker, die bei den alten Meistern in die Lehre gegangen sind und auf Alewa zeigen, dass dieser sehr melodische Musikstil keineswegs zum nostalgischen Rentnerzeitvertreib verkommen ist. Mit scharfen Bläsersätzen, funky Gitarrenläufen, einem dichten Mid-Tempo-Groove und harmonischem Gesang beweisen Santrofi, dass der Highlife lebt und immer noch begeistert. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2020

Großmeister des Maloya

Die Musikstile auf den verschiedenen Inseln des Indischen Ozeans vor der Ostküste Afrikas sind unterschiedlich und haben sich doch gegenseitig beeinflusst. Für die Überschneidungen sind der französische Kolonialismus und spätere Migrationen verantwortlich. Der Maloya ist der typische Stil La Réunions, der mit dem Séga auf Mauritius und Madagaskar verwandt ist. Charakteristisch für den Maloya sind Call-and-Response-Gesang und die fast ausschließliche Begleitung durch Perkussionsinstrumente. Der bedeutendste Maloya-Musiker ist der 65-jährige Danyèl Waro, der sein erstes Album vor über dreißig Jahren herausbrachte. Auf dem aktuellen Album Tinn Tout singt er wieder mit hoher Stimme auf Kreol und die Kayamb, das typische, flache, kastenartige Schüttelinstrument ist allgegenwärtig. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2020

Russland – erstaunliche Vielfalt

Die riesige Russische Föderation ist in Westeuropa – abgesehen von Klassik, den Don Kosaken und Tuva – in musikalischer Hinsicht Terra incognita. Jetzt gibt es aber eine üppige Doppel-CD, die bestens geeignet ist, um in die Vielfalt der dortigen Roots-orientierten Musik einzutauchen. Die Folk-Expertin Daryana Antipova aus dem Sibirischen Krasnojarsk hat Folk & Great Tunes from Russia fachkundig zusammengestellt. Enthalten sind überwiegend aktuelle Aufnahmen vom westlichen Russland bis ins fernste Sibirien. So hört man unter anderem Klezmer aus Sankt Petersburg mit Dobranotch, alte westsibirische Lieder von Daryna Antipovas eigener Gruppe Vedan Kolod, Khöömii-Klänge von Radik Tyulyush aus Tuva und schamanische Gesänge des Frauentrios Ayarkhaan aus Jakutsien mit viel Maultrommeleinsatz. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2020

Aynur – die kurdische Diva

Das Schicksal der Kurd*innen schlägt sich eindringlich im neuen Album von Aynur nieder. Die kurdische Sängerin wurde hier zuerst durch Fatih Akins Istanbul-Film „Crossing the Bridge“ bekannt und musste die Türkei verlassen, nachdem man ihr vorgeworfen hatte, mit dem Lied „Keçe Kurdan“ den bewaffneten Kampf zu unterstützen. Das neue Album trägt den Titel Hedûr (Trost) und fordert zur Selbstbesinnung auf, um den Klang des eigenen Menschseins zu entdecken. Die berührenden kurdischen Lieder mit türkischer und englischer Übersetzung im Booklet werden unter anderem mit Piano und Streichquartett eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Interpretation der Kompositionen geht über pure traditionelle Formen hinaus und schließt auch freie, jazzige Akzente mit ein. mehr lesen / lire plus

Das Virus und die Musikbranche: Stummgeschaltet

Auch in der Corona-Krise spielen die Unterschiede zwischen Mainstream- und Indedepent-Musiker*innen. Ein Überblick über Gewinner*innen und Verlierer*innen.

Foto: Neimënster

Wenn ein Popstar wie Rihanna mit einem Vermögen von knapp 400 Millionen Dollar medienwirksam 5 Millionen im Zusammenhang mit Corona spendet, tut ihr das nicht weh, zeigt aber, wer im Musikbusiness das Geld verdient. Wie in allen Bereichen der Kunst lebt die Szene nicht von solchen Topstars, sondern von den unzähligen kreativen Musiker*innen aller möglichen Genres, die oft von der Hand in den Mund leben. Dass uns diese mit ihren Klängen erreichen und beglücken können, setzt ein im Hintergrund arbeitendes Netzwerk voraus. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2020

Ambolley quicklebendig

Nicht nur in Nigeria, sondern auch in Ghana stand die Wiege des Afrobeat, als dessen bekannteste Protagonisten Fela Kuti und Tony Allen gelten. Entwickelt hat er sich in beiden Ländern aus dem Highlife. Der Ghanaer Gyedu-Blay Ambolley ist einer der Musiker, die in Europa zu lange im Schatten der großen Namen standen. Der heute über siebzigjährige wurde in der Stadt Sekondi geboren und hat mehr als 30 Platten veröffentlicht. Einige seiner alten Scheiben sind in letzter Zeit wiederveröffentlich worden. 2017 erschien eine neue Platte und jetzt gibt es wieder eine: 11th Street, Sekondi. Die Stücke bewegen sich zwischen swingendem Highlife und Afrobeat mit seinem beeindruckenden Groove. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2020

Haiti trifft New Orleans

Es ist schon eigentümlich, dass auf der karibischen Insel Hispaniola zwei ganz unterschiedliche Musikstile nebeneinander existieren. Im Osten, in der Dominikanischen Republik, findet man spanisch geprägte Latinoklänge. Im Westen, also in Haiti, das von Frankreich besetzt war, gibt es einen ganz spezifischen kreolischen Sound mit unüberhörbar afrikanischen Wurzeln. Die Folgen des verheerendes Erdbebens im Jahre 2010 sind im bitterarmen und krisengeschüttelten Land bis heute nur unzureichend behoben worden. In der Folge dieses Unglücks gründeten alte und junge Musiker*innen des Landes die Band Lakou Mizik, die jetzt ihr zweites Album veröffentlicht hat. Für HaitiaNola haben sie den Kontakt zu Musiker*innen aus New Orleans, unter anderem Cyril Neville und Leyla McCalla, gesucht; gar nicht abwegig, denn dort leben viele Nachkommen von Haitianer*innen, die vor 200 Jahren flüchteten. mehr lesen / lire plus

World Music: Die Musik der Migrant*innen

Nicht nur Essen aus aller Welt gibt es an diesem Wochenende in den „Foireshalen“. Das „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“ bietet auch die Gelegenheit, Musik aus der ganzen Welt zu entdecken.

Die Grupo Pilon mit ihrem Funaná-Stil gibt es seit 1986 in Luxemburg – endlich entdecken kann man sie auf dem Migrationsfestival.

Das wichtige Migrationsfest mit dem unhandlichen Namen „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“ findet nun schon zum 37. Male in Luxemburg statt. In diesem Jahr ist wieder die Luxexpo der Veranstaltungsort. Angesichts der Vielzahl der in Luxemburg lebenden Nationalitäten hat ein solches Fest eine besondere Bedeutung. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2020

Frauen-Gnawa-Funk

Gnawa-Musik ist – war – eine strikt männliche Domäne: Die erst 23-jährige Marokkanerin Asmaâ Hamzaoui schreibt mit ihren Mitstreiterinnen von Bnat Timbouktou ein neues Kapitel der langen Gnawa-Geschichte. Gnawa sind die Nachkommen verschleppter schwarzafrikanischer Sklav*innen in Nordafrika mit einem ganz besonderen, gleichnamigen Musikstil. Typisch dafür ist der Call-and-Response-Gesang, die rhythmische Begleitung mit den Metallkastagnetten Qraqab und der Klang der jahrhundertealten großen Gmiimbri-Laute, die mächtige Basstöne beisteuert. Asmaâ Hamzaoui lernte bei ihrem Vater, einem hochgeachteten Gnawa-Experten. Kritik von Traditionalist*innen, die eine weibliche Gnawa-Band unschicklich finden, ignoriert sie konsequent. Auf dem Album Oulad Lghaba hört man starke Stimmen, treibenden Qraqab-Groove und Hamzaouis virtuoses, höchst perkussives Gimbrispiel. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2019

Westpapua – eine musikalische Anklage

1998 verübten indonesische Einheiten auf der Insel Byak (Biak) im besetzten Westpapua ein Massaker an unbewaffneten Demonstrant*innen, die für die Unabhängigkeit eintraten. Das Land war in den Jahrhunderten zuvor unter Kontrolle von niederländischen, britischen und deutschen Kolonialtruppen gewesen und wurde 1963 auf Druck der USA von der UNO Indonesien zugesprochen. Die Greueltaten während des sogenannten Byak-Massakers wurden 2013 im Rahmen eines unabhängigen Tribunals aufgearbeitet. Das australische Wantok Label hat die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung jetzt in musikalischer Form als CD mit einem großformatigen Booklet aufbereitet. Zahlreiche Musiker*innen aus Westpapua und benachbarten Ländern haben das Werk eingespielt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2019

Miriam Makeba remastert

Miriam Makeba hat als erste afrikanische Künstler*in 1968 die Pop-Hitparaden Europas und Amerikas mit ihrem Lied Pata Pata erobert. Sie hatte das in der Sprache der Xhosa gesungene Stück schon Jahre vorher einmal in ihrer Heimat, der Republik Südafrika, aufgenommen. Nach einer Auslandsreise 1959 ließ das weiße Apartheidsregime sie nicht zurück und mit Unterstützung des Sängers und Bürgerrechtlers Harry Belafonte setzte sie ihre Karriere in den USA fort. Trotz ihres Charterfolges führte ihr Engagement für die US-Bürgerrechtsbewegung zu Repressalien, die sie zwangen, in das westafrikanische Guinea zu gehen. Auch hier blieb sie eine laute und scharfe Kritikerin von Apartheid und Rassismus. mehr lesen / lire plus

Womex: Finnischer Wagemut und mehr

Die 25. Ausgabe der Weltmusikmesse Womex fand im Oktober im finnischen Tampere statt – die woxx war dabei und fand heraus wie die Finn*innen ihre Traditionen immer wieder neu defin(n)ieren.

Das finnische Quartett Tuuletar. (Foto: Willi Klopottek)

Unklar ist, ob alle Finnen den schrägen Humor des Filmemachers Aki Kaurismäki teilen. Gesichert ist, dass es gemessen an der Bevölkerungszahl nirgendwo mehr Saunas als in Finnland gibt. Auch die Menge an Metal-Bands soll weltweit einzigartig sein. Ebenso rekordverdächtig ist die Vielfalt und Originalität der jungen Folk-Szene.

Die weltgrößte Weltmusik-Messe Womex bezog Ende Oktober in der ehemaligen Industriestadt Tampere Quartier; zwei Stunden Zugfahrt von der finnischen Hauptstadt Helsinki entfernt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2019

Mísia zwischen Hölle und Himmel

Zwei Jahre lang kämpfte die in Porto geborene Mísia gegen eine schwere Erkrankung und hat diese schlimme Zeit auf ihrem aktuellen Album verarbeitet. Pura Vida (Banda Sonora) hat Ecken und Kanten und ist gerade deshalb sehr berührend. Mísia hat ihr erstes Album 1991 veröffentlicht und begeisterte seitdem mit 13 Platten die Aufgeschlossenen und verschreckte die Fado-Puristen nicht nur damit, dass sie sich nicht an die kanonisierte Instrumentalisierung hielt. Im Begleittext zur aktuellen CD erklärt sie, dass es sich nicht um eine Fado-Platte handelt, Fado sei aber durchaus enthalten. Bemerkenswert ist der Einsatz der verzerrten E-Gitarre, die die Hölle, die sie erlebt hat, symbolisiert, während die traditionelle portugiesische Gitarre mit ihrem zarten Klang den Himmel darstellt. mehr lesen / lire plus

World Musik: Tanzende Seidenstraße

Das Samarkand-Musikfestival zeigt die Seidenstraßenmetropole mit Kultur statt Kommerz. Bericht über einen Besuch beim „Sharq Taronalari“-Festival.

Hauptschauplatz des Sharq Taronalari-Festivals: der historische Registan-Platz. (Foto: Willi Klopottek)

Vom 26. bis zum 30. August ging zum zwölften Mal das im zweijährigen Rhythmus stattfindende internationale Musikfestival „Sharq Taronalari“ in der berühmten Stadt Samarkand in Usbekistan über die Bühne. Der Name bedeutet „Melodien des Ostens“ und es handelt sich dabei um eine der bedeutendsten und größten Musikveranstaltungen in Zentralasien. Samarkand ist einer der legendären Orte der Seidenstraße, über die seit der Antike Europa und Asien Kontakte pflegen. Wenn heute von der neuen Seidenstraße gesprochen wird, geht es um billige Massenware. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2019

Santana und Buika erkunden Afrika

Carlos Santana bei den Weltmusiktipps? Temporäre geistige Umnachtung beim Rezensenten? Keineswegs! Der Mexikaner hat immer gut in die Rockschublade gepasst, aber seit Anbeginn war sein Stil eindeutig von der Musik Lateinamerikas geprägt und Indien hat ihn zeitweilig auch inspiriert. 2014 erschien das Album Corazón, mit klarem Schwerpunkt auf Lateinamerika und jetzt kommt Afrika Speaks. Hier erkundet er die Beziehungen zwischen Afro-Amerika und Afrika. Das Album ist vor allem auch deshalb stark, weil Buika, die explosive, spanische Free-Flamenco-Sängerin mit afrikanischen Wurzeln, am Mikrofon steht. Natürlich ist Santanas einmaliger Gitarrenstil immer präsent. Der 72-jährige Mexikaner und die 47-jährige Spanierin haben hier eine Platte produziert, die wegen der Afrika-basierten Perkussion stets bestens groovt, auch in den ruhigeren Stücken. mehr lesen / lire plus