MONGWAI: Mr. Beast

von | 28.04.2006

Mogwai – Mr. Beast LP/CD, Pias/Rock Action, 15,55 €

Eine Prelude von über vier Minuten leisten sich die Könige des Brachial-Gitarrensounds von Mogwai auf ihrem neuen Album, um die HörerInnen auf die nachfolgenden vierzig Minuten vorzubereiten. Mr. Beast knüpft prinzipiell da an, wo das Quintett mit seinem letzten Studioalbum „Happy Songs For Happy People“ aufgehört hat. Mit dramatischer Wucht wird alles zertrümmert und zerschreddert, was der Gitarrenwalze in den Weg kommt. Dennoch bleibt auch Platz für ruhige Zwischentöne, Orgel- und Klavierharmonien, die versöhnlich-süß das Trommelfell streicheln, bevor mit Tracks wie „We’re No Here“ wieder alles kaputt gehauen wird. „Mogwai“ soll auf chinesisch angeblich so etwas wie „Geist“ oder „böse Seele“ bedeuten – und die wird hier auch einmal mehr entfesselt. Doch im Gegensatz zur nihilistischen Grundhaltung, die in der Musik von Bands wie Neurosis zum Ausdruck kommt, scheint man in Glasgow die Hoffnung noch nicht verloren zu haben, dass es auch anders kommen könnte.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Podcast: Das Literarische Quartett

Ausgabe für Ausgabe diskutieren beim „Literarischen Quartett“ drei Kritiker*innen herrlich kontrovers mit Gastgeberin Thea Dorn über Literatur. Ihre Streitgespräche stimulieren den Geist, machen neugierig und schaffen, meistens zumindest, Leselust.

KULTURTIPP

Spieletipp: The Darkest Files

Im Jahr 1956 stellt Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ein Team von Staatsanwält*innen zusammen, die Nazi-Verbrechen aufklären sollen. Als Spieler*in schlüpft man in die Rolle von Esther Katz. Man vernimmt Zeug*innen, sammelt Beweise, liest Akten und versucht, die Taten möglichst lückenlos zu rekonstruieren – vor Gericht muss alles schlüssig...

KULTURTIPP

Willis Tipps: Februar 2026

Die Bandbreite jiddischer Musik Daniel Kahn, der einer jüdischen Familie entstammt, ist schon vor vielen Jahren aus den USA nach Berlin gezogen und hat eine große Anzahl an Alben veröffentlicht, die er teils mit seiner Gruppe „Painted Bird“, teils solo aufgenommen hat. Immer geht es ihm um die alte jiddische Musik, die in Osteuropa entstanden...