In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Sophy Romvari in „Blue Heron“ vom Alltag einer ungarischen Einwandererfamilie auf der kanadischen Vancouver Island in den späten 1990er-Jahren. Im Mittelpunkt steht die achtjährige Sasha (Eylul Guven), aus deren Perspektive wir die neue Umgebung und die Dynamik zwischen Eltern und Geschwistern kennenlernen. Zunächst wirkt der Alltag harmonisch, beinahe idyllisch. Doch nach und nach wird deutlich, dass etwas nicht stimmt: Der ältere Bruder Jeremy (Edik Beddoes) verhält sich völlig unberechenbar. Mal ist er liebevoll und entspannt, im nächsten Moment schlägt seine Stimmung abrupt um, zum Teil wird er aggressiv, gegen andere und sich selbst. Für Sasha und ihre Geschwister ist das längst zur Normalität geworden; für die Eltern bedeutet es eine permanente Anspannung, die auch ihre Beziehung belastet. Romvari setzt auf eine sehr zurückhaltende Erzählweise. Vieles wird nur angedeutet, erschließt sich über Dialogfetzen und Situationen, die zunächst beiläufig wirken. Gegen Ende öffnet der Film seine Perspektive noch einmal und lässt spüren, dass es hier nicht nur um Erinnerungen geht, sondern auch um den Versuch, sie aus heutiger Sicht zu verstehen.
Festival CinÉast: I Matter
Das Roma-Mädchen Rebeca (Denisa Farcaș) wächst in einem Waisenhaus auf, wo es neben Musik und Streit auch viel Zusammenhalt unter den Kindern gibt. Der Tag, an dem sie das Waisenhaus verlassen muss, ihr 18. Geburtstag, naht. Doch sie hegt die große Hoffnung, dass ihr Vater nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis für sie sorgen wird. Das...

