Ein Zeichen gegen „Straightwashing“?

Dem britischen Regisseur und Drehbuchautor Francis Lee wird vorgeworfen, der Paläntologin Mary Anning Homosexualität angedichtet zu haben. Aber ist das wirklich ein Problem?

© Mr. Grey‘ in Crispin Tickell’s book ‚Mary Anning of Lyme Regis‘ (1996); wikipedia.org

Wird das Leben einer historischen Persönlichkeit verfilmt, kommt es nicht selten vor, dass sich an deren Repräsentation gestört wird. Dies kann vor allem dann zum Problem werden, wenn es sich bei den Kritiker*innen um die dargestellte Person selbst, deren Angehörige oder Nachfahr*innen handelt.

Ein solcher Fall spielt sich zurzeit bezüglich des neuen Werks von „God’s Own Country“-Regisseur Francis Lee ab. Der Film mit dem Titel „Ammonite“ handelt von der britischen, professionellen Fossiliensammlerin Mary Anning. mehr lesen / lire plus

Polemik: „Fick mich, nicht den Planeten“

Die um zwei Protestschilder herum entstandene Empörung auf Facebook offenbart, was Teile unserer Gesellschaft unter Konsens, Feminismus und legitimen Protestformen verstehen.

Auf der Demo war das „Destroy My Pussy, Not My Planet“-Schild eins von vielen. Auf Facebook bekommt man das Gefühl, dass es nur eins von insgesamt zwei Stück war. (© Joël Adami)

„Die bräuchten mal ein wenig Sex-Positivität, findest du nicht?“ – mit diesem Kommentar versehen schickte mir eine Freundin vergangenen Freitag zwei Fotos zu. Auf dem ersten waren eine, auf dem zweiten drei junge Frauen, bewaffnet mit jeweils einem Protestschild zu sehen: „Fuck Me, Not the Planet“ und „Destroy My Pussy, Not the Planet“. mehr lesen / lire plus

EuGH: Entzug von Staatsbürgerschaft geregelt

Unionsbürger*innen, die keine Bindung zu einem EU-Mitgliedstaat pflegen, kann die doppelte Staatsangehörigkeit und somit die Unionsbürgerschaft entzogen werden. Zu diesem Urteil kam der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag. Damit hat der EuGH eine entsprechende, in den Niederlanden geltende Regelung für rechtmäßig erklärt. Betroffen von dieser Regelung sind volljährige Unionsbürger*innen, die sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren außerhalb der EU aufgehalten haben. Der Zeitraum von zehn Jahren wird unterbrochen, wenn sich die Person entweder für die Dauer von mindestens einem Jahr in einem EU-Mitgliedstaat aufgehalten hat, sich seine Staatsbürgerschaft bescheinigen ließ oder einen Personalausweis oder Pass beantragt hat. Mit der Ausstellung dieser Dokumente beginnt die Frist von vorne. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: The Announcement (Anons)

Mit „The Announcement“ hat der türkische Regisseur Mahmut Fazil Coşkun eine einzigartige Tragikomödie über die Zerbrechlichkeit von Macht geschaffen.

Auch wenn der 1963 in Ankara verübte Militärputsch im Vordergrund von„The Announcement“ steht, so handelt es sich doch nicht um einen historischen Film. Vielmehr fungiert das Ereignis als Ausgangspunkt für eine Aneinanderreihung skurriler Dialoge und Handlungsabläufe. Die ersten Szenen entsprechen in vielem dem Film-Noir-Genre: harte Licht-Schatten-Kontraste, peitschender Regen, bedrohliche Stimmung, klaustrophobische Innenräume. Zunehmend dominiert in „The Announcement“ das Seltsame und Skurrile. Der Plan, der vier im Zentrum stehenden Männer den Putsch über „Istanbul Radio“ zu verkünden, erweist sich nämlich als wesentlich schwieriger als erwartet. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Leaving Neverland

Dan Reed hat dank zahlreicher Zeug*innenaussagen mit „Leaving Neverland“ einen der bisher vielschichtigsten und wichtigsten Beiträge zur MeToo-Debatte geschaffen.

James Safechuck und Jackson (© HBO)

„Leaving Neverland“ ist nur marginal ein Film über Michael Jackson. In erster Linie geht es um James Safechuck und Wade Robson, die als Kind jahrelang vom Sänger sexuell missbraucht wurden. In der vierstündigen HBO-Doku beschreiben sie detailreich ihr Verhältnis mit Jackson: wie sie sich kennenlernten, anfreundeten und sich eine Dynamik entwickelte, die selbst sie lange Zeit nicht als Missbrauch erkennen oder benennen konnten.

Die mittlerweile Mitte Dreißigjährigen erzählen von der enormen Bewunderung und Liebe, die sie als Kinder und Jugendliche für Jackson empfanden. mehr lesen / lire plus

Jugendschutzgesetz: „Puzzlestücke, die nicht zusammenpassen“

Ungenau, schlecht lesbar und inkohärent – so kritisch sieht die Menschenrechtskommission den vorliegenden Reformvorschlag des Jugendschutzes.

© pixabay.com

Die beratende Menschenrechtskommission (CCDH) äußert grundsätzliche Bedenken am vorliegenden Gesetzesentwurf zum Jugendschutzgesetz. Wie Kommissionspräsident Gilbert Pregno am Freitag gegenüber der Presse erklärte, enthalte der Reformvorschlag zwar einige Errungenschaften, sei jedoch in der aktuellen Version weder kohärent noch lesefreundlich. „Man hat den Eindruck, dass es sich um Puzzlestücke handelt, die nicht zusammenpassen“, so Pregno. Die CCDH sprach dem Vorhaben von Justizminister Felix Braz, das Gesetz zum Jugendschutz in Luxemburg überarbeiten zu wollen, ihre grundsätzliche Anerkennung aus. Die heftig Kritik am vorliegenden Text – zuvor hatte bereits der Staatsrat 24 „oppositions formelles“ geäußert – dürfte auf keinen Fall dazu führen, dass das Vorhaben gänzlich zurückgezogen wird und in einer Schublade verschwindet. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Selfie

Der nur mit Smartphones gedrehte Dokumentarfilm „Selfie“ handelt von Verlust, Freundschaft und dem Leben in einer von Kriminalität geprägten Stadt.

© cineuropa.org

„Selfie“ beginnt mit einem Lied. Ein junger Mann filmt sich mit einem Handy während er singt. Irgendwann bricht er in Tränen aus. Diese sind, wie das Publikum wenig später erfährt, seinem Freund Davide Bifolco gewidmet, der 2014 von der Polizei mit jemandem verwechselt und erschossen worden war. Mit dem Ziel, einzufangen, was es bedeutet, seither in besagter Stadt zu leben, gab Regisseur Agostino Ferrente zwei im Stadtteil Rione Traiano in Neapel lebenden 16-jährigen Kindheitsfreunden Pietro Orlando und Alessandro Antonelli, ein Smartphone mit der Bitte, ihren Alltag zu filmen. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: The Realm (El reino)

Dem Politthriller „The Realm“ gelingt das scheinbar Unmögliche: Das Publikum mit einem zutiefst unmoralischen und unnahbaren Protagonisten mitfühlen zu lassen.

© Warner Bros

Rodrigo Sorogoyen scheint ganz genau zu wissen, wie viel er seinem Publikum zutrauen kann. Schnelle, dialoglastige Sequenzen stehen in „The Realm“ im perfekten Gleichgewicht zu langsameren, handlungsfokussierteren Szenen. Die Informationen, die man braucht, um die Geschehnisse nachvollziehen zu können, sind über den ganzen Film verteilt, was einerseits bedeutet, dass das Publikum nicht gleich zu Beginn des Films überfrachtet wird, andererseits aber auch, dass es geduldig sein muss.

Der Film erzählt die Geschichte des fiktionalen Politikers Manuel Lopez-Vidal (Antonio de la Torre). mehr lesen / lire plus

Weltfrauenkampftag 2019: Wessen Straße? Unsere Straße!

Auch in der luxemburgischen Hauptstadt wurde heute für die Rechte von Frauen und geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten demonstriert. Wir waren dabei.

„Siamo tutti antisexisti!“, „Wherever I go, however I dress: ‚no’ means ‚no’, ‚yes’ means ‚yes’!“, „So-so-so-solidarité avec les femmes du monde entier!“ – getreu dem Motto des diesjährigen Weltfrauenkampftags, sich Frauenstreiks und -demonstrationen weltweit gegenüber solidarisch zu zeigen, wurden die Parolen auf der Demo, die heute Mittag am hauptstädtischen Bahnhof losging, gleich in mehreren Sprachen gerufen. Etwa 300 Feminist*innen waren mit Schildern, Besen, Trillerpfeifen und violetten Westen ausgestattet auf die Straße gegangen, um für die Rechte von Menschen zu demonstrieren, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung marginalisiert werden. mehr lesen / lire plus

#MeToo: Die Macht der Dokus

Anfang 2019 hat die MeToo-Bewegung einen neuen Höhepunkt erreicht und zeigt unter anderem mit Doku-Serien wie „Surviving R. Kelly“ eindringlich auf, wie Machtdynamiken und kollektives Augenverschließen physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch begünstigen.

Am 5. März wies R. Kelly in einem Interview auf CBS erneut jede Schuld von sich. (© Screenshot YouTube)

Anderthalb Jahre nach Beginn der MeToo-Bewegung ist ihre Wirksamkeit immer noch nicht abgeflacht. Während anfangs journalistische Texte und Tweets dominierten, wurden die Auswirkungen der aufgeflammten Diskussion rund um sexualisierte Gewalt – Problembewusstsein, Solidarität und öffentliche Anprangerungen – immer wieder in künstlerischen Produktionen aufgegriffen. Fernsehserien wie „The Handmaid’s Tale“, Filme wie „The Wife“, Songs wie „Nameless, Faceless“ von Courtney Barnett, Theaterstücke wie „Bitter Wheat“ von David Mamet oder „Saturday Night Live“-Sketche wie der über Brett Kavanaugh wurden wesentlich von MeToo beeinflusst. mehr lesen / lire plus

Grundschul-Referendariat: Überarbeitung gefordert

„Das Praktikum für Lehrkräfte hat noch immer keinen Mehrwert“ – diese Ansicht äußerte das SNE/CGFP in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung. Seit Schuljahresbeginn 2016 müssen angehende Grundschullehrkräfte nach einem vierjährigen, sowohl theoretischen als auch praktischen Studium ein zweijähriges Referendariat absolvieren, bevor sie ihren Beruf antreten dürfen. Obwohl die Gewerkschaft die Reduzierung der Praktikums-dauer von drei auf zwei Jahre begrüßt, ist sie der Ansicht, dass es nicht reiche, den Rahmen zu ändern – auch der Inhalt müsse grundlegend überdacht werden. Zurzeit besteht das Praktikum in den Augen des SNE/CGFP nämlich aus teils unsinnigen Wiederholungen des Uni-Stoffs und kostet Zeit und Energie, die produktiver in die Arbeit im Klassensaal investiert werden könnten. mehr lesen / lire plus

Der feministische Kampf geht weiter

Die Tage vom 8. bis zum 10. März stehen in Luxemburg im Zeichen von Vernetzung, Austausch und solidarischem Kampf von Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Sexualität diskriminiert werden.

„Solidarität mit allen Frauenstreiks und -demonstrationen am 8. März“ – unter diesem Motto ruft die Plattform „Jif 2019“, die sich vor allem aus feministischen und politischen Organisationen zusammensetzt, dazu auf, am morgigen Freitag auf die Straße zu gehen. Im Fokus steht der Kampf für die Rechte von Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orentierung diskriminiert werden. Damit soll sich den weltweit gestellten Forderungen nach gerechten Arbeitsverhältnissen, Anerkennung von Sorge-Arbeit, Verfügung über den eigenen Körper und Weltfrieden angeschlossen werden. mehr lesen / lire plus

Vergewaltigung zur Unterhaltung

Ein Videospiel, mit dem Ziel, Frauen zu vergewaltigen und umzubringen, wird im Netz zurzeit heftig kritisiert. Die Versuche des Entwicklers, die misogynen, gewaltverherrlichenden Inhalte zu verteidigen, scheitern kläglich.

© pxhere.com

Diejenigen, die sich alljährlich den Kopf darüber zerbrechen, ob es überhaupt noch notwendig sei, am 8. März den Weltfrauenkampftag zu begehen, sind möglicherweise noch nicht auf das Videospiel „Rape Day“ aufmerksam gemacht worden, das im April diesen Jahres auf der Spieleplattform Steam veröffentlicht werden soll. Schauplatz des Spiels ist eine Zombie-Apokalypse. Ziel ist es, Frauen zu belästigen, zu vergewaltigen und umzubringen. „The zombies enjoy eating the flesh off humans and brutally raping them, but you are the most dangerous rapist in town“, war bis vor kurzem noch im Beschreibungstext von „Rape Day“ auf Steam zu lesen. mehr lesen / lire plus

Sexualerziehung: Man lernt nie aus

Altersübergreifend, ganzheitlich, zugänglich und intersektionell – das Ziel, das sich mit dem neuen Aktionsplan zur sexuellen und affektiven Gesundheit gesteckt wurde, könnte nicht ambitionierter sein.

© Pixabay

Das Auditorium der Uni Luxemburg war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, als am vergangenen Dienstag der Nationale Aktionsplan zur Förderung sexueller und affektiver Gesundheit vorgestellt wurde. Das Stichwort, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Konferenz zog, war „ganzheitlich“. Dieser Leitlinie soll nämlich die hierzulande geleistete Sexualerziehung künftig entsprechen. Diese Herangehensweise wird bereits daran deutlich, dass gleich vier Ministerien an der Ausarbeitung beteiligt waren: Gesundheit, Familie, Bildung und Geschlechtergleichstellung. Anders als der bisherige Aktionsplan, richtet sich der neue, am 1. mehr lesen / lire plus

Bo Burnham: Smells like Teen Angst

Wie ist es, in den 2010er-Jahren ein 13-jähriges Mädchen zu sein und an einer Angststörung zu leiden? „Eighth Grade“ nimmt sich des Themas erfreulich ehrlich und differenziert an.

Kayla verbringt viel Zeit und Energie damit, sich mit Menschen anzufreunden, die sich nicht im geringsten für sie interessieren. (© Interview Magazine)

„Hey guys, it’s Kayla again, back with another video. […] So, the topic of today’s video is being yourself.” „Eighth Grade” fängt mit einem Youtube-Video an und es folgen viele weitere, bevor der Film auch wieder mit einem solchen aufhört. Die Autorin derselben, Kayla (Elsie Fischer), geht in die titelgebende achte Klasse. mehr lesen / lire plus

Praktikumsgesetz: Neuer Arbeitsminister, neues Glück?

Auch im Jahr 2019 haben Studierendenpraktika für die Unel oberste Priorität. Am Montag überbrachte sie Dan Kersch ihre Forderungen.

Die Unel fordert Maßnahmen um Formen von Missbrauch bei Studierendenpraktika präventiv vorzubeugen – dies ist nur einer von zahlreichen Punkten, die die Schüler*innen- und Studierendenorganisation am vergangenen Montag Arbeitsminister Dan Kersch gegenüber darlegten. Bereits seit Frühjahr 2018 kritisiert die Unel den zurzeit vorliegenden Entwurf zum Praktikumsgesetz – bisher mit mäßigem Erfolg. Zu den Forderungen der Unel gehört unter anderem eine Entlohnung, die sich am Bildungsgrad der jeweiligen Praktikant*innen orientiert, Ausbildungsmöglichkeiten für Tutor*innen, die Einzahlung von Pensionsbeiträgen, sowie die Option, Praktika in Teilzeit zu absolvieren. mehr lesen / lire plus

Autismus: Heilung in Sicht?

Eine Therapie aus Amerika, verspricht „den Autismus zu überwinden“. Ernstzunehmende Aussicht oder irreführende Marketingstrategie? Wir haben luxemburgische Organisationen für Menschen mit Behinderung nach ihrer Meinung gefragt.

Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung nehmen ihre Umwelt anders wahr als neurotypische Personen. (© Nick Youngson)

Ein heller Raum mit buntem Teppich auf dem Boden und Kinderbasteleien an den Wänden. Etwa zehn Erwachsene sitzen auf grauen Klappstühlen in einem Kreis, Eltern, deren Kinder sich auf dem Autismus-Spektrum befinden. Einer davon ist Doug. Er nimmt heute zum ersten Mal an der Selbsthilfegruppe teil. „In letzter Zeit sind wir gut miteinander zurechtgekommen. Sam geht jetzt zu einer Therapeutin und ich hatte das Gefühl, dass er auf dem Weg der Besserung sei …“ Weiter kommt Doug nicht, bevor die Gruppen-Moderatorin einhakt: „Tut mir leid, dass ich Sie unterbrechen muss, aber es gibt keine Besserung bei Autismus. mehr lesen / lire plus

Praktikumsgesetz: Déi Lénk schließen sich Kritiker*innen an

Déi Lénk fordern eine Überarbeitung des Gesetzesentwurfs zur Regelung von Schüler*innen- und Studierendenpraktika. Damit schließt sich die Oppositionspartei anderen Kritiker*innen, wie etwa der Schüler*innen- und Studierendenorganisation Unel, dem Kunstkollektiv Richtung22 sowie der Salariatskammer an. Der vorliegende Gesetzesentwurf garantiere jungen Menschen keine ausreichende Bezahlung und trage damit zu prekären Verhältnissen bei. Dies sei gerade vor dem Hintergrund einer kürzlich von Eurostat publizierten Studie, die auf das große Armutsrisiko hinwies dem junge arbeitende Menschen hierzulande ausgesetzt sind, bedenklich. Wie schon die Unel fordern auch déi Lénk deshalb eine bessere Entlohnung, die Bezahlung eines Rentenbeitrags sowie die Betreuung durch Tutor*innen im Gesetzestext vorzusehen. mehr lesen / lire plus

Armutsrisiko: Kritik an Eurostat-Zahlen

Im Vergleich mit anderen EU-Ländern ist die Lebenssituation luxemburgischer Rentner*innen beneidenswert – diese Auffassung drücken Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen und Sozialminister Romain Schneider in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aus. Der CSV-Abgeordnete Paul Galles hatte auf eine Eurostat-Statistik verwiesen, der zufolge 9,3 Prozent der hiesigen Rentner*innen im Jahr 2017 einem Armutsrisiko ausgesetzt waren. Dies entspricht einer Steigerung von 3,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. In ihrer Antwort stellen Cahen und Schneider die Aussagekraft der festgestellten Differenz in Frage. Die Eurostat-Studie beachte bei ihren Berechnungen einzig die finanzielle Situation, nicht aber Indikatoren für materielle Not insgesamt. Diesbezüglich sei der Wert zwischen 2015 und 2017 nämlich von 3,4 auf 1,7 Prozent gesunken. mehr lesen / lire plus

Im Kino: „If Beale Street Could Talk“

„If Beale Street Could Talk“ soll sowohl ein Film über Rassismus als auch ein überlebensgroßes Liebesdrama sein. Trotz hervorragender Schauspieler*innen und wunderschöner Bildsprache geht die Rechnung aber nur bedingt auf.

Tish und Fonny stehen symbolisch für die von Rassismus bedrohte Unschuld und Gutmütigkeit. (© 2018 Annapurna Pictures)

Ein junger Mann namens Daniel (Brian Tyree Henry) sitzt im Wohnzimmer seines besten Freundes. Vor kurzem wurde er nach zweijähriger Haft entlassen, eine Erfahrung, die ihn nachhaltig traumatisiert hat. “The white man has got to be the devil. He sure ain’t a man”. Als Daniel mit diesem Satz seinen Eindruck auf den Punkt bringt, ist das kein Ausdruck von Abscheu oder Hass, sondern von Fassungslosigkeit: Daniel versteht einfach nicht, wie Menschen zu dem fähig sein können, was sie ihm im Gefängnis angetan haben. mehr lesen / lire plus