Buchtipp: Die Rettung

von | 06.03.2026

© S. Fischer)

Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein mit seinen drei Kindern in einem Leuchtturm. Eine verlassene Forschungsstation und ein Saatgutbunker sind ebenfalls auf der sonst kargen Insel zu finden. In dieses Setting hinein wird eine Frau als Schiffbrüchige angespült. In abwechselnden Perspektiven erfahren die Leser*innen vom dramatischen Leben der Protagonist*innen, das von ungewöhnlich vielen Schicksalsschlägen geprägt ist, sowie von ihren zahlreichen Geheimnissen. Dadurch wirken Geschichte und Charaktere vor dem bildgewaltigen Hintergrund allerdings manchmal etwas zu konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch werden im Roman durchaus spannende Fragen zur Biodiversität aufgeworfen, die es zu bewahren gilt, und die Folgen der Klimakrise, die schon heute bemerkbar sind, werden eindrücklich geschildert. Charlotte McConaghy zeigt, wie dieser einsame Ort voller Leben, Natur und Schönheit ist, aber das überzogene Drama der Figuren wäre nicht nötig gewesen, um der Geschichte Tiefe zu verleihen.

Charlotte McConaghy: Die Rettung. Aus dem Englischen übersetzt von Jan Schönherr. 368 Seiten. S. Fischer, 2025.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Buchtipp: Die zweitgrößte Liebe

Henry und Michelle lernen sich kennen, verbringen unbeschwerte Tage und Nächte in Michelles Einzimmerwohnung, schwimmen im See und verlieben sich. In „Die zweitgrößte Liebe“ stellt Ruth-Maria Thomas die Frage, ob Liebe jedoch ausreicht, damit zwei Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten sich gleichberechtigt begegnen und ein...

KULTURTIPP

Willis Tipps: Oktober 2026

Glanz iranischer Frauenstimmen Quasi im Alleingang haben die beiden Schwestern Mahsa und Marjan Vahdat seit mehr als 20 Jahren den Gesang iranischer Frauen auf dem Globus bekannt gemacht. Wegen der repressiven und besonders frauenverachtenden Politik des Mullah-Regimes, das in Iran sogar Sologesang von Frauen verbietet, mussten beide ins...

KULTURTIPP

Buch: Seerauchen

In einer farbenfrohen, doch nicht zu verschnörkelten Sprache erzählt Sabine Eschbach in ihrem Romandebüt „Seerauchen“ die Geschichte eines Jungen, der anders als die anderen Kinder einer Dorfgemeinschaft ist. Josef Leible fängt erst mit sieben Jahren zu sprechen an, besucht zwei Jahre später erstmals die Schule, sieht Töne – gesprochene Worte...

KULTURTIPP

Kulturtipp: CinEast Festival

Das CinEast-Festival hat sich längst als Tradition etabliert. In seiner 19. Ausgabe öffnet es Filmbegeisterten erneut ein Fenster zur aktuellen Landschaft des mittel- und osteuropäischen Kinos. Vom 9. bis zum 25. Oktober wartet es mit einem besonders dichten wie vielfältigen Programm auf: Insgesamt finden mehr als 120 Vorführungen von über 65...