Expotipp: White Shadows

von | 10.07.2026

Bis September sind einige Skulpturen der Künstlerin Juila Beliaeva in der Escher Konschthal zu sehen. (Foto: woxx)

Im hinteren Ende des Erdgeschosses der Escher Konschthal begrüßt eine kleine Ansammlung von Porzellanfiguren die Besucher*innen. Auf Sockeln, in den Ecken und inmitten der dunkel gehaltenen Räume haben die weiß polierten Skulpturen trotz ihrer kleinen Größe eine bemerkenswerte Präsenz. Die Werke der Künstlerin Julia Beliaeva wirken befremdlich: Vom Stil her erinnern sie an traditionelle Skulpturen, inspiriert hat sich Beliaeva auch inhaltlich von Folklore und Mythologie, etwa dem altgriechischen Titanen Atlas. Doch in Kombination mit modernen, alltäglichen Gegenständen und geradezu subversiven Posen führen die Gestalten den Besucher*innen die politische Aktualität mit Wucht vor Augen. So etwa ein einsam stehendes Kind im Kapuzenpulli oder ein Gebäude, das einem Kachelofen gleicht und an dessen einst makelloser Fassade ein Feuer schwarze Spuren hinterlassen hat. Denn die in Kiew lebende ukrainische Künstlerin bearbeitet in ihren furiosen Installationen, für die sie 3D-Drucker nutzt, sowohl individuellen Schmerz als auch den russischen Angriffskrieg, der nun auf das fünfte Jahr zusteuert. Julia Beliaeva gibt Traumata, Resistenz und Erinnerungen ohne Scheu eine durchdringende Form.

 

Julia Beliaeva – White Shadows. Konschthal (29, boulevard Prince Henri, L-4280 Esch-sur-Alzette). Bis zum 20. September. Mi.-So., 11 bis 18 Uhr. Do. 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

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