Nochmal von vorne

Anja Di Bartolemo beobachtet und beschreibt in ihrem letzten Buch den Farbwechsel der Chamäleons. Ob sie mit dem gleichnamigen Kurzgeschichten-Band überzeugt? Jein.

Op der Lay

An irgendwas fehlt es den Geschichten, die Anja Di Bartolomeo in „Chamäleons“ erzählt. Was genau, das wird erst auf den letzten 14 Seiten des Buches deutlich. Der Rest gleicht mehr der Aneinanderreihung klischeehafter Charaktere, in deren Leben es früher oder später zum „plot twist“ kommt. Sie sind Chamäleons, die sich an ihre Umgebung anpassen bis ihnen die Farbe ausgeht.

Es gibt den ausrangierten Bürohengst, den Krisenmanager kurz vorm Burn-out, den erfolgsgeilen Anwalt, die Journalistin auf der Suche nach der besten Coverstory – alles Menschen, die auf dem Karussell der Arbeitswelt festsitzen, das sich ohne Rücksicht auf Verluste dreht und dreht und dreht bis eine*r runterfällt. mehr lesen / lire plus

Roland Meyer: Sex, Drugs und Nation Branding

„Wenn immer alles so einfach wäre“ – Der neue Roman von Roland Meyer sprengt so ziemlich alle Erwartungen.

Kann ein Roman, der mit einem Radiohead-Zitat beginnt, schlecht sein? Eigentlich nicht, und doch wurde Roland Meyers Buch „Wenn immer alles so einfach wäre“ in der hiesigen Rezensionshitparade ein paar Mal nach hinten verschoben: Zu sperrig der Titel, zu hoch die Seitenzahl und zu klein die Zuversicht, dass es sich bei diesem luxemburgischen Roman wirklich um eine Entdeckung handeln könnte. Also eher die Kategorie „Sommerloch-Not-Lückenfüller“.

Durch einen 100,7-Beitrag, der das Buch in den höchsten Tönen lobte, neugierig geworden, dann ein erstes Rumblättern. Nach 10 bis 20 Seiten schwindet langsam das Gefühl, man lese den x-ten Versuch eines hiesigen Grundschullehrers, seinen verstaubten Vorbildern nachzuäffen. mehr lesen / lire plus