Adornos „Flaschenpost an die Zukunft“

Der Suhrkamp-Verlag hat Theodor W. Adornos Vortrag „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ in Buchform gebracht. Der Text liest sich stellenweise wie ein Kommentar aktueller politischer Geschehnisse.

Copyright: Suhrkamp Verlag

Es war der 6. April 1967 als Theodor W. Adorno auf Einladung des „Verbands Sozialistischer Student_innen Österreichs“ an der Wiener Universität einen Vortrag über die Aspekte des neuen Rechtsradikalismus in Deutschland hielt. Volker Weiß, Historiker und Publizist, erläutert in seinem Nachwort des kürzlich von Suhrkamp veröffentlichten Vortrags die Hintergründe: „Die bewusst lose gehaltenen Ausführungen dienten dazu, einem österreichischen Auditorium den Aufstieg der 1964 gegründeten NDP in der Bundesrepublik zu erläutern, die als Sammlungsbewegung des rechten Lagers signifikant Zuspruch verzeichnete.“ Ein Jahr nach dem Vortrag war die Partei in sieben Landesparlamente eingezogen, scheitere aber 1969 bei den Bundestagswahlen im September – nur einen Monat nach Adornos Tod. mehr lesen / lire plus

Der lange Weg bis zur Ausgleichszahlung: Schuld ist das System

Drei Monate mit der Hälfte des Gehalts leben? Das soll für viele, die auf Ausgleichszahlungen der Adem warten, Realität sein. Arbeitsminister Dan Kersch erwähnt Vorschüsse der Adem.

Der LSAP-Abgeordnete Mars Di Bartolomeo weist in seiner parlamentarischen Anfrage an seinen Parteikollegen und Arbeitsminister Dan Kersch auf die prekäre Situation von Arbeitnehmer*innen hin, die nach einer firmeninternen beruflichen Neuorientierung auf Ausgleichszahlungen der Adem warten. Die Ausgleichszahlung kommt denjenigen zugute, die aus gesundheitlichen oder physischen Gründen ihrer eigentlichen Tätigkeit im Betrieb nicht mehr nachgehen können und in ihrer neuen Funktion weniger verdienen als bisher. Die Betroffenen, so Di Bartolomeo, müssten teilweise monatelang mit der Hälfte ihres Gehalts auskommen, die ihnen von ihren Arbeitgeber*innen ausbezahlt wird. mehr lesen / lire plus

CNS: Sorgenkinder und nackte Zahlen

Die Caisse nationale de santé (CNS) hat ihren Jahresbericht 2018 vorgelegt. Eine der am meisten thematisierten Neuerungen im Gesundheitswesen dürfte die Einführung der Reform der Pflegeversicherung gewesen sein, die nach einer Überarbeitung im September 2018 in Kraft trat. Die CNS spricht in ihrem Bericht von den „vives discussions“, die die Reform bereits während der Projektphase begleiteten. Stress gab es auch mit der Association de médecins et médecins-dentistes Luxembourg (AMMD), unter anderem in Bezug auf die Nomenklatur. Die AMMD übte wiederholt scharfe Kritik an der CNS und der Regierung. Zwar gab es in puncto Nomenklatur Erfolge in der „chirurgie digestive“ und der „chirurgie des prothèses orthopédiques“, doch bedauert die CNS, dass die Arbeit an anderen Dossiers aufgrund politischer Unstimmigkeiten gestoppt wurde. mehr lesen / lire plus

Marsch für Tierrechte

Animal Dignity lädt am Samstag zum zweiten Marsch im Zeichen der Tierrechte ein. Es wird ein Rundgang durch die Tierwelt von Luxemburg-Stadt.

Die Animal Rights Marches finden seit 2016 weltweit statt und sollen ein Zeichen gegen Tierausbeutung und gegen die Tötung von Tieren setzen. Copyright: CC BY UggBoy/UggGirl 2.0

Weltweit gedenken Menschen seit 2016 den massenweise von Menschen getöteten Tieren und prangern anlässlich der „Official Animal Rights Marches“ die Auswirkungen der Tierausbeutung an. In Luxemburg findet der Marsch dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Die Informations- und Diskussionsplattform Animal Dignity lädt vor dem eigentlichen Marsch zum gemeinsamen Picknick und Demo-Schilder-Basteln ein. mehr lesen / lire plus

Médecins du monde: Prekarität macht keinen Urlaub

Für Glückskinder herrscht in den Sommermonaten Leichtigkeit. Die ONG Médecins du monde Luxembourg erinnert mit einer Sensibilisierungskampagne jedoch an die Menschen, die in Luxemburg um ihre medizinische Versorgung kämpfen müssen – und das über das ganze Jahr hinweg.

Copyright: MdM

„Certains prennent des coups de soleil“, steht auf einem der Plakate der Organisation Médecins du monde Luxembourg (MdM), „d’autres se prennent des coups.“ Hinter diesem und anderen Wortspielen verbirgt sich eine ernste und beängstigende Mitteilung. Während andere im Sommer Urlaub machen, so das Motto der Kampagne, leiden andere unter ihrem Leben auf der Straße, sind weder sozial- noch krankenversichert (2018: 72 Prozent der Patient*innen von MdM). mehr lesen / lire plus

#dichterdran: Schiller hatte die schönsten Locken

Unter #dichterdran parodieren Twitter-User*innen den sexualisierten Blick männlicher Literaturkritiker auf Autorinnen. Der ist Ausdruck eines strukturellen Problems der Literaturkritik.

Foto: CC BY nefasth SA 2.0

„Solche Rezension sind so dermaßen peinlich, dass ich mich eigentlich gar nicht darüber aufregen möchte“, twitterte die Journalistin Nadia Brügger vor wenigen Tagen und verwies dabei auf Martin Ebels Buchbesprechung zu Sally Rooneys Debütroman „Gespräche unter Freunden“ im Schweizer Tages-Anzeiger. „Kann bitte ich das nächste Mal eine schreiben – und zwar ohne die Autorin unnötig zu sexualisieren und ihre Leistung großväterlich zu schmälern?“ Ebel schreibt in seiner Rezension über Rooneys sinnliche Lippen, über ihre vermeintliche Ähnlichkeit zu einem verschreckten Reh – und er behauptet, manche Romanszenen könnten von Marivaux abgeschrieben sein. mehr lesen / lire plus

#FreeSarlak

Bereits letztes Jahr berichtete die Organisation für Zivil- und Strafjustiz „Detained in Dubai“ von Joseph Sarlaks Schicksal: Seit 2016 sitzt der Australier unschuldig in Qatar im Gefängnis. 2004 reiste der damalige Mitarbeiter von „Clearspan Technology“ aus Queensland in das arabische Emirat, um den Zuschlag für ein lokales Zivilprojekt für den „Qatar Airways Amiri Hangar“ einzuholen. Zwar war er erfolgreich, doch geriet er dabei an einen einflussreichen Geldgeber in finanziellen Nöten. Der Sponsor leitete zunächst ein Verfahren wegen Fluchtabsicht gegen Sarlak ein, der Qatar unberechtigten Gerüchten zufolge ohne Einwilligung verlassen wollte. Dies verstößt gegen das dortige Gesetz. Im Anschluss plünderte der Geldgeber, der die in Qatar neuregistrierte Sektion der Firma integral finanzierte, die Firmenkonten und verwickelte Sarlak ohne dessen Wissen in illegale Handlungen. mehr lesen / lire plus

Luxemburgische Bibliotheken: Geschlossen, unterbesetzt und elitär?

Die Neueröffnung der Nationalbibliothek steht kurz bevor. Für Déi Lénk-Abgeordneten Marc Baum und David Wagner ein Anlass, um auf Missstände in der luxemburgischen Bibliothekslandschaft hinzuweisen und Erklärungen einzufordern.

Vier Beispiele von Baum und Wagner reichen aus, um zu veranschaulichen, was der optimalen Nutzung der 2018 eröffneten Universitätsbibliothek „Luxembourg Learning Centre“ (LLC) und der bald neueröffneten Nationalbibliothek (BnL) im September 2019 im Wege steht oder stehen könnte.

Zunächst weisen die beiden Abgeordneten darauf hin, dass nach der Bekanntmachung des Umzugs der BnL keine weiteren unbefristeten Stellen zur Verstärkung des Bibliothekar*innen-Teams geschafft wurden, obwohl mit einem Anstieg der Besucherzahlen zu rechnen sei.

Die Abgeordneten gehen zwar nicht darauf ein, aber es steht generell eher schlecht um den Nachwuchs in dem Berufszweig, wie Tamara Sondag aus der Escher Bibliothek der woxx kürzlich verriet. mehr lesen / lire plus

Wenn die Liebe offline geht

Im Rahmen der Kampagne „Love Stories 4.“ setzt sich Bee Secure mit Trennungen und Social Media auseinander. Ist es heute schwieriger, Distanz zu gewinnen? Und was gilt es nach dem Liebesaus online zu beachten?

Paare, die ihre Liebe online zelebrieren, sind keine Seltenheit. Vom Update des Beziehungsstatus über gemeinsame Fotos in der Timeline bis hin zum Taggen unter Posts: Sie dokumentieren das gemeinsame Leben in der digitalen Öffentlichkeit. Kommt es zur Trennung, stellen sich in sozialen Netzwerken dieselben Fragen, die sich seit jeher auftun, wenn Paare getrennte Wege gehen: Wem und wie erzählt man vom neuen Beziehungsstatus? Wie handhabt man gemeinsame Erinnerungen? mehr lesen / lire plus

Darf die Großherzogin Feministin sein?

Fernand Kartheiser schoss in einer parlamentarischen Anfrage einmal mehr gegen die„Orange Week“ und hinterfragte die Rolle der Großherzogin bei politischen Manifestationen. Nun antwortet Premierminister Xavier Bettel.

Copyright: CC BY GilPe SA 3.0

Man musste nicht lange grübeln, auf welche Veranstaltung er sich bezieht, als der Abgeordnete Fernand Kartheiser vor rund einem Monat in einer parlamentarischen Anfrage die mögliche Schirmherrschaft der Großherzogin Maria-Teresa einer „offen männerfeindlichen Aktion“ hinterfragte. Zwar sah Kartheiser davon ab, den Titel der internationalen Sensibilisierungskampagne gegen die Gewalt gegen Frauen zu nennen, doch ist bekannt, dass die „Orange Week“ der ADR ein Dorn im Auge ist. Die Partei behauptete schon letztes Jahr, die Sensibilisierungswoche gegen Gewalt gegen Frauen thematisiere Frauengewalt gegenüber Männern nicht und definiere Männer  stereotyp zu Tätern. mehr lesen / lire plus

Urban Art: Hip, hip, tot!

Einst verpönt, dann verschönt: 
Unter dem Begriff der Urban Art wird Street Art kommerzialisiert und salonfähig gemacht. Zerbricht die Szene daran?

Es ist inzwischen keine Seltenheit mehr, dass sich Unternehmen – wie in diesem Fall Creos – mit Auftragsarbeiten von Street Art-Künstler*innen schmücken. Das Werk auf dem Glacis in Luxemburg-Stadt ist von Alain Welter. (Foto: Creos Luxembourg S.A.)

Vor kurzem feierte sich das Energieunternehmen Creos auf den sozialen Netzwerken selbst für seinen Einfall: Nachdem der Künstler Alain Welter (aka Mope) schon die Ortschaft Kahler und die Fassade des Lebensmittelgeschäftes „Eis Épicerie“ in Sanem verziert hatte, durfte er nun eine der Creos-Trafostationen auf dem Glacis besprayen. mehr lesen / lire plus

Gratis Schulbücher: Zwei Neuerungen geplant

Das Bildungsministerium unterstützt die Wiederverwendung kostenloser Pflichtschulbücher – und verlängert die Laufzeit des dafür ausgestellten Gutscheins. Neuigkeiten gibt es auch in punkto Buchhandlungen.

Schüler*innen in Luxemburg erhalten die Bücher, die zum Pflichtmaterial gehören, seit dem Schuljahr 2018/2019 umsonst. Die Schüler*innen, die auf gebrauchte Bücher zurückgreifen, erhalten für jedes Pflichtbuch, das sie nicht neu bestellen, einen Gutschein für andere Bücher im Wert von der Hälfte des Buchpreises. Neu ab der nächsten „Rentrée“: Der Gutschein kann bis zum 30. Juni 2020 exklusiv in den Buchläden eingelöst werden, die an dem myBooks-Programm teilnehmen. Eine Liste der entsprechenden Buchläden gibt es online.

Was beim Alten bleibt: Die Schüler*innen der einzelnen Sekundarstufen sowie der Berufsausbildungen müssen sich nach wie vor per App registrieren, ihre Pflichtmaterialien auswählen und die entsprechenden Barcodes in einer Buchhandlung scannen lassen – anschließend erhalten sie ihre Bücher. mehr lesen / lire plus

Tödlicher Umweltaktivismus

Im Jahr 2018 wurden weltweit mindestens 164 Umwelt- und Landrechteaktivist*innen getötet. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der NGO „Global Witness“ hervor. Während die Anzahl an Morden in Brasilien seit 2012 kontinuierlich sinkt, steigt sie in Ländern wie den Philippinen (30) oder Guatemala (16) leicht an. Das letztgenannte Land gilt als das für Aktivist*innen gefährlichste. Die meisten Morde gab es auf den Philippinen. Generell gehören die Opfer oft indigenen Bevölkerungsgruppen an und sind Menschen aus der Zivilgesellschaft, die ihren Lebensraum gegen die Ausbeutung durch Industrie und Staat verteidigt haben. Aufgeschlüsselt nach Sektor, traf es vor allem Aktivist*innen im Bereich der Berg- und Abbauindustrie (43), der Agrar- und Ernährungswirtschaft (21) sowie des Wasser- und Dammsektors (17). mehr lesen / lire plus

Stiftung Lesen: Verschenkaktion sorgt für Stunk

Die Stiftung Lesen will zum Weltkindertag zusammen mit Amazon, Hugendubel und Thalia eine Million Märchenbücher verschenken. Die kleinen Buchhandlungen bleiben außen vor.

Foto: Pixabay

Es ist eine Zusammenarbeit, die die deutsche Buchbranche derzeit in Aufruhr versetzt: Die Stiftung Lesen, die sich für die Leseförderung einsetzt, bringt zusammen mit Amazon einen Sammelband mit elf Grimm-Märchen und fünf neu geschriebenen Märchen zeitgenössischer Autor*innen heraus. Pünktlich zum Weltkindertag am 20. September sollen eine Million Exemplare von Hugendubel, Thalia und Amazon verschenkt werden. Wer das Ganze produziert? „Tinte und Feder“ – der 2017 von Amazon Publishing gegründete Imprint-Verlag für deutschsprachige Gegenwartsliteratur und historische Romane. Amazon, das im Internetbuchhandel oben in der Nahrungskette steht, ist erst seit Jahresbeginn Mitglied im Stifterrat der Stiftung Lesen und hat die Projektidee angeblich selbst vorgeschlagen. mehr lesen / lire plus

„Ouni“: Es läuft auch ohne Verpackungsmüll

Die Kooperative „Ouni“ verzeichnet Ende Juli 1.000 Mitglieder. Die Eröffnung eines zweiten Unverpackt-Ladens steht bevor.

Knusper, knusper, Knäuschen … Ob zum Knabbern oder zum Köcheln, alles kann bei „Ouni“ in – von Kund*innen mitgebrachte – Behälter abgefüllt werden. (Foto: Raymond Klein)

„Un cap symbolique pour cette coopérative bio, locale et sans emballages“, freut sich die Kooperative, „à peine trois ans après le lancement de lʼinitiative sur une page Facebook.“ Anlass zur Freude ist das tausendste Mitglied von „Ouni“. Über 250 davon sind aktive Mitwirkende, sprich: Sie betätigen sich im Gegenteil zu den anderen Kooperationsmitgliedern unter anderem zwei Stunden monatlich ehrenamtlich für „Ouni“. mehr lesen / lire plus

Südspidol: Was wird aus Princesse Marie-Astrid?

Gesundheitsminister Étienne Schneider gab auf Nachfrage des Abgeordneten Marc Goergen (Piraten) bekannt, dass die Zukunft des Geländes des „Hôpital Princesse Marie-Astrid“ (HPMA) in Niederkorn bis dato ungewiss sei. Was nach der Inbetriebnahme des „Südspidol“, das voraussichtlich 2025 erste Patient*innen empfangen wird, mit den Gebäuden passiert, falle grundsätzlich unter die Zuständigkeit der Grundstücksbesitzer: dem „Syndicat de l’hôpital intercommunal de Differdange-Pétange-Bascharage“. Hansjörg Reimer, Generaldirektor des geplanten „Südspidol“, verriet hingegen im Interview mit dem Radiosender 100,7 im Juni, dass unter anderem auf dem Gelände in Niederkorn eine Poliklinik vorgesehen sei. Interdisziplinäre Kommissionen seien sowohl in der Gemeinde Differdingen als auch in Esch dabei, konkrete Konzepte für die einzelnen Standorte auszuarbeiten. mehr lesen / lire plus

Jugend und Autos: Problematische Umfrageergebnisse

Quest fragte 500 junge Menschen nach ihrer Beziehung zu Autos. Die Umfrageergebnisse werden unnötig aufgebauscht – ihre Darbietung grenzt an Jugendfeindlichkeit.

Foto: Markus Spiske/pexels

Laut dem Marktforschungsunternehmen Quest proklamieren Politiker*innen und Soziolog*innen einen Paradigmenwechsel, was den Stellenwert des Autos im Leben junger Menschen betrifft: Er habe sich verändert und nehme ab. Quest ging dieser Hypothese auf eigene Faust nach und befragte junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren aus Luxemburg und der Grenzregion zum Thema Fahrzeugnutzung.

Eine Frage bezieht sich auf den Führerschein: 68 Prozent der Befragten haben einen, jeweils 15 Prozent sind dabei einen zu machen oder haben dies vor, und eine „minorité de niche“ von zwei Prozent lehnt es ab einen Führerschein zu erwerben. mehr lesen / lire plus

Petition: Leitungswasser nicht für lau, aber …

„Refill Lëtzebuerg“ fordert in einer öffentlichen Petition das Recht auf Leitungswasser für Gäste in Cafés und Restaurants.

Bildquelle: Pexels

„Refill Lëtzebuerg“ zählt inzwischen 92 (Stand: 20. Juli 2019) Institutionen, Läden und Betriebe in Luxemburg, die mit einem blauen Aufkleber signalisieren: „Wir füllen eure Trinkflaschen umsonst mit Leitungswasser auf.“ Seit 2018 besteht die Initiative in Luxemburg, sie orientiert sich an Vorbildern aus Großbritannien, Irland und Deutschland. Per App kann man einsehen, wo man die eigene Trinkflasche kostenfrei mit Leitungswasser füllen kann. Ziel der europaweiten Bewegung ist es, den Plastikmüll zu reduzieren, der durch die tägliche Nutzung von Einwegplastikflaschen entsteht. Europa produziert laut Studien von „PlasticEurope“ immerhin 58 Millionen Tonnen Plastik im Jahr – 40 Prozent davon gehen für Verpackungen drauf, wie etwa für Pet-Flaschen, und nur 30 Prozent des Plastikmülls werden recycled. mehr lesen / lire plus

Gratis öffentlicher Transport: Nicht alle klatschen mit

Der öffentliche Transport ist ab März 2020 in Luxemburg gratis. Warum legal nicht gleich fair ist – und warum mitzudenken gut wäre.

Foto: Wikimedia

Es ploppt auf den Anzeigetafeln im Bus auf, es steht auf der Internetseite der „Mobilitéitszentral“: Wer nach dem 1. März 2019 ein Jahresabo (2. Klasse) abgeschlossen hat, kommt nicht in den Genuss des vollen Preisvorteils, da Luxemburg im März 2020 den Freifahrtschein einführt. Eine Teilerstattung gibt es nicht. Hochgerechnet verlieren Kund*innen, die sich noch im Juni für ein Jahresabo der zweiten Klasse für das gesamte Streckennetzwerk entschieden haben, 147 Euro. Bei einem vergleichbaren Jahres-Kurzstreckenabo sind es insgesamt 73 Euro. mehr lesen / lire plus

Asylbewerberinnen in Not: Stand Speak Rise Up! Deport?

Luxemburg erklärte sich rezent nicht zuständig für das Asylverfahren von zwei afrikanischen Müttern, die mehrfach Opfer sexualisierter Gewalt geworden waren, und beruft sich auf die europäische Asylrichtlinien. Die NGO Passerell fordert eine unabhängige Kommission, die Abschiebungen in solchen Härtefällen annullieren könnte. Das Ministerium für Immigration und Asyl lehnt mit Verweis auf die Prinzipien des Rechtsstaats ab.

Außenminister Jean Asselborn macht sich zwar für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Frauen in Krisengebieten stark, doch hält er in zwei nationalen Angelegenheiten an EU-Richtlinien fest – obwohl es sich um Härtefälle handelt. (Foto: CC BY Metro Centric 2.0)

„À l’occasion du forum international „Stand Speak Rise Up!“ fin mars, le Grand-Duché s’est fait la capitale de la lutte contre les violences sexuelles faites aux femmes dans les zones sensibles“, beginnt das Schreiben von Passerell. mehr lesen / lire plus