Eröffnung des Bildungszentrums Fünfbrunnen

Foto : visit-wincrange.lu

2021 kaufte der luxemburgische Staat das ehemalige Internierungslager der Nazis in Fünfbrunnen für 25 Millionen Euro auf. Morgen, am 1. Oktober, öffnet es seine Türen als Gedenkort und Bildungszentrum. Im März diesen Jahres hatte die Regierung, vertreten durch die Minister Marc Hansen (DP) und Claude Meisch (DP), die Schlüssel des Klosters offiziell entgegengenommen. Nun können die Besucher*innen den Ort besichtigen, an dem jüdische Luxemburger*innen während des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrer Deportation in die Konzentrationslager Auschwitz oder Theresienstadt festgehalten wurden. Das Programm erstreckt sich von 11 bis 20 Uhr: Es gibt geführte Rundgänge (12 bis 14 Uhr; 15 bis 17 Uhr) und Aktivitäten für die jüngsten Besucher*innen zu Kinderrechten (11 bis 18 Uhr). mehr lesen / lire plus

Konferenz: Aline Mayrisch-de Saint-Hubert

Germaine Goetzinger präsentiert 
am 5. Oktober ihr neues Buch 
„Aline Mayrisch-de Saint-Hubert: 
Ein Frauenleben im Spannungsfeld von Feminismus, sozialem Engagement und Literatur“ im Centre national de littérature in Mersch. Im Austausch mit der woxx erklärt sie, was sie an Aline Mayrisch besonders fasziniert.

Germaine Goetzinger, renommierte Literaturwissenschaftlerin und Frauenforscherin in Luxemburg, sprach mit der woxx über ihren Bezug zu Aline Mayrisch-de Saint-Hubert, der sie 75 Jahre nach ihrem Tod eine Biografie gewidmet hat. (© Éditions Guy Binsfeld)

In Luxemburg-Stadt ist ein Gymnasium nach ihr benannt, in Bartringen eine Straße: Aline Mayrisch-de Saint-Hubert. Jetzt veröffentlicht die mehrfach ausgezeichnete Literaturforscherin Germaine Goetzinger eine der ersten vollständigen Biografien zur luxemburgischen Frauenrechtlerin, Autorin, Philanthropin und Literaturkritikerin. mehr lesen / lire plus

Expotipp: Museum unserer Wünsche: Christina Kubisch, David und Douglas Henderson

In der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken gibt es etwas auf die Ohren: Die Werke der Klangkünstler*innen Christina Kubisch sowie der Brüder David und Douglas Henderson stehen noch bis zum 9. Oktober im Mittelpunkt des Ausstellungsprojekts „Museum unserer Wünsche“. Kubisch – die woxx berichtete bereits 2019 mit Begeisterung von ihrer Schau in der Stadtgalerie Saarbrücken – präsentiert ihre Installation „Das Glashaus“. Dort vermischt die Pionierin der Klangkunst Naturgeräusche mit akustischen Klängen, die unsichtbaren elektrischen Feldern entspringen. Die Hendersons hingegen haben mit „The Sea is a Big Green Lens“ ein Labyrinth aus Klangkörpern konzipiert, durch das sich die Besucher*innen frei bewegen können. mehr lesen / lire plus

Kulturpodcast: Um Canapé mat der woxx – #20 Männlechkeet(en)

Et ass Zäit fir e neien Epsiod vun eisem Kulturpodcast: De lëtzebuergesche Museker CHAiLD hëllt Plaz „Um Canapé mat der woxx“ a schwätzt iwwert Räck, e Mangel u Virbiller a sengem perséinlechen Ausdrock vu Männlechkeet souwéi Queerness.

Wat heescht dat, e Mann a Kënschtler*in ze sinn? Wien setzt sech an der lëtzebuergescher Popkultur mat dësem Thema auserneen? An geet et dobäi em eng Generatiounsfro? De jonke lëtzebuergesche Museker CHAiLD, oppe queere Sänger mat italienesch-portugiseschen Originnen, diskutéiert mam Isabel Spigarelli vun der WOXX iwwert dës an aner Froe ronderëm Gender, Queerbaiting – de Virworf, datt sech Persounen, déi net LGBTIQA+ sinn, queer gi fir e Public unzezéien – a seng Erfarunge mat Diskriminéierung op verschiddene Niveauen. mehr lesen / lire plus

Neuer Sicherheitsplan für Esch

Der Escher Bürgermeister Georges Mischo (CSV) kündigte am Mittwoch die Überarbeitung des „Plan local de sécurité“ (PLS) an, der 2002 zuletzt umfangreich angepasst wurde. Geplant sind unter anderem eine erhöhte Stadtbeleuchtung sowie die Installation von Überwachungskameras, die Geschehnisse aufzeichnen sollen. Eine Übertragung in Echtzeit ist nicht vorgesehen. Mischo betont unter anderem im Gespräch mit der woxx, dass die Bilder später ausschließlich zu Ermittlungszwecken von der Polizei eingesehen werden können. Wie viele Kameras aufgehängt werden, kann er derzeit nicht beantworten, doch ihm schweben drei Standorte vor: der Gemeindeplatz, die „place du Brill“ und der Hauptbahnhof, denn das seien „Hotspots“. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Gemeindeämtern, Polizei und externen Beratungsstellen wie dem Escher Jugendhaus oder Inter-Actions soll in den kommenden Monaten weitere Standorte ermitteln und Sicherheitsmaßnahmen ausarbeiten. mehr lesen / lire plus

Nightsongs: „Nachts passiert viel in unseren Köpfen“

Das Kunstprojekt „Nightsongs“ von Independent Little Lies spiegelt die Melodien des Minett. Samuel Reinard, Sounddesigner und Musiker, spricht mit der woxx über die Klangkulisse seiner Jugend und den Sound stillgelegter Industriegelände.

Samuel Reinard, bekannt unter dem Künstlernamen Ryvage, hat das Konzept zu „Nightsongs“ erarbeitet. (© Mike Zenari)

woxx: Samuel Reinard, im Mittelpunkt Ihres Projekts „Nightsongs“ stehen Geräusche der aktiven Stahlindustrie bei „Arcelor Mittal“ in Belval und des stillgelegten Werks „Metze-schmelz/Ferro Forum“ in Esch/Schifflingen. Ein Kontrast zwischen Lärm und Stille?


Samuel Reinard: Die Locations stehen für zwei Zustände und Zeitzonen. Auf der einen Seite die produktive und aktive Industrie, auf der anderen Seite die von Menschen geprägte Ruine, die stillgelegt wurde und gleichzeitig eine Vorschau darauf ermöglicht, was dem noch genutzten Industriegelände in Belval bevorsteht. mehr lesen / lire plus

Veranstaltungsreihe: Herbstliche Pride

Das queere Zentrum Schmit-Z in Trier lädt unter dem Titel „Pride für alle – gestern und heute“ noch bis Mitte November zu Lesungen, Konferenzen und Stadttouren zu LGBTIQA+-Themen ein.

Das queere Zentrum Schmit-Z verlegt die Pride im Herbst in Café und Bibliothek statt auf die Straßen Triers, wie etwa hier beim CSD 2019. (CC BY Max Gerlach SA 2.0)

An vielen Orten der Welt gilt der Juni als Pride-Monat – Wochen, in denen an die Stonewall-Aufstände erinnert und auf die Kämpfe von LGBTIQA+-Menschen hingewiesen wird. In Trier steht seit dieser Woche auch der Herbst im Zeichen der Pride: Am Mittwoch begann die Veranstaltungsreihe „Pride für alle. mehr lesen / lire plus

Expotipp: Tacita Dean

Foto: Eike Walkenhorst

Die britische Künstlerin Tacita Dean ist nicht die Erste, die sich mit Dantes „Divina Commedia“ beschäftigt, doch ihre Interpretation ist sehenswert: Das Mudam widmet Dean derzeit eine Einzelausstellung, die unter anderem ihre Werke zum „The Dante Project“ zeigt. 2021 fertigte Dean das Design für das Bühnenbild und die Kostüme des gleichnamigen Ballets von Wayne McGregor an. Deans Arbeiten überzeugen durch technische Raffinesse und beeindruckende Dimensionen. Interessant ist außerdem Deans Film „One Hundred and Fifty Years of Painting“ über eine Unterhaltung zwischen zwei Malerinnen: Luchita Hurtado, inzwischen verstorben, war zum Zeitpunkt der Aufnahme 99, Julie Mehretu 49. Es geht um Leben, Tod, Migrantinnen in den USA, Mutterschaft und Klimawandel sowie um Malerei. mehr lesen / lire plus

30 Jahre CID Fraen an Gender: „Es gibt kein feministisches Land“

Das feministische Zentrum CID Fraen an Gender wird 30. Isabelle Schmoetten, politische Beauftragte, und Kathrin Eckhart, Bibliothekarin, blicken auf feministische Kämpfe zurück und diskutieren über Feminismus als Modebegriff.

Das CID Fraen an Gender gilt mit seiner gut sortierten Bibliothek zu Feminismus und Genderforschung seit 30 Jahren als Kompetenzzentrum. (© Ute Weller
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woxx: Frau Eckhart, Sie sind seit 2002 Teil des CID Fraen an Gender. Frau Schmoetten, Sie sind seit 2018 dabei. Wie hat sich das Zentrum seitdem verändert?


Kathrin Eckhart: Wir haben uns in vielen Bereichen professionalisiert, was mit der Institutionalisierung des CID in den 1990er-Jahren zusammenhängt. Die Idee war, dass wir als ein Kind des MLF (An.d.R.: mehr lesen / lire plus

Citim zur Reform des Bibliothekengesetzes

Das Centre d’information Tiers Monde (Citim), das am Samstag ab 15h sein 40. Jubiläum feiert, hat seine Hausaufgaben gemacht: Das Zentrum veröffentlichte diese Woche seine Stellungnahme zur Reform des Bibliothekengesetzes. Die Kulturministerin Sam Tanson (Déi Gréng) hatte die Bibliotheken aufgerufen, ihre Meinung zum zwölf Jahre alten Gesetz kundzutun. Als kleine spezialisierte Bibliothek sei es schwierig, neuen Herausforderungen darunter vor allem der Digitalisierung des Bibliothekswesens nachzukommen. Zwar ist das Citim seit 2011 Teil des Netzwerks bibnet.lu, das die Einsicht in Bibliotheksbestände übers Internet ermöglicht, doch wird das Zentrum zurzeit nur vom Außenministerium finanziert. Doch diese Förderung ist gedeckelt und wird den neuen Anforderungen nur ungenügend gerecht. mehr lesen / lire plus

Festival: 33,7 Stunden Musik

Das Ensemble United Instruments of Lucilin lädt am Wochenende zu seinem Festival „33,7“ und damit zu einem musikalischen Marathon in die Escher Kulturfabrik ein.

„Lino gris“ von François Sarhan, ein Stück zwischen Performance, Konzert und Theater, wird beim Festival 33,7 aufgeführt und versetzt eine kleine Gruppe von Zuschauer*innen ins Herz der Kunstaktion. (© United Instruments of Lucilin)

Wie viel sind 2022 Minuten in Stunden? Bevor Sie sich den Kopf zerbrechen – United Instruments of Lucilin, das bekannte luxemburgische Ensemble für zeitgenössische Musik, hat es ausgerechnet: 2022 Minuten entsprechen 33,7 Stunden. Das Ensemble will diese Stunden am kommenden Wochenende mit Musik, multimedialen Projekten, Film-Konzerten und weiteren künstlerischen Beiträgen füllen. mehr lesen / lire plus

CNS gegen Fapsylux: Langsam wird es lächerlich

Erneut liegen die Verhandlungen um die Kostenrückerstattung von Psychotherapien in Luxemburg auf Eis. Und was jetzt?

© Alex Green/Pexels

Klassizistische Dramen haben fünf Akte, die Tragödie um die Rückerstattung psychotherapeutischer Behandlungen in Luxemburg hat deren deutlich mehr: Die Gesundheitskasse (CNS) verkündete diese Woche in einer Pressemitteilung, dass die Verhandlungen mit Fapsylux, dem Berufsverband der Psychotherapeut*innen in Luxemburg, erneut gescheitert sind.

Die Gespräche zwischen den beiden Parteien laufen seit 2018. Mal platzten die Verhandlungen am Streit um die Kategorisierung der Krankheitsbilder, mal wegen der Befürchtung, die Autonomie der Psychotherapeut*innen sei gefährdet. 2021 wurden die Verbindungen zwischen der Gesundheitskasse und dem Fapsylux reglementiert, wie beispielsweise die Kommunikationswege zwischen den Instanzen sowie die Weitergabe von administrativen Informationen. mehr lesen / lire plus

Meron Estefanos: Eine Journalistin auf der Jagd

Meron Estefanos ist seit Jahren Menschenhändlern auf der Halbinsel Sinai und in Libyen auf der Spur. Deutschlandfunk Kultur widmet der Investigativjournalistin die bewegende Podcast-Serie „Die Jägerin“.

Meron Estefanos, eritreisch-schwedische Journalistin, stieß im Kampf gegen Menschenhandel in Nordafrika und Europa auf die Grenzen der Justiz. (CC BY- Frankie Fouganthin SA 4.0)

Die Radiojournalistin Meron Estefanos saß in ihrer Wohnung in Stockholm, als im Februar 2011 das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung erzählte ihr ein Mann von Foltercamps auf der ägyptischen Halbinsel Sinai. Estefanos, die als Jugendliche von Eritrea nach Schweden gezogen war, ging der Geschichte nach. Lucia Heisterkamp und Paul Hildebrandt vom Deutschlandfunk haben sie elf Jahre nach diesem lebensverändernden Anruf in Schweden besucht. mehr lesen / lire plus

Auf Netflix: Uncoupled

In den 1990er-Jahren hätte die Serie „Uncoupled“ allein mit ihrer schwulen Hauptfigur ein Zeichen gesetzt. Heute liegt die Latte höher. Schafft die Serie den Sprung?

Michael (Neil Patrick Harris) ist aufgebracht, weil er verlassen wurde – doch es gibt Schlimmeres in „Uncoupled“. (Fotos © Netflix)

Michaels (Neil Patrick Harris) Liebesglück liegt in Scherben: Sein Partner Colin (Tuc Watkins) macht nach siebzehn Jahren Beziehung unerwartet Schluss. Damit beginnt für den frisch gebackenen Single Michael die leidige Suche nach Gründen für das Liebesende und seinem Platz in der Gesellschaft. Hinter der Serie „Uncoupled“, im August auf Netflix erschienen, stecken die Produzenten Jeffrey Richman (unter anderem „Modern Family“) und Darren Star („Sex and the City“). mehr lesen / lire plus

Expotipp: This Is a Lovely Quiet Rose-Growing Part of Dirty Old Europe – James Joyce à Luxembourg

James Joyce, wichtiger Vertreter der literarischen Moderne, reiste im August 1934 mit seiner Ehefrau Nora nach Luxemburg. Die Nationalbibliothek (BNL) widmet dem Sommerurlaub der Familie Joyce eine Ausstellung, die nicht nur Literaturbegeisterte interessieren dürfte: Neben dem Aufenthalt von James Joyce sind auch die Anfänge der luxemburgischen Tourismusbranche und die Gründung von Radio Luxemburg, dem ersten Privatsender Europas, Thema. Die Zusammenhänge mit Joyce sind überraschend und dürften bei manchen Besucher*innen für Staunen sorgen. Wer es nicht in die BNL schafft, kann sich die Schau übrigens auch von zuhause aus anschauen: Auf der Internetseite der BNL stehen ein virtueller Rundgang sowie zahlreiches Infomaterial zur Ausstellung zur Verfügung! mehr lesen / lire plus

Esch 2022 reagiert auf Kritik der woxx

Kurz nach der Veröffentlichung des Editos „Esch 2022: Eigenlob stinkt“ erhielt die woxx-Redaktion Post von der PR-Abteilung von Esch 2022: Das Team weist den Vorwurf zurück, kein Interesse an einem ausgewogenen Resümee des Kulturjahres zu haben. Die woxx hatte unter anderem die Publikation der Ergebnisse der Besucher*innenumfragen kritisiert: Die vorwiegend positiven Resultate lieferten keine Auskunft über die tatsächliche Reichweite des Kulturjahres, deren Veröffentlichung käme deshalb einer Vermarktungsstrategie gleich. Patrick Weber, PR-Manager, und Jacques Maquet, Studienbeauftragter, versicherten im Gespräch mit der woxx, dass eine ausführliche und kleinteilige Analyse des Kulturjahres geplant sei. Die Europäische Kommission fordere einen entsprechenden Evaluationsbericht ein. mehr lesen / lire plus

Esch 2022: Eigenlob stinkt

Esch 2022 zieht eine Zwischenbilanz zum Kulturjahr. Ein Interesse an einem ausgewogenen Resümee, das auch Kritik miteinbezieht, besteht vonseiten der Organisator*innen offenbar nicht.

Entpuppt sich Esch 2022 schon jetzt als Erfolgsgeschichte? Im Juli wurden die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit mit den Angeboten von Esch 2022 veröffentlicht, im August weitere zur öffentlichen Wahrnehmung der Minett-Region. Die Befragten zeigen sich darin von den Veranstaltungen begeistert. Manche lassen sich gar dazu hinreißen, vom Wandel des Minetts von einer Industriebrache zum kulturellen Hotspot zu träumen.

Für beide Umfragen haben Mitarbeiter*innen des Meinungsforschungsinstituts Ilres Personen vor Ort befragt, die gerade eine Veranstaltung von Esch 2022 besucht hatten. mehr lesen / lire plus

Energieknappheit im Kultursektor: The Heat Is On

Die drohende Energieknappheit durch die angespannte Weltlage betrifft auch den Kultursektor. In Deutschland ziehen Museen deshalb jetzt den Stecker und wollen Energie einsparen. Was plant die luxemburgische Kulturszene?

Wer im Kultursektor Energie sparen will, sollte nicht nur wahllos Klimaanlagen aussortieren. (Foto: Pexels/Tom Fisk

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Es war eine etwas ungewöhnliche Ankündigung, die das saarländische Museum vergangene Woche in einer Pressemitteilung machte: „In Anbetracht der anstehenden Energieknappheit in diesem Winter möchte auch das Historische Museum Saar seinen Beitrag zum Energiesparen leisten.“ Von September bis April werde unter anderem auf die Beleuchtung der Gebäudefassade verzichtet und die Klimatisierung der Ausstellungshallen um einen Grad angepasst. mehr lesen / lire plus

Richtung 22 zieht Escher*innen vor Gericht

Nach der Besetzung der Escher „Place de la Résistance“ Anfang Juli tritt das Künstler*innenkollektiv Richtung 22 (R22) jetzt in Belval auf: In dem Theaterstück „Barbara contre Esch City Plus“, das R22 dort auf dem „Plancher des coulées“ (3, avenue du Rock ‘n’ Roll) präsentiert, entscheidet ein Gericht darüber, wer im Zuge der Gentrifizierung weiterhin in Esch leben darf. Auch eine Ex-Journalistin, Barbara, muss sich vor dem Tribunal verantworten. Barbara, die für die ehemalige Zeitschrift „La lingua rossa della Minett“ schrieb, ist übrigens eine der Leitfiguren der Aktionen von R22 im Rahmen des Kulturjahres. Sie war unter anderem an der Besetzung der „Place de la Résistance“ beteiligt. mehr lesen / lire plus

Literatur: „Gibt es Science Fiction in Luxemburg?“

Mit ihrem Online-Fanzine „Aner Welten“ verfolgen die Germanistin Sandy Heep und der Autor Cosimo Suglia ein klares Ziel: spekulative Fiktion aus Luxemburg fördern, die sich erst seit zehn Jahren hervortut. Wie hat sich das Genre entwickelt? Und welche Rolle spielen dabei marginalisierte Autor*innen? Ein Austausch.

Sandy Heep und Cosimo Suglia wollen mit „Aner Welten“ luxemburgische Literaturgeschichte schreiben. (Foto © Sandy Heep, Cosimo Suglia)

woxx: In der Präsentation Ihres Online-Fanzines „Aner Welten“ sprechen Sie von einem „Stigma“, das der spekulativen Fiktion und der Science Fiction anhafte und dem wollen Sie mit Ihrer Publikation entgegenwirken. Worin besteht diese negative Kennzeichnung konkret?


Sandy Heep: Die Stigmatisierung von Science Fiction macht sich schon dadurch bemerkbar, wo die entsprechenden Bücher in den Buchhandlungen einsortiert werden: Oft sind sie in der Abteilung für Kinder- und Jugendliteratur zu finden, statt zum Beispiel im Bereich für Krimis. mehr lesen / lire plus