Venezuela
: Verzweifelte Lage

von | 02.11.2017

Keine Lebensmittel, keine Medizin – lĂ€ngst ist in Venezuela die Grundversorgung nicht mehr garantiert. Trotzdem konnten die regierenden Sozialisten die Wahlen gewinnen. ManipulationsvorwĂŒrfe blieben unbewiesen, doch selbst Chavisten kritisieren den Klientelismus des Maduro-Regimes.

Mörderische Armut: ‹Das Viertel „La Vega“ ‹in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. (Fotos: Wolf-Dieter Vogel)

Keine Schmerzmittel, keine Blutkonserven, keine Medikamente fĂŒr die Chemotherapie – jeden Tag, an dem er zur Arbeit geht, erhĂ€lt Gabriel Romero von seinen Kollegen die gleichen Antworten: „Haben wir nicht“, „Ist gerade nicht vorrĂ€tig“, „Gibt es nicht.“

In der Krebsklinik Luis Razetti fehlt es an allem. „Wie soll ich unter solchen UmstĂ€nden noch Patienten behandeln?“, fragt sich der Arzt. Gestern etwa habe er stundenlang auf sterile Handschuhe fĂŒr Operationen gewartet. „Wir konnten deshalb nur drei anstatt zehn Personen operieren“, erzĂ€hlt der Onkologe, wĂ€hrend er durch die langen Flure des Krankenhauses lĂ€uft. Hunderte Patienten kommen jeden Tag in die in Caracas gelegene Klinik. Dutzende MĂ€nner und Frauen sitzen in den GĂ€ngen und blicken den Doktor hoffnungsvoll an. Kann er ihre Krankheit heilen? Kann er zumindest ihr Leiden lindern?

Doch Romero und sein Team sind selbst verzweifelt. StĂ€ndig mĂŒssen sie aufs Neue improvisieren, damit zumindest die Hoffnung nicht stirbt. Viele haben nur eine Chance auf Heilung, wenn sie die nötigen Medikamente im Nachbarland erwerben können. „Wenn Patienten mit Darmkrebs kommen, mĂŒssen wir ihnen empfehlen, nach Kolumbien zu fahren“, berichtet die Ärztin Diana Reida. Nur wenn die Kranken die nötigen Dollars fĂŒr die Arznei hĂ€tten, könne sie behandeln. Aber viele seien so arm, dass sie nicht an Dollars kĂ€men, sagt die Onkologin. „Die mĂŒssen zuschauen, wie der Krebs langsam voranschreitet und werden einfach sterben.“

So wie hier sehe es im gesamten Gesundheitssystem aus, kritisiert Doktor Romero. Die Zahlen bestĂ€tigen das: Fast die HĂ€lfte aller OperationssĂ€le der öffentlichen KrankenhĂ€user ist geschlossen. Laut der Weltgesundheitsorganisation fehlen in Venezuela zwei Drittel der nötigen Medikamente. Und das Gesundheitsministerium ließ jĂŒngst wissen, dass die MĂŒttersterblichkeit allein zwischen 2015 und 2016 um 65 Prozent und die der Kinder um ein Drittel gestiegen ist.

Dabei sollten zahlreiche Reformen einst dafĂŒr sorgen, dass die arme Bevölkerung ĂŒber genĂŒgend Ärzte, Medizin und KrankenhĂ€user verfĂŒgt. Die Mission „Barrio Adentro“ schuf unter der Regierung des 2013 verstorbenen Staatschefs Hugo Chavez 6.000 Gesundheitszentren, in denen umsonst behandelt wurde. Davon ist wenig geblieben: Nach Angaben der Medizinischen Föderation Venezuelas wurden vier von fĂŒnf dieser Stationen dichtgemacht, weil Personal und Instrumente fehlen.

Astronomische Inflation

Nicht besser sieht es mit der Nahrungsversorgung aus. Grundlegende Lebensmittel sind in den Ladenregalen nicht mehr zu finden: Bohnen, Reis, Milch, Maismehl. Auch Toilettenpapier und Tampons sind Mangelware. Sollte es die Produkte doch einmal geben, gilt es stundenlang anzustehen. Und das heißt, in dieser Zeit nicht arbeiten zu gehen, was sich viele kaum leisten können. Wer ĂŒber das nötige Geld verfĂŒgt, kann sich die Waren zum zehnfachen Preis beim SchwarzhĂ€ndler auf der Straße kaufen. Doch angesichts einer Inflationsrate von ĂŒber 700 Prozent ist das fĂŒr die meisten unerschwinglich.

Experten gehen davon aus, dass eine Familie zum Überleben monatlich eine Million Bolivar – etwa 250 Euro – braucht. Der durchschnittliche Verdienst betrĂ€gt jedoch nur etwa ein Zehntel hiervon. Krebsarzt Romero verdient das Doppelte. „Aber auch nur, weil ich am Nachmittag noch in einem privaten Krankenhaus tĂ€tig bin“, wie er sagt.

Zwar verkauft die Regierung ĂŒber das ErnĂ€hrungsprogramm CLAP einmal im Monat EssenstĂŒten zu subventionierten Preisen. Doch auch das lindere die Not nur begrenzt, erklĂ€rt Pfarrer Alfredo Infante. Der Jesuit arbeitet in einem Projekt der katholischen Kirche im Armenviertel La Vega, das auf einem der zahlreichen HĂŒgel von Caracas liegt. 1.200 Kinder gehen in den GebĂ€uden der Kirchengemeinde San Albert Hurtado zur Schule. Die Ă€lteren lernen, die jĂŒngeren spielen, singen und tanzen. Die Kirche bietet ihnen ein Mittagsmahl. „FĂŒr manche der Kleinen ist es das einzige, was sie zu essen bekommen“, erklĂ€rt Infante.

Auch hier sprechen die Zahlen fĂŒr sich: Das Venezolanische Gesundheitsobservatorium (OVS) sowie drei UniversitĂ€ten des Landes haben errechnet, dass die Einwohnerinnen und Einwohner 2016 aufgrund der rasenden Geldentwertung und des Nahrungsmittelmangels im Durchschnitt acht Kilo Gewicht verloren haben. „Wir gehen davon aus, dass es dieses Jahr noch mehr sein wird“, ergĂ€nzt der OVS-ErnĂ€hrungswissenschaftler Pablo HernĂĄndez. Immer weniger Menschen hĂ€tten Zugang zu Fleisch, Fisch, Milch und „Arepas“, jene Maisfladen, die eigentlich in keinem Haushalt Venezuelas fehlen dĂŒrfen.

Verzweifelte wĂŒhlen in den MĂŒlleimern nach Essensresten, Menschen sterben, weil die Medikamente fehlen – was ist passiert in dem Land, dessen linke Regierung sich wie kaum eine andere das Wohl der verarmten Bevölkerung auf ihre Fahnen geschrieben hatte? Seit der Ölpreis auf dem Weltmarkt um die HĂ€lfte gesunken ist, fehlen dem erdölexportierenden Venezuela die Devisen. Sowohl Chavez als auch sein amtierender Nachfolger NicolĂĄs Maduro hielten an einer Wirtschaftspolitik fest, die fast ausschließlich auf den Verkauf des schwarzen Goldes ausgerichtet war. Folglich fehlen nun die Dollars, um die Sozialsysteme zu finanzieren.

Hausgemachte Probleme

(Foto: Wikimedia)

Auch die KapazitĂ€ten, selbst Lebensmittel und Medizin herzustellen, sind gesunken. Der Leiter der Menschenrechtsorganisation „Provea“, Rafael UzcĂĄteguĂ­, verweist auf Fehler, die bereits zu Chavez‘ Zeiten begangen worden seien. Der produktive Sektor sei fast verschwunden, also auch Firmen, die Nahrung und Arznei produzierten. „Das ist auf Entscheidungen zurĂŒckzufĂŒhren, die die Regierung gefĂ€llt hat, als wegen des hohen Ölpreises noch viel Geld in der Staatskasse war“, erlĂ€utert UzcĂĄtegui. Damals habe man alles im Ausland gekauft, um populistische Projekte durchfĂŒhren zu können und so die Armutsbevölkerung an die „Bolivarianische Bewegung“ zu binden.

PrĂ€sident Maduro will dagegen keinen Notstand erkennen. „Venezuela hĂ€lt einen Weltrekord“, ließ er im April wissen, „es ist das Land mit der weltweit zweitbesten primĂ€ren Krankenversicherung“. Und die Vorsitzende der ausschließlich von den Sozialisten besetzten Verfassungsgebenden Versammlung Delcy Rodriguez behauptet: „Hier gibt es keine humanitĂ€re Krise, sondern nur Liebe.“

Über solche abstrusen Verlautbarungen hinaus sind die Schuldzuweisungen eindeutig: Die privaten Unternehmen hĂ€tten einen Wirtschaftskrieg angezettelt, um den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ zu destabilisieren, sagen jene, die der regierenden Sozialistischen Einheitspartei PSUV nahestehen. UnterstĂŒtzt von auslĂ€ndischen MĂ€chten, in erster Linie von den USA, wĂŒrden die Kapitalisten den Mangel gezielt provozieren. Mit dem gleichen Ziel habe das oppositionelle ParteienbĂŒndnis MUD zu Demonstrationen gegen die Wahl der Verfassungsgebenden Versammlung aufgerufen, bei denen zwischen April und Juli 125 Menschen ums Leben gekommen sind.

Hunderttausende waren damals gegen die Installierung des umstrittenen Gremiums auf die Straße gegangen. Der aus Sozialdemokraten, Konservativen und Wirtschaftsliberalen zusammengesetzte MUD, der „Runde Tisch der Demokratischen Einheit“, hatte befĂŒrchtet, dass Maduro auf diesem Weg die Macht komplett an sich reißen will. Nicht zu Unrecht, wie sich schnell herausstellen sollte. Bei ihren ersten Sitzungen Anfang August beschloss die Versammlung, das vom MUD dominierte Parlament zu entmachten und die regimekritische GeneralstaatsanwĂ€ltin Luisa Ortega abzusetzen.

Angesichts des weitverbreiteten Unmuts ĂŒber das neu geschaffene Gremium hatten die Oppositionellen große Hoffnungen, bei den Regionalwahlen am 15. Oktober einen haushohen Sieg zu verbuchen. Umfragen versprachen 15 bis 18 der insgesamt 23 Gouverneursposten. Nur jeder Vierte, so informierten seriöse Meinungsinstitute, stĂŒnde hinter Maduro. Doch dann kam alles ganz anders. Schenkt man den offiziell verlautbarten Ergebnissen Glauben, haben 54 Prozent der WĂ€hler der PSUV ihre Stimme gegeben, nur 45 Prozent unterstĂŒtzten die Kandidaten des MUD. 18 Bundesstaaten werden kĂŒnftig von PSUV-Politikern regiert, nur fĂŒnf von Gegnern des Regimes.

Umstrittene Wahlen 


Der Schock saß tief. Kaum hatte die Nationale Wahlbehörde (CNE) die Stimmen ausgezĂ€hlt, erklĂ€rte der Wahlleiter des MUD, Gerardo Blyde, man werde das Resultat nicht hinnehmen. „Sie wissen, dass sie nicht die Mehrheit haben, und auch das Land und die Welt weiß das“, sagte er selbstbewusst. Die Skepsis gegenĂŒber der CNE verwundert nicht. SpĂ€testens seit dem Urnengang fĂŒr die Verfassungsversammlung wittern Oppositionelle schnell Wahlbetrug. 8,1 Millionen Menschen sollen damals nach Angaben des CNE fĂŒr das Gremium gestimmt haben. Das seien mehr Stimmen, als Maduros wesentlich beliebterer VorgĂ€nger Chavez in seinen besten Zeiten erhalten habe, erklĂ€rte Inti RodrĂ­guez von der Menschenrechtsorganisation Provea. „Das ist Ă€ußerst unglaubwĂŒrdig“. Die Firma Smartmatic, die den Wahlcomputer installiert hatte, sprach ebenso von Manipulationen. Sie habe mindestens eine Million Stimmen weniger gezĂ€hlt.

Auch bei der Gouverneurswahl gab es bereits im Vorfeld Ungereimtheiten: So wurden kurzfristig Wahllokale in PSUV-Hochburgen verlegt, unabhĂ€ngige Beobachter waren nicht zugelassen und auf den Listen befanden sich noch Oppositionskandidaten, die gar nicht mehr zur Wahl standen. Carlos Ocariz, der im bislang von der MUD regierten Bundesstaat Miranda gegen den PSUV-Konkurrenten unterlag, resĂŒmierte deshalb: „Wir sind mit einem absolut betrĂŒgerischen System konfrontiert.“ Kaum war das Ergebnis öffentlich, forderte auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, man mĂŒsse nun herausfinden, was tatsĂ€chlich passiert sei. Die Lima-Gruppe, ein BĂŒndnis von zwölf lateinamerikanischen Staaten, klagte eine unabhĂ€ngige ÜberprĂŒfung ein.

Ein neuer Weg, der sich als Sackgasse erwiesen hat: Die „bolivarianische Revolution“ des Hugo Chávez, die hier am Flughafen von Caracas beworben wird.

Sicher wĂŒrde eine erneute ZĂ€hlung die vielen berechtigten Zweifel klĂ€ren. Doch der MUD selbst blieb die Beweise fĂŒr einen massiven Betrug schuldig. Auch innerhalb des BĂŒndnisses war man sich nicht einig. So erklĂ€rte etwa Henri FalcĂłn, der als MUD-Kandidat fĂŒr den Bundesstaat Lara angetreten war, gleich nach seiner Niederlage: „Wir haben verloren. So einfach ist das, und das mĂŒssen wir akzeptieren.“ Einige Tage spĂ€ter sollte der Streit eskalieren. Vier der fĂŒnf MUD-Kandidaten, die zu Gouverneuren gewĂ€hlt wurden, legten, wie vom PrĂ€sidenten gefordert, vor der Verfassungsversammlung ihren Eid ab. FĂŒr viele ihrer Mitstreiter kam das einem Verrat gleich, schließlich erkennen die Regimegegner das Gremium nicht an. „Maduro hat seine Opposition gefunden. Sie haben ihr Haupt gesenkt und ihre WĂ€hler betrogen“, reagierte etwa der fĂŒhrende MUD-Politiker Henrique Capriles und erklĂ€rte seinen Austritt aus dem BĂŒndnis.

Das einzige Ziel, das die im MUD vertretenen Parteien verbindet, ist die Absetzung Maduros. Umso erstaunlicher ist es, dass das Europaparlament der venezolanischen Opposition vergangene Woche den Sacharow-Menschenrechtspreis verliehen hat. Zumal sich die Fraktionen bereits vor den Wahlen gestritten hatten. Ein Teil setzte sich fĂŒr einen Boykott ein, und das aus gutem Grund. 16 Kandidaten waren vorab verhaftet worden. Dem aussichtsreichen Capriles hatte die Regierung verboten anzutreten. Ohnehin hĂ€lt sich der Spielraum fĂŒr die Gouverneure in Grenzen. Sie unterstehen der Verfassungsgebenden Versammlung. Wer unter diesen UmstĂ€nden an einer Wahl teilnimmt, argumentierten die internen Kritiker, affirmiere ein korruptes, totalitĂ€res Regime.

Doch nicht nur die Spaltung spielte eine Rolle fĂŒr das schlechte Abschneiden des BĂŒndnisses. Die UnfĂ€higkeit, die Versammlung zu verhindern, offenbarte die SchwĂ€che des MUD. Weder massive Proteste noch politische Interventionen konnten den autoritĂ€ren Durchmarsch der PSUV bremsen. Mit der Entmachtung des Parlaments hat das Regime den MUD auflaufen lassen, da dieser ĂŒber die PrĂ€senz im Abgeordnetenhaus hinaus ĂŒber kein politisches Projekt verfĂŒgt. Was blieb, war Frust, der nicht zum WĂ€hlen animierte.


 zerstrittene Opposition

„Der MUD kann nicht mehr mobilisieren, er lag bereits im Sterben, und mit den Wahlen vom 15. Oktober ist er gestorben“, resĂŒmiert Nicmer Evans. Der kritische Chavist, der bis vor kurzem in der trotzkistischen Partei „Marea Socialista“ organisiert war, plĂ€diert fĂŒr eine „andere Opposition“, in der Separatismus und ideologische Vorbelastungen ĂŒberwunden wĂŒrden. Doch ein solches BĂŒndnis zwischen liberalen KrĂ€ften des MUD-Spektrums und regimekritischen Linken ist nicht in Sicht. Dabei stĂŒnden die Zeichen fĂŒr eine Kraft, die das sozialistische Regime von links kritisiert, nicht schlecht. Wie Evans sind viele Intellektuelle, die sich einst der „bolivarianischen Revolution“ verbunden fĂŒhlten, auf Abstand zu Maduro gegangen. Zugleicht wĂ€chst auch in den Armutsvierteln, einst die Basis des „Chavismus“, der Unmut ĂŒber das Regime.

So beispielsweise in La Vega, wo der Jesuit Infante tĂ€tig ist. Wo frĂŒher Parolen vor allem den „ewigen RevolutionĂ€r Hugo Chavez“ huldigten, richten sich heute immer mehr Graffiti gegen den „Mörder Maduro“. Der Stadtteil ist tief gespalten. WĂ€hrend der Proteste im Sommer lieferten sich Regimegegner Auseinandersetzungen mit Chavisten und Polizisten. „Es ist traurig, dass hier Venezolaner gegen Venezolaner kĂ€mpfen“, sagt eine Frau, die mit dem Pfarrer arbeitet, ihren Namen aber aus Angst nicht nennen will. Nachdem sie und ihre Nachbarn Protestkundgebungen organisiert und auf Kochtöpfe geschlagen hĂ€tten, habe sie lange keine subventionierten CLAP-LebensmitteltĂŒten bekommen, berichtet sie. „Sie lassen uns spĂŒren, dass sehr wenige von uns fĂŒr die Verfassungsgebende Versammlung gestimmt haben.“

Auch deshalb spricht der kritische Chavist Evans mit Blick auf die Regionalwahlen von einem „Megabetrug“. Er hat dabei das klientelistische System im Blick, das Menschen zwingt, fĂŒr die PSUV zu stimmen, um nicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder auf das CLAP-Paket verzichten zu mĂŒssen. Jesuit Infante bezeichnet das ErnĂ€hrungsprogramm sogar als ein Instrument sozialer Kontrolle. Den Pfarrer, der selbst in linken Kreisen groß geworden ist, ist zudem besorgt die zunehmende Spitzelei in seinem Viertel. „Da sind die berĂŒhmten so genannten kooperativen Patrioten, die wir im Viertel als Kröten der Diktatur bezeichnen“, sagt er mit Blick auf jene, die andere anschwĂ€rzten und Misstrauen sĂ€ten. „Diese Leute profitieren von den Regierungsprogrammen, weil sie Andersdenkende diskriminieren und ausschließen.“

Nein, er wolle das Land nicht mit lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er-Jahre vergleichen, betont Infante. Aber das Regime benutze Hunger als Waffe, verbunden mit dem Denunziantentum wĂŒrden sich so in La Vega totalitĂ€re VerhĂ€ltnisse etablieren. Wie es weitergehen soll? Venezuela brauche einen FĂŒhrer vom Stil des sĂŒdafrikanischen Anti-Apartheid-KĂ€mpfers Nelson Mandela, ist der Christ ĂŒberzeugt. „Jemand, der alle Bereiche der Gesellschaft einlĂ€dt, zusammenzukommen.“

Wolf-Dieter Vogel berichtet fĂŒr die woxx aus Lateinamerika und insbesondere aus Mexiko.

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