Kolumbien: „Der Protest einer ignorierten Generation“

Seit Ende April halten Proteste Kolumbien in Atem. Auslöser war eine Steuerreform, doch die daraus resultierende Streikbewegung richtet sich allgemein gegen Armut, Korruption und Perspektivlosigkeit. Auch das brutale Vorgehen von Polizei und Militär gegen die Demonstrierenden facht den Unmut weiter an. Für den 20. Juli wird zu neuen Protesten aufgerufen. Die woxx hat mit dem Menschenrechtsanwalt Alirio Uribe Muñoz über die aktuelle Situation gesprochen.

„Das Problem ist meiner Meinung nach, dass die Generalstaatsanwaltschaft nicht unabhängig ist“: Der Menschenrechtsanwalt Alirio Uribe Muñoz über die Chancen einer Strafverfolgung der Gewalt gegen Protestierende. (Foto: Knut Henkel)

woxx: Vergangene Woche ist der Bericht der „Interamerikanischen Menschenrechtskommission“ (CIDH) der „Organisation amerikanischer Staaten (OAS) erschienen, die Mitte Juni Kolumbien besucht hat. mehr lesen / lire plus

Präsidentschaftswahl in Peru: Zerreißprobe für die Demokratie

Trotz Korruptionsvorwürfen könnte die Rechtspopulistin Keiko Fujimori bei den Stichwahlen am 6. Juni die Wahl ums höchste Staatsamt Perus gewinnen. Für die dortige Demokratie wäre das ein Rückschlag. Auch der linke Gegenkandidat Pedro Castillo polarisiert. Er vermag es indes, indigene Wählerschichten zu mobilisieren.

Verpflichten sich zur Wahrung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit: Pedro Castillo (links) und Keiko Fujimori, die bei der Stichwahl um die peruanische Präsidentschaft am 6. Juni gegeneinander antreten. Unser Foto zeigt die beiden beim „Schwur auf die Demokratie“ am 17. Mai in Lima. (Foto: EPA-EFE/Paolo Aguilar)

Es ist bereits ihr dritter Versuch, in den Präsidentenpalast zurück zu gelangen: Nach der Scheidung ihres Vaters stand Keiko Fujimori dort einst als „first lady“ an seiner Seite. mehr lesen / lire plus

Bidens Mittelamerika-Politik: Panik unter den Eliten

Jahrelang hatten die korrupten Machtzirkel Zentralamerikas aus Washington kaum etwas zu befürchten. Mit der Regierung von Joe Biden könnte sich das nun zu ändern. Geplant ist unter anderem eine Antikorruptionskommission für die gesamte Region. Auch migrationspolitisch werden neue Akzente gesetzt.

Zählt zu den treibenden Kräften bei der Schaffung einer zentralamerikanischen Antikorruptionskommission: 
die demokratische Abgeordnete Norma Torres (links) auf einer Pressekonferenz 2019 in Guatemala-Stadt. Rechts neben ihr im Bild ist Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten. (Foto: EPA-EFE/Esteban Biba)

Minderjährig, allein und nur ein Ziel, das sind die drei Charakteristika, die US-Grenzbeamte derzeit häufig nennen. Die Rede ist dann von minderjährigen Flüchtlingen, die versuchen, über die Grenze in die USA zu gelangen. mehr lesen / lire plus

Kubas Kulturszene: Kein Tod fürs Vaterland

Seit Monaten schwellt ein Konflikt zwischen Kubas unabhängiger Kulturszene und der Regierung. Dutzende von Künstler*innen wehren sich gegen Repression, Regulierung und Zensur, fordern Meinungsfreiheit und freie Kunst. Nun sorgt ein Video für weitere Spannungen und internationale Aufmerksamkeit.

Solidarität mit den Aktivist*innen der „Bewegung San Isidro“ (MSI): Protestaktion vor dem kubanischen Kulturministerium in Havanna am 27. November 2020. (Foto: EPA-EFE/Ernesto Mastrascusa)

„Patria o muerto“, Vaterland oder Tod, lautet die omnipräsente Parole der kubanischen Revolution. Diesen markigen Worten, die auf Fidel Castro zurückgehen, steht Mitte Februar der Slogan „Patria y Vida“ gegenüber: Vaterland und Leben. So haben sechs kubanische Musiker ihre „Hymne der Hoffnung“ benannt und am 17. mehr lesen / lire plus

Kolumbien: Gefährdete Justiz

Gegen den kolumbianischen Ex-Präsidenten Álvaro Uribe Vélez wird strafrechtlich ermittelt – mit ungeahnten Folgen. Angriffe, Diffamierungen und massive Drohungen gegen Justizmitarbeiter zählen dazu. Doch auch eine von der Regierung eingebrachte Vorlage für eine Reform der Justiz bedroht deren Unabhängigkeit.

„Duque raus“: Auch der amtierende kolumbianische Präsident ist bei vielen unbeliebt; Kritiker werfen ihm vor, er betreibe die Übernahme wichtiger Institutionen des Rechtssystems. (Foto: Knut Henkel)

Carlos Ojeda Sierra hat derzeit alle Hände voll zu tun. „Wir arbeiten an einem Bericht über die Risiken und konkrete Beispiele wie die Unabhängigkeit der Justiz in Kolumbien systematisch untergraben wird. Ziel ist es, ihn Ende des Jahres, spätestens im Januar zu publizieren. mehr lesen / lire plus

Journalismus in Nicaragua: „Wir werden als Terroristen diffamiert“

Die Existenz kritischer Medien in Nicaragua ist durch zwei Gesetze gefährdet, die im vergangenen Monat vom nicaraguanischen Parlament verabschiedet worden sind. Ein Gespräch mit dem Journalisten Carlos Fernando Chamorro über die aktuelle Situation.

„Die unabhängigen Medien haben sich bemüht, all das aufzudecken, was die Regierung über die Pandemie in Nicaragua verschleiert“: Der Journalist Carlos Fernando Chamorro. (Foto: Wilson Center)

woxx: Am 15. Oktober verabschiedete das nicaraguanische Parlament ein Gesetz zur Regulierung „ausländischer Agenten“, am 27. Oktober folgte ein Gesetz gegen Internetkriminalität. Welche Intention steht hinter diesen Schritten?


Carlos Fernando Chamorro: Eigentlich ist das eine Frage, die besser die Autoren der Gesetze und die Parlamentarier beantworten sollten. mehr lesen / lire plus

Flüchtlinge in Ecuador: „Die Solidarität ist weiter geschwunden“

Steigendes Misstrauen, schwindende Spenden- und Hilfsbereitschaft: Ein Gespräch mit Mauricio Burbano, Vizedirektor eines Flüchtlingshilfsdiensts in Ecuador, über die Situation venezolanischer Geflüchteter im Land.

„Viele Familien aus Venezuela wurden von ihren Vermietern auf die Straße gesetzt“: 
Der Jesuit und Soziologe Mauricio Burbano über die Schwierigkeiten der Flüchtlingshilfe in Ecuador. (Foto: Knut Henkel)

woxx: Ecuador ist nach Peru und Kolumbien das lateinamerikanische Land, das am meisten Migrantinnen und Migranten aus Venezuela aufgenommen hat – rund 400 000. Etwa zehn Prozent von ihnen sollen bereits zu Fuß über Kolumbien zurückgekehrt sein. Entspricht das Ihren Erfahrungen?


Mauricio Burbano: Ja und nein. Es ist richtig, dass etliche Venezolanerinnen und Venezolaner zurückgegangen sind, und noch mehr denken an eine Rückkehr. mehr lesen / lire plus

Bergbau in Peru: Pandemie lässt Konflikte aufbrechen

Die Corona-Pandemie macht strukturelle Defizite und die fehlende Präsenz des Staates in den peruanischen Bergbauregionen sichtbar. Das heizt die Konfrontation zwischen der lokalen Bevölkerung und der Minengesellschaften an.

Rund 12.000 Bergarbeiter sollen sich in den vergangenen Wochen in der peruanischen Andenregion Espinar mit dem Coronavirus infiziert haben: Mahlwerk zur Kupfergewinnung in der Mine Antapaccay. (Foto: Knut Henkel)

Am 3. September hat in der Andenprovinz Espinar im südlichen Peru im Konflikt um die Bergbaumine Antapaccay eine neue Verhandlungsrunde begonnen. Laut Jaime Borda, Koordinator von „Red Muqui“, dem Netzwerk der Entwicklungsorganisationen, könnte das dafür sorgen, dass jüngst wieder aufgeflammte Auseinandersetzungen langfristig befriedet werden. mehr lesen / lire plus

El Salvador: Das Gesicht der Sehnsucht

Mit rigorosen Maßnahmen hat der salvadorianische Präsident Nayib Bukele früh auf die Pandemie reagiert. Wegen seines autoritären Politikstils wird er im In- und Ausland kritisiert. Seiner Popularität hat das bislang nicht geschadet, doch nun steigen die Corona-Fallzahlen bedenklich an.

Lässig in der Lederjacke: Der salvadorianische Präsident Nayib Bukele Ende Mai auf einer Pressekonferenz mit dem Botschafter der USA. (Foto: EPA-EFE/Rodrigo Sura)

Patienten, die auf dem Fußboden liegen müssen, mangelnde Sauerstoffreserven, fehlende Schutzkleidung – dagegen haben Ärzte und Krankenschwestern in El Salvador in letzter Zeit mit Kundgebungen und kritischen Kommentaren an die Adresse der Regierung von Nayib Bukele in San Salvador öffentlich protestiert. mehr lesen / lire plus

Kuba: Weiße Armee als Hoffnungsschimmer

Kubas medizinische Brigaden sind dieser Tage nicht nur in Italien im Kampf gegen das Corona-Virus unterwegs. Die gut ausgebildete „Armee der weißen Kittel“ ist in den letzten zwanzig Jahren auch zu einer wichtigen Einnahmequelle für den kubanischen Staat geworden. Doch das allein wird die von US-Sanktionen gebeutelte Inselökonomie kaum über Wasser halten.

Mehr als nur schöner Schein: Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO zählt die medizinische Versorgung Kubas zur Weltspitze. (Foto: Knut Henkel)

In Boliviens Boomtown El Alto haben kubanische Ärzte einen guten Ruf. „Jahrelang waren sie hier im Einsatz, zum Beispiel im Gesundheitsposten Chacaltaya“, erklärt Humberto Pacosilla Mamani. Der 37-jährige Journalist berichtet für den Sender „Tele Estrella“ und mehrere Regionalradios über die Gesundheitsversorgung in der zweitgrößten Stadt Boliviens in Zeiten der Corona-Pandemie. mehr lesen / lire plus

Peru: Neues Personal fürs Parlament

Die peruanischen Parlamentswahlen am 26. Januar sollen das korruptionsgeplagte Land einen entscheidenden Schritt weiterbringen. Dafür jedoch wäre nicht zuletzt eine Erneuerung im Parteienspektrum vonnöten.

Hat die Siegespose nicht verlernt: Die mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte Politikerin Keiko Fujimori von der rechten „Fuerza Popular“ am 29. November vergangenen Jahres nach ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft. (Foto: EPA-EFE/Paolo Aguilar)

Nur ein paar Steinwürfe vom peruanischen Parlament entfernt sind noch immer verschiedene Wandbilder mit dem Konterfei von Keiko Fujimori und dem Logo ihrer Partei zu erkennen, der rechten „Fuerza Popular“. Dass die Malereien verblichen sind, könnte allerdings symbolträchtiger nicht sein. Denn für Marco Arana, der bei den am 26. mehr lesen / lire plus

Bolivien: „Wir brauchen eine Verhandlungslösung“

Nachdem Ex-Präsident Evo Morales das Land verlassen und die liberalkonservative Senatorin Jeanine Áñez eine Übergangsregierung gebildet hat, ist die Situation in Bolivien massiv eskaliert. Nahe der Provinzhauptstadt Cochabamba gab es bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und demonstrierenden Kokabauern mehrere Tote. Im woxx-
Interview erläutert der Soziologe Marco A. Gandarillas den Konflikt.

Ist der Meinung, dass Boliviens Ex-Präsident Evo Morales eine Mitverantwortung für die Todesopfer 
der vergangenen Tage trägt: 
der Soziologe und Menschenrechtler 
Marco A. Gandarillas. (Foto: Knut Henkel)

woxx: Die Situation in Bolivien ist derzeit von Gewalt geprägt. Vor den Toren von Cochabamba haben sich Ordnungskräfte und Anhänger von Evo Morales am letzten Wochenende blutige Auseinandersetzungen mit neun Toten und vielen Verletzten geliefert. mehr lesen / lire plus

Bolivien: Umstrittener Abgang

Nach anhaltenden Protesten hat Evo Morales seinen Rücktritt eingereicht und ist nun in Mexiko im Exil. In letzter Minute zog der erste indigene Präsident Boliviens damit die Konsequenzen aus einer verfehlten Strategie des Machterhalts. Unklar ist, ob die Bildung einer legitimen Übergangsregierung gelingen wird, die das Land zu Wahlen führt.

Sind seit dem Rücktritt von Präsident Evo Morales 
eher selten so entspannt wie auf unserem Foto: Kräfte der Bereitschaftspolizei in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. (Foto: Knut Henkel)

Für Federico Chipana war die Nacht von Sonntag auf Montag dieser Woche der blanke Horror. „In den Straßen von El Alto gab es viel Gewalt und wir haben in der Nachbarschaft die Schule und den Nachbarschafts-
treff bewacht, damit nichts geraubt oder zerstört wird“, seufzt der Sozialarbeiter. mehr lesen / lire plus

Ecuador: Bedingt willkommen

Mehr als vier Millionen Menschen haben laut UN-Flüchtlingshilfe in den vergangenen Monaten Venezuela den Rücken gekehrt. Die meisten von ihnen sind nach Kolumbien, Peru und Ecuador geflohen. Die Stimmung gegenüber den Flüchtlingen droht zu kippen. Ein Feature aus der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

Die Zukunft beginnt mit einem Lachen: Gemeinsam mit der Caritas Ecuador kümmern sich Nonnen des Oblata-Ordens in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito um Flüchtlinge aus Venezuela – und um deren Kinder. (Foto: Knut Henkel)

„Oblata“ – der Name des Ordens steht über dem Torbogen in der Calle Antepara von Quito. Neben dem schwarzen Metalltor, das den Eingang in die „Casa de Acogida Buen Samaritano“, dem „Heim zur Aufnahme des Guten Samariter“, versperrt, befindet sich ein Büro. mehr lesen / lire plus

Kolumbien: Der Spuk kehrt zurück

Der Friedensprozess in Kolumbien hat in den ersten acht Monaten der Regierung von Iván Duque einen heftigen Dämpfer erhalten. Die Zahl der Morde an politischen wie sozialen Aktivisten steigt, die Paramilitärs erleben eine Renaissance. Das bekommen auch die Kleinbauern in den „humanitären Zonen“ im Norden des Landes zu spüren.

Vollversammlung in der humanitären Zone „Nueva Esparanza“ im Norden Kolumbiens: hier werden die Belange der Kommune gemeinsam besprochen. (Foto: Knut Henkel)

Vor 42 Jahren kam Antonio Flores als einer der ersten Siedler ins Flussgebiet von Curvaradó und Jiguamiandó. Der 60-jährige gehört zu den Älteren, die in der humanitären Zone „Nueva Esperanza“ leben, die ganz im Norden Kolumbiens, nahe der Grenze zu Panama liegt. mehr lesen / lire plus

Guatemala: Poetin des Widerstands

Die Rapperin Rebeca Lane setzt sich in ihren Songs für ein Ende der Straflosigkeit und gegen die patriarchalen Strukturen in Guatemala ein. Als bekannteste Vertreterin des musikalischen Genres in Mittelamerika sorgt sie damit für einigen Wirbel.

Warnt vor einer Remilitarisierung des noch immer vom Bürgerkrieg geprägten Landes: die guatemaltekische Rapperin Rebeca Lane. (Foto: Knut Henkel)

Nur einen Steinwurf vom Wahlgerichtshof, wo derzeit die Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Juni laufen, wohnt Rebeca Lane. In ihrem Apartment in der „Zona Una“, dem historischen Stadtkern von Guatemala City, empfängt die Frau mit den frisch blondierten halblangen Locken ihre Besucher.

„Hier können wir in Ruhe sprechen. mehr lesen / lire plus

Deutschland: Baumhaus gegen Klimakiller


Seit Ende vergangener Woche wird der durch Umweltaktivisten besetzte Hambacher Forst bei Aachen von der Polizei und dem Sicherheitsdienst des Energieriesen REW geräumt. Auch das letzte Stückchen eines einst stattlichen Waldes soll dem Braunkohle-Tagebau weichen.

Wo sich einst ein der mehr als 4.000 Hektar große Hambacher Forst erstreckte, prägt heute eine gigantische Grube die Region: Sogar die riesigen Braunkohle-Bagger sehen hier wie mickrige Insekten aus. Foto: (Knut Henkel)

Er wusste genau, å die Räumung ablaufen würde. Sechseinhalb Jahre hat Clumsy im Hambacher Forst gelebt. Auf einer Stileiche am oberen Ende von „Oaktown“, wie die Baumhaus-Siedlung in diesem Teil des Waldes genannt wird, hat der großgewachsene athletische Mann mit den beiden Piercings in der Unterlippe und einem dritten durch die Nasenscheidewand vor mehr als vier Jahren sein Baumhaus gebaut. mehr lesen / lire plus

„Nur ein kleiner Eingriff“

Ende der 1990er-Jahre wurden fast dreihunderttausend Frauen in Peru sterilisiert. Meist unter Druck, oft ohne Einwilligung und manchmal unter brutalem Zwang. Die meisten von ihnen sind indigener Herkunft.

Kämpft für die juristische Aufarbeitung der Zwangssterilisierung in Peru: 
Inés Candori wurde 1995 während eines Krankenhausaufenthalts betäubt und ohne ihre Einwilligung unfruchtbar gemacht. (Foto: Knut Henkel)

Das Büro von „Menschenrechte ohne Grenzen“ liegt gleich oberhalb der Kirche von Santo Tomás. Der Aufkleber mit dem Logo der Nichtregierungsorganisation aus Cuzco prangt an der Tür, die nur angelehnt ist. Auf mein Klopfen öffnet Susi Sotalero die Tür zum geräumigen Büro.

„Seit März 2018 sind wir hier präsent, denn sowohl für die Frauen, die gegen ihren Willen sterilisiert wurden als auch für die Menschen, die gegen die durch den Bergbau verursachten Schäden protestieren, ist der Weg nach Cuzco zu weit“, fasst Sotalero ihr Engagement knapp zusammen. mehr lesen / lire plus

Bolivien
: Hochburg der Selbstjustiz


Lynchmorde haben in Bolivien eine lange Tradition. Zwar gehen die Zahlen langsam zurück, doch in den Armutsvierteln der großen Städte wie El Alto wird weiter damit gedroht, Diebe aufzuknüpfen oder zu verbrennen.

Ihr Bruder wurde Opfer eines Lynchmordes: die angehende Staatsanwältin Tatiana Llanos. (Foto: Knut Henkel
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Die aufgeknüpfte Puppe hängt an der Ecke der 15. Straße von El Alto, nur ein paar Steinwürfe entfernt vom Kulturzentrum Chasqui. Adela Quispe rollt mit den Augen als, sie den Ort auf dem Weg zur Universität von El Alto passiert. Der Sozialarbeiterin, die traditionell mit dem Pollera genannten Kleid, Hut und Umhängetuch gekleidet ist, passt es nicht, dass in der Nachbarschaft immer noch auf Abschreckung gesetzt wird. mehr lesen / lire plus

Kolumbien
: Ein Hauch von Versöhnung


Ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer der Guerilla Farc werden unweit von Bogotá zu Bodyguards ausgebildet. Sie sollen ihre einstigen Kommandanten schützen – aber auch linke Journalisten und Gewerkschafter.

Aus den Bergen auf die Schulbank: 
Ehemalige Gueriller@s der Farc in der Ausbildung zum staatlichen Bodyguard. (Foto: Knut Henkel)

Über dem von vier Säulen getragenen Eingangsbereich zum Ausbildungsgebäude in Facatativá prangt ein buntes Transparent, auf der die Silhouette eines Scharfschützen abgebildet ist. Darunter steht „Centro Internacional de Escoltas“ – „Internationales Zenrum für Begleitschutz“, noch weiter unten dann in fetten Buchstaben: „S.W.A.T.“ Die Versalien stehen für „Special Weapons and Tactics“ (Spezielle Waffen und Taktiken) und die kommen im Ausbildungscamp von Facatativá auch zur Anwendung. mehr lesen / lire plus