„Power“ heißt das dritte Album von Q and not U aus Washington D.C. Bei dem Titel hätte mensch einiges erwarten können. Tatsächlich überrascht die auf drei Jungs um Sänger Harris Klahr geschrumpfte, einst als Fugazi-Nachfolgerin gehandelte Punkband mit vielen Anleihen aus Funk und einem neuen Hang zum Plastiksound, wie er derzeit im New Yorker Underground grassiert . Das Tempo ist schnell, es gibt Haken und Ösen wie schon auf dem ebenfalls beim Indie-Label „Dischord“ erschienenen Vorgängeralbum „Different Damage“. Das war es dann aber mit dem Wiedererkennungseffekt. „Power“ ist experimenteller, mehr Funk als Punk – und (noch) sperriger. Vor allem der ständige Falsettgesang liegt mitunter recht schräg im Ohr. Unerträglich nicht nur für Hunde wird er in „Throw back your head“, wo eine Blockflöte die geschundenen Lauscher zusätzlich traktiert. Gelungener klingt „Wet work“ (Anleihen bei Prince sind unüberhörbar), neben „Collect the diamonds“ eines der besseren Stücke auf dem Album. Doch bei aller Aufgeschlossenheit Experimenten gegenüber: Die Ideen der Washingtoner klingen auch nach mehrmaligem Hören flach. Es fehlt der zündende Funke oder, mit ihren Worten: die Power.
Q and not U, „Power“, Dischord 2004.