KLASSIK: Gehobene Stimmung

von | 28.01.2005

Scala, „Respire“, Pias, 2004.

Das hätte keiner für möglich gehalten und trotzdem: Chorgesang ist wieder in. Während in den Kirchen die Ave Marias immer zögerlicher aus spärlich gesäten Rängen tönen, tourt Tim DeLaughter erfolgreich mit seiner Truppe „The Polyphonic Spree“. In Belgien ist es seinerseits der Mädchenchor „Scala“, der 2003 mit dem ersten Album „On the Rocks“ für Furore sorgte: Coverversionen von vorzugsweise alternativen Hits wie „Creep“ oder „I touch myself“ (!), nur mit Klavier und mehrstimmigen Gesang. Das wirkt vielleicht kitschig oder unfreiwillig komisch, ist aber einfach nur schön. Mancher Titel profitiert sogar von der Frischzellenkur. Mit „Respire“ veröffentlichen Scala, unter der Leitung der Brüder Kolacny, bereits ihre dritte Platte, diesmal nur mit französischsprachigen Songs. Nicht ganz so gut wie ihr Meisterstück „Dream on“ (2004), aber doch unbedingt hörenswert.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Buchtipp: Die Rettung

Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein...

KULTURTIPP

Albumtipp: Masquerade

Wie ein sich zuziehender Himmel verdunkelt sich das Debütalbum „Masquerade“ des irischen Quintetts „Cardinals“ graduell. Sind die Anfangsklänge noch schmissig-ausladend, kippt die Stimmung spätestens bei „Over at Last“, der als der fünfte der zehn Songs die Achse des Album bildet. Die Musik nimmt an Fahrt auf, die Gitarren drängen nach vorn...

KULTURTIPP

Podcast: Das Literarische Quartett

Ausgabe für Ausgabe diskutieren beim „Literarischen Quartett“ drei Kritiker*innen herrlich kontrovers mit Gastgeberin Thea Dorn über Literatur. Ihre Streitgespräche stimulieren den Geist, machen neugierig und schaffen, meistens zumindest, Leselust.