Streaming: Spy vs. Spy

Gary Oldman hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als alternder Spion mit zweifelhaftem Bezug zu Körperhygiene. In der sechsteiligen Serie „Slow Horses“ muss er zusammen mit einer Truppe ebenso abgehalfterter Versager ein Kidnapping aufklären, um den Tod eines pakistanischen Studenten zu verhindern.

Zwei, die sich nicht riechen können – im eigentlichen wie im übertragenen Sinn: Gary Oldman als Jackson Lamb (links) und Jack Lowden als River Cartwright (rechts). (Foto: We got this covered)

Jackson Lamb (Gary Oldman) hat’s schwer. Er muss sich nicht nur mit hartnäckigen Darmwinden herumschlagen, sondern auch mit der Trotteligkeit der ihm unterstellten Truppe von Ex-MI5-Agent*innen, den sogenannten „Slow Horses“. mehr lesen / lire plus

Buchrezension: Wessen Wille geschehe?

Es ist ein ewiger Widerspruch: Frauen verfügen über die Fähigkeit, Kinder in die Welt zu setzen. Über das Wann, Wo und mit Wem entscheiden aber auch 2022 noch immer andere – oftmals Männer. Warum das so ist und was sich ändern müsste, darüber schreiben Gesine Agena, Patricia Hecht und Dinah Riese in ihrem neuen Buch „Selbstbestimmt“.

Decken in ihrem Buch auch Aspekte ab, die nicht so sehr im Fokus der öffentlichen Debatte stehen, wie Zwangssterilisation oder Müttersterblichkeit: Die Autorinnen Gesine Agena … (Foto: Mina Schmidt)

Als im April 2020 aufgrund der Coronapandemie die Grenzen zur Ukraine geschlossen wurden, warteten in Kiew 46 Säuglinge ukrainischer Leihmütter darauf, von ihren „Bestell-Eltern“ abgeholt zu werden. mehr lesen / lire plus

Philosophinnen des zwanzigsten Jahrhunderts: Wider den falschen Trost

Von Frauen wird erwartet, dass sie die harte Realität mit Trost abfedern und Leid durch Mitgefühl erträglich machen. Wenn sie gesellschaftliche Veränderung unterstützen können, dann angeblich durch ihre besondere Fähigkeit, sich in andere einzufühlen. In ihrem neuen Buch widmet sich die Literaturwissenschaftlerin Deborah Nelson sechs Philosophinnen und Zeitdiagnostikerinnen des vorigen Jahrhunderts, die sich diesem Anspruch verwehrten.

Kritik erlaubt weder Trost noch falsche Versöhnung: Die Philosophin Hannah Arendt auf dem ersten Kulturkritikerkongress 1958 in München. (Foto: Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Barbara Niggl Radloff/CC-BY-SA-4.0)

„Toughe Ladies“ wollte Deborah Nelson ihr Buchprojekt anfangs nennen. Am Ende entschied sie sich gegen diesen Titel, der eher an Frauen wie die Schauspielerin Mae West denken ließ, als an Intellektuelle wie Joan Didion oder Simone Weil, um die es eigentlich gehen sollte. mehr lesen / lire plus

Jonk Lëtzebuerger Schrëftsteller*innen: „Wann et méiglech wier, géif ech gär einfach schreiwen“

Jonk Schrëftsteller*inne begéinen nach méi jonke Schrëftsteller*innen – dat war d’Konzept vun enger Table ronde, déi den 1. Abrëll 2022 am Lycée Ermesinde stattfonnt huet. Ronn zwanzeg Schüler*innen aus enger Creative-Writing-Klass haten d’Geleeënheet, sech mat Vertrieder*inne vun der jonker Lëtzebuerger Literaturzeen auszetauschen: Eline Klaassen, Antoine Pohu, Cosimo Suglia a Maxime Weber.

Den Antoine Pohu (Mëtt) studéiert Theaterwëssenschaften zu Bréissel. Seng Texter goufe widderhuelt ausgezeechent, sief et beim Prix Laurence oder beim Poésiesconcours „Jeune Printemps“. 2019 huet säi Manuskript „La Quête“ den éischte Präis beim Nationale Literaturconcours gewonnen, 2020 gouf den Text als Roman bei Op der Lay verëffentlecht. 
D’Eline Klaassen (riets) ass op enger 1e A* am Lycée Robert Schuman.

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Expedition in den Ruhrpott
: Fettig, aber nett

Es ist ein Reisebericht der anderen Art: Der ostdeutsche Autor Gregor Sander wagt sich auf eine literarische Entdeckungsreise in den Westen – und zwar ausgerechnet dorthin, wo dieser dem Osten am ähnlichsten ist: in den Ruhrpott.

Lenin auf Schalke von Gregor Sander

Vor der ehemaligen Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Horst wird das erste Lenindenkmal Westdeutschlands enthüllt. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) hat das Gebäude aufgekauft. Davor haben sich 300 Nostalgiker*innen versammelt, um die gute alte Zeit hochleben zu lassen.

Wir schreiben das Jahr 2020, vor Putins Überfall auf die Ukraine also, und damit auch ehe Schalke 04 in die zweite Bundesliga absteigen und den Schriftzug des nunmehr ehemaligen Sponsors Gazprom von den Trikots entfernen wird. mehr lesen / lire plus

Die Autobiografie des Rockmusikers Dave Grohl: Handbuch fürs Überleben

Mit dem Schlagzeuger Taylor Hawkins hat „Foo Fighters“-Mastermind Dave Grohl einmal mehr einen musikalischen Weggefährten verloren. Doch trotz solcher Schicksalsschläge und obwohl er seinen Durchbruch dem schwermütigen Grunge verdankt: Grohl erweist sich in seiner Autobiografie „The Storyteller“ als unerschütterlicher Optimist.

Ein Rockstar, der schon lange weiß, dass er nicht als tragische Figur enden will: Dave Grohl bei einem Konzert der Foo Fighters 2019 in Dublin. (Foto: Raphael Pour-Hashemi/Wikimedia/CC BY 2.0)

Als seine Band Foo Fighters wegen der Corona-Pandemie keine Konzerte spielen konnte, nutzte Gitarrist und Bandleader Dave Grohl die Zeit, um sein Leben Revue passieren zu lassen und arbeitete an einer Autobiografie. mehr lesen / lire plus

Mediales Schönheitsdiktat: Spieglein, Spieglein in der Hand

Die Graphic Novels der Schwedin Liv Strömquist gehören zu den meistverkauften weltweit. In ihrer neuesten Veröffentlichung „Im Spiegelsaal“ widmet sie sich dem Thema der weiblichen Schönheit.

Neulich in einer großen Samstagabend-Show des deutschen Fernsehens: Zu Gast sind die Sängerin Viktoria Swarovski und der Schauspieler Jürgen Vogel. Während Vogel bei seinem Auftritt eine ausgebeulte, verwaschene Jeans trägt und einen ebenso schlabbrigen Pulli, hat sich Swarovski für den Anlass ein blau-glitzerndes Kleid ausgesucht, das ein wenig aussieht, wie ein Bonbonpapier. Ein sehr kleines Bonbonpapier. Als komplizierteste Aufgabe erweist es sich für sie an dem Abend, auf dem Stuhl hinter dem Ratepult Platz zu nehmen. mehr lesen / lire plus

Psychiatriegeschichte: Zersplitterte Seelen

In „Hidden Valley Road“ erzählt der amerikanische Autor Robert Kolker die wahre Geschichte der Familie Galvin, von deren zwölf Kindern im Laufe ihres Lebens sechs an Schizophrenie erkrankt sind. Zugleich gelingt ihm auch eine Bestandsaufnahme der psychiatrischen Forschung im zwanzigsten Jahrhundert.

Als Margaret, genannt Mimi, ihren zukünftigen Mann Don trifft, sind die beiden beinahe noch Kinder, 13 und 14 Jahre alt. Don ist der erste Junge, der sie um ein Date bittet. Margaret, das Mädchen aus reichem Haus, geboren in Texas und aufgewachsen in New York, träumt von der Oper und dem Ballett. Ihr gefällt die Ernsthaftigkeit und der Ehrgeiz des gut aussehenden Mannes, der aus einfachen Verhältnissen stammt, und einen Nachmittag bei den Dodgers einem Abend in der Met vorzieht. mehr lesen / lire plus

Chrëschtdagsgeschicht: Zweete Chrëschtdag

„Neue Weihnachtsbeleuchtung für Merdingen“ steet a Groussbuschtawen an der Zeitung. D’Maiki blënzelt a liest d’Iwwerschrëft nach eemol, fir sécher ze goen, dass hatt sech net geiert huet. Dach, do ass definitiv en „r“ ze vill. Medingen misst et heeschen, mee Merdingen ass och schéin. Villäicht esouguer méi zoutreffend. Dee Moment, wou hatt d’Wuert liest, weess d’Maiki ganz genee, wou dat Duerf läit. Et ass eng Plaz op senger mentaler Landkaart, a Wierklechkeet wunnt hatt schonn e puer Joer do. Hatt wousst et just net, bis een aneren et fir hatt ausgeschriwwen huet.
Virun e puer Méint hätt hatt villäicht nach bei der Zeitung ugeruff oder wéinstens eng beleidegt E-Mail geschriwwen, fir si op hire Feeler opmierksam ze maachen. mehr lesen / lire plus

Satirisches Märchen: Die Frau ist kaputt

In ihrem neuen Roman „Barbara stirbt nicht“ seziert Alina Bronsky die Figur eines Mannes, der sich plötzlich mit seiner Urangst konfrontiert sieht. Als seine Frau Barbara sich eines Morgens weigert, das Bett zu verlassen, muss sich Herr Schmidt auf unbekanntes Terrain vorwagen – die eigenen vier Wände.

Wie ein ergrauter, missgelaunter Robinson Crusoe irrt Walter Schmidt durch die Wohnung, die er immerhin schon seit 52 Jahren mit seiner Ehefrau Barbara bewohnt. Zwischen Kaffeemaschine und Tiefkühltruhe lauern zahlreiche Gefahren und Herausforderungen, die es zu meistern gibt.

Die Ausgangssituation des „Barbara stirbt nicht“ betitelten Romans birgt jede Menge komisches Potenzial und seine Autorin Alina Bronsky schöpft dieses Potenzial voll aus: Nachdem sie ihren Protagonisten aus seiner Komfortzone herauskatapultiert hat, lässt sie ihn im Minutentakt in absurde Erlebnisse hineinstolpern und paart dabei Situationskomik mit Humor, der fast so schwarz ist, wie der Kaffee, den Herr Schmidt erfolglos zusammenzubrauen versucht. mehr lesen / lire plus

Roman über migrantische Pflegekräfte: Das Italiensyndrom

Wie sieht der Alltag jener Frauen aus, die ihre osteuropäische Heimat verlassen, um in Westeuropa pflegebedürftige ältere Menschen zu betreuen und was macht das mit ihnen? Der italienische Autor Marco Balzano hat ihnen seinen neuen Roman gewidmet.

Daniela verschwindet über Nacht aus ihrem Dorf Radeni. Sie verlässt Rumänien in Richtung Mailand, auf unbestimmte Zeit, ohne ihre Familie vorher in ihre Pläne einzuweihen. Italien gilt als das gelobte Land: Daniela und die Frauen, die mit ihr in dieser Nacht die lange Busreise antreten, hoffen darauf, in der Fremde eine Perspektive zu finden, die ihnen ihre Heimat nicht bieten kann.

In Mailand werden sie alte, pflegebedürftige Menschen versorgen und Kinder betreuen, damit deren Angehörige ihr normales Leben weiterführen können. mehr lesen / lire plus

Roman über Belarus: Land im Tiefschlaf

Sasha Filipenkos in diesem Jahr auf Deutsch erschienener Roman „Der ehemalige Sohn” um einen belarussischen Jugendlichen, der zehn Jahre im Koma liegt und in einem unveränderten Land aufwacht, ist berührend und voll schwarzen Humors.

Das Buch beginnt wie ein klassischer Coming-of-Age-Roman: Der 17-jährige Franzisk, Spitzname Zisk, bedient sich einer List, um statt Cello zu üben, lieber mit den Freunden im Hof Fußball zu spielen. Doch seine Großmutter, bei der er aufwächst, lässt sich nicht übers Ohr hauen, sie hat den Schwindel längst durchschaut.

Und bald erkennen auch die Leser*innen, dass es in dem Roman „Der ehemalige Sohn” des belarussischen Schriftstellers Sasha Filipenko nicht in erster Linie um die Wachstumsschmerzen eines Teenagers geht, sondern vor allem darum, wie ein Land versucht, sich aus der Umklammerung eines unbenannten Diktators zu befreien. mehr lesen / lire plus

Film: Du sollst keine Karohemden tragen

Superman darf sich demnächst in einen Mann verlieben und die niederländische Prinzessin eine Frau heiraten, wenn sie das möchte. Wie tolerant aber ist das Kino- und Serienpublikum, wenn es darum geht, queere Darsteller*innen in heterosexuellen Rollen zu akzeptieren, und umgekehrt?

In den 1950er-Jahren inszenierten die Hollywoodstudios vermeintliche Idyllen zwischen ihren Stars, hier Tab Hunter mit Nathalie Wood. Im Hintergrund schreibt Klatschreporterin Louella Parsons mit. (Foto: Archiv der Los Angeles Times)

Am 20. Oktober gingen in Los Angeles Angestellte des Netflix-Konzerns auf die Straße und protestierten gegen ein auf der Streamingplattform ausgestrahltes Special des Komikers David Chappelle, in dem er Witze auf Kosten der trans Community macht. mehr lesen / lire plus

Kanadische Kurzgeschichten: Das ungelobte Land

Kanada ist Gastland bei der derzeit stattfindenden Frankfurter Buchmesse, und einer der dort präsentierten Autoren ist Kenneth Bonert. In seiner Geschichtensammlung „Toronto“ skizziert er die Metropole und ihre Bewohner*innen. Er möchte Entfremdung beschreiben, seine Geschichten wirken aber eher befremdlich.

Studierte Journalistik an der Ryerson Universität in Toronto und arbeitet heute als Reporter und Schriftsteller: der kanadisch-südafrikanische Autor Kenneth Bonert. (Foto: © Richard Dubois)

„Willkommen im Eishotel”, betitelt Kenneth Bonert eine der vier Geschichten seines Erzählbandes. Wie ein großes Hotel aus Eis empfindet der Protagonist Blake seine Stadt: „Von Fremden bevölkert, Schattenmenschen, aus allen Teilen der Erde zusammengewürfelt.” Fremdheit und emotionale Kälte spielen in den vier Geschichten von Bonerts neuem Buch „Toronto“ eine zentrale Rolle. mehr lesen / lire plus

Über individuellen Widerstand: Das Echo der Geschichte

Mit dem Roman „Ich bleibe hier” ist dem italienischen Autor Marco Balzano ein Überraschungserfolg gelungen. Seine Geschichte über die Südtiroler Lehrerin Trina, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zuerst den Faschisten, dann den Nationalsozialisten trotzt und sich auch sonst nicht unterkriegen lässt, begeistert durch einen schnörkellosen Stil und dichte Schilderungen.

Durch seine Erzählung verschafft er denjenigen Gehör, die lediglich als Spielball der Geschichte dienten: der italienische Autor Marco Balzano. (Foto: Geri Krischker)

Im Frühling 1923 bereitet sich Trina auf ihre zukünftige Arbeit als Lehrerin vor, doch dann besetzen die Faschisten unter Benito Mussolini ihre Heimat Südtirol. Das Unterrichten ist nun Italiener*innen vorbehalten. mehr lesen / lire plus

Im Kino: Supernova

Nach „The Father” kommt mit „Supernova” innerhalb kurzer Zeit bereits der zweite Film in die Kinos, der sich mit dem Thema Demenz befasst. Vor allem dank seines hervorragenden Schauspielerduos Colin Firth und Stanley Tucci gelingt Regisseur Harry Macqueen ein intimes und überaus berührendes Werk.

Neben Stanley Tucci und Colin Firth ist der dritte Hauptdarsteller in „Supernova” die englische Landschaft, die Kameramann Dick Pope meisterhaft in Szene setzt. (Foto: bbc.co.uk)

„We’re not going back”, sagt Sam (Colin Firth) zu seinem Partner Tusker (Stanley Tucci). Sie stehen am Anfang einer Reise: Ihr in die Jahre gekommener Camper mit Europa-Sticker an der Stoßstange und zotteligem Hund im Körbchen, zuckelt über die pittoresken Landstraßen des englischen Lake District. mehr lesen / lire plus

Jenny Offills Roman „Weather“: Unfit für den Weltuntergang

Wie soll man bloß eine Apokalypse durchstehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die amerikanische Autorin Jenny Offill in ihrem Roman „Weather”. Spannend ist, wie sich in dem fragmentarisch erzählten Werk der vermeintliche Zusammenbruch der allgemeinen Ordnung auch im Privaten widerspiegelt.

Wie bereitet man sich auf das Ende der Welt vor? Wie wird aus einer Thunfischdose eine Öllampe? Warum kann Kaugummi auch als Fischköder dienen? Die New Yorker Bibliothekarin Lizzie Benson verdient sich ein Zubrot damit, besorgte Zuschriften von Menschen zu beantworten, die sich auf den Weltuntergang vorbereiten. Angeheuert wurde sie von ihrer früheren Universitätsprofessorin, die mittlerweile mit Vorträgen über den Klimawandel durch die USA tourt. mehr lesen / lire plus

NS-Funktionär auf der Flucht: „I was a very happy Nazi”

„Die Rattenlinie“ – so wurde die Fluchtroute ehemaliger Nationalsozialisten genannt, die sich nach 1945 über den Vatikan in Richtung Südamerika absetzten. Auch der NS-Gouverneur Otto Wächter machte sich auf diesen Weg. Philippe Sands begibt sich in seinem neuen Buch auf dessen Spuren. Ihm gelingt nicht nur das Porträt eines flüchtigen Verbrechers, sondern auch eine Abhandlung über Vergangenheitsbewältigung.

Der Autor, Universitätsprofessor und Menschenrechtsanwalt Philippe Sands rekonstruiert das Leben, die Flucht und den rätselhaften Tod des 
NS-Gouverneurs Otto Wächter, der maßgeblich mitverantwortlich für die Ermordung eines Großteils von Sands’ Familie war. (Foto: Antonio Zazueta Olmos)

Philippe Sands Buch beginnt mit dem Ende: Im Juli 1949 stirbt der Österreicher Otto Wächter in Rom, ohne seine Familie und unter falschem Namen, an einer Infektion, deren Ursprung sich nicht recht aufklären lässt. mehr lesen / lire plus

Über das Altern: In der Schattenwelt


Dem Thema Demenz widmet sich der niederländische Autor J. J. Voskuil in seinem Roman „Die Mutter von Nicolien”. Dabei geht er geradezu dokumentarisch vor und skizziert über einen Zeitraum von 30 Jahren das langsame Abdriften einer älteren Dame in ihre eigene Schattenwelt.

Gilt in den Niederlanden als Kultautor: der Schriftsteller J. J. Voskuil. (Foto: privat)

Die Schwiegermutter von Maarten Koning wird langsam vergesslich. Es beginnt ganz unauffällig. Zuerst bringt sie Verabredungen und Namen durcheinander. Maarten und seine Frau denken sich nichts dabei, sind abwechselnd verärgert und amüsiert über dieses Verhalten. Dann wird es für die ältere Dame immer schwieriger, ihren Alltag alleine zu meistern, und letztlich erweist sich der Umzug in ein Pflegeheim als unvermeidlich. mehr lesen / lire plus

Literarische Elite?: Grummelnde Gedanken

Der französische Autor Charles Dantzig fühlt sich in vielen literarischen Gattungen zu Hause: Er verfasst Romane, Gedichte und Essays, schreibt aber auch fürs Feuilleton. Eine nun bei Steidl auf Deutsch erschienene Sammlung solcher Texte ist allerdings nicht unbedingt gut gealtert.

Fungiert als Präsident des sehr 
exklusiven „Stendhal Clubs”, der 
weltweit lediglich zwölf Mitglieder zählt: der Autor Charles Dantzig. (Foto: Zazzo)

Die Biografie und der berufliche Werdegang des 1961 als Patrick Lefebvre geborenen Charles Dantzig lassen darauf schließen, dass das Lesen und die Literatur in seinem Leben eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Für seine Romane, Gedichte und Essays wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem Grand Prix Jean Giono für sein gesamtes bisheriges Schaffen. mehr lesen / lire plus