CHANSON: „The Reminder“

von | 25.05.2007

Dass ihr neues Album The Reminder heißt – habe nach Leslie Feist keine konkrete Bedeutung: „Ich mag keine eindeutigen Botschaften. Musik soll rätselhaft sein. Meine neuen Songs können den Hörer an etwas erinnern, aber ich bestimme nicht an was.“ Nicht nur wer die 31-jährige Sängerin von ihrem internationalen Erfolgsalbum „Let it die“ (2004), das viele Auszeichnungen bekam und sie auch über die Grenzen ihrer kanadischen Heimat bekannt machte, kennt – kann sich auf das neue, 13-Songs umfassende Album freuen. Dieser dritte lang ersehnte Longplayer ist im Rahmen von Aufnahmesessions mit Klavier, Vibraphon, Orgel, Gitarren und Schlagzeug in Feists Wohnzimmer unter der Mitarbeit von Multi-Instrumentalist Jason Beck alias Gonzales entstanden: Dabei hat Feist die Lust am Experiment, an ungewöhnlichen Sounds und Rhythmen nicht verloren. Im Gegenteil, fast jeder Titel hat seine ganz eigene Atmosphäre. Neben der ihr eigentümlichen Stilmischung aus Indie, Songwriter-Pop, Folk und Piano-Ballade ist es vor allem die Magie ihrer Stimme, die mühelos das ganze Werk trägt. Wo „My Moon, My Man“ durch rhythmisch stampfende Klaviernoten strukturiert ist, sind die zwei folgenden Tracks „The Park“ und „The Water“ verhaltener und melancholischer. Bei der Nina-Simone-Cover-Version „Sealion“ verliert sich der Refrain in einer pulsierenden Gitarrenorgie mit Handclapping und einem mitreißenden Beat. Das Album überzeugt durch abwechslungsreiche und stimmungsvolle Arrangements.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Albumtipp: Masquerade

Wie ein sich zuziehender Himmel verdunkelt sich das Debütalbum „Masquerade“ des irischen Quintetts „Cardinals“ graduell. Sind die Anfangsklänge noch schmissig-ausladend, kippt die Stimmung spätestens bei „Over at Last“, der als der fünfte der zehn Songs die Achse des Album bildet. Die Musik nimmt an Fahrt auf, die Gitarren drängen nach vorn...

KULTURTIPP

Podcast: Das Literarische Quartett

Ausgabe für Ausgabe diskutieren beim „Literarischen Quartett“ drei Kritiker*innen herrlich kontrovers mit Gastgeberin Thea Dorn über Literatur. Ihre Streitgespräche stimulieren den Geist, machen neugierig und schaffen, meistens zumindest, Leselust.

KULTURTIPP

Spieletipp: The Darkest Files

Im Jahr 1956 stellt Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ein Team von Staatsanwält*innen zusammen, die Nazi-Verbrechen aufklären sollen. Als Spieler*in schlüpft man in die Rolle von Esther Katz. Man vernimmt Zeug*innen, sammelt Beweise, liest Akten und versucht, die Taten möglichst lückenlos zu rekonstruieren – vor Gericht muss alles schlüssig...

KULTURTIPP

Willis Tipps: Februar 2026

Die Bandbreite jiddischer Musik Daniel Kahn, der einer jüdischen Familie entstammt, ist schon vor vielen Jahren aus den USA nach Berlin gezogen und hat eine große Anzahl an Alben veröffentlicht, die er teils mit seiner Gruppe „Painted Bird“, teils solo aufgenommen hat. Immer geht es ihm um die alte jiddische Musik, die in Osteuropa entstanden...