NOTIZ: Die schöne Welt des Delvaux

von | 11.06.2004

Die Ausstellung „Paul Delvaux in den Privatsammlungen“ läuft noch bis zum 26. September.

Er ist ein Maler der Züge, der Akte und der Skelette. Die Arbeiten am Luxemburger Bahnhof zeigt der junge Paul Delvaux noch impressionistisch inmitten dampfender Loks. Später positioniert er nackte Frauen vor Ruinen antiker Städte. Die Kreuzigung stellt er 1954 allein mit Skeletten dar und löste damit auf der Biennale in Venedig einen Skandal aus. Die Werke des Belgiers stellt das Musée national d’histoire et d’art jetzt anlässlich seines zehnten Todestages aus. Bei einem Rundgang lassen sich einzelne Schaffensphasen gut erkennen. Leider werden aber die für Ausstellungen absolut notwendigen Zusatzinformationen förmlich in die Ecke gedrängt. Ein Heft zur Biografie liegt am Eingang und ein Fernseher steht versteckt in einem Winkel. Delvaux verfremdet seine detailliert realistischen Darstellungen durch kühle Farbigkeit, absurde Arrangements und gespenstisches Licht. Seine späteren Werke prägt vor allem der Surrealist Giorgio de Chiricos – schön im klassischen Sinne sind sie nicht. Dabei wollte der Maler mit seiner Kunst vor allem eine Welt schaffen, die dem Weiblichen, der Schönheit und Poesie gewidmet ist. Einer bestimmten Bewegung hat er sich dabei nie verbunden gefühlt.

Dat kéint Iech och interesséieren

EXPO

Kunst gegen Gewalt: Der Prozess der Heilung

Für das Projekt „Ugegraff“ schaffen 50 Künstler*innen eine Ausstellung, die während ihrer Vernissage (fast) vollständig zerstört wird. Schritt für Schritt werden die Werke nun neu zusammengesetzt. Ein Projekt über häusliche Gewalt, oder: wenn Kunst Gewalt spiegelt. Es ist der Abend des 25. September. Im Eingangsbereich des Musée national de la...

EXPOGENDER

Ausstellung „Les vrais hommes“: Blinde Flecken und offene Türen

Im Rainbow Center kann man zurzeit die Ausstellung „Les vrais hommes“ besichtigen. Eine Schau, die wichtige Themenbereiche ausspart und vor allem offene Türen einrennt. Härte, Aggressivität, Konkurrenzdenken – männliche Rollenbilder sind nach wie vor von stereotypen Vorstellungen geprägt, die Männlichkeit mit emotionaler Kälte und Dominanz...