Malerei: Auf der Couch

Frauen sind das zentrale Motiv der Porträts der Schweizer Malerin Nina Mambourg. Die Galerie Clairefontaine zeigt in der Ausstellung „Auf der Couch“ aktuell eine Auswahl ihrer surrealen Ölgemälde.

woxx: Wie entstehen Ihre Bilder?

Nina Mambourg: Manchmal inspiriere ich mich an Bildern aus Magazinen, die ich sehe, aus Büchern, die ich lese – schlussendlich ist es eine Collage. Es kommen mehrere Sachen zusammen. Manchmal habe ich eine Bildidee oder eine Vorstellung von Farbe von Situationen, die ich malen möchte, vor Augen. Dann kommt alles zusammen und ich fange an. Meistens beginne ich mit dem Gesicht und oft ändert sich beim Malen noch etwas. Manchmal möchte ich jemanden auf einer Schaukel malen, dann fange ich an und die Idee stimmt nicht mehr und ich muss es ändern und am Ende sitzt die Frau auf dem Sofa. Farben spielen bei mir oft eine wichtige Rolle. Weil ich sie benutze, um Aussagen zu machen, die die Leute nicht immer verstehen. Wie grün und rot, als komplementäre Farben oder schwarz und weiß. Und wenn ich auf dem Mutter-und-Kind-Bild die Mutter in einem blauen Mantel darstelle, so ist es ja eigentlich ein Hinweis, dass dies von je her religiös konnotiert war, wie der Marienmantel.

Inszenierte Frauen sind die zentralen Motive Ihrer Ölporträts. Ist es immer wieder dieselbe Frau, die den Betrachter anblickt? Steht sie für andere?

Diese Figuren sind gewissermaßen meine Protagonistinnen, die meine Ideen weiter tragen. Wahrscheinlich ist auch immer etwas von mir dabei, weil die Gefühle, die ich weitererzähle ja auf Erfahrungen beruhen, die ich gemacht habe, aber ich finde es spielt keine Rolle, wie die Frau aussieht. Es sind ja keine wirklichen Porträts. Ob sich die Gesichtszüge wiederholen oder nicht, spielt eigentlich keine Rolle.

Ihre Bilder vermitteln eine scheinbare Unbeschwertheit und wirken zugleich rätselhaft. Was möchten Sie vermitteln?

Ich möchte, dass der Betrachter sich vielleicht erinnert fühlt an Sachen, die er kennt. An Gefühle oder Situationen. Also zum Beispiel an Einsamkeit oder Langeweile. Ich möchte es ihm aber nicht vorschreiben, den Betrachter nicht auf eine Assoziation festlegen. Deswegen nenne ich das Bild nicht „Langeweile“. Aber ich möchte Geschichten erzählen von Sachen, die mich und andere beschäftigen.

Sind ihre Bilder künstlerische Referenzen an „Alte Meister“?

Nicht jedes Bild ist eine Referenz an einen alten Meister, aber manchmal erlaube ich mir, Sachen zu kopieren, wie zum Beispiel das Bild „Beim Frisör“. Das Bild gibt es ja schon. Das ist ein Bild von Velàzquez, das Papst Innozenz X. darstellt und es wurde schon mehrmals in der Kunstgeschichte gemalt. Ich habe den Mann als Frau interpretiert. Es ist natürlich provokant und auch etwas blasphemisch den Papst als Frau darzustellen. Grundsätzlich mag ich die Malerei der 20er Jahre, diesen Magischen Realismus. Auch streckenweise die Surrealisten, beispielsweise de Chirico mag ich sehr, wenngleich er kein klassischer Surrealist war.


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