JULIE-CHRISTIE FORTIER: C’est pas grave

von | 20.01.2006

Esch ist die Stadt, die 2006 alle Superlative schlägt. Durch die seit April 2003 bestehende
Konschtkëscht wird die Alzettestrasse von der Bummel- und Kommerzmeile zur größten Galerie der Welt. Während in den Schaufenstern die üblichen Waren aller Art feilgeboten werden, kann man hier frische Videokunst genießen.
Und noch ein Rekord: Mit genau 40 Sekunden Laufzeit ist der Film „C’est pas grave“ der kanadischen Videokünstlerin Julie-Christie Fortier wohl einer der kürzesten seiner Art. Die 1973 im Québec geborene Allround-Künstlerin, die seit 2001 in Frankreich lebt, hat Selbstironie zum Kredo für ihre Kunst gemacht. Wo der Zuschauer eine Geschichte erwartet, setzt sie auf Endlos-Schleifen, die Heiterkeit verbreiten. In der gezeigten Videoarbeit „C’est pas grave“ wird eine Wand gestapelter Konservendosen, die allesamt Fortiers Gesicht zeigen, umgeworfen. Die spielerische Gewalt, durch den Titel verharmlost, passt hervorragend in die Geschäftsstraße. Wo in den andern Fenstern dem Fetisch Ware gehuldigt wird, wird sie hier mit Freude zerstört. Ein fast schon situationistisches Happening, das hoffentlich einigen PassantInnen zu denken gibt.

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