KARINA BISCH: Konstruktivistische Plagiatkunst

von | 17.03.2006

Die Bilder, Installationen und Skulpturen von Karina Bisch sind allesamt abstakter Natur. Sie orientieren sich an den gegenstandslosen Stilrichtungen der Moderne, Kunstströmungen wie Kubismus, Futurismus, Bauhaus, De Stijl oder Minimal Art. Karina Bisch setzt auf Wiederholung. Sie inspiriert sich an Gesehenem und hinterfragt so den Begriff der Originalität. Als Vorlage für das geometrische Formenvokabular ihrer Gemälde dienen ihr Hausfassaden, die sie in Städten vorfindet. „Chaque motif que vous voyez, où l’on disait que se serait un tableau abstrait, provient en fait de la réalite“, so Bisch, „Ce qui m’intéresse, c’est cette idée que les formes du modernisme du début du siècle sont toujours vivaces, mais ont trouvé une nouvelle forme, une forme d’Ersatz, d’où aussi le titre de l’exposition Ersatzstadt.“

Das Tryptichon im Eingangsbereich der Galerie, das sich schlicht „Luxembourg“ nennt, ist sichtlich vom gekachelten Wandfries à la Kandinsky des Luxemburger Bahnhofs inspiriert. Bei der malerischen Umsetzung benutzt Bisch Akrylfarben, die sie in dicken Schichten aufträgt. Es sind monochrome Farbflächen, bei denen die Pigmente teilweise verlaufen, sich also nicht an ein strenges Formenraster halten. Neben den Gemälden sind Skulpturen und Installationen ausgestellt. Hier hat sich Bisch an Fotos inspiriert, die sie in eine abstrakte dritte Dimension umgesetzt hat. Das Resultat sind zusammengefügte buntbemalte Holzelemente.

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