CRISTINA DIAS DE MAGALHAES: Hinterrücks in Licht und Schatten

von | 02.06.2006

„Wie kann ich meinen eigenen Rücken, den Teil, den ich sonst nie sehe, einfangen?“ so die Ausgangsfrage der jungen Fotografin, Cristina Dias de Magalhaes, die zur Zeit in der Galerie Clairefontaine ausstellt. Benötigt hat sie zur Beantwortung einzig ein Interieur, einen Spiegel, kurzzeitiges Winterlicht, das gebrochen durch feinmaschige Vorhänge fällt sowie eine handliche Digitalkamera, die auf Armlänge gehalten, Nahaufnahmen schießt. Ergebnis ist eine serielle Fotoarbeit in warmen Farbtönen, die den Rücken so unmittelbar als Oberfläche gebraucht, dass er fast verschwindet. Der Wechsel von Licht- und Schattenstrukturen in Form von geometrischen oder floralen Netzrastern, die sich wie Spitzenstickerei über Wölbungen und Einbuchtungen des Rückens dehnen, bewirken, dass dieser zum Motivträger des Lichtspiels wird. Mal sind die Reflektionen scharf durch den direkten Einfallwinkel, mal dehnen sie sich nach außen, über Poren und Muttermale hinweg ins Ungenaue. Obwohl die Fotografin vorgibt dem Visuellen treu bleiben zu wollen, sind ihre Autoporträts fast schon von abstraktem Charakter. Das Verfahren an sich erinnert an Impressionisten und an Man Ray, Meister der Schattenfotografie. Die Bilder von Cristina Dias de Magalh°es wirken insbesondere durch die Ästhetik der Motive, die Vergänglichkeit eines kurzen Spiels mit dem Licht.

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