In das neue Album „Nested in Tangles“ der Singer-Songwriterin Hannah Frances muss man sich erst langsam einfinden. Bei den üppig-komplexen Instrumentalpassagen kippen die Melodien immer wieder ins Dissonante, um sich kurz darauf wieder zu fangen. Ihre Gesangparts schmückt Frances mit stimmlichen Richtungswechseln und steilen Aufschwüngen so aus, dass es den Hörer*innen unmöglich ist, vorauszuahnen, wohin die Musik sie transportiert. Einmal in den Höhen angekommen, folgen nämlich wieder Abstiege, Wendungen, Brüche. Es ist ein An- und Abschwellen, ein agiles musikalisches Hakenschlagen. Leichtfüßig trippeln die Lieder zwischen unterschiedlichen Genres: Progressive Rock, Folk, Jazz und, in Ansätzen, Country. Die verdichtet-lyrischen Liedtexte, in denen sich Frances mit Liebe, Verlust und dem Bewältigen von Traumata beschäftigt, machen ihrerseits deutlich, dass sie nicht nur eine talentierte Musikerin, sondern auch eine sprachmächtige Poetin ist.
Juli 2026: Willis Tipps
Mit Decennium, seinem dritten Album seit 2016, feiert das skandinavische Frauentrio Fru Skagerrak sein zehnjähriges Jubiläum. Neben gelegentlichen Gesangseinlagen und Flötenspiel stehen sowohl Standardgeigen als auch die mit einer tieferen Saite versehene fünfsaitige Geige und die gänzlich tiefer gestimmte Oktavgeige im Zentrum ihres musikalischen Ausdrucks.

