Expotipp: Theatre of Cruelty

von | 22.01.2026

(© woxx)

Das monotone, disharmonische Klaviergeklimper im Treppenaufgang zu den Ausstellungsräumen signalisiert den Besucher*innen bereits: Das hier wird unangenehm. Der durch dunkle Vorhänge abgetrennte Hauptsaal führt in die Welt der Grausamkeit des französischen Künstlers Antonin Artaud (1896–1948), der in der Mitte des 20. Jahrhunderts eine radikale Theatertheorie entwarf: Theater soll nicht den Intellekt, sondern den Körper direkt adressieren, die Sinne attackieren und emotionale Grenzerfahrungen erzwingen. Mit Artaud und seinem Konzept treten in der Ausstellung „Theatre of Cruelty“ verschiedene Künstler*innen in Dialog – mit spürbarem Effekt: Originalnotizen Artauds werden von angsteinflößenden Folterwerkzeugen – Requisiten vergangener Theaterstücke – eingerahmt. Verstörende Malereien und Videosequenzen komplettieren den Auftritt. Besonderes Highlight ist das eigens erbaute Holzlabyrinth von Angélique Aubrit und Ludovic Beillard, das mit einer Triggerwarnung versehen ist. Wer sich dennoch hineintraut, den/die erwartet eine bizarre postapokalyptische Welt. Eine Ausstellung, die nicht zum Verweilen einlädt – aber gerade deshalb äußerst sehenswert ist.

Noch bis zum 8. Februar im Casino. Kuratorin: Agnes Gryczkowska, Künstler*innen: Antonin Artaud, Ed Atkins, Angélique Aubrit & Ludovic Beillard, Tobias Bradford, Romeo Castellucci, Pan Daijing, Tadeusz Kantor, Liza Lacroix, Michel Nedjar.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Expotipp: Der Schuh als Thema und Kunstobjekt

Schuhe sind Alltagsgegenstand, Statussymbol und Kunstobjekt zugleich. Wie letzteres auf die Spitze getrieben werden kann, zeigt derzeit eine Ausstellung in der Galerie „Tunnel am Gronn“, die ihre Fläche seit Jahren schon der Kunst von Schüler*innen widmet. Nicht nur Schuhliebhaber*innen machen deshalb derzeit große Augen, wenn sie die kleine...

KULTURTIPP

Willis Tipps: Juni 2026

Mali-Pop Fatoumata Diawara wurde in der Elfenbeinküste geboren und früh von ihren malischen Eltern zu einer Tante nach Bamako, Mali geschickt. Bei dieser wuchs sie auf, bis sie mit 18 nach Paris auswanderte, um sich zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. Ihre Filmkarriere startete dementsprechend früher als ihre Musikkarriere: Seit 1996...

KULTURTIPP

Expotipp: Et leeft

Die Periode im Porträt: Die Ausstellung „Et leeft“ im Lëtzebuerg City Museum widmet sich mit der Menstruation einem Thema, mit dem wohl jede*r direkt oder indirekt im Laufe seines*ihres Lebens in Berührung kommt. Gewitzt, lehrreich und differenziert ist diese Schau, die über die Geschichte der Menstruationsartikel und biologische Abläufe...

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...