Buchtipp: Die Rettung

von | 06.03.2026

© S. Fischer)

Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein mit seinen drei Kindern in einem Leuchtturm. Eine verlassene Forschungsstation und ein Saatgutbunker sind ebenfalls auf der sonst kargen Insel zu finden. In dieses Setting hinein wird eine Frau als Schiffbrüchige angespült. In abwechselnden Perspektiven erfahren die Leser*innen vom dramatischen Leben der Protagonist*innen, das von ungewöhnlich vielen Schicksalsschlägen geprägt ist, sowie von ihren zahlreichen Geheimnissen. Dadurch wirken Geschichte und Charaktere vor dem bildgewaltigen Hintergrund allerdings manchmal etwas zu konstruiert und unglaubwürdig. Dennoch werden im Roman durchaus spannende Fragen zur Biodiversität aufgeworfen, die es zu bewahren gilt, und die Folgen der Klimakrise, die schon heute bemerkbar sind, werden eindrücklich geschildert. Charlotte McConaghy zeigt, wie dieser einsame Ort voller Leben, Natur und Schönheit ist, aber das überzogene Drama der Figuren wäre nicht nötig gewesen, um der Geschichte Tiefe zu verleihen.

Charlotte McConaghy: Die Rettung. Aus dem Englischen übersetzt von Jan Schönherr. 368 Seiten. S. Fischer, 2025.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...

KULTURTIPP

Buchtipp: Anstalten

In „Anstalten“, Timo Brandts Nachfolgeroman zu „Oder die Löwengrube“ (woxx 1838), muss die Protagonistin Lynn wieder hinabsteigen: diesmal nicht ins sinnbildliche Tiefland ihrer endenden Beziehung, sondern in eine psychiatrische Einrichtung, die in einem Tal äußerst skurrile Zeitgenoss*innen beherbergt. Im Gespräch mit diesen entfaltet sich...

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen