
(© Insel Verlag)
Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer. Linn kämpft mit Aggressionsproblemen, Matze trottet einem kontrollierenden Felix hinterher und die scheinbar perfekte Eva stiehlt hin und wieder. Während die Männer mit allen Mitteln versuchen, das brüchige Gerüst zu retten, entwickelt sich zwischen den ungleichen Frauen ein zartes Band. Zipfels filmischer Schreibstil wirkt wie ein Sog, der durch ihre unberechenbaren Figuren noch verstärkt wird. Es ist ein kraftvoller, zum Teil wütender Text über Freundschaft, Mutterschaft und die Frage, was es bedeutet, Mensch zu sein. Dabei geht es um Kontrolle, um deren Verlust – und darum, was uns wirklich glücklich macht.

