(lc) – Wer dachte, die luxemburgische Musikszene würde unter der Flut der Metalcore- und Emo-Bands untergehen, wird nun eines Besseren belehrt. „Overture (The Burning Shrine of Hypocrisy)“, das erste Album von Ensis, beweist, dass es auch anders geht. Die fünf Metallköpfe besinnen sich hier auf die Wurzeln der extremen Musik – auf den Death Metal. Dabei ist ihre Herangehensweise sehr erfrischend und beweist, dass diese Musikrichtung alles andere als tot ist. Hinzu kommt, dass es sich bei den Musikern keineswegs um Greenhorns handelt, sondern um Szeneveteranen, die schon in Bands wie Tchaka, Desiderata oder Spyglass gelärmt haben. Es gibt also eine bewusste Weiterentwicklung, die weit über die Hardcore-Klischees und das Emo-Geheule hinausführt. Die CD mit professionellem Cover und dem typischen Kulturfabrik-Sound ist jedenfalls ein Glückstreffer.
Kulturtipp: Warpunk-Propaganda aus Teheran
„Sind wir nur bedeutungslose Zahlen in dieser korrupten Welt?“, fragte das iranische „Ardawahisht Collective“ am 20. Januar auf seinem Facebook-Auftritt angesichts der fortdauernden Massaker des islamischen Regimes im Iran an der dortigen Zivilbevölkerung. Eines der Mitglieder des Kollektivs von Metalmusiker*innen hatte gerade zwei neue Tracks präsentiert: „No Title – They Killed More than 12.000 in 4 Days“ und „Warpunk Rebellion MMXXVI“, so die beiden Stücke, in denen das Grauen dieser Tage verarbeitet worden ist.

