LUXEMBURGENSIA: Der Gnadenhof

Ja, genau, es herrscht Kater-stimmung, und das nicht erst, seit Passivraucher und „wissenschaftliche Studie? zueinander gefunden haben. „The End of the World as we know it.? Der moribunde „Bopebistro?-Darsteller liegt am Boden und will partout nicht sterben, es ist eine einzige Schmierenkomödie, seit geschätzten 40 Jahren schon ?

Wenn die Kröten zu den Hühnern wandern, dann ist das Bopebistro-Feeling pur.
Hier im Café Losch in Cruchten.

Die altrosa Knautschpackung der lokalen Zigarettenmarke „Maryland“ hat Produktdesign-Geschichte geschrieben, der Wiedererkennungswert hierzulande ist immer noch hoch. Folglich taucht sie als Emblem auf den Plakaten der „Bopebistro-Tour“ auf. Und die „Bopebistro-Tour“ darf – da der „neopuritanische Kontrollstaat“ (Jungle World) gesetzgeberisch um sich greift und nur noch Uraltkanzler Helmut Schmidt ungestraft rauchen darf – nicht wirklich zu Ende gehen. mehr lesen / lire plus

SUBKULTUR: First we take Berlin

Luc Spadas Ego ist monumental, soviel ist gewusst. Wer sich hinter der provokativen Maske versteckt, ist dagegen weniger bekannt. Ein Porträt der wohl farbigsten Figur der hiesigen Subkulturszene.

Die Künstlerboheme ist seine Domäne: Luc Spada.

Der Luxemburger Luc Spada, 27, ist Schauspieler, Performer, Pop- und „Rauschliterat“, Buch- und Theaterautor, Blogger, Lesebühnen-Veranstalter, Selbstvermarkter und Image-Verwalter, Charmebolzen, Strickmützenträger, Partylöwe wider Willen, Exportschlager und Regisseur, all rolled into one. Er lebt in Berlin, im Kiez Prenzlberg, was ihn aber nicht daran hindert, auch viel in Luxemburg – und anderswo – unterwegs zu sein. Er versucht, nicht ohne Erfolg, bescheiden zu bleiben. Der Rest ist Provokation. mehr lesen / lire plus

GRUPPENAUSSTELLUNG: Liebeswelten

„Kann es Liebe sein?“ heißt eine von den jungen, in Berlin lebenden Kuratoren Nora Mayr und Gilles Neiens konzipierte Ausstellung, die momentan im Ratskeller des Cercle Cité in Luxemburg zu sehen ist. Premiere feierte die Wanderausstellung im Grimmuseum in Berlin-Kreuzberg, einer gemeinnützigen Plattform zur Förderung zeitgenössischer Kunstformen. Endstation ist nächsten Monat während der sogenannten Vienna Art Week, wo die Exponate im Künstlerhaus – k/haus genannt – in der österreichischen Hauptstadt zu sehen sein werden.

Die Ausstellung widmet sich thematisch dem „Problembegriff“ Liebe und seinen ästhetisch-künstlerischen Rezeptionsmöglichkeiten – wobei seitens des Kuratorenduos eine „Aufmerksamkeitsverschiebung vom Intellekt hin zum Gefühl“ beabsichtigt ist. Dass die romantische Utopie der wechselseitigen Liebe auch in Zeiten totaler Ökonomisierung und Spektakularisierung, freudloser Zwangskommunikation und hemmungsloser Selbstdarstellung noch über eine beachtliche Restwärme verfügt, das versucht „Kann es Liebe sein?“ auf ebenso widersprüchliche wie eindringliche Art zu beweisen. mehr lesen / lire plus

GRUPPENAUSSTELLUNG: Venedig sehen und … wiederkommen

Die am vergangenen Wochenende im Mudam eröffnete Ausstellung „Atelier Luxembourg – The Venice Biennale Projects 1988-2011“ bietet die einmalige Gelegenheit, dem luxemburgischen „Kunstwollen“ der vergangenen 25 Jahre, eingebettet in einen internationalen Kontext, nachzuspüren. Die Retrospektive zeigt die seit 1988 geleisteten zwölf Biennale-Beiträge Luxemburgs – auf zwei Stockwerke verteilt – und, im Falle der ortsbezogenen Installationen, seit Mitte der Neunzigerjahre die dominierende Kunstform, mitunter aufwändig rekonstruiert. Vorher war Luxemburg ja, mit Ausnahme des Jahres 1956, als Joseph Kutter und Auguste Trémont am Canal Grande gastierten, in Venedig nicht vertreten.

Kurator Enrico Lunghi hat sich ganz unaufgeregt und behutsam didaktisch für eine vierteilige Präsentation entschieden: den Beitrag an sich; eine Vitrine mit Plänen, Skizzen, Katalogseiten, Fotos aus den Privatarchiven der nominierten KünstlerInnen; ein Video-Interview; einen knappen Ausstellungstext an der Wand …

Angeleiert wurde das „Unternehmen Venedig“ eigentlich erst durch die Künstlerin Patricia Lippert, die sich beim damaligen Kulturminister Robert Krieps für eine luxemburgische Beteiligung stark machte. mehr lesen / lire plus