
(© Sony Pictures)
Mit „28 Years Later: The Bone Temple“ treibt der britische Autor Alex Garland jene Erneuerung des Zombie-Genres weiter voran, die er 2002 bereits mit „28 Days Later“ begonnen hat. Im Zentrum steht der Arzt Dr. Ian Kelson (Ralph Fiennes), der in einem intelligenten „Alpha“-Zombie (Chi Lewis-Parry) Spuren von Bewusstsein erkennt – und darin die Hoffnung auf Heilung. Garland stellt diesem Akt radikaler Empathie eine erschreckend enthemmte Menschlichkeit gegenüber: Überlebende, deren ritualisierte Grausamkeit brutaler wirkt als jede Infektion. Unter der Regie von Nia DaCosta rückt „The Bone Temple“ nicht mehr allein das Überleben ins Zentrum, sondern die Frage, ob Nächstenliebe in dieser postapokalyptischen Welt überhaupt noch möglich ist. Ein visuell ansprechender Horrorfilm, der zum Nachdenken anregt.

