Martin Peichl: Es sind ja nur wir

von | 29.11.2024

(© Haymon Verlag)

Sturmböen, Starkregen, Stadtflucht – und sind das dort nicht die vier apokalyptischen Reiter, die hoch zu Ross den Wald durchstreifen? Die Welt, die Martin Peichl in seinem neuen Roman „Es sind ja nur wir“ heraufbeschwört, ist aus dem Lot geraten, ihr Kollaps scheint unabwendbar. Wie damit umgehen? Während der Ich-Erzähler scheinbar ohne ein Fünkchen innere Gegenwehr die Geschehnisse hinnimmt – und doch darunter leidet –, wappnet sich Prepperin Mascha gegen die drohende Katastrophe. Beieinander suchen und finden sie Halt, in einer Zeit, in der alle vermeintlichen Gewissheiten zerbröckeln und die Natur aus dem Gleichgewicht geraten ist. In einer eindringlichen und eleganten Sprache, deren Komprimiertheit etwas Lyrisches anhaftet, erzählt der österreichische Autor vom bevorstehenden Weltuntergang und der daraus erwachsenden Malaise einer ganzen Gesellschaft.

Martin Peichl: „Es sind ja nur wir“, Roman, Haymon Verlag, Innsbruck 2024, 22,90 Euro

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Buchtipp: Die Rettung

Um eine Vorstellung von den Auswirkungen der Klimakrise zu bekommen, brauchen wir Geschichten über die Klimakrise. „Die Rettung“ von Charlotte McConaghy hätte eine solche Geschichte sein können. Sie ist an einem sehr interessanten Ort angesiedelt: Auf einer kleinen (fiktiven) Insel zwischen der Antarktis und Australien lebt ein Vater allein...

KULTURTIPP

Albumtipp: Masquerade

Wie ein sich zuziehender Himmel verdunkelt sich das Debütalbum „Masquerade“ des irischen Quintetts „Cardinals“ graduell. Sind die Anfangsklänge noch schmissig-ausladend, kippt die Stimmung spätestens bei „Over at Last“, der als der fünfte der zehn Songs die Achse des Album bildet. Die Musik nimmt an Fahrt auf, die Gitarren drängen nach vorn...

KULTURTIPP

Podcast: Das Literarische Quartett

Ausgabe für Ausgabe diskutieren beim „Literarischen Quartett“ drei Kritiker*innen herrlich kontrovers mit Gastgeberin Thea Dorn über Literatur. Ihre Streitgespräche stimulieren den Geist, machen neugierig und schaffen, meistens zumindest, Leselust.